Neuentwicklung Akkordeon

Hoffe das man beim Gehäuse auch neue Wege geht. Da kann man noch sehr viel verbessern.
 
Liebe Akkordeon-Enthusiasten,

vor einiger Zeit habe ich berichtet, daß ich eines meiner Instrumente in Manfreds goldene Hände gegeben habe, um es unter Beibehaltung des "konstruktiven Urzustandes" auf ein möglichst hohes Niveau in Bezug auf Ansprache, Luftverbrauch und Klangstabilität zu bringen.

Letzte Woche durfte ich nach Pirmasens reisen, um das Ergebnis in Ohrenschein zu nehmen.

Natürlich: Wenn am Grundinstrument nichts verbastelt werden darf, sind dem Meister natürlich irgendwo Grenzen gesetzt. Dennoch hat er es geschafft, eine für mich bei diesen Instrumenten nie da gewesene Ebenmäßigkeit in den drei genannten Kategorien zu erreichen. Da mir das klangliche Ideal des aus der Dallapé-Werkstatt nach Süddeutschland weggekauften Akkordeonbauers bis heute seelisch am nächsten ist, wage ich (natürlich äußerst subjektiv!) zu behaupten: Ich habe das beste Akkordeon der Welt. Herzlichen Dank, lieber Manfred!

Dem aufmerksamen und gedächtnisreichen Leser wird nicht entgangen sein, daß ich damals, als ich mein gutes Stück nach Pirmasens brachte, noch einen weiteren Wunsch im Köcher hatte: Die Vervollkommnung der einst von Hohner entwickelten Vario-Kinnregister-Technik, die ab Werk leider nie zu voller Entfaltung kam, was konstruktiv wohl auch wirklich extrem schwer zu realisieren ist. Hier hat Manfred nach genauer Betrachtung und reichlich Bedenkzeit nach dem Motto "Schuster, bleib' bei deinem Leisten" entscheiden, dieses "Fass" in diesem Leben nicht auch noch zu öffnen. Er bevorzugt, sich im Terrain der Stimmplatte und ihres natürlichen Habitats weiter aufzuhalten. Dies musste ich natürlich wohl oder übel akzeptieren, so gesehen geht die Reise für mein Instrument von nun an in unbestimmter Richtung weiter.

Es war übrigens frappierend zu sehen, in welch geringer Zeit eine Stimmzunge bzw. -platte in seinen Händen (und durch die von ihm entwickelte Technik) in optimales Fahrwasser versetzt werden kann.

Sprich: So mancher Herstellungsprozess ginge einfach schneller, besser und einfacher in der Handhabung.
Für mich persönlich ist es tatsächlich schmerzhaft, dies zu sehen, zu wissen, und sich im selben Moment im Klaren zu sein, daß all diese signifikanten Verbesserungen so gar nicht Einzug halten wollen im derzeitigen Instrumentenbau.

Ich hoffe hier sehr auf baldige Veränderung. Und diese, hand-in-hand-gehend mit einer gewissen Genugtuung für Manfred Neumann, sei ihm sehr gewünscht und vergönnt!

Am liebsten würde ich natürlich ein Instrument nach dem anderen nach Pirmasens fahren... Aber dann wäre nur mir (bzw. meinen Schülern) geholfen. Besser wäre: Alle Akkordeonisten hätten was davon. Zeit wär's.

Alles Gute!
M
 
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Das ist großartig formuliert und gefällt mir sehr das so lesen zu dürfen !
 
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Ich habe das beste Akkordeon der Welt.
Das freut mich zu hören! Da sind wir schon zwei, die das haben ;)

Aber im Ernst, schön zu hören, dass solche Handwerkskunst existiert und wertgeschätzt wird.
 
