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Thema: [Mini Workshop] Impulsantworten (IR impulse response) verwenden

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von bobZombie

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    [Mini Workshop] Impulsantworten (IR impulse response) verwenden

    Grüßen!

    Um eins gleich vorweg zu nehmen: ich bin in der Thematik selber noch ein ziemlich frisch – von daher könne sich gerade im Theorieteil durchaus Fehler eingeschlichen haben.
    Der Grund, wieso ich dennoch über dieses Thema schreibe: man findet so wenig darüber ;-) - und steht gerade als Anfänger oft etwas hilflos da.
    Ich will hier lediglich auf die grundlegende Theorie sowie die praktische Anwendung eingehen. Einen Abschnitt für das Erstellen von Irs werde ich evtl. später mal hinzufügen- mometan fehlen mir sowohl das benötigte Equipment sowie die Zeit dazu.
    An wen richtet sich dieser Workshop:
    In erster Linie natürlich erstmal an alle, die's interessiert :-). Wer beispielsweise den Hall eines realen Raumes aufnehmen und verwenden oder die akustischen Eigenschaften eines realen Halfstacks daheim zum recorden am PC verwenden will, ist hier genau richtig!



    Impulsantwort im allgemeinen

    Note: Um Impulsantworten verwenden zu können, sