Zugriegeleinstellung Mendocino Michael Holm

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allo78

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Hallo zusammen,

ich versuche seit ewigen Zeiten die Zugriegeleinstellung (Hammond*) für Michael Holms Mendocino zu finden. Es ist angeblich ja mit einer Hammond* eingespielt worden. Ich habe eine XK3. Die Einstellungen die ich verwende sind immer irgendwie so naja - ich komme einfach nicht hin und finde auch nichts im Netz. Könnt Ihr mir da helfen? Auch bei evtl. sonstigen Einstellungen? Ich vermute mal Leslie fast dürfte klar sein aber zusätzliches Vibrato/Chorus? Wenn ja welches?


View: https://www.youtube.com/watch?v=cJJ4odOP96Q&list=RDcJJ4odOP96Q&start_radio=1
 
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Das dürfte eine Farfisa oder Vox continental Orgel sein. Cheesy-quietschig ;)
 
  • Ersteller
  • #3
Was man aber im Netz so findet (wobei das nicht viel ist und die Quellen auch unklar) sei es angeblich eine Hammond* (wobei ich kein einziges Video finde wo das Instrument mit bei ist) - hat mich auch schon gewundert aber finde auch nichts anderes... aber iwie klingt es für mich eben auch nicht typisch Hammond* - klar das Original von Sir Douglas Quintet war mit ner Vox Continental, aber das klingt ja auch ganz anders....
 
Zuletzt bearbeitet:

Für mich klingt das trotzdem nach Transistor. Wüsste nicht, wie man eine Hammond* dazu bekommt. ChatGPT ist auf meiner Seite und sieht folgende Wahrscheinlichkeiten:

  • Vox Continental: etwa 80 %
  • Farfisa Compact: etwa 15 %
  • Hammond: unter 5 %

Das kann ich wiederum nicht unterscheiden - ich sage jedenfalls: eine Combo-Transistororgel. ChatGPT spricht sich für die Vox Continental statt einer Farfisa aus folgendem Grund aus:

Die Einwürfe klingen für mein Ohr eher „hohl“ und nasal als aggressiv.

Interessant ist, dass die KI von einem Ohr spricht. Und zu wissen glaubt, wie der Wechsel von Gesang und Orgeleinwürfen in 0:15 bis 0:30 der Aufnahme oben klingt, obwohl sie gleichzeitig sagt, sie könne nicht direkt in Youtube reinhören.

Als Presets auf Stage-Pianos empfiehlt sie:
„Vox Continental“, „Continental 8' + 4'“ oder „Combo Organ Bright“ ...
Der typische Mendocino-Sound braucht erstaunlich wenig Hall und praktisch keinen Leslie-Effekt.
Da ich in meinem Nord Stage aber ein komplettes Vox-Modell habe, kenne ich mich mit Preset-Namen nicht aus.
 
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Hammondorgel ist eben immer so eine Halbwissenbezeichnung wie E-Piano für Digitalpiano.

Einen Chor (Echo) gibt es bei dem Song auch.
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Hör mal - schrecklich.

Ich würde einfach mit der CX 3 spielen, alle Drawbars raus oder "Hufeisen" oder ein bisschen experimentieren. Es kann nur besser klingen :)
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Das hilft auch:

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  • #6
Ja daher kann das natürlich kommen weil halt viele eine Orgel als Hammondorgel bezeichnen ähnlich wie viele einen Winkelschkeifer als Flex bezeichnen.

Also die Orgel von dem Karaoke Link ist doch recht nah dran was findest Du da schrecklich? (der Rest natürlich nicht aber darum geht es ja nicht). Das Video mit dem Genos 2 habe ich mir vor ein paar Wochen schon angeschaut der Sound gefällt mir überhaupt nicht der Klang ist nicht gut interpretiert.
 
Aber die Zugriegeleinstellung wird wohl passen?
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Bei Karaoke-Version ist es einfach eine Sample-Orgel aus dem GS oder GM Soundset (oder wie heißt der Standard heute?)

Ist in jedem Alleinunterhalter-Keyboard, jeder Workstation und gibt es auch als (kostenlose?) Software.