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Ich bin tief beeindruckt von den Berichten und der Arbeit, die du, Manfred Neumann aus Pirmasens, hier präsentierst. Mich interessieren besonders deine Erfahrungen mit den Stimmplatten und der Verschraubung. Wenn ich die Bilder richtig interpretiert habe, sind die Stimmplatten von Ladislav gerahmt und erodiert. Verwendest du auch vorgestanzte Zungen von Ladislav oder fertigst du jede Zunge selbst an? Es könnte sein, dass du dies bereits irgendwo geschrieben hast, aber ich habe hier im Forum nur selten mitgelesen. Liebe Grüße Johann
 
hallo Johann,
Mich interessieren besonders deine Erfahrungen mit den Stimmplatten und der Verschraubung.
Es ist richtig, dass ich die erodierten Stimmplatten u. geschliefenen und ausgestanzten Stimmzungen der Firma Titlebbach nach meiner Bearbeitung verwende.

Gruß
Manfred
 
Danke Manfred!

Sollte es dich und andere interessieren, veröffentliche ich meine Arbeit sowie den ein oder anderen Test vorab in einer meiner Facebook-Gruppen. Momentan beschäftige ich mich erneut intensiv mit den Rückwirkungen von Resonanzen in Stimmstöcken.
View: https://www.facebook.com/groups/905450332838485/permalink/7485968774786575/
Gibt aber noch viel weitere Beiträge in der Gruppe.

View: https://www.facebook.com/groups/905450332838485/permalink/7444547048928748/

View: https://www.facebook.com/groups/905450332838485/permalink/7457370764313043/

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Gibt aber noch viel weitere Beiträge in der Gruppe.
Stimmplatten.jpg
Guten Abend!
Ich werde etwas egoistisch und frech fragen: Zink- und Messingstimmplatten werden eher im Steirischen und viel weniger bei klassischen chromatischen Akkordeons verwendet, aber "nicht wenige" Akkordeonisten (ich auch) haben gerade chromatische Instrumente, die meist Dural-Alu Stimmplatten im Inneren haben. Auch Manfred (Balg) nutzt wohl diese. Die Auflistung der Parameter von Zink- und Messingstimmplatten (die in Ihrer Facebook-Gruppe aufgeführt sind) ist sicher sehr interessant, hat es aber noch was mit dem ursprünglichen Thema dieses Threads zu tun? Nichts für ungut...

Herzliche Grüße, Vladimir
 
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Ich verstehe zu wenig von den vorgestellten Meßergebnissen und auch von Manfred Neumanns Entwicklungen um da eindeutige Zusammenhänge zu erkennen,
vermute aber daß es die sehr wahrscheinlich gibt.
 
hallo Johann,

ich würde gerne mit Dir in Kontakt treten. Wie Du vielleicht weißt, habe ich mich intensiv mit der Tonentwicklung usw. beschäftigt. Meine Tel.-Nr. 06331-65489. Schreiben fällt mir schwer.

Würde mich freuen, von Dir zu hören.

Gruß
Manfred
 
J
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Guten Abend!
Ich werde etwas egoistisch und frech fragen: Zink- und Messingstimmplatten werden eher im Steirischen und viel weniger bei klassischen chromatischen Akkordeons verwendet, aber "nicht wenige" Akkordeonisten (ich auch) haben gerade chromatische Instrumente, die meist Dural-Alu Stimmplatten im Inneren haben. Auch Manfred (Balg) nutzt wohl diese. Die Auflistung der Parameter von Zink- und Messingstimmplatten (die in Ihrer Facebook-Gruppe aufgeführt sind) ist sicher sehr interessant, hat es aber noch was mit dem ursprünglichen Thema dieses Threads zu tun? Nichts für ungut...

