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Thema: Audiosoftwareprogrammierung als Beruf

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Bäume Sind Cool

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    Bäume Sind Cool ist offline

    Frage Audiosoftwareprogrammierung als Beruf

    Schönen guten Tag zusammen!

    Ich studiere gerade Informatik (erstes Semester) und mache seit geraumer Zeit wieder hobbymäßig Musik am PC (Cubase).
    Bin von den Möglichkeiten digitaler Klangerzeugung und -bearbeitung gleichermaßen fasziniert und überfordert aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.
    Mich würde interessieren, wie es ist, in dem Gebiet, also als Audiosoftwareprogrammierer, zu arbeiten - vielleicht macht das ja sogar irgendjamend hier - und ob ein Informatikstudium überhaupt in diese Richtung geht?
    Das ist ja eher allgemein gehalten. Wie kommt man zu den speziellen Kenntnissen? Praktika? Zen-Kloster?
    Oder doch eher sowas wie Medieninformatik oder -technik oder -schießmichtot studieren?
    Und habt ihr Tipps zu einführender Literatir oder Links zu dem Thema?

    Danke & noch einen schönen Sonntag

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von kelu

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    Hallo,
    uns wurde zu beginn des Informatik-Studiums immer gesagt: "Wenn ihr fertig seid, könnt ihr erstmal nichts, aber ihr könnt euch in alles einarbeiten."
    Ich denke so ähnlich läuft das auch. Das Studium vermittelt an sich die allgemeinen Grundlagen, was man dann daraus macht muss man aber selbst schauen. Also würde ich dir empfehlen, wenn du in die Richtung Audiosoftware gehen willst, dass du dich selbst erstmal hobbymäßig damit beschäftigst und dich in Sachen wie digitale Signalverarbeitung einzulesen. Z.B. könntest du probieren ein kleines VST zu programmieren.

    Ein Praktikum in einer entsprechenden Firma kann natürlich auch nicht schaden, würde ich sogar sehr empfehlen wenn du was findest.

    Ich denke nicht, dass ein anderer Studiengang, wenn er nicht komplett auf diese Richtung spezialisert ist, signifikant besser oder schlechter geeignet ist um in die Branche einzusteigen. Medieninformatik ist so weit wie ich das mitbekomme auch eher anwendungsbetont und hat weniger mit der eigentlichen Entwicklung zu tun. Das kann aber natürlich auch von Uni zu Uni komplett verschieden sein.
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    Grüße, Lucas

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Harle

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    Informatik ist schon das passende Studium. Ich denke Nebenfach Elektrotechnik wäre ganz praktisch, da ja heutzutage viele analoge Schaltkreise in Software simuliert werden und dann entsprechende Elektrotechnik-Kentnisse ein Plus sind.

    Ich bin schon einige Jahre Informatiker und mache bei mir in der Firma unter anderem auch Einstellungsinterviews. Ich kann nicht genug betonen wie wichtig es ist, dass Du während Deinem Studium schon Parxiserfahrungen sammelst. Versuche so schnell wie möglich Praktika in den Firmen zu machen, die thematisch zu Deinem gewünschten Schwerpunkt passen. Daraus entwickeln sich oft Nebenjobs, mit denen Du Dein Studium locker finanziert bekommst. Und die Erfahrung die Du dabei gewinnst ist sehr viel Wert.

    Ich habe immer wieder Leute im Interview, die super Noten haben, aber praktisch ausser dem ein oder anderen Uni-Projekt nichts gemacht haben. Solche Leute haben es schwer gegenüber denen, die neben dem Studium schon als Informatiker gejobbt haben und weniger gute Noten haben.

    Also bleib bei Deinem Informatik Studium und versuche so schnell es geht in eine Firma als Praktikant rein zu kommen.
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  4. #4
    Helpful & Friendly User Avatar von Laguna

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    Da ich quasi direkt neben dran wohne: Das Fraunhofer IIS (bekannt durch den mp3 codec) ist da sicherlich ein lohnender Arbeitgeber. Da wird auch einiges zum Thema angeboten. Zusätzlich bietet es sich (durch die Nähe zur Uni) an, dort eine Bachelor- oder Masterarbeit oder ein Praktikum zu absolvieren.