Ich hätte die Orgel tiefer arrangiert, als höchsten Ton die Terz genommen die der Vorsänger nimmt. Ich mag vieles nicht an dem Song, aber das ist hier zweitrangig :)
 
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  • #8
Ja gut aber ich finde das in meinem PSR8000 nicht und selbst im Genos 2 scheint es ja nicht zu sein warum sollten sich sonst die obigen im YT Video die Arbeit machen das aufwendig einstellen zu versuchen und am Ende dann doch keon gutes Ergebnis zu haben.

Wo würde ich das bekommen und wäre das dann fürs PSR 8000 überhaupt noch kompatibel?
 
ich versuche seit ewigen Zeiten die Zugriegeleinstellung (Hammond) für Michael Holms Mendocino zu finden.
Was ist denn Deine am nahe kommendste Einstellung?

Ansonsten eine kleine Abhandlung in 4 Punkten:

1. Erfahrungswert

Man kann recht ähnlich klingen. Genau gleich zu klingen, ist nicht oder nur mit großem technischen Aufwand erreichbar.


2. Ergebnis vorweg

2.1. Einstellungen


An meiner Nord Stage 3 führen diese Settings recht nahe an die fragliche Orgel:

Zugriegel: 00 2004 008
Percussion: 1 und 3, also Volume Soft und Harmonic 3rd
Leslie: fast, kaum Distortion

EQ: Fender Twin
Treble mid (4 kHz)
Mid: 4 kHz, 0dB
Bass: middle (= 100 Hz)

Drive: 1.2


2.2 Funktionen:

Generell ist es gut, wenn man einen nachrichtentechnischen Hintergrund hat, sich insbesondere Frequenzspektren und die Auswirkungen der Einstellungen darauf zumindest grob vorstellen kann.

Diese Einstellungen sind eher Anhaltspunkte. Je nach Instrument und Hersteller können die auch einmal etwas anders wirken, so dass gezielte "Verstösse" gegen mein Rezept wenigstens einen Versuch wert sind.


2.2.1. Zugriegel

Die weiße 00 0000 008 (1 ft) ergibt eine sehr hohe Tonlage. Die anderen beiden weißen 00 2004 000 (2 ft und 4 ft) ergeben ... Untertöne. Das ist gewissermaßen ein gespiegeltes Spektrum:
  • normal wäre für die Frequenzverhältnisse 1 - 2 - 4, mit abnehmender Intensität 8-4-2
  • hier umgekehrt zunehmend 2-4-8
00 2004 008 ist übrigens in keiner der "originalen" Werkseinstellungen (linke Tastenfelder) vorhanden. Als "typische" Songeinstellung lief mir die noch nicht über den Weg: also hören und verändern.

Übrigens: Bildete man diese Verhältnisse durch reine Sinusgeneratoren nach, klänge es auch ohne Leslie nicht wie eine Hammond. S.a. 3.2.


2.2.2. Percussion

Würden wir heute als Envelope für die durch Tastenanschläge ausgelösten Klänge bezeichnen. Diese Kombi der 8 möglichen klang gut genug.

2.2.3. Vibrato/Chorus

Keins

2.2.4. Leslie

Der macht aus dem o.g. piepsigen Klang ein interessantes, dem Original recht nahekommendes Geräusch.

Spektral macht er mehr, als nur Obertöne aus Verzerrungen und Dopplereffekt - dazu gibt es viele Untersuchungen. Vermutlich muss man die RPM noch höher als Normal wählen.

S.a. 3.3.


2.2.5. EQ (Fender Twin)

EQ ist immer einen Versuch wert, um den oben erzeugten Grund-Klang etwas lieblicher, schriller usw. zu machen. Durch Amp-Verzerrungen entstehende Obertöne scheinen für die Songnachbildung eher störend zu sein.


3. Zur Klangsynthese

Um dem Klang nahezukommen, ist es gut, sich in der Zeit zurückzuversetzen: Die Aufnahme entstand ja mit den Mitteln jener Zeit ...


3.1. Studioausstattung damals

Etwas übertrieben gesagt: "wir hatten ja nichts ..."

Man liegt sicherlich richtig, anzunehmen, dass die heute mit jeder DAW selbstverständlichen Effekte (Chorus, Compression, Reverb, Hall usw.) eher spärlich in Studios verteilt waren. Gute Ausstattungen ergeben eben auch teure Produktionen.

Heißt für uns: Weniger ist vermutlich näher dran.


3.2. Hintergründe Hammond

Haben wir eine Hammond am Set? Vielleicht gibt es ja Videos oder Bilder aus der Zeit. Nehmen wir es an und betrachten Klang-Streuungen. "Hammond" ist ja kein festgenagelter Standard, sondern ein sehr variables Klanggeschehen.


3.2.1. Modell zu Modell Streuungen

Vom selben Grundprinzip der 1920er Jahre entstanden enorm viele Ableger: Wie bei jedem genügend großen Hersteller. Das wirkt sich auf den Grundklang aus.

Hammond legte, ohne nachzuzählen, im Laufe der Zeit sicher ca. 20 Modellserien auf.

Meine Viscount Legend (B) kann ich umschalten auf die Modelle BC 1936, B3 1956 und A100 1961 ... und das hört man.


3.2.2. Instrument zu Instrument Streuungen

Industrielles Qualitätsmanagement mit hohem Anteil von statistischen Hilfsmitteln entstand in Japan mit dem Kriegsende seit 1945. Mitte bis Ende der 1980er erwachte "der Westen" schockartig, weil das Unmöglich in Japan regelmäßig gelang: hohe Qualität zum günstigen Verkaufspreis, jenseits von Marketing- und Kostenrechnertricks. Als Merkmal fest im Produkt eingebaut.

Heute ist (war ?) es für uns selbstverständlich, dass Qualität über Lieferketten, über Fertigungsschritte, über Entwicklung usw. sichergestellt wird.

Umgekehrt betrachtet zeigten auch Hammond Orgeln einen gewissen "individuellen Charakter" (als Folge aller möglichen Streuungen). Deshalb verlasen viele Musiker Ihre B3, A100 usw. mit dem Ohr. Welche steht also im Studio des Videos?

Hier gehen alle klangprägenden Streuungen ein, wie etwa voneinander abweichend gefertigte Tonewheels und Pickups, Röhrenstreuungen, Übersprechen durch die zahlreichen Kabel, Komponentenstreuungen aller Art usw.

3.2.3. Besitzer zu Besitzer Streuungen

Nicht wenige Hammonds wurden von ihren Besitzern restauriert, umgebaut, getuned. Was haben wir also im Video vor uns?


3.3. Zum Leslie

Hier gilt das o.g. sinngemäß.

Nicht zu vergessen, dass die typische Signalkette damals so aussah:

Hammond - Leslie/Speaker - (Raum) - Mikro - Mischpult - Tonband

Die Nachbildungen, die in Keyboards oder in externen Geräten, wie dem Ventilator, zu finden sind, sind nicht immer nahe dran an den Ergebnissen aus jener Zeit.


3.4. Toningnieur

Auch den darf man für die Klangnachbildung nicht vergessen. Da gab und gibt es echte Experten mit geschulten Ohren, denen so schnell keiner das Wasser reichen kann.


4. Daher dieser Erfahrungswert

Man kann recht ähnlich klingen. Genau gleich zu klingen, ist nicht oder nur mit großem technischen Aufwand erreichbar.
 
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  • Ersteller
  • #10
Danke für Eure Infos

@MS-SPO: naja so richtig nahe komme ich eben nicht, ich spiele es mit der Zugriegeleinstellung 01888888, Leslie fast, C3, Percussion off

Deine Registrierung probiere ich aus
 
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  • #11
Das von Karaoke Version findest du aber in deinem PSR.

GS oder GM Soundset.

Die Midifiles sind damit erstellt und man kann höchstens selbst die Sounds tauschen.
 
  • Ersteller
  • #12
@MS-SPO ok hab mal auf meiner XK3 probiert mit
Zugriegel: 00 2004 008
Percussion: 1 und 3, also Volume Soft und Harmonic 3rd
Leslie: fast, kaum Distortion

ne nicht wirklich das hat m. E. null und gar nichts mit Michael Holm zu tun, das ist einfach nur Gepiepse da ist meine genannte Einstellung viel viel besser (aber eben auch nicht gut) (kannst ja meine mal probieren wie Du diese findest)

Mit Distortion meinst Du vermutlich Overdrive?

@stuckl aber wo soll ich das finden da gibts kein GS oder GM - und dann müsste das Genos 2 das doch erst recht haben und selbst da probieren die aufwändig rum die Orgel einzustellen (und schaffen es nicht - siehe YT-Video)
 
  • #13
GM und XG heißt das bei deinem PSR 8000.