Herzliche Grüße, Vladimir
Ich bin sicherlich nicht jemand, der bei professionellen Akkordeons mitreden kann, aber ich habe durchaus Erfahrung im Bau von chromatischen Knopf-Harmonikas, sowohl mit Messingstimmplatten als auch mit Aluminium. Zusätzlich habe ich einige Akkordeons gestimmt und auch sehr alte Schrammelharmonikas restauriert. Grundsätzlich konzentriere ich mich jedoch hauptsächlich auf den Bau diatonischer Instrumente. Das Thema rund um die Stimmplatten beschäftigt mich nun mehr oder weniger seit 40 Jahren.
Ich habe praktisch alle am Markt erhältlichen Fabrikate in meinen Händen gehalten, aber es gibt immer wieder Überraschungen. Aus meiner Sicht ist Messing auf lange Sicht absolut bevorzugt, aufgrund der Passgenauigkeit und Festigkeit der Vernietung, insbesondere wenn die Endfertigung präzise durchgeführt wird. Ich habe jedoch auch Stimmplatten mit relativ weichen Rahmen aus einer Magnesiumlegierung fertigen lassen, die zufriedenstellend funktionierten und gleichzeitig zu einer erheblichen Gewichtsreduzierung führten. Magnesiumrahmen sind jedoch ein eigenes Thema, und es wäre ratsam, die Zungen zu verschrauben. Dennoch kommt man nie an die engen Toleranzen heran, die mit Messing möglich sind. Ob es noch im Zusammenhang mit den ursprünglichen Themen steht oder nicht, das darf ein Administrator entscheiden. Aus meiner Sicht ist jedoch eine Verbindung erkennbar. Die optimale Funktion einer Stimmplatte darf niemals losgelöst von der Einbauumgebung und insbesondere von der Kanzelle betrachtet werden, auf der sie montiert ist. Daher sollten alle Aspekte rund um die Stimmplatte immer im Zusammenhang betrachtet werden. Es wäre ein Fehler, bestimmte Aspekte einer Stimmplatte völlig unabhängig von den Bedingungen zu betrachten, unter denen sie betrieben wird.
 
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Aus meiner Sicht ist jedoch eine Verbindung erkennbar.
Vielen Dank für Ihre Klarstellung. Das Thema interessiert mich sehr, aber das ist Manfreds Thread, deshalb möchte ich nicht unhöflich sein und seinen Faden mit weiteren Fragen "überschwemmen". Ich freue mich auf Ihre Beiträge.
:hat:

Herzliche Grüße, Vladimir
 
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Ein weiterer Aspekt bei Stimmplatten ist der unterschiedliche Temperaturkoeffizient bei den verschiedenen Materialien, die für die Zunge und den Stimmplattenrahmen verwendet werden. Im Laufe der Zeit habe ich verschiedene Materialien testweise in die Stimmplattenrahmen eingebaut und diese auch über einen längeren Zeitraum unter realen Bedingungen verwendet. Meine Tests konzentrierten sich hauptsächlich auf Helikonbässe, aber auch gelegentlich auf Diskantstimmplatten. Unter anderem habe ich Karbon für die Zungen und Magnesium für die Stimmplattenrahmen verwendet. Falls jemand mehr darüber erfahren möchte, stehe ich für Fragen zur Verfügung. Zusammengefasst gibt es für jede Kombination, wenn bestimmte Aspekte bevorzugt werden, eine Einsatzmöglichkeit. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass dabei immer Kompromisse in anderer Hinsicht entstehen können.
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Vielen Dank für Ihre Klarstellung. Das Thema interessiert mich sehr, aber das ist Manfreds Thread, deshalb möchte ich nicht unhöflich sein und seinen Faden mit weiteren Fragen "überschwemmen". Ich freue mich auf Ihre Beiträge.
:hat:

Herzliche Grüße, Vladimir
Ich habe bereits mehrere Stunden mit Manfred telefoniert. Ich überlasse es Manfred, über was er diskutieren oder berichten möchte, stehe jedoch jederzeit bereit, meine Erfahrungen einzubringen. Ihr könnt gerne neue Beiträge beginnen und mich persönlich einladen, Stellung zu nehmen. Ich bitte jedoch um direkte Aufforderungen zur Teilnahme an den jeweiligen Beiträgen. Bedenkt bitte, dass ich nicht von mir aus im Forum aktiv werde oder regelmäßig reinschaue. Meine Aktivitäten in den sozialen Medien oder damals in den englischsprachigen einschlägigen Newsgroups gehen weit zurück, lange bevor dieses Forum gegründet wurde. Alles Gute weiterhin, Johann Pascher.
 
