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    HCA Gitarren
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    [Effekt] - Korg Pandora PX4

    Einleitung
    Ich konnte es kaum erwarten, da klingelte es plötzlich an der Tür und die Post stand vor mir - mit einem Paket von Thomann. Schnell die Bezahlung erledigt und sofort wie vom Teufel getrieben habe ich das Paket geöffnet. Es offenbahrte sich mir ein kleines Gerät in Tretminen-Format, welches ziemlich sensibel aussah. Nachdem ich es in die Hand genommen hatte, war dieses "Vorurteil" aber schnell wieder weg, denn das Gewicht ließ auf viel Elektronik auf kleinstem Raum schliessen. Nachdem ich die mitgelieferten Batterien eingesteckt und Vorsichtsmaßnahmen getroffen habe, dass dem Gerät bei meinem ersten Test auch bloß nichts zustößt, ging es los...

    Anschluss
    Jeder der einen Walkman bedienen kann, kommt mit den Anschlüssen an diesem Gerät klar. Hohlbuchse für Stromversorgung, Klinkebuchse für Input, Output und Aux.

    Erste Musik
    Schon wenige Sekunden nach dem Anschalten war es möglich, ohne irgendwelche Einstellungen vorzunehmen, mit warmem Zerrsound Gitarre zu spielen. Da er über Amp-ähnliche Regelmöglichkeiten verfügt wie Gain, Treble, Bass und Volume ist es auch garnicht schwer, den Sound anzupassen, es sind extra Regler dafür vorgesehen und es ist nicht nötig, sich durch ein digitales Menü zu kämpfen.

    Effekte
    Das Pandora hat wahre Traumeffekte integriert. Rein theoretisch kann ich mit diesem Gerät meine ganze Bodentreter-Kollektion ersetzen. Ein sehr großer Nachteil ist, dass es über kein Interface/Schnittstelle (MIDI z.B.) und keinen analogen Pedalanschluss verfügt. Das wird wohl kommerzielle Taktik von Korg sein, damit man sich - wenn einem die Effekte von dem Pandora gefallen - die teuren und bühnentauglichen Geräte kauft. Auch wenn es von Anfang an klar ist, dass es ein Lern-/Übungs-/Aufwärm-Amp für Kopfhörer ist, hätten die Entwickler meiner Meinung nach die Güte haben können, irgendeine Umschaltmöglichkeit zu integrieren. Effekte sind super, Steuermöglichkeiten äußerst mangelhaft.

    Einsatz in Verbindung mit Amp anstelle von Kopfhörern
    Wenn man seinen Amp in den Clean-Betrieb schaltet und das Pandora zwischen Gitarre und Amp klemmt, erfährt man, was das Wort "Amp-Modelling" wirklich bedeutet. Als ich meinen Traum-AMP + Cabinet ausgewählt hatte, habe ich wirklich gedacht, einen Rectifier bei mir im Zimmer stehen zu haben und das Erstaunliche dabei: auch bei geringer Lautstärke voller Druck. Aufgrund der fehlenden Steuermöglichkeit (siehe Effekte) sollte man das Pandora nur in Verbindung mit einem Line-Selector nutzen da auf der Bühne bzw. im Proberaum keine Pandora-eigene Schaltmöglichkeit vorhanden ist. Man muss sich also für einen Effekt entscheiden und das Pandora als "eines von vielen" nutzen, was sich bei diesem fetten Sound aber leicht wieder verzeihen und völlig entschuldigen lässt.

    Soundanalyse
    Die Effekte als Solches sind spitze und suchen seines gleichen. Die Modelling-Technologie von Korg leistet volle Arbeit. Nur habe ich eine für mein Gitarristen-Herz schmerzhafte Erfahrung gemacht, der Charakter einer Gitarre geht zu ca. 80-90% flöten. Das kann ein Vorteil sein, wenn man sich keine tolle Gitarre leisten kann und dennoch so klingt wie sein Vorbild. Es ist aber ein gewaltiger Nachteil, wenn sich jemand eine schöne Gibson LesPaul zusammengespart hat und das Signal durch den Pandora schickt, man würde die Gitarre nichtmehr sonderlich gut raushören. Bei digitalen MultiFX für ca. 200 EUR kann man auch nichts anderes erwarten und das was der Pandora leistet, ist schon nicht schlecht und mit Kopfhörern ein Ohrenschmaus.

    Fazit
    Ich werde das Gerät mit in die Klinik nehmen und dort meinen Spass haben, ohne andere Patienten + Ärzte in irgendeiner Form zu belästigen bzw. zu stören. E-Gitarre + Pandora + Kabel + Kopfhörer + Ersatzbatterien und los gehts! Das Korg Pandora PX4 ist sein Geld auf alle Fälle wert, nur sollte man OnStage keine freundliche Bedienung erwarten, da er dafür nicht entwickelt worden ist.


    Viel Spass,

    Jens
    Geändert von Hans_3 (25.12.2004 um 21:38:44 Uhr)

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