Alternativ: stepp einfach mal alle Orgelsounds durch.

Da ist dann einer mindestens so gut wie der bei Karaoke-Version.

Eine Computersoundkarte hat ansonsten ein GS / GM oder Nachfolger-Soundset.
 
  • Ersteller
  • #14
hab mir jetzt den Karaoke gerade nochmal über nen besseren Lautsprecher angehört (gestern abend nur übers Handy) ja ist auch nicht der Bringer aber zumindest so einigermaßen, wobei je öfter ich es mir anhöre des weniger gefällt es mir.

XG gibt es - GS sagt mir gar nichts. Die Orgelsounds sowohl bei XG als auch bei Organ hab ich alle schon 1.000 mal probiert da ist nichts was auch nur annähernd gut ist da ist meine Konfig bei meiner XK3 mit Abstand das beste - aber eben auch nicht gut.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #15
Mit Distortion meinst Du vermutlich Overdrive?
Das nennt Jede/r anders. Gemeint sind Verzerrungen, die durch nichtlineare Kennlinien entstehen (Nachrichtentechnik), Kleinsignal, wie Großsignal.

ne nicht wirklich das hat m. E. null und gar nichts mit Michael Holm zu tun, das ist einfach nur Gepiepse da ist meine genannte Einstellung viel viel besser (aber eben auch nicht gut)
Woll'n 'mal schauen. Die Geräteabhängigkeiten hast Du verstanden? Und akzeptiert?
1. Erfahrungswert

Man kann recht ähnlich klingen. Genau gleich zu klingen, ist nicht oder nur mit großem technischen Aufwand erreichbar.
Dazu gehört auch:
  • ich höre über Kopfhörer ab
  • wenn ich es richtig las, hörst Du über Speaker?
WEIL eine exakte Reproduktion kaum realisierbar ist, liegt mein Ohrenmerk darauf, die Charakteristika einigermaßen zu treffen.

2.1. Einstellungen

An meiner Nord Stage 3 führen diese Settings recht nahe an die fragliche Orgel:

Zugriegel: 00 2004 008
Percussion: 1 und 3, also Volume Soft und Harmonic 3rd
Leslie: fast, kaum Distortion

EQ: Fender Twin <<<<<<<<<<
Treble mid (4 kHz)
Mid: 4 kHz, 0dB
Bass: middle (= 100 Hz)

Drive: 1.2
Das klänge auf der Nord Stage 3 so:
00-2004-008 + o.g. Einstellungen


Dabei, wegen der Percussion:
  • im ersten Teil eher Legato gespielt
  • im zweiten eher Staccato
  • DAS sind ggf. Glättungsaufgaben für einen EQ am Ende

Denkt man diesen Gedanken weiter:
Das ist gewissermaßen ein gespiegeltes Spektrum:
  • normal wäre für die Frequenzverhältnisse 1 - 2 - 4, mit abnehmender Intensität 8-4-2
  • hier umgekehrt zunehmend 2-4-8
(die Besonderheit dieses Spektrums ggü. Rechteck, Sägezahn etc. hast Du verstanden?)
und mischt den linken Zugriegel als weiteren schwachen bis starken Unterton schrittweise dazu, bekommt der Klang mehr Farbe und eine Spur von dem gurgelartigen im Original:

30-2004-008 + o.g. Einstellungen



50-2004-008 + o.g Einstellungen



Gibt man zu viel (80-xxxx-xxx) wird die tiefe Lage irgendwann ebenbürtig oder dominant, so, als ob man runtertransponiert.

Was klar zu tun ist: RPM am verwendeten Leslie anpassen. Der Default "fast" mag nur die halbe Wahrheit sein ...


Und hier zum Vergleich, Deine Einstellungen am Stage 3, ohne EQ:
ich spiele es mit der Zugriegeleinstellung 01888888, Leslie fast, C3, Percussion off
01-8888-888



Abschließend vielleicht noch einmal vor Augen halten:
  • in den Klang gehen enorm viele Einflüsse ein, z.B. wie wir beide abhören und hören
  • Jeder Hammond Clone liefert nur eine sehr kleine Teilmenge der Variationen analoger Aufnahmetechnik aus Jahrzehnten um die Mendocino-Epoche
  • d.h. man kann bestimmten Charakteristiken nahekommen
  • man wird sie nur in sehr wenigen Fällen überhaupt erreichen können