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Karbon-Zungen? Das tönt sehr spannend! Haben die nicht komplett anderes Schwingungsverhalten als Federstahlzungen? Wie hast du diese gebaut und auf den Platten befestigt?
Ich habe früher Modellflugpropeller aus Karbon hergestellt, das Thema interessiert mich immer noch. Ist aber möglicherweise ein anderer Thread Wert...?
 
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In meinem Kommentar geht es nicht um das Zungenmaterial, sondern um das Material, das für die Grundplatte verwendet wird. Was das Zungenmaterial betrifft, sind die verschiedenen in Frage kommenden Materialien, die teilweise zum Einsatz kommen, gut erforscht und die Konstanten bekannt. Unterschiedliche Materialien bedingen unterschiedliche Zungenlängen für die gleiche Tonhöhe. Heutzutage kommt in erster Linie Federstahl zum Einsatz, aber auch Legierungen von Edelstahl, Neusilber oder Bronze werden teilweise verwendet, besonders bei Mundharmonikas. Diese Materialien haben jedoch teilweise etwas schlechtere Schwingungseigenschaften als Federstahl, da die inneren Verluste bei Bewegung nicht immer optimal sind.

Im luftleeren Raum gibt es keinen Luftwiderstand, aber es können immer noch innere Reibungsverluste auftreten,
insbesondere wenn Materialien wie Federstahl oder zb: Aluminium gebogen werden. Diese inneren Reibungsverluste können durch verschiedene Faktoren verursacht werden:
Ein Faktor ist:

Kristalline Struktur:

Metalle wie Federstahl und andere Materialien haben eine kristalline Struktur auf der atomaren Ebene.
Beim Biegen können sich die Kristalle verschieben und gegeneinander gleiten, was zu inneren Reibungsverlusten führen kann.
Literaturhinweis:
“Reibung” von Horst Czichos: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Übersicht über die verschiedenen Arten von Reibung, einschließlich der inneren Reibung von Materialien.
Es analysiert die physikalischen Mechanismen und Dissipationsprozesse der Reibung mit einer Energiebilanz.

Manfred geht es um die optimalen Schwingungsbedingungen für eine Federstahlzunge. Seine Vorstellung ist, soweit ich ihn richtig verstanden habe, dass die schwingende Zunge möglichst die ihr zugeführte Energie in Form des vom Balg bereitgestellten Luftdrucks möglichst verlustfrei als Schall an die Umgebung abgibt. Abgesehen von den immer vorhandenen Verlusten, die wir nicht beeinflussen können, gibt es Reibungsverluste, die in vielfältiger Form auftreten. Diese müssten genauer beschrieben werden, da alle akustischen Zusammenhänge in Beziehung mit der Kanzelle und der restlichen Umgebung hineinwirken.

Diese Zusammenhänge habe ich ausgiebig erforscht, jedoch gäbe es nach wie vor viel zu dokumentieren. Manfred hat sich eher mit der Zunge und der Zungenbefestigung befasst. In diesem Zusammenhang dürften wir übereinstimmen, dass es wünschenswert ist, dass im Idealfall die Zunge alleine nur in Schwingung ist und der Rest der Stimmplatte starr verharrt. Dies bleibt auch bei bester Befestigung immer nur ein Idealfall, klar ist aber der Zusammenhang: Je massiver der Übergang vom schwingenden Teil zur Grundplatte gestaltet wird, desto weniger Energie wandert in andere Bereiche.

Demonstrierbar ist dieser Zusammenhang auch durch den Umstand, dass es eine leichte Verstimmung der Tonhöhe gibt, je nachdem wie fest und rigide man eine Stimmplatte bei gleichen Randbedingungen und sauber abgedichtet mit der Untelage verschraubt. Die Stimmzunge führt in erster Linie eine Viertelwellenschwingung aus, die je nach Profilierung jedoch nicht der Idealform einer Sinusschwingung entspricht. Der stärkste in Bewegung befindliche Teil der Zunge ist für die Grundwelle das freie Ende der Zunge. Zu Gunsten der besseren Befestigung versucht man den Teil der Zunge breiter und dicker zu gestalten, der im Bereich der Verschraubung oder der Vernietung sich befindet. Das führt jedoch dazu, dass die Zungenlängen länger gewählt werden als theoretisch erforderlich wäre.

