Ergebnis 1 bis 14 von 14
  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von a-n-i

    Registriert seit
    03.2010
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    80
    Karma
    35
    Rep-Power
    39
    Online
    a-n-i ist offline

    Neuer Song - Warum

    Hi!
    Ein Bekannter hat mich gefragt, ob ich ihm einen Text zu einem seiner Songs schreiben würde.
    Es ist eine Soul-Nummer und ich wollte von euch hören was ihr von meinem Text haltet.
    Ich hab noch nicht wirklich viel Erfahrung im Songtext schreiben und wollte ein paar Tipps von euch.
    Also hier ist er:

    Warum

    Strophe 1
    Ich lieg in deinen Armen hab nachgedacht
    höre deinen Herzschlag
    und wie der Morgen erwacht
    fühle deinen Atem
    auf meiner Haut
    deine Berührung ist mir so vertraut

    Betrachte deine Lippen
    streif sie sacht
    bewege mich lautlos
    damit du nicht aufwachst
    ein letzter Blick
    auf das was war
    der Bruch zwischen uns ist nicht mehr heilbar

    Refrain
    Warum hast du mir das angetan
    hab dir vertraut
    dir alles geglaubt
    hast meine Liebe eiskalt missbraucht
    hab dir vertraut

    Strophe 2
    Hab versucht zu vergessen
    nach Vorne zu sehn
    nicht den ersten Stein zu werfen
    Alles auf Anfang zu drehn
    wollte dir glauben
    dass ich vertrauen kann
    doch du siehst durch mich durch Jemand anderen an

    Spar dir deine Worte
    von Liebe und Glück
    wurde lang genug belogen
    für mich gibts kein Zurück
    nehme meine Sachen
    und geh durch die Tür
    unsere Zeit endet jetzt hier!

    Refrain
    Warum hast du mir......

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Schnemax

    Registriert seit
    10.2004
    Ort
    Kissing
    Beiträge
    421
    Karma
    597
    Rep-Power
    106
    Online
    Schnemax ist offline
    Hallo Anika, mir gefällt Dein Text und ich würde auch nicht mehr rumdrehen wollen daran. Der Text klingt für mich sehr echt und ehrlich und weckt Gefühle in mir.
    LG Max

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von horst sergio

    Registriert seit
    04.2010
    Ort
    Ratingen, NRW
    Beiträge
    357
    Karma
    1068
    Rep-Power
    41
    Online
    horst sergio ist offline
    Habe jetzt wenig Zeit (mal wieder...)

    daher nur: Strophen sind super! Aufbau ist seh gelungen! Von der Anfangsidylle mit dem kleinen beiläufigen "Dorn" HAB NACHGEDACHT zum Finale UNSERE ZEIT ENDET JETZT HIER.

    Was man noch eventuell in der 2. Str. verbessern könnte: Du baust in der ersten sehr behutsam ein sehr schönes Bild auf.
    Bei der zweiten fehlt mir das etwas. Passt zwar einerseits zum Gefühlskaos und der heftigen Emotionalität, andererseits wäre es schön, wenn ein Bild weiter verfolgt oder ausgebaut würde.
    Mir fällt da die zeile auf: nicht den ersten Stein zu werfen
    was könnte frau stattdessen mit dem stein tun, oder will sie ihn jetzt doch werfen? Verstehst Du, was ich meine?

    Der Refrain bleibt dahinter meiner Meinung nach zurück. Er kann das Niveau nicht halten. Wirkt irgendwie beliebig (will jetzt nicht sagen lieblos, aber etwas gedankenlos) hingeworfen. Aussagen sind mir zu standardmäßig.
    Da geht mehr!!!
    "hast meine Liebe eiskalt missbraucht" - starke Worte, doch sie erreichen mich nicht. Wo ist die Story dahinter? die Strophen geben dem Satz kein Futter.

    Bin auf den weiteren Verlauf/Werdegang des Textes sehr gespannt.