Wenn Du das untermauern willst, schaue einmal in die Kybernetik rein, unter "law of requisite variety". Ross Ashby sagt dort im Grunde:
  • wenn ein Regler alle Störungen ausgleichen soll
  • muss er mindest so viel Varietät aufweisen, wie die störenden Ereignisse
Übertragen:
  • wenn Dein Gerätepark genauso klingen soll, wie in der Aufnahme
  • musst er mindestens so viel Varietät vorhalten, wie die Modelle, Leslies, Aufnahmebedingungen usw. von damals
  • und das schaffen wir beide mit unseren Geräten wohl eher nicht :oops:

Was bleibt also?
  • sich irgendwann mit dem Erreichbaren zufrieden geben
  • das Wunderinstrument suchen
  • sich auf Mendocino-Orgel-Samples verlegen
  • u.Ä.
Grüße :hi5: :coffee:
 
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  • Ersteller
  • #16
Danke Dir für Deine ausführliche Diagnose.

Overdrive nennt man bei Hammond die absichtlich produzierten Verzerrungen.

Ich spiele über die Lautsprecher meines PSR8000 - wobei ich da schon lange auf der Suche nach was anderem bin, die Lautsprecher sind für die Hammond ungeeignet sie klingt viel zu brav. Nur nutzt ja nichts wenn man zu Hause über Kopfhörer ein tolles Ergebnis hätte und dann auf der Geburtstagsfeier klingt es beim Auftritt ganz anders.

Also Dein 002004008 klingt bei mir ähnlich - nur wie gesagt hat m. E. nichts mit der gesuchten Orgel zu tun. Percussion ist auch nicht im Stück.

Ich finde auch bei Deinem Klangbeispiel das von mir verwendete 01888888 um ein vielfaches besser allerdings klingt es bei mir auf der Hammond rockiger/schriller. Und natürlich spiele ich dann auf der obersten Oktave und natürlich 2-stimmig. Wie findest Du es denn?

Ja finde es halt schon komisch, dass man mit heutiger Technik nicht in der Lage ist solche Instrumente hinzubekommen - bei Hammond gibts im Menü ja auch eine Einstellung die lt. Hammond-Handbuch eine "minderwertige Transistororgel" imitiert - gemeint ist sicherlich Vox - allerdings viel Unterschied höre ich da nicht das hat nichts mit einer Vox zu tun. Und spätestens mit Samples sollte es doch möglich sein, nur der von Karaoke ist, wie wir nun ja festgestellt haben, doch nicht so das Richtige. Aber fand es schon krass dass es nicht mal mit dem Genos 2 einigermaßen möglich ist.

Also mit Hammond gespielte Klänge kann ich mit meiner XK3 schon einigermaßen nachgestalten, ABER der Klang ist trotzdem nicht wirklich so gut, weil die Leslie-Animation eben leider nicht mit einem echten Leslie vergleichbar ist. Fall/Rise das ist alles perfekt animiert aber gerade auf Fast das kommt halt nichts an ein echtes Leslie ran und da nutzt es auch nichts, ein Kompaktleslie mit Hornrotor zu kaufen denn ohne Basswalze wird das wieder nichts. Und fast 5.000 € für ein transportables richtiges Leslie, das mit dann ja auch nur für die Hammond was bringt da ich ja den Klang des PSR8000 nicht gelesliet haben will - ja das ist iwie auch nichts und auch viel viel zu teuer. Aber wenn Du auf YT mal Vergleiche mit Leslie von B3 und XK3 Dir anhörst - da ist nicht viel Unterschied, also an der XK3 oder gar an Serienstreu liegt das nicht im Wesentlichen. Ja und meine PSR8000 Lautsprecher sind auch eben nicht das Richtige - wenn ich bei Thomann damals ne XK3 hörte - egal ob vor oder nach meinem Kauf - das hörte sich immer viel rockiger an, da war ich immer begeistert, kam ich dann wieder nach Hause, wieder weniger.

Aber darum geht es ja hier und heute nicht. Eine Vox/Farfisa/Holm- Limited Special-Organ oder was auch immer hatten ja auch nie Leslies. Ich finde es halt krass dass es nicht herauszufinden ist mit was das damals eingespielt wurde - ich mein das ist doch sicher kein Betriebsgeheimnis des damaligen Tonstudios.