Für die mittleren Tonbereiche stellt das kein Problem dar, jedoch für die tieferen Töne sehr wohl. Bei den höheren Tönen stellt sich ein anderes Problem ein: Aus akustischen Gründen brauchen wir sehr kurze Kanzellen. Zu beheben wäre das Problem durch eine andere Gestaltung der Kanzellen. Ein weiterer Aspekt der Verluste ist der Bereich, während sich die Zunge im Kanal eintaucht. Die Zunge arbeitet im Prinzip als Luftstromunterbrecher, ähnlich einer Öffnung in einer Sirenscheibe.

Ideal wären die Randbedingungen entweder, dass der Kanal ungehindert offen ist ohne Luftverwirbelungen oder der Kanal total geschlossen ist. Beides ist nie absolut möglich. Jede Luftverwirbelung führt zu Verlusten, andererseits braucht es die Verwirbelung, damit die Zunge in den Kanal beim Anschieben auch reingezogen wird. Der Bernoulli-Effekt wird meistens bemüht, um das zu erklären, ist jedoch eher ein falscher Ansatz. Der Luftstrom und später der Luftdruck, sobald die Zunge eintaucht, setzen die Zunge in Bewegung, wobei diese nur die Möglichkeit hat, eine bestimmte Schwingung auszuführen und daher auch wieder zurückschwingt. Federkonstane und Federlänge plus varibale Profilierung bestimmen die Schwingung. Die Breite der Zungen ist disbezüglich untergeordent.

Der resultierende akustische Schall ist äußerst komplex und keine Sinusschwingung. Angestrebt wurden immer möglichst glatte Kanalwände, wobei ein sich nach hinten minimal erweiternder Kanal sich lange bewährt hat. Es sind jedoch heute bei weitem mehr Stimmplatten im Umlauf, die mit parallelen Kanälen arbeiten. Es wäre nach wie vor weiterer Forschungsbedarf gegeben, wie sich die Passgenauigkeit auf Luftverbrauch und Ansprechverhalten auswirkt. Bei den parallelen Kanälen muss zwangsläufig die Passgenauigkeit etwas reduziert werden, damit auch bei Zungen, die ursprünglich unter Randbedingungen Querschwingungen ausführen, nicht an den Kanalwänden anschlagen.

Sauber zentrierte und justierte Zungen sind ebenfalls eine Voraussetzung, wobei auch hier die Befestigung der Zunge eine grundlegende Rolle spielt. Ein stabileres Grundmaterial für die Grundplatte und sehr plane Auflagen sowie sauber gewinkelte Kanäle ermöglichen höhere Präzision bei gleichzeitiger Vermeidung von Ankratzen der Zunge bei Querschwingungen.
Letztlich bleibt es beim Abwägen desjenigen, der die Stimmplatten profiliert, justiert und die Aufbiegung einstellt, auf welche Rahmenbedingungen hin optimiert wird. Hilfsmittel sind wohl vorhanden, aber Erfahrung und Ausdauer sind wohl das Wichtigste. Es gibt einen gewissen Spielraum, in dem man sich bewegen kann, dieser ist jedoch oft bereits durch das verwendete Grundmaterial und die Abmessungen der Stimmzungen eingeschränkt.
 
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Es bewegt sich Etwas. Im Laufe dieser Woche werde ich die Erlkönige bei einer interessierten Firma vorstellen.

Ich werde wieder berichten. Drückt mir die Daumen dass der Erlkönig eine Produktionsstätte findet.
Ein erster Kontakt wurde geknüpft wie zuvor schon in meinem letzten Schreiben angedeutet wurde. Für beide Parteien war es ein angenehmes Gespräch.
Hier in Kürze das Ergebnis meines Besuches bei Firma Hohner:

Der neue Global-Manager bei Hohner war begeistert von meinen beiden Akkordeon-Entwicklungen (Erlkönig).

Er hatte mir eine neue Hohner-Bravo zukommen lassen zwecks Einbau meiner Verbesserungen mit der Absicht Vergleiche mit den herkömmlichen Instrumenten machen zu können. Über die Fertigstellung wurde er schriftlich von mir informiert. Ich erhielt keinerlei Antwort mehr.

Nachfragen bei Firma Hohner nach längerem Zeitablauf haben ergeben, dass dieser Mitarbeiter auf eigenen Wunsch bei dieser Firma ausgeschieden ist. Die Gründe hierfür teilte er mir nach einiger Zeit mit. Es war ihm wohl unmöglich Veränderungen für die er eingestellt wurde, in der Firma durchzusetzen.

Eine Klärung durch die Geschäftsleitung blieb erfolglos. Die Bravo steht nach wie vor bei mir.

Nach meinen eingehenden Überprüfungen ist es ein gut entwickeltes Akkordeon. Mit meinen kleinen Eingriffen wäre es ein sehr gutes Akkordeon in seiner Klasse.

Das interessiert die Firma Hohner jedoch nicht.

Die Sekretärin der Geschäftsleitung hat mir auf Anfrage meinerseits mitgeteilt, dass ich das Akkordeon entweder zurückbauen könnte in den Urzustand oder würde es großzügigerweise auch mit den vorgenommenen Verbesserungen zurücknehmen. Das ist wohl nicht in meinem Interesse!!
DieGeschichte jährt sich im Juni dieses Jahres. Einfach nur verlorene Zeit. Der Global-Manager war sehr daran interessiert schnellstens eine erfolgreiche Verbesserung in der Firma zu erreichen. Die Steine waren wohl unüberwindbar, die ihm in den Weg gelegt wurden.


Gruß
Balg
 
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ich würde mich so sehr freuen - ich drücke die daumen - herzliche grüsse
 
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Da geht dann wohl auch bei Hohner eine Ära zu Ende ,
zur Blütezeit bekamen die neuen Instrumente noch die Namen der innovativen Konstrukteure ,
die Morino wird ja heute noch (zu recht) von einigen Musikern hochverehrt.

Heute bekommt man nicht mal mehr eine Rückmeldung
und soll sogar den Prototypen zurückschicken ?
Das ist schon eine bodenlose Frechheit !

Das tut mit sehr leid für Dich ,
in dieser modernen Welt gibt es anscheinend nur noch armselige Buchhalter.
Schade um den Wirtschaftsstandort Deutschland und
natürlich schade um Deine kostbare Arbeit.

Man sollte die Bravo gleich in Schade umtaufen...
 
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Man sollte die Bravo gleich in Schade umtaufen...
Ich würde eher sagen Schaden, nämlich der Schaden der der Firma hohner entsteht wenn sich herumspricht daß man mit relativ geringem Aufwand ihre Instrumente besser machen könnte wenn man wollte. Ich könnte mir vorstellen, da ich ziemlich vergesslich bin, daß einfach vergessen würde das Instrument zurückzuschicken.
 
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Ich habe gerade länger mit Manfred (mit Manfred dauern die Gespräche immer länger ;) ) telefoniert.

Es ist schon jammerschade, dass seine Ideen und Entwicklungen nirgends die nötige Beachtung finden.

Dass Hohner nun das Instrument zurückhaben möchte wundert mich nicht, ich denke, dass die alle mit einem sehr spitzen Bleistift rechnen müssen.

So wird es denn wohl so sein, dass seine goldenen Hände nur Hand an einzelne Instrumente legen werden, die den Weg in seine Werkstatt finden.

Ich freue mich schon auf die nächste 'Wallfahrt' nach Pirmasens.

Beitrag automatisch zusammengefügt:

da ich ziemlich vergesslich bin,
das habe ich ihm auch gesagt, immerhin ist er ja schon älter ... ;):opa:
 
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