    Lieben Gruß

    Horst
    Wenn Dir die Scheiße bis zum Hals steht, solltest du den Kopf nicht hängen lassen!

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von DaughtryChris

    Registriert seit
    08.2010
    Beiträge
    68
    Karma
    368
    Rep-Power
    36
    Online
    DaughtryChris ist offline
    Hat man alles schon mal gelesen, auch in der Verarbeitung.

    Inhalt ziemlich stereotypisch und langweilig. Wenn du beschreiben möchtest, was da besonderes zwischen euch gewesen ist, dann beschreibe auch dies und nicht die gewöhnlichen Momente und Vorteile einer Liebschaft. In den Armen liegen und nachdenken - Auch in der Kombination wohl in jeder Beziehung vorkommend.
    Wenn du die Besonderheiten des Menschen, der Beziehung hervorbringst, dann schaffst du auch dem Leser ein gewisses Bedauern entwickeln zu lassen, dass dann letztlich die Karre gegen die Wand gefahren ist. Identifikation ist zwar nett, aber ich sitze gewiss nicht daheim und freu mich, wenn ich realisiere das auch andere Menschen auf dem Pott hängen und kräftig drücken. Und genauso uninteressant und selbstverständlich ist was du in den Strophen beschreibst.

    Schreib sowas wie: Jeder Witz, hinterließ Ernst in den Gedanken. Womit du suggerierst, also andeutest, dass dein Makker witzig war. Das wäre eine Besonderheit, sehr wenige Menschen sind witzig. Umso besondere der Mensch für dich wahr, desto eher kann und möchte man sich in deine Lage hinein versetzen. Wenn da nur ne olle Tante mal die 0 8 15 Liebesbeziehung aussm Katalog mittm 0 8 15 Text verarbeiten will, schert das allenfalls die super freundlichen Menschen. Aber echtes Interesse, entwickelt sich da nicht.

    Also am Ball bleiben.

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von a-n-i

    Registriert seit
    03.2010
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    80
    Karma
    35
    Rep-Power
    39
    Online
    a-n-i ist offline
    Danke für eure doch sehr unterschiedlichen Antworten.
    Generell fällt es mir schwerer einen Refrain zu schreiben als eine Strophe, denn gerade der soll ja beim Hörer hängen bleiben...
    Das der Song sich nach 08/15 anhört war mir nicht bewusst. Aber danke für's Augen öffnen, ich verstehe im Ansatz was du meinst. Ich werde beim nächsten mal versuchen mehr Tiefgang rein zu bringen.
    Andererseits fiehl mir spontan Das Beste von Silbermond ein und ich würde gerne von euch wissen ob dieser Text nicht ähnlich "allgemein" ist wie meiner?

    Ich habe einen Schatz gefunden,
    und er trägt deinen Namen.
    So wunderschön und wertvoll
    mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

    Du schläfst neben mir ein
    ich könnt dich die ganze Nacht betrachten.
    Sehn wie du schläfst,
    hörn wie du atmest,
    bis wir am Morgen erwachen.

    Du hast es wieder mal geschafft,
    mir den Atem zu rauben.
    Wenn du neben mir liegst,
    dann kann ich es kaum glauben,
    dass jemand wie ich
    so was Schönes wie dich verdient hat.


    Ich frage mich nur, ob allgemein formulierte Texte umbedingt schlecht sein müssen(?). Der Song von Silbermond kam auch gut an.

    Gruß
    Anika
    Geändert von a-n-i (21.10.2011 um 08:11:40 Uhr)

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von Jongleur

    Registriert seit
    06.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    873
    Karma
    3328
    Rep-Power
    48
    Online
    Jongleur ist offline
    Hi a-n-i-,

    Ich frage mich nur, ob allgemein formulierte Texte umbedingt schlecht sein müssen(?). Der Song von Silbermond kam auch gut an.
    Müssen sie nicht.