Grüße zurück.
 
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  • #17
Mit Samples bekommt man nun mal gar nicht eine (Hammond-)Orgel anständig emuliert.

Da müssen schon die Tonräder virtuell simuliert werden, was mir seit Roland vk 7 als Methode bekannt ist.

Spielst du Mendocino für dich oder für Publikum?

Publikum bekommt von Tanzbands oft nur das Niveau von Midi-Files serviert und ist zufrieden, insofern es nicht vom Bier saufen, gröhlen und Party machen dadurch abgehalten wird.

Der Sound muss dann wohl mit einer vox conti nachgebaut werden, wenn du zufrieden sein möchtest.

Oder du machst das individuell.

Für mich kommt nur Hammond infrage, ich würde mich weigern, bei auch nur irgedeinem Song cheesy vox oder farfisa einzusetzen.
 
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  • #18
ja eine Hammond muss ich ja auch nicht sampeln, die habe ich ja mit der XK3, wenn auch ohne Tonräder - da wäre mir "nur" das Leslie noch wichtig.

Sowohl als auch - meine Auftritte sind inzwischen allerdings sehr selten geworden, hab das aber nie professionell gemacht sondern halt so ein paar mal im Jahr.

Ja ich mag das aber nicht - ich hasse es wenn ein Alleinunterhalter mit Midi-Files spielt - stelle mich da um die zu ärgern bzw. zu sehen ob es nur Midis sind auch oft mal hintendran um "zuzuschauen" was sie wirklich tun. Ich habe schon immer live gespielt, auch wenn es dann natürlich niemals so original klingt wie mit einem Midi aber es ist von mir. Aber bei bestimmten Klängen die mich begeistern (wie eben die genannte Orgel) da packt mich dann halt das Ego dass ich das GENAUSO haben will.... :-D ähnlich eben wie bei Hammondklängen. Finde es immer cool wenn zumindest EINER im Publikum ist der damit was anfangen kann. Hatte vor ein zwei Jahren nen Auftritt da war einer so begeistert der hat dann wenn ich was mit der XK3 gespielt habe überall im Publikum rumerzählt "das ist ne orginal Hammondorgel - das is cool" und is total abgegangen. Ja und werde schon öfter auf Hammond angesprochen, höre auch oft schon beim Reintragen des Instruments Kommentare aus dem Publikum - daher kam für mich auch nie ein anderer Clon in Frage - es muss Hammond draufstehen.

Ja ne Vox wäre natürlich auch noch geil - es gab ja vor ein paar Jahren mal ne Neuauflage, wollte mir die im letzten Sommer bei Thomann ansehen und da sagte man mir die wäre wohl bis auf weiteres nicht mehr lieferbar, die Qualität war eher mangelhaft - ja sowas brauche ich dann auch nicht. Und ein drittes Keyboard - ja wird halt auch iwie schwierig.
 
  • #19
Danke Dir für Deine ausführliche Diagnose.
Danke :cool:

Ich finde auch bei Deinem Klangbeispiel das von mir verwendete 01888888 um ein vielfaches besser allerdings klingt es bei mir auf der Hammond rockiger/schriller. Und natürlich spiele ich dann auf der obersten Oktave und natürlich 2-stimmig. Wie findest Du es denn?
Als Einzelklang kann man den einsetzen: Ähnelt halt manchem alten Stück. Mit Mendocino gebe ich Dir Recht, da ist man noch nicht.

Anders als am Klavier muss man an der Hammond Orgel ggf. eine höhere oder niedrigere Oktave spielen ... das bestimmen letztendlich die Zugriegel. Ist der erste weiße dominant (00-8000-000), dann ist es wie fürs Klavier notiert. Ist es der zweite (00-0800-000) muss man ggf. eine Oktave nach links usw. Es hängt aber immer am Gesamtklang.

Und ja, unsere beiden Geräte unterscheiden sich im Klangergebnis, OBWOHL es doch beide Hammond-Clones sind ...

