Worauf übt ein Anfänger?

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pianoforte
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Guten Tag allerseits,
nachdem ich einige Zeit die hier laufenden Diskussionen um Neuanschaffungen mitverfolgt habe, muss ich nun doch meine ganz eigene Frage stellen. Ich habe vor ein paar Wochen mit Klavierunterricht begonnen, die Sache macht mir auch wirklich Spaß. Jeden Abend (nach der Arbeit) übe ich ein bis drei Stunden und mache (aus meiner Sicht) auch Fortschritte.
Leider muss ich aber mangels einer Alternative auf einem PSR-8 üben. :cry:
Das hat weder eine vollständige Klaviatur, noch Anschlagsdynamik oder gar Gewichtung und es klingt auch ganz schlimm. Die nur 4 Oktavbereiche umfassende Klaviatur ist noch kein Problem, aber die Übungs-Stücke werden sicher bald etwas mehr brauchen, auch die Anschlagsdynamik ist noch kein Muß, aber auch das dürfte sich in den nächsten Unterrichts-Stunden ändern. Und was die Gewichtung angeht: immer wenn ich bei meinem Klavierlehrer vorm Flügel sitze, bekomme ich die Töne nur sehr unterschiedlich zum klingen - schließlich ist es zu Hause egal wie stark oder schnell ich die Tasten drücke, es kommt ja immer der gleiche Ton...

Langer Rede kurzer Sinn: So, wie es jetzt ist, geht es nicht mehr lange.

Aber: nach drei Wochen kann ich nicht mal eben 500€ (Casio PX-100 ???) für einen Klavierersatz (bitte nicht hauen, mehr Geld kann ich nicht ausgeben) locker machen, da muss die Nachhaltigkeit schon ein bisschen bewiesen sein - nach einem viertel oder halben Jahr ginge das schon eher. Ich muss das nicht nur vor mir sondern auch vor meiner Familie rechtfertigen können... :rolleyes:

Ich brauche also eine Zwischenlösung, bis ich entweder doch die Lust verloren habe (was ich nicht glaube/hoffe), oder mir dann doch das PX-100 leisten kann.

Ich dachte vielleicht an ein besseres PSR (275?) mit zumindest Anschlagsdynamik und einem hoffentlich besseren Klang? Aber die Teile gehen auch für mehr als 150 € bei ebay raus - wenn ich mir jetzt so ein Teil hole, fehlt mir das Geld später.

D-Pianos der älteren Generation kann ich nicht so richtig einorden, nach dem, was ich hier gelesen habe, sollte das P-80 ja für mich reichen, aber das kostet gebraucht ja mehr als ein nagelneues Casio PX-100 - also auch nichts für meine Situation.

Ich weiß nicht, was ich machen soll - ich weiß nur, dass ich das PSR-8 zu hassen beginne... :evil:

Was ratet ihr mir?
 
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Ich rate Dir: geh ins Klaviergeschäft und besorg Dir ein Klavier. Man kann die Teile auch mieten oder leasen. Alles andere ist um Klavier zu lernen nur zu kompromissig.

ciao,
Stefan
 
hmmm... jaaa.... ich weiß - aber: da ist mein 2 Jahre alter Sohn, der im Zimmer nebenan schläft wenn ich übe, da sind die Nachbarn und da ist meine Freundin, die meist im selben Raum sitzt wenn ich übe ...

Und: da ist das Geld ... wenn ich ein Klavier ein paar Monate miete, kann ich mir für das Geld sicher auch eins kaufen.

Wenn ich könnte, würde ich mir ein D-Piano mieten, und wenn ich wirklich durchhalte müsste sich die Miete auf den Kaufpreis anrechnen lassen - quasi Mietkauf.

Nur leider, glaube ich, macht das Keiner... :(
 
NUR im Klaviergeschaft!!!
MIt Klavieren kann man beim Privatkauf derbe auf's Kreuz gelegt werden.
Spreche aus Erfahrung!!!
 
Orgelmensch schrieb:
NUR im Klaviergeschaft!!!
Was nur dort?

Orgelmensch schrieb:
MIt Klavieren kann man beim Privatkauf derbe auf's Kreuz gelegt werden.
Spreche aus Erfahrung!!!
Kann ich mir vorstellen - ich denke da an kleine Holzwürmerchen und son Kram.... :redface: Danke für den Tip!
 