    Entscheidend für den Erfolg sind (für mich):
    - Story
    -Transparenz, Glaubhaftigkeit
    - Bildhaftigkeit

    Silbermond sagt in der ersten Zeile: Ich habe einen Schatz gefunden...und hält diese Aussage konsequent bis zum Schluss durch.
    Der Fokus liegt absolut auf dem Partner. Der wird überschwänglich gelobt. Die Betrachtungen der LI dienen diesem Anliegen lediglich.
    So ein Loblied kann jeder nach vollziehen: der Eine als stolzer "Besitzer", der Andere als optimistische Träumer. Jeder träumt diesen Traum gern
    Also haben wir eine abgegrenzte Story, die jeder versteht und glaubt, und das Bild des Schatzfinders zieht sich klar und nachhaltig durch den gesamten Text.

    Bei dir hingegen liegt der Fokus auf dem LI. Dieses beschuldigt den Partner als Lügner. Es wird allerdings kein einziger Fakt hierfür geliefert. Beschuldigungen hört schon mal nicht jeder gern. Ich zum Beispiel nicht.
    Weiter. Die Story ist unklar. Geht es um die Schuld des Partners... oder um Liebe des LI.... oder um dessen Toleranz .... oder gar um seine Entschlossenheit?
    Und- wir finden bei keinem einzigen Bild eine Hilfe, eine Orientierung.

    Und damit komme ich zum Wesentlichen. Das Wesen eines "allgemein formulierten" Textes zeigt sich in künstlerischen Bildern und Symbolen, unter dessen Dächern die verschiedenste Fakten ein scheinbar stimmiges Leben führen dürfen. Dank des Geschickes des (Ver-) Dichters.
    Diese Fähigkeit zu dieser Verallgemeinerung, Bildhaftigkeit ist mMn das wesentlichste Merkmal eines guten Texters.
    Natürlich können auch schlechte Texter Bilder schreiben. Aber bei näherer Betracht sind die geklaut und werden deshalb berechtigt als Klischees gebrandmarkt.

    Zusammengefasst widerspreche ich der Ansicht, dass Du einen allgemein(gültig) formulierten Text geschrieben hast. Ich lese nur einige kleine Fakten (Betrachtungen) und große Behauptungen, die sich mMn zu keinem schlüssigen, allgemeinen Bild vereinen.
    Geändert von Jongleur (21.10.2011 um 10:59:31 Uhr)

  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von willypanic

    Registriert seit
    09.2007
    Beiträge
    994
    Karma
    7872
    Rep-Power
    97
    Online
    willypanic ist offline
    Hi a-n-i,
    der Erfolg gibt Ihnen Recht?
    Die meisten Menschen lieben diese eingängigen und leicht verständlichen Botschaften. Schlager und Volksmusik macht in D immer noch am meisten Kohle.
    Trotzdem glaube ich, dass solche substanzlose Sprachüberschwemmung das konsumieren von Musik zwar erleichtert aber ebendiese auf Dauer auch entwertet.
    Lachen wir nicht leicht angewiedert über Marianne und Michael und die Wildecker Herzbuben?
    Da macht noch nicht mal der Erfolg sexy!
    Gucken wir Twilight- Hören wir Silbermond- So viele können gar nicht irren?!
    Dein Text ist so gesehen echt toll!
    Aber würdest Du selber deine erste Refrain-zeile singen wollen?
    "Warum hast du mir das angetan?"
    Grüße
    Willy

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von Jongleur

    Registriert seit
    06.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    873
    Karma
    3328
    Rep-Power
    48
    Online
    Jongleur ist offline
    Lieber Willy,

    Ich freue mich sehr über Dein Auftauchen! Das kann ja heiter werden....
    Dein Feedback zum Text respektiere ich natürlich unkommentiert.

    Deine Marktanalyse klingt mir ein wenig zu verstaubt.