    Ob man neben dem Studium noch groß Zeit für NEbenjobs hat, muss man selber entscheiden. In den Semesterferien geht meiner Erfahrung nach (jetzt 1.Semester Master Physik an der Uni Erlangen) ganz gut. Dieses Semester habe ich noch 8h die Woche nebenher gearbeitet, aber das wird dann schon echt stressig. Gerade am Anfang lieber nicht überheben, es wird ja nicht weniger (andererseits gewöhnt man sich auch mehr an den Leistungsdruck).
    Aber das ist natürlich hochgradig vom Studiengang, Ort, Uni oder FH und den eigenen Ansprüchen abhängig.

    So Far...
    Laguna

  5. #5
    Mod Emeritus Avatar von livebox

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    Zitat von Bäume Sind Cool Beitrag anzeigen
    Mich würde interessieren, wie es ist, in dem Gebiet, also als Audiosoftwareprogrammierer, zu arbeiten
    Schau mal hier, das gibt dir vielleicht ne Idee:
    http://www.native-instruments.com/#/de/career-center/

    MfG, livebox
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  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von Signalschwarz

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    Um die ersten Infos zum Einstieg in die Programmier-Praxis bei Audio-Software zu erhalten könntest Du mal nach Christian Budde, Jerome Breebart und Variety of Sound/Bootsy yahooen und diese anschreiben, vielleicht geben sie dir ein paar Tipps.

    Ansonsten könntest Du dich mal bei KVR Audio umschauen.

    Vielleicht wäre es am Anfang auch sinnvoll, sich mit Synth Edit, Reaktor und ähnlichem zu beschäftigen um grundsätzliches Verständnis über Aufbau und Funktion von Audio-Prozessoren zu erlangen, falls noch nicht vorhanden.
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  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von Telefunky

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    ich würde die Aussagen von Kelu und Laguna etwas erweitern und hätte als Quintessenz:
    arbeite intensitätsmässig auf Vollzeitniveau und mach das Studium nebenbei für den Stempel auf dem Abschluss
    (für den Fall, dass echte Begeisterung der Motor ist - und du wirklich was erreichen willst...)
    Das was du an 'Ideen' im Eingangspost geschildert hast, ist eher wenig zukunftsträchtig.
    Dazu ist das Thema schlicht zu ausgelutscht - bis du genug Handwerkzeug 'gelernt' hast, ist der Zug endgültig aus dem Bahnhof.
    Für den Audio-Anteil sind Kenntnisse in Akustik und Signalverarbeitung essentiell.
    Welche Software Methode du anwendest, ist eher zweitrangig.
    Es empfiehlt sich, beim Lernen bereits auf Effizienz und Erfolgspotential von Methoden zu achten - und auf die fokussieren.
    Nicht erst alles komplett durchkauen und dann mal sehen...
    PC Software ist ein totes Geschäftsmodell, interessanter sind FPGA basierte Lösungen. Stichwort Crystal Core.
    Beim Benutzerinterface eher im vernetzten Rahmen denken statt in monolithischen Modellen wie 'ein Plugin für VST'.
    Oder anders: klangtechnisch ist eigentlich alles gesagt und in Methoden gefasst.
    Wachstum liegt im Bereich der Anwendung und des Workflows. Da aber nicht zu knapp... imho

    cheers, Tom
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  8. #8
    HCA Recording Avatar von engineer

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    Na, so ganz tot, ist die PC Software nicht, ich beobachte derzeit sogar einen Trend wieder in Richtung PC-Synthese und dies nicht nur bei Audio-Applikationen. Der Grund sind die inzwischen genial effektiven 64-Bit-Rechner, die in den Büros Einzug gehalten haben und die - richtig genutzt - sehr viel Power haben, wenngleich nicht unbeding tunter Windows :-)