NUR im Klaviergeschäft ein Tastophon kaufen...sonst wird man evtl. behumst!!!
Das meinte ich...
Mir und einem Kumpel (wir hatten zusammengelegt) haben sie eins mit verzogenem Rahmen angedreht...hättest du alle 2 Wochen stimmen können...
 
Die Sache mit dem gebrauchten P-80 würde ich mal im Hinterkopf behalten. Vorausgesetzt du findest eins, sollte es dir das Geld schon wert sein. Zum Klavierlernen reicht die Tastatur allemal, ist immerhin gewichtete Hammermechanik. Und der noch verbleibende Unterschied zur echten Klaviertastatur sollte auf absehbare Zeit keine Rolle spielen (Klassik vielleicht irgendwann wegen der Betonung, beim Jazz eigentlich überhaupt nicht).

Gruß,
Jay
 
Jay schrieb:
Klassik vielleicht irgendwann wegen der Betonung, beim Jazz eigentlich überhaupt nicht.

Argh!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gerade beim Jazz kommt es auf eins an: Gefühl! Jajaja, das P-80 hat eine tolle Tastatur, besser als viele Klaviere die ich gespielt habe (inkl. grosser Namen) - nur: bist Du jemals so mit dem Instrument verbunden? Kannst Du die Saiten schwingen fühlen? Die Hämmer dies auslösen? Klingt der Klang durch den Raum wie ein Geschmack oder eine Farbe?
Ok, das klingt alles ein wenig "mystisch", seltsam, extrovertiert - nur, das ist meine Erfahrung -- gerade bei Jazz ist das mehr als wichtig.... Anfänger können Klassik sicher auch auf einem E-Piano klopfen, nur bei Jazz kommt es meines Erachtens von Anfang an aufs Gefühl an.

ciao,
Stefan
 
stefan64 schrieb:
Argh!!!!!!!!!!!!!!!!!! [...] bei Jazz kommt es meines Erachtens von Anfang an aufs Gefühl an.
Moment, ich fürchte, du hast mich hier missverstanden. Ich bestreite keineswegs, dass nicht auch im Jazz die Betonung wichtig ist. Im Gegenteil, ohne Betonung wird jedes Solo zum Gedudel. Jedenfalls: Da ich in der selben Situation bin - ohne regelmäßiges "richtiges" Klavier - habe ich mit meinem Lehrer schon drüber gesprochen, und da kam eben der Unterschied beider Spielarten zur Sprache (die aufzuzählen müßig ist). Und dass es durchaus möglich ist, auf einem Stagepiano für Jazz ausreichend zu betonen - er spielt ja selbst auch eins. Man muss eben manchmal Kompromisse eingehen, wenn es die Umstände erfordern.
 
Ich muß stefan beipflichen, daß man gerade für Jazz ein richtiges Spielgefühl braucht, nicht nur wegen der Betonung, sondern auch klangtechnisch. Das ist für mich bei Improvisationen unheimlich wichtig, denn wenn ich das Instrument nicht ansatzweise so klingt, daß ich mich in den Klang "reinfühlen" kann, dann hab ich auch keine Inspiration, dann hab ich gar nicht erst eine Klangvorstellung im Kopf, die ich umsetzen kann, und die Impro ist im Anus. Das ging mir auf unserem alten, kaputten Klavier genauso, einfach, weil es gar nicht nach Jazz klang und ich so auch nichts jazziges herbeizaubern konnte. Das P90, was ich im Moment hab, ist dazu eine Verbesserung, aber kein Vergleich zu den Klavieren und Flügeln in der Musikschule, wo mir die Töne nur so aus den Fingern flutschen.

Bei Klassik ist das mE aber auch ähnlich gravierend, weil man sich da auch in das Instrument "einfühlen" muß, um die Dynamik, den Charakter des Stückes wirkungsvoll herüberzubringen. Und Klassik auf nem elektronischen Instrument zu spielen hat mindestens genauso Stilbruch-Charakter wie Jazz.

Es heißt immer so schön, entscheidend ist nicht, worauf man spielt, sondern was man spielt. Dumm nur, daß das, worauf man spielt, auch das, was man spielt, beeinflußt. ;)

Darüberhinaus aber Zustimmung @Jay.
 
Vielen Dank für eure Antworten!
Leider bleibt es bei den von mir genannten Einschränkungen, ein Klavier, geschweige denn ein Flügel, kommt überhaupt nicht in Frage. Das ist meines Erachtens nach ein paar Wochen Klavierunterricht auch etwas unverhältnismäßig. Ähnlich ist es eben auch mit einem P90/P120 - ich weiß doch gar nicht, ob ich das länger als ein halbes Jahr durchhalte. Ich kenne mich ... Außerdem läuft das neben Beruf, Fernstudium und Familie ...

Daher war meine Bitte um Rat eher auf den Niedrigpreisbereich gerichtet.

Ich habe mir jetzt ein M-Audio Keystation Masterkeyboard mit leider nur 61 Tasten dafür aber zumindest mittel gewichteten Tasten bestellt - 180 €. Das ganze hänge ich an meinen Rechner und habe damit sicher einen besseren Klang als jetzt.

Ich hoffe das desillusioniert euch jetzt nicht - danke trotzdem für eure Tipps.
 
Für den Einstieg vielleicht ganz ok... nicht um richtig Klavier zu lernen, aber:

Dann wirst Du nach einiger Zeit damit merken ob Du weiterhin spielen willst, ob es Dir liegt und wenn... ja dann... dann dreht sich in Deinem Kopf alles nur noch um eins :)

Wo krieg ich jetzt ein ordentliches Klavier her???

=)
 
Casio PX-100 ist vom Preis/Leistungsverhältnis voll und ganz OK. Mann kommt mit einem alten VW genau so ans Ziel wie mit einem Mercedes. Jedoch unterscheidet sich die Art und Weise. Zum erlernen würd ich auch nicht unbedingt das PX-100 empfehlen. Für mich, als Klavierspieler, ist es wichtig, Gefühl in ein Stück zu bringen. Da ist für mich 3fach sample schon notwendig. Es ist einfach geil, im pp klingts gefühlsvoll und im mf knackig. (Ab YAMAHA CLP 130).
Zum üben daheim hatte ich vor Jahren ein deutlich schlechteres E-Piano, wie es sie heute gibt. Hatte natürlich in der Musikschule ein richtiges Klavier. Einen Unterschied, selbst von Klavier 1 zu 2 (von der Tastatur), wird es immer geben.
Wie gesagt. Das PX-100 wird oft und gern wegen des Preisen gekauft.
 
@Blinded:
Das Problem habe ich ja jetzt schon, Keyboard hin oder her, ab und zu will ich ja schon an einem echten Klavier sitzen. Stellt sich nur die Frage: Woher nehmen? Kaufen werde ich mir sobald keines - nicht nur des Geldes wegen, da spielen auch praktische Erwägungen eine Rolle (Wohin mit dem Ding, wann spielen?)...
Dann vielleicht doch irgendwann (in ferner Zukunft) das angesprochene CLP 130 o.ä. aber dafür muss jetzt erstmal ein wenig Zeit ins Land gehen (üben, üben, üben). Wer weiß, was ich mir dieses Jahr vom Weihanchtsmann kommen lasse?

@Jens Bergander
Wie ist denn nun das PX-100 einzuordnen? Kannst Du Tastatur und Klang vielleicht knapp über oder unter anderen Geräten einordnen? Sind die anderen PXe in Klavierklang oder Tastatur besser?
Womit kann man das PX-100 am besten vergleichen?
 
Wenn dir das M-Audio nicht gefällt kannst du dir immer noch einen Bechstein holen...
 
Genau. Und bei deren Klavierwettbewerb melde ich mich auch gleich an. Ein Monat Klavierunterricht muss genügen. :screwy:
Warum hat mir eigentlich niemand einen Steinway-Flügel empfohlen - das einzige worauf man wirklich spielen kann, drunter geht's doch wirklich nicht! :rolleyes:

Oder?
 
pianoforte schrieb:
Wie ist denn nun das PX-100 einzuordnen? Kannst Du Tastatur und Klang vielleicht knapp über oder unter anderen Geräten einordnen? Sind die anderen PXe in Klavierklang oder Tastatur besser?
Womit kann man das PX-100 am besten vergleichen?
Ich weiß ja nicht, welche Geräte du schon kennst, aber besser als bei einem PSR ist die Tastatur allemal, weils immerhin Hammermechanik ist. Mit dem P-80 kann es bei weitem nicht mithalten. Die größeren PXe sind tastaturmäßig kaum besser als das 100er.

Zu den sarkastischen Beiträgen vor mir: Du darfst gerne auch auf einer alten Schuhsohle für einsfuffzich Musik machen. Das wird dir hier sicher keiner absprechen und wir werden wohl trotzdem weiter deine Fragen beantworten. Aber eins wirst du dann niemals können: Klavier spielen ... :rolleyes:
 
Hi pianoforte. Ich kann Deine Fragen, vor allem wegen der gleichen Perspektive als Anfänger gut verstehen. Leider helfen die viel höher angesetzten Antworten über Jazzfeinheiten etc. dem Anfänger nicht so recht weiter. Ich bin in der glücklichen Situation, im Klavierunterricht an einem sehr guten Kawai Klavier zu üben, mir zu Hause mit meiner Tochter ein altes, aber gutes Saturn zu teilen und im Büro zwischendurch auf einem P90 üben zu können.

Ich denke auch, dass leichte Plastikkeys ohne Anschlagdynamik Dich niemals in die richtige Richtung bringen werden. Auch die Grenzen des bestellten Masterkeyboards wirst Du vermutlich schnell entdecken. Aber hast ja Umtauschrecht....;)

Nachdem ich nun nach dem ersten Begeisterungssturm (s. Thread "Blockade im Klavierunterricht") zusammen mit meiner Klavierlehrerin nochmal ganz vorne, nämlich bei Körperhaltung, Sitzposition, Handgelenk und Entspannung (der Begriff wird mir langsam erst klar) begonnen habe, bekomme ich langsam ein Gefühl für die Bedeutung der Schwerkraft beim Anschlagen der Töne. Dies zu lernen ist - zumindest für mich - das größte Problem gewesen und ich arbeite noch sehr intensiv daran. Und da setzt m.E. die Bedeutung der Tastatur ein. Rumdrücken geht überall aber ich bezweifle, dass ein - sicher auch für Rock und Pop nützlicher - guter Anschlag auf einer minderwertigen Tastatur zu erlernen ist.

Wenn ich mich auf eines der drei Instrumente beschränken müsste, würde ich das alte Saturn nehmen. Das Yamaha P90 ist ein sehr guter Kompromiss (das PX 100 finde ich ähnlich gut) und vor allem flexibel nutzbar und das Kawai meinem Können (noch.. grins) Lichtjahre voraus.

Ich würde versuchen, eine gebrauchtes Klavier zu bekommen, das gut in Schuss ist. Wir haben das Teil für 1.100 Euro über die Klavierlehrerin bekommen. Mietkauf wäre eine gute Idee, zumal bei einem guten Instrument immer der Gegenwert bleibt. Auch bei schwindender Lust am Pianoforte bleibst Du also im Zweifelsfall nur auf den Kosten für den Klavierstimmer sitzen. Chuan C. Chang liefert Dir übrigens auch noch Argumente. Z.B. würde Das Gehör Deines zweijährigen Sohnes von dem akustischen Klavier sehr profitieren.:great: Hier nachzulesen:

http://www.schulseiten.de/fopp-de/index.html
 
@jay
Ist schon klar. Irgendwo muss ich aber anfangen und das kann ja nicht nur mit mindestens tausend Euro gehen, aber wahrscheinlich gehen an genau diesem punkt die Meinungen sehr weit auseinander...

Versteht mich nicht falsch, ich danke euch wirklich für eure Beiträge - ihr habt nur manchmal die tendenz zum Elitären, glaube ich ... insgesamt trotzdem ne tolle sache, dieses Forum mit der wirklich regen Beteiligung!!!
:great:

@macraq
Vielen dank für deinen Beitrag - jetzt weiß ich, dass ich hier unten (im anfänger-ohne-million-keller) nicht ganz allein bin. :rolleyes:
 
pianoforte schrieb:
Irgendwo muss ich aber anfangen und das kann ja nicht nur mit mindestens tausend Euro gehen
Wenn du Klavier spielen willst und nicht Keyboard, dann geht es aber genau da los. Du kannst auch nicht den Führerschein machen wollen und auf einem Skateboard Fahrstunden nehmen mit der Begründung "das hat doch auch 4 Räder". Zum Autofahren brauchts nun mal noch etwas mehr, und es ist mit Sicherheit teurer als ein Skateboard.
 

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