    Zitat von Willypanic
    Schlager und Volksmusik macht in D immer noch am meisten Kohle.
    Von welchem Jahrhundert sprichst Du? schau mal aktuell: http://www.mtv.de/charts/germany
    oder nimm mal diesen Artikel: http://musikwirtschaftsforschung.wor...10/11/25/1521/

    Demnach sank der Anteil volkstümlicher Musik am dt. markt von 20 % (2002) auf 10% (2011).
    Ein Zitat gefällig:
    Zitat von Prof. Martin Lücke von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Campus München
    Der Schlager- und volkstümliche Musikmarkt ist somit auf Platz 3 in Deutschland wenn auch mit großem Abstand zum Popmarkt (35,5%) und dem Rockmusik-Segment (18,9%), aber noch vor der Klassik und Jazz.
    Zitat von Willypanic
    Trotzdem glaube ich, dass solche substanzlose Sprachüberschwemmung das konsumieren von Musik zwar erleichtert aber ebendiese auf Dauer auch entwertet.
    Der volkstümliche Schlager kullert doch schon ewig als bonbonfarbenes Paket vom Fließband. Wie kann man Null Kreativität entwerten? -
    Andererseits: gerade das unerträgliche Schlagergedudel vertreibt doch Hunderttausende in die Pop- und Jazzkeller ;-) So gesehen ernährt der Schlagersirup auch schon ewig seine Gegner

    Da macht noch nicht mal der Erfolg sexy!
    Also gut gewachsen sind die Mädels und Buben der volkstümlichen Branche meistens schon... Lass Dich da mal nicht durch die Trachten verwirren

    Bei Dir beginnt der volkstümliche Schlager bereits bei Silbermond. Von mir aus. warum nicht.
    Aber wo beginnt dann für Dich diejenige Musik, um deren Entwertung du Dir Sorgen machst?

    Lg

  9. #9
    Registrierter Benutzer Avatar von willypanic

    Registriert seit
    09.2007
    Beiträge
    994
    Karma
    7872
    Rep-Power
    97
    Online
    willypanic ist offline
    Ja, irgendwie hat der Jongleur immer Recht, das kann ziemlich anstrengend sein.
    Aber es hilft sich seiner eigenen Unvollkommenheit bewusst zu werden.
    Man lernt die Bedeutung des Begriffes Demut in ihren schönsten Farben kennen UND Leben.
    Dank sei Dir dafür!

    Zur Entwertung der Musik als Kulturgut:
    Das ist natürlich völliger Schwachsinn, denn Toleranz ist höchste Musikerpflicht.
    Sorgen mache ich mir im Grunde nur darüber, dass ich für mich die Symbiose zwischen textlichem Anspruch, musikalischer Erfüllung und dem, was beim geneigten Hörer Rührung erzeugt, noch immer nicht gefunden habe.

    Anlässlich dieses Textes und der Feststellung, dass Silbermond mit ebensolchen Texten erfolgreich ist, habe ich mich HINREIßEN lassen, das Blaue vom Himmel zu behaupten bzw. meine unwesentliche Meinung herauszuposaunen.
    Ich ärgere mir nun natürliche eine Axt ins Bein, dass ich nicht vorher im Netzt recherchiert habe, ob das noch aktuell ist, was ich denke oder geglaubt habe zu wissen.

    Stelle fest: Ich werde alt und faul.
    Das Schöne ist: Egal was hier läuft- es inspiriert irgendwie.
    Und nicht nur mich, denn Claviafant ist beim Lesen dieser Beitrage auch gekommen.

    Grüße
    willy

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von Jongleur

    Registriert seit
    06.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    873
    Karma
    3328
    Rep-Power
    48
    Online
    Jongleur ist offline
    Mönsch Willy, ick kann doch och nischt dafür, det ick zum Lachen in Kella muss. Dort steht denn mein PC und bevor ick mir een grinse, gucke ich natürlich, ob och allet seine Ordnung hat. (hat et, denn der größte Teil der Netzartikel is ja in zwischen von mir)

    Ansonsten erfreue ich mich an der Axt, die Du Dir da ins Bein geärgert hast.
    Gute Besserung

