Blockflöte wird so schnell nass

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CeJot
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Hallo,
Ich habe eine wirklich schöne Altblockflöte aus Olivenholz. Sie ist kein Jahr alt und war auch schon zur Überprüfung. Nach relativ kurzer Spielzeit läuft schon Wasser aus dem Daumenloch. Woran liegt das? Irgendwie ärgert mich das. Ich blase die Feuchtigkeit aus, muss sie allerdings erst mal zum Trocknen weglegen.
 
Hast Du andere Flöten, die Du regelmäßig spielst? Wenn ja: Ist es bei diesen anders?
 
Ja. Birnbaum und Kirsche. Da passiert das auch schon mal, aber dann habe ich länger gespielt.
 
Ich habe jetzt nicht wirklich Ahnung und reime mir mehr was zusammen ... aber könnte es vielleicht sein, dass Olive einfach weniger saugt und deshalb tropft? Was sagen denn die Flöten-Profis, z.B. @funstrumentalist ?
 
Olivenholz enthält mehr Öle und kann insofern weniger Wasser / Luftfeuchtigkeit aufnehmen.

Je wärmer die Flöte, desto weniger Luftfeuchtigkeit kann in der Bohrung kondensieren. Es kann also hilfreich sein die Flöte vorzuwärmen.

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Vielen Dank. Ich wärme die Flöten schon vor. Könnte dann wohl an der Olive liegen. Ich habe das Gefühl, dass sie etwas divenhafter reagiert als die Obsthölzer.
 
Ich habe das Problem mit meinen Fehr IV-Flöten. Dabei ist es bei der Rosenholzflöte extremer als bei der Pflaume. Die Rosenholz sabbert schon nach einer dreiviertel Stunde so sehr aus dem Daumenloch, dass sie mir davon rutscht. Die Marsyas hält viel länger durch und bei den Sopranflöten die Rottenburgh auch länger als die Fehr. Allerdings sind die Fehr IV trotzdem meine Lieblingsflöten, gut intoniert, toller klang, leicht greifbar ... Ich muss dann eben nach einer dreiviertel Stunde wechseln.
 
Ich habe das Problem bei sehr unterschiedlichen Flöten, auch unter anderem bei Ahorn. Meine Flöten sind immer bei Zimmertemperatur gelagert. Ich glaube, es gibt nicht die einfache Antwort zu diesem Thema. Vor ein paar Jahren wurde das Thema schon einmal in einem Strang von dir angesprochen, @DieDa! , die Antworten finde ich auch interessant.

 
Wie weit kann man eine Flöte vorwärmen ohne daß sie leidet.
Atemluft dürfte ja noch deutlich über Zimmertemperatur liegen.
Ahorn und Olive scheinen mir auch sehr dichte Hölzer.
 
Ich habe das Problem mit meinen Fehr IV-Flöten. Dabei ist es bei der Rosenholzflöte extremer als bei der Pflaume. Die Rosenholz sabbert schon nach einer dreiviertel Stunde so sehr aus dem Daumenloch, dass sie mir davon rutscht. Die Marsyas hält viel länger durch und bei den Sopranflöten die Rottenburgh auch länger als die Fehr. Allerdings sind die Fehr IV trotzdem meine Lieblingsflöten, gut intoniert, toller klang, leicht greifbar ... Ich muss dann eben nach einer dreiviertel Stunde wechseln.
Genau so. Ich spiele gern die Mollenhauer Denner und liebe den Klang der Olivenholz Flöte. Dann muss ich mich wohl damit arrangieren. Meine Küng Kirschbaum hält am längsten durch. Robust aber nicht so fein vom Klang.
 
Ich habe das Problem bei sehr unterschiedlichen Flöten, auch unter anderem bei Ahorn. Meine Flöten sind immer bei Zimmertemperatur gelagert. Ich glaube, es gibt nicht die einfache Antwort zu diesem Thema. Vor ein paar Jahren wurde das Thema schon einmal in einem Strang von dir angesprochen, @DieDa! , die Antworten finde ich auch interessant.

Ich habe mal den alten Beitrag quer gelesen. Das Ölen könnte auch seinen Beitrag zum übermäßigen Wässern liefern. Der Check-up in der Flötenklinik wurde bestimmt mit einer ordentlichen Ölung finalisiert.
 
Wie weit kann man eine Flöte vorwärmen ohne daß sie leidet.
Wenn die Flöte Zimmertemperatur hat wärme ich nie vor. Wenn man bei niederen Temperaturen spielen muss reicht es wenn man den Kopf etwas vorwärmt. Der lässt sich leicht mal wo hin stecken.

Das Ölen könnte auch seinen Beitrag zum übermäßigen Wässern liefern.
Sicher trägt das ölen auch dazu bei, aber ein gutes Öl wird recht schnell vom Holz aufgenommen und bleibt nicht lange an der Oberfläche. Ich vermute, dass es am ehesten mit erhöhter Speichelproduktion zusammen hängt. Wenn ich z.B. einen Schluck warmen Kaffee vorm spielen trinke, dann tropft meine Flöte sehr schnell.