    Es gibt aber Linx-Apps, die z.B. im Bereich RADAR / LIDAR eingesetzt werden. Demgegenüber ist Audio ein Klacks, auch unter den Randbedingungen gesteigerter Anforderungen an die Genauigkeit. Audio-Software-Entwickler mit C werden durchaus gesucht, allerdings mehr im embedded Bereich, also für Microcontroller - weniger für die Plattformen und GUI. In dem Sektor wird eher schlecht bezahlt, da wenig Bedarf ist angesichst der viele Entwickler in dem Umfeld aus Firmen, die in den letzten 10 Jahren pleite gegangen sind. Wenn, würde ich mich also empfehlen, sich in die Richtung embedded MCUs / Linux - gfs Qt entwickeln.

    Grundsätzlich stimme ich aber zu, dass der FPGA-Sektor da mehr zu bieten hat. Im Bereich der Selbständigen sind die Projekte etwa 6:1 (C/VHDL) und die Consultants aber etwa 11:1. Der Grossteil der Projekte sind aber non.Audio!

    Wenn, dann sind es Speziallösungen z.B. im Bereich non linear pre distorsion bei 1 Bit / PWM auf dem Gebiet industrial audio / video z.B. im Automotive-Umfeld - vereinzelt auch im Consumer-Bereich. Eine App dazu habe ich zufällig gerade aufgefunden:
    Gedankenspiel zu Hi-End Lautsprechern

    Was man aber sagen muss, ist, dass die Kenntnisse der Elektro und Informatik alleine nicht ausreichen. Es bedarf detaillierter Kenntnisse in der speziellen Algorithmik und gfs auch der Tontechnik und der Musikthematik. Die Programmiertechnischen Anforderungen im Bereich Audio sind indes auch eher mittelmässig - die Thematik dominiert da die Methodik.
    1 Benutzer findet diesen Beitrag hilfreich.

  9. #9
    HCA Gehörschutz Avatar von Captain-P

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    Captain-P ist gerade online
    Ein aktueller Trend ist ja die Emulation oder Virtualisierung von Hardware. Mittlerweile gibts nix an Hardware, was nicht versucht wird per SW nachzubilden. Sei es über Nebula oder eben VST/AAX etc ...
    Ich vermute dass da noch viel Potential drin steckt und auch noch viel zu tun ist.
    Ich weis nicht wie weit man da ist, aber ich würde wohl (ob das nun klug ist weis ich nicht) einfach anfangen jedes Bauteil was im Signalweg ist komplett nachzubilden. Wenn ich die gesammte Schaltung durchlaufen habe, müsste so ein Gerät (meinetwegen ein Kompressor, EQ oder sonstwas) keinen Unterschied zum Echten mehr haben.
    Ich töte nicht mit meiner Waffe
    Wer mit seiner Waffe tötet
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    Ich töte mit dem Herzen

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von Telefunky

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    so neu ist die Idee eigentlich nicht... der Amazona Test des Minimax hat fast 10 Jahre auf dem Buckel, das zugrunde liegende Plugin noch einige mehr...
    (da wurde aber 'nur' eine relativ übersichtliche Filter/Oszillator Sektion 'in circuit' nachgebaut - den Beispielen nach recht erfolgreich)
    erst vor kurzem hat es Waves geschafft die Übertrager der Neve Preamps ansprechend zu modellieren (Scheps73)
    ...ebenfalls ein äusserst überschaubarer Bereich
    Peaveys Revalver sollte natürlich auch erwähnt werden...
    in grösserem Umfang fehlt es dann oft an einem 'greifbaren' Modell - Nebula sehe ich eher als Imitator

    überrascht hat mich (seit meinem post weiter oben) die Signalverarbeitungs-Performance der ARM CPUs (iPad)
    die Amp Emulation BIAS (Positive Grid) spielt ganz weit oben und braucht sich auch vor S-Gear auf einem Intel Boliden nicht zu verstecken. Einen POD HD verspeist sie gerüchteweise zum Frühstück...
    Peaveys Revalver sollte in diesem Kontext natürlich auch erwähnt werden, da müsste demnächst eine neue Version erscheinen...