Ja finde es halt schon komisch, dass man mit heutiger Technik nicht in der Lage ist solche Instrumente hinzubekommen - bei Hammond gibts im Menü ja auch
Können könnte das eine Entwicklungsabteilung schon, wenigstens näherungsweise, wenn da nicht so kleine Randbedingungen wären wie etwa:
  • Projektbudget
  • Freigabezeitpunkt fix
  • richtige Entwickler in anderen Projekten vergeben
  • "zu teuer", "für diese Kundensegment reicht ..." usw.
Das ist übrigens in der analogen Welt nicht anders. Meine Frau spielte einmal versuchsweise auf mehreren Flügeln, insb. auf Konzertflügeln von Steinway, Bechstein u.a. ... Es gibt hörbare Unterschiede, und nicht jeden Klang mag man ...

Aber wenn Du auf YT mal Vergleiche mit Leslie von B3 und XK3 Dir anhörst - da ist nicht viel Unterschied, also an der XK3 oder gar an Serienstreu liegt das nicht im Wesentlichen.
Ja, so fing ich auch einmal an. Wobei man da nie weiß, wieviel Mühe in mancher Tonspur steckt, von "eben schnell mal" bis "das klingt noch nicht richtig".

"Sereienstreuung" bezieht sich auf die Zeit zwischen 1920 und ca. 1980/1990. Der unerwünschte Durchgriff von Streuungen (Komponenten, Gemische usw.) auf die Zielcharakteristiken von Produkten ist auch heute noch ein Thema ... was viele weg-ignorieren, KI beschwören usw. Aber Naturgesetze beeindruckt das eher nicht.

Wir haben heute in digitalen Realisierungen eine scheinbare besser Robustheit: Transistorstreuungen usw. wirken sich nicht aus. Dafür hat man neue Teufelchen, wie Quantisierungseffekte, unerwünschte Bandfaltungen, und nicht zuletzt ... übereifrige Programmierer: "Nur eben mal ein paar Bits ändern ...". Am Keyboard ist die Auswirkung vielleicht nur ärgerlich, im Flieger oder Auto könnte es werden "1 Bit falsch, alle tot".

(Ein früher GPS Chip in einem Projekt, das ich mal unterstützte, hatte diese Eigenschaft unerkannt eingebaut, bis ich es demonstrierte ...)


Ich finde es halt krass dass es nicht herauszufinden ist mit was das damals eingespielt wurde - ich mein das ist doch sicher kein Betriebsgeheimnis des damaligen Tonstudios.
Ross Ashby zitierte ich ja oben. Man kann seine Einsicht auch so formulieren: "Dinge können zu einfach, zu unterkomplex sein."

Mach' doch 'mal ein bischen Kombinatorik, z.B.
  • 20 Hammond Modelle (A100, B3, C, ....)
  • mal 10 Leslie-Modell
  • mal 10 Umbauten pro Modell (Benutzer-Einfluss)
  • mal 100 Tontechniker
  • ...
  • usw.
Da kommt eine große Zahl heraus. Die vergleiche mit der Kombinatorik aller Einstellungen im Clone ... die wird viel kleiner sein.

Dazu kommt, das kann man hier im MB bei den Gitarristen verfolgen, dass ein schöner Röhren-Amp doch anders klingt als einer mit Transistoren, als ein Modeller ... obwohl die doch ziemlich genau dieselben Kennlinien implementierten. "Nicht genau gleich" hören wir dann doch ...

Anders herum: Kennt und akzeptiert man Grenzen und Eigenarten der Instrumente, kann man sich ab da eigentlich gut bewegen ... Und nein, x-Tausend Euro sind auch keine Garantie.

nutzt ja nichts wenn man zu Hause über Kopfhörer ein tolles Ergebnis hätte und dann auf der Geburtstagsfeier klingt es beim Auftritt ganz anders.
Wie schlimm ist das wirklich? Beispiele:
  • erkennt man das Stück NUR am Klangbild und sonst nicht? Dann ist es dramatisch
  • kommt es eher auf bestimmte Phrasen, Riffs, Rhythmen an, egal wie es klingt? Dann ist es vielleicht weniger kriegsentscheidend
  • usw.
Je nach Umgebung, Hörerfahrung, Erwartungen usw. sind ja meistens keine HiFi-Profis im Publikum. Oder?
:geek:
 
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  • #20
Die vox conti neu von Korg war gut, ich hatte eine.

Beste Waterfalltastatur, die ich je gespielt habe. Traumhafter ungeloopter Ausklang bei Piano, Rhodes, Wurli...

Verkauft habe ich sie weil ich zuviele Keys besitze.

Mein Onkel hat mir noch ne roland vk 8 und roland xp 80 geschenkt.
 
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