Den Tipp von @Ralinem finde ich sehr gut...
Das passiert bei meinen Flöten gelgentlich auch einmal, dann drehe ich die Flöte einfach schnell zwischen meinen Händen, als wenn man mit einem Stock Feuer machen möchte. Durch die Fliehkräfte verteilt sich die Feuchtigkeit in der Flöte und danach ist es gut.

Ich habe das Gefühl, dass sich die Feuchtigkeit durch das Drehen so verteilt, dass das Holz danach die Feuchtigkeit gleichgmässiger aufnimmt und nicht in so einer Art Kanal direkt aus dem Daumenloch herausläuft.
 
Ich habe 3 Sopranblockflöten aus Olivenholz. Bei denen habe ich dieses Problem nicht. Es scheint mir also nicht grundsätzlich ein Olivenholz Problem zu sein.
Bei meiner Altblockflöte Modell V von Fehr aus Bubingaholz habe ich dieses Phänomen aber auch.
Es gibt dafür ja so eine Anti Kondensation Lösung. Die habe ich selber aber noch nie getestet, also weiß ich nicht ob das hilfreich ist.
 
Vielen Dank für die Rückmeldungen. Ich sehe, dass ich nicht allein mit dem Problem bin. Es gibt ja auch Tage, an denen es nicht ganz so massiv ist. Das hängt ein Stück weit mit der Witterung zusammen. Ansonsten trockne ich meine Lieben gut bei Zimmertemperatur und aufgereiht auf einem Ständer. Dennoch glaube ich nun, dass die Härte der Holzart auch einen Einfluss haben könnte.
 
Es gibt dafür ja so eine Anti Kondensation

Das ist ausschließlich für den Windkanal gedacht, um einen besseren Fluss der Feuchtigkeit zu gewährleisten. Damit soll erreicht werden, dass die Feuchtigkeit sich über die ganze Bahn verteilt und nicht in kleinen Kanälen läuft und dabei den Windkanal verstopft und die berüchtigte Heiserkeit erzeugt.

Antikondens kann man sich leicht selbst herstellen, es besteht tatsächlich nur aus Wasser mit einem kleinen Spülmittelzusatz.

Das MOLLENHAUER-Antikondens besteht aus einer Mischung aus Wasser und Bio-Spülmittel, das die Oberflächenspannung des Kondenswassers reduziert: So bildet es keine störenden Tröpfchen mehr, sondern fließt als glatter Film ab...
Quelle: https://www.mollenhauer.com/katalog/blockfloeten-zubehoer/antikondens-fuer-blockfloeten-detail
 
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Es gibt ja auch Tage, an denen es nicht ganz so massiv ist. Das hängt ein Stück weit mit der Witterung zusammen.
Das kann ich bestätigen.

Wenn man weiß, wie lang die Flöte so ungefähr durchhält, kann man sich darauf einstellen und die Flöte wechseln, falls man länger spielen möchte.
 
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Weniger die Härte als denn die Oberflächenbeschaffenheit.
Ich bin keine "Holzfachfrau", aber hat die Härte nicht mit der Dichte des Holzes zu tun und somit auch mit der Aufnahme von Feuchtigkeit? Aber damit würde ich den Pfad des eigentlichen Themas und meiner Kenntnisse verlassen 🙂
 
Meiner Meinung nach hat das nichts mit dem Holz zu tun, sondern 1. mit der Oberflächenbeschaffenheit (auf glatten Oberflächen laufen Flüssigkeiten mit geringer Oberflächenspannung anders ab als auf "rauhen"... und 2. mit einer zufällig ungünstigen Geometrie: Das gesammelte Kondenswasser fließt zum Loch hin anstatt daran vorbei.

Ich kenne das Problem von einem Klarinettisten in meinem Orchester - dort ist das noch gravierender, weil dann das Klappenpolster klebt...
Der hat sich eine "Spur" gelegt: In der Probe, indem er einen Spucketropfen oben in die Bohrung eingebracht hat (klingt eklig, ja, aber hat sofort Abhilfe geschaffen) und diesen durch geschicktes Drehen um das Klappenloch dirigiert hat. Schwer zu erklären: Oben in das Loch schauen wie in einen Flaschenhals.
Nach dem Putzen war der Effekt wieder weg, aber eine Probe hat's gehalten.
Später hat er das dann von einem Instrumentenbauer mit einem Öl dauerhaft wiederholen lassen.

Ob das mit einem Daumenloch auch geht, weiß ich nicht - das müsste man mit einem Instrumentenbauer (und im Zweifelsfall mit einem zweiten) klären.
Vielleich hilft auch ein anderes Öl?
 

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