    cheers, Tom

  11. #11
    HCA Banjos/MOD Recording Avatar von Banjo

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    Hallo Bäume sind Cool,

    es wurde ja schon gesagt: neben dem Programmieren an sich brauchst Du vor allem Kenntnisse in Signalverarbeitung. Das lernt man an sich eher in einem Elektrotechnik-Studium als in der Informatik, aber sieh Dich einfach mal um, was Du da an der Uni an Wissen dazu erlangen kannst. Privatinitiative kann natürlich nicht schaden, sowohl was die Grundlagen der Signalverarbeitung betrifft, als auch in Sachen Praxis.

    Besorg Dir einfach mal ein SDK, bei Steinberg kannst Du zum Beispiel das VST-SDK umsonst runterladen, nachdem Du Dich registriert hast. Damit kannst Du dann rumspielen, basierend auf den mitgelieferten einfachen Beispielen. Darüber hinaus gibt es auch SDKs, die auf den verschiedenen Hersteller-SDKs basieren und es Dir erlauben, für mehrere Plattformen (VST, AU, AAX etc) gleichzeitig zu programmieren. Laguna verwendet zum Beispiel Iplug/wdl-ol (siehe [vst, vst3] MidSide Distortion), ich verwende JUCE. So kannst Du Dich vom Fachlichen her an das Thema rantasten.

    Was die beruflichen Perspektiven betrifft, wäre es gut, schon mit Praktika oder Ferienjobs Kontakte in die Branche zu bekommen. Da ohne Kontakte in die Branche als Studienabgänger reinzukommen, dürfte schwierig sein, deshalb fang bereits während des Studiums an, in die Richtung zu arbeiten. Die Branche ist nicht groß, die Anzahl der Jobs begrenzt.

    Ein Großteil der Jobs in dem Bereich hat allerdings nicht so viel mit glamouröser DSP-Effekt-Programmierung zu tun, sondern mit dem ganzen Drumherum. Ich hab das mal von einem Steinberg-Menschen (indirekt) gehört, dass viele "Neue" bei Steinberg enttäuscht sind, dass sie nicht gleich mit den heißen Algorithmen loslegen, sondern sich mit Optionsdialogen, GUIs, Load/Save-Routinen und so weiter beschäftigen müssen, denn diese machen den überwiegenden Teil einer Audio-Applikation aus. Eine guter Teil der Audioprogrammierung erfolgt auch in eher unscheinbaren Branchen wie zum Beispiel ELA (Gebäudebeschallung, Durchsage-Anlagen). Es gibt ungleich mehr Schulen, Einkaufszentren, U-Bahn-Stationen usw. als Tonstudios in Deutschland Auch Autos mit Bordentertainment-Systemen gibt es mehr. All dies sind aber Nischenbranchen verglichen mit sagen wir mal Business-Software, darüber musst Du Dir im Klaren sein.

    Eine Möglichkeit wäre auch eine Spezialisierung auf DSP-Programmierung, also Embedded-Software auf Signalprozessoren. Oder gar, wie schon erwähnt, FPGAs. Die nötigen Grundlagen in der Signalverarbeitung sind aber dieselben wie bei den nativen Plugins, da kommst Du nicht drum herum.

    Soweit mal meine ungeordneten Gedanken, die zwei Hauptpunkte sind Grundlagen erlernen und Kontakte aufbauen. Und Kontakte aufbauen

    Kennst Du denn eine Firma in Deiner Nähe, die in die Richtung arbeitet? In welcher Gegend wohnst Du denn?

    Banjo

    - - - Aktualisiert - - -

    Nachtrag, den Thread hatte ich vorhin gesucht und nicht gefunden:

    Hersteller für Hardware&Software aus Deutschland

    Vielleicht ist ja was in Deiner Nähe dabei.

    Banjo
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