  11. #11
    Registrierter Benutzer Avatar von willypanic

    Registriert seit
    09.2007
    Beiträge
    994
    Karma
    7872
    Rep-Power
    97
    Online
    willypanic ist offline
    Wat sull dä Rückjriff uff dä Dialekt denn bedügge?
    An Selbstvertrauen mangelt es dir ja nicht.
    Dennoch ahne ich, wie schwer Dir das Texten manchmal fallen muss.
    Hast Du viel zu tun und gibt es eigentlich auch aktuelle Themen, mit denen Du dich in Deinen Texten befasst? So am Puls der Zeit- Du weißt was ich meine?!
    Oder ist das Top-Secret?
    Dieser Text "Warum" ist ja eine Wiederholung vielfach gehörter Gedankenspiele. Wie machst Du denn deine kreativ- innovativen Bilder allgemeinverständlich?

    Grüße
    willy

  12. #12
    Registrierter Benutzer Avatar von Jongleur

    Registriert seit
    06.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    873
    Karma
    3328
    Rep-Power
    48
    Online
    Jongleur ist offline
    Dialekt soll natürlich meine Betroffenheit in Folge zarter Besaitung übertönen.
    Texten ist für mich mit das Schwierigste der Welt.
    Viel zu tun hat jeder, der zu erkennen gibt, dass er Texter ist. Aber man merkt gleich, dass Du als Künstler fragst. Der Mann von der Straße will nur wissen, ob es was bringt. Und irgendwie hat er da doch verdammt recht! Oder? Und damit meine ich nicht nur die leidige Kohle.
    Zitat von willypanic
    Dieser Text "Warum" ist ja eine Wiederholung vielfach gehörter Gedankenspiele. Wie machst Du denn deine kreativ- innovativen Bilder allgemeinverständlich?
    Ich hatte ja bereits geschrieben, dass mich dieser Text infolge Themenvielfalt überfordert. Ich verstehe nicht, was der Text von mir will. Und erkläre mir das unter anderem damit, dass es die Autorin auch nicht so ganz weiß.

    Deshalb überlege ich immer - nein, nicht immer... erst nachdem mich kluge Köpfe drauf brachten, dass auch ich dazu neige, zu viele Themen in einem Text zu verbraten - sehr früh,
    (1)wo ich eigentlich hin will.
    Und da ich schon lange nicht mehr die Menschheit bekehren will, lande ich bei meinen eigenen Irrungen und Verwirrungen.
    (2) Danach grenze ich meine Absichten ganz klar ein!! Das mach ich schon allein deshalb, weil mich das Motiv, welches schließlich übrig bleibt, sowieso wieder über Gott und die Welt nachdenken läßt. Aber nun unter EINER bestimmten Absicht.
    (3)Mein Motiv visualisiere ich anschließend, so gut wie es geht... bis sich sehr individuelle Erinnerungen einstellen. Und sich mit Bildern und Meinungen von heute streiten oder versöhnen.
    (4) Und schon stellt sich automatisch ein buntes Gemisch aus individuellen Bildern und allgemeiner Bewertung ein.
    (5) Ein besonderes Augenmerk beim Überarbeiten lege ich noch mal auf Verständlichkeit. damit mein ICH, die Gedanken möglichst so zu formulieren, dass sie direkt am Verstand vorbei ins Herz springen können.
    - dabei spielen manchmal Vergleiche eine Rolle.
    - Oder mein Prinzip, von allen verfügbaren Worten immer das Kürzeste zu nehmen.
    - Und GANZ wichtig: Ich prüfe immer, ob ich mutig genug beim Schreiben war! Wenn nicht, dann suche ich nach Provokationen. Falls ich merke, ich will mich um eine schärfere Aussage drücken, bin ich auf dem besten Wege zur Allgemeinverständlichkeit.

    Manchmal schreibe ich natürlich unter extremen Termindruck. Aber irgendwie laufen o.g. Schritte dennoch im Eiltempo ab.

    Deinen Texten (sind ja teilweise hier zu lesen) entnehme ich, dass Du es nicht viel anders machst.

    Vielleicht denke ich stärker als andere über die einzelnen Prozesse beim Schreiben nach.... weil ich ein gebranntes Kind bin... wer weiß das schon genau

    Bob Dylan meint, Dichten hat vor allem damit zu tun, reale Bilder + Geschichten in andere Orte zu übertragen...


    P.S. Meine Arbeitsweise lässt sich sehr gut vergleichen mit den Kollagen um den Polizisten John Pikes:

    Erinnerung:
    http://www.youtube.com/watch?v=Ys1gPp2Gkow
    künstlerisches Ergebnis:
    http://www.youtube.com/watch?v=tQUq0y8mF7w
    http://www.youtube.com/watch?v=fhhw0..._order&list=UL


    Geändert von Jongleur (25.11.2011 um 12:45:11 Uhr)

  13. #13
    Registrierter Benutzer Avatar von willypanic

    Registriert seit
    09.2007
    Beiträge
    994
    Karma
    7872
    Rep-Power
    97
    Online
    willypanic ist offline
    @Jongleur:
    Danke für die Bauanleitung.
    Ich könnte mir vorstellen, dass diese Beschreibung vielen Ratsuchenden schon weiterhelfen könnte.
    Andererseits ist es DEIN Weg zum Schuss zu kommen, ob es ein Tor wird, ist ja dann wieder eine ganz andere Frage.
    Zwei Aspekte sind mir aber aufgefallen, an denen ich noch mal nachhaken will.
    1. Die Themen
    Was sind die Themen deiner eigenen Irrungen und Wirrungen und was hat das mit den vermuteten Hörern zu tun, wie stellst Du Identifizierungspotential sicher?
    Woher kommt die thematische Inspiration und wie löst Du Dich von aktuellen Gemütszuständen, um nicht immer in der Wiederholung kleben zu bleiben?
    2.Verständlichkeit: Wo vermutest Du das Niveau deiner Leser/Hörer wenn es um Verständlichkeit geht? Wie weit darf die Abstrahierung gehen. Für manche Leute sind "Pur"- Texte schon die Krone der Philosophie. Für Andere kann es nicht kryptisch genug sein...

    Grüße
    willy

  14. #14
    Registrierter Benutzer Avatar von Jongleur

    Registriert seit
    06.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    873
    Karma
    3328
    Rep-Power
    48
    Online
    Jongleur ist offline
    Zitat von Claviafant Beitrag anzeigen
    ich habs nochmal rausgesucht,

    http://www.youtube.com/watch?v=qQl4R...eature=related

    bringts ganz gut auf den punkt
    Klar... aber auf welchen Punkt?

    Zitat von willypanic Beitrag anzeigen
    @Jongleur:

    1. Die Themen
    Was sind die Themen deiner eigenen Irrungen und Wirrungen und was hat das mit den vermuteten Hörern zu tun, wie stellst Du Identifizierungspotential sicher?
    Woher kommt die thematische Inspiration und wie löst Du Dich von aktuellen Gemütszuständen, um nicht immer in der Wiederholung kleben zu bleiben?

    Grüße
    willy

    Meine Themen ergeben sich meistens in Zusammenarbeit mit meinen Partnern. Die Themen sind ja nicht das Problem. Ich habe, wie jeder andere auch, zu jedem Thema meine individuellen Erinnerungen. Und auf die baue ich, auch weil ich ohne meine Bilder erschossen wäre. Ich mag keine Texte, die das eigene Erleben scheinbar ausschließen. das ist für mich Geschwafel.

    Von meinen Gemütszuständen und Vorurteilen muss ich mich nicht trennen. Ich kann einen Fakt in dem einen Text schwärmerisch benennen. Im nächsten Text erfinde ich einen Typen, der sich über solche Schwärmer amüsiert. Hab (wie Du sicher auch) mehrere Gesichter. In einem dritten Text amüsiere ich mich vielleicht über doppelgesichtige Typen. Alles Gefühle, die ich tatsächlich empfinde. Muss mich nur tief genug in den Fakt rein fühlen.

