Zwerchfell trainieren?

von Daw12345, 07.09.16.

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  1. Daw12345

    Daw12345 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #1
    Hallo :)

    Ich bin gerade dabei, meine Stimme wieder "aufzubauen" nachdem sie in den letzten Monaten nicht wirklich zu gebrauchen war (Stimmlippen schließen nicht ganz -> dauernd heiser, auch durch sprechen)

    Meine Schwachstelle ist glaube ich das Zwerchfell, und bis auf die Standard Übungen wie auf "Sch", "S" auszuatmen und P, T, K (ich hoffe ihr wisst was ich meine) kenne ich kaum Übungen bzw. weiß ich nicht wie ich das Zwerchfell optimal trainieren kann...

    Meine Frage: kennt jemand gute (und evt. einfache Übungen damit ich nichts falsch machen kann) für das Zwerchfell bzw. Bauchatmung?

    Danke Danke fürs lesen :)
     
  2. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #2
    Versuch mal ohne Stimme herzhaft zu lachen. Also denk du würdest "HA HA HA" lachen, aber lass die Stimme weg und mach nur die Atmung dazu.
     
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  3. Mr.513

    Mr.513 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #3
    Hast Du mal an Pranayama gedacht, also aus dem Yoga bekannte Atemtechniken? Bastrika, Kapalabhati, aber auch schon Ujjayi schult auch die an der Atmung beteilige Muskulatur (Zwischenrippenmuskulatur, Bauchmuskeln) und eben das Zwerchfell.
    Letzten Endes geht es aber um einen ganz bewussten Vorgang des Atmens, beim man Raum schafft oder Raum nimmt. Beim Einatmen die Bauchdecke ganz nach außen wölben, damit geht das Zwerchfell nach unten, die Lunge füllt sich, der Brustkorb weitet sich. Atemstille, also das Luftanhalten, bewusst stattfinden lassen (und mit der zunehmenden Praxis verlängern), beim Ausatmen die Bauchdecke oder den Nabel langsam Richtung Lendenwirbelsäule ziehen (Ausatmen soll länger dauern als das Einatmen.). Auch mit eingezogener Bauchdecke die Atemstille am "Endanschlag" einsetzten.
    Das ganze muss man sich vorstellen wie die sorgfältige Benutzung eines Blasebalgs, der sein vollständiges Pumpvolumen nur abliefern kann wenn man langsam und komplett komprimiert, aber ihm auch die Zeit lässt den Hohlraum wieder mit Luft zu füllen.

    Gemeinhin atmen wir zu flach - weil wir uns schämen, den Bauch zu "zeigen".
     
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  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 07.09.16   #4
    Ich für meinen Teil denke ständig an all das. Vor allem beim Singen ;)
     
  5. Mr.513

    Mr.513 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #5
    Haha.
    --- Beiträge zusammengefasst, 07.09.16 ---
    Wie gut, dass ich mich hinter einer Gitarre verstecke.
     
  6. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #6
    Eine andere Möglichkeit zum Training ist das rasche Einatmen, wie wenn man sich erschreckt. Im Übrigen trainieren diese Übungen auf SCH, P, T, K usw. vor allem die Ausatemmuskulatur, auch wenn das Zwerchfell meist antagonistisch mitbeteiligt ist. Das Zwerchfell hingegen gehört zur Einatemmuskulatur. Dementsprechend trainiert man es durch möglichst heftiges Einatmen.
     
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  7. Skizzo

    Skizzo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.16   #7
    He!

    Ich bin Frontman in einer Metalband und nutze Hauptsächlich Screams.

    Screams erfordern eine ziemlich gute Atmungskontrolle und ein sehr sehr sehr stark trainiertes Zwerchfell.
    Anders schafft man keine konstanten 30 sek. screams.

    Also zum Thema Zwerchfell und der Bauchatmung im ganzen sei gesagt: das dauert einfach. Aber eine Übung die du überall und um jede Zeit machen kannst ist:

    Du Atmest Tief in den Bauch (das ist das wichtigste) und dann lässt du die Luft KONSTANT und mit etwas Druck raus. Das versuchst du so lange wie möglich zu halten. Das Zwerchfell sollte dabei permanent unter Spannung sein. Stop deine Zeit und miss dich dann an dir selber. Ich habe begonnen bei knapp 30 Sek und schaffe das mittlerweile knapp 90sek.

    Eine andere Übung (ist aber ähnlich)

    Nimm ein Blatt Papier (A4) und halte es an eine Wand.

    Jetzt in einem Abstand von 5cm versucht du mit deiner Bauchatmung und der Übung von Oben das Blatt an der Wand zu halten. Ohne Hände versteht sich ;-P

    Hoffe ich konnte dir helfen!
     
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  8. Foxx

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    Erstellt: 13.09.16   #8
    Einfach mal nen Blick in die FAQ werfen, dort sind verschiedenste Atemübungen sortiert nach ihrem Zweck aufgeführt.

    https://www.musiker-board.de/threads/atmung-und-stuetze.238361/

    Die, die Du nennst, werden dort unter "Kraftübungen" geführt. Daneben werden noch Flexibilitäts- und Ausdauerübungen beschrieben. Meiner Erfahrung nach sind es vor allem letztere, die eine saubere Stütze fördern, während die anderen eher für Beweglichkeit und die Power gut sind.
     
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  9. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.16   #9
    Ich persönlich bin kein Fan vom Konzept "Bauchatmung". Die bedeutet nämlich (zumindest bei meiner Anatomie) eine relativ große Luftmenge, die eingeatmet wird. Schließlich muss sich die Lunge nach unten hin so stark weiten, dass der Bauchinhalt verschoben wird. Zum anderen behindert es irgendwie die Flexibilität der Ausatemmuskulatur, weil die nicht mehr effektiv "von unten" gegen die Lunge drücken kann, sondern erstmal irgendwie von der Seite drücken muss, was viel anstrengender ist (schwer zu beschreiben).

    Ich mag wie schon beschrieben lieber schnelle kleiner Einatmer (oder z.B. ein schnelles "Ansaugen" der Luft). Das triggert ebenso die Zwerchfellatmung wie das Konzept vom "Bauchatmen", nimmt aber nur so viel Luft, dass sich Rippen und Brustkorb weiten und eben nicht noch der Bauch dazu.

    Zumindest für mich ist diese Luftmenge dann viel leichter zu dosieren/kontrollieren.
     
  10. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 14.09.16   #10
    Geht mir auch so. Wenn ich nämlich bauchatme, sehe ich aus wie im siebten Monat. Und das hat nichts mit Fett oder Übergewicht zu tun.
     
  11. Koksi01

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    Erstellt: 30.11.16   #11
    Bei mir bleiben die Rippen bzw. der Brustkorb beim Singen immer geweitet, wenn ich schlampig bin und beim Ausatmen den Brustkorb "zusammenfallen" lasse, ist die Phrase sicher noch nicht vorbei wenn der Atem zu Ende geht. Wenn ich den Brustkorb geweitet lasse, geht sich mit der selben Menge Luft glatt auch noch die nächste Phrase aus :-)

    Und um bei der ursprünglichen Frage zu bleiben: Wenn ich beim Üben eine Weile konzentriert den Brustkorb weit halte und mittels Zwerchfell den Atemfluss kontrolliere, bin ich rasch einem "Zwerchfellmuskelkater" (gibt´s das überhaupt? Fühlt sich jedenfalls so an) nahe. Daher denke ich, dass du das Zwerchfell bei bewusstem Einsatz automatisch trainierst. Beim Laufen trainiere ich ja auch die Beinmuskulatur ohne separate Beinmuskulaturübungen.

    lg Thomas
     
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  12. mikdemik

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    Erstellt: 05.12.16   #12
    Wie lang soll denn so ein Blatt im Durchschnitt an der Wand bleiben? Ich sing schon relativ lang, aber die Stütze hab ich noch immer nicht ganz verstanden. Gerade bei dieser Übung hab ich dann immer aufgegeben, weil ich es nicht geschafft habe das A4 Blatt nur irgendwie an der Wand zu behalten :).

    Lg.
     
  13. Koksi01

    Koksi01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.12.16   #13
    Also ganz kapiere ich die Übung nicht.
    Wenn ich mit ordentlicher Stütze einen Ton singe, kommt verdammt wenig Luft raus.
    Beim Singen (ver)brauche ich nie soviel Luft wie für das Halten des Papiers notwendig wäre.

    Wenn ich das mit "an die Wand blasen" probiere, dann sind nicht nur die benötigten "Stützmuskel" beteiligt, und wenn ich nicht wüsste, wie sich eine ordentliche Stütze anfühlt, könnte ich das nicht auf den Gesang umlegen.

    Ich habe allerdings keine Ahnung von Screams, da kann das anders sein - ich komme eher vom klassischen Gesang.

    Lg Thomas
     
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  14. broeschies

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    Erstellt: 05.12.16   #14
    Solche Übungen dienen einfach nur dazu die Ausatemmuskulatur zu trainieren, um einen hohen Atemdruck erzeugen zu können. Der ist in dieser Form tatsächlich insbesondere zum Belten und zum gutturalen Gesang nötig. Der Unterschied ist aber, dass beim Singen natürlich die Einatemmsukulatur und der Stimmapparat einen viel höheren Widerstand bilden als bei der Übung. Beim gutturalen Gesang ist der Atemdruck teilweise nötig, um die Dinge, die da zum Schwingen gebracht werden überhaupt in Gang setzen zu können.
     
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