    Das Identifizierungspotential versuche ich wohlweislich aus zu blenden . Ich gehe davon aus, meine Partner wissen, warum sie ausgerechnet mit MIR arbeiten wollen. Und wenn sich das im Laufe der Arbeit als Irrtum heraus stellt, muss man sich eben wieder trennen.
    ICH halte in diesem Zusammenhang von allgemeinen emotionalen Aussagen nichts. Aber es gibt konkrete objektive Fakten (wie Spartensender, Sparten-Charts, Art der Liveveranstalter), die bei meinen Partnern eine Rolle spielen. Heute beachte ich (in diesem Sinne) im Vorfeld stärker das geschäftliche Umfeld meiner Partner. Wenn ich mich als Künstler dessen Druck nicht gewachsen fühle, lehne ich ab. Oder stelle mich nur für ein, zwei Songs zur Verfügung.

    ALLERDINGS hängt das alles AUCH davon ab, was ich als Letztes gerade geschrieben habe. Nach einem eher "anspruchsvollen" Projekt fühle ich mich in der Lage, einer Standartmusik-Projekt individuelle Geschichten ab zu gewinnen. Schließlich kann ich mich noch an meine Kinderseele erinnern, die nur mit Schwarz-Weiß-Konstruktionen klar kam. Heute bemühe ich mich in solchen Fällen um gepflegte Graustufenbilder. Und empfinde in solchen Phasen durchaus Respekt für PUR-Texte

    Und anschließend hungre ich dann wieder danach, mich mal wieder richtig auszukotzen. - Das mutiert nicht mehr zum puren Punk. Es ist eben nur für meine Verhältnis Punk. Aber dieses Schicksal teile ich letztlich mit jedem Menschen

    Fazit: Irgendwas kommt in jedem Projekt zu kurz Jeder ist nur begrenzt variabel. Dafür sorgt letztendlich das, was man läppisch die Seele nennt.



    Zitat von willypanic Beitrag anzeigen
    2.Verständlichkeit: Wo vermutest Du das Niveau deiner Leser/Hörer wenn es um Verständlichkeit geht? Wie weit darf die Abstrahierung gehen. Für manche Leute sind "Pur"- Texte schon die Krone der Philosophie. Für Andere kann es nicht kryptisch genug sein...
    Es kommt mMn weniger auf das Potential des Publikums an. Wichtiger ist die Fähigkeit des Texters, einfach, klar und couragiert zu schreiben. Über "Gute Morgen, liebe Sorgen" kann eine Mehrheit der Bevölkerung lachen. "Flugzeuge im Bauch" macht nicht vor den Grenzen sogenannter Zielgruppen halt. International gesehen: Der kryptische Text von " A whiter shade of pale" hat den Song nicht vor dem Welterfolg behütet. Wer in Wien kennt und liebt nicht Kreislers "Tauben vergiften im Park"? - entgegen aller Logik - Die Gesinnung ist halt nicht so wichtig wie die Kraft einer BESTECHENDEN Sprache...
    Und was ist schon kryptisch... Bob Dylan setzt wahrscheinlich nicht auf inhaltliche Verständlichkeit, aber sicherlich auf klare Sprache. Aus meiner Sicht nutzen die meisten Texter ein viel zu begrenztes Sprachpotential. Neben ihrer Unfähigkeit, eigenes Erleben glaubwürdig einzubringen.
    Gerade in diesen Tagen kann ich wieder bestaunen, wie die meisten Medien "Rezensionen" schreiben, die wortwörtlich das Pressematerial eines Labels wiedergeben. Die Informationsgesellschaft macht satt und faul. Diese Abschreibementalität geht wie ein Virus durch die Gesellschaft. Und macht vor den meisten Textern nicht halt.

    Ich bleibe aber optimistisch. Ich sage nur Poetry slam. Was da manchmal für sprachliche Feuerwerke abgebrannt werden. Einfach und anspruchsvoll
    Geändert von Jongleur (25.11.2011 um 16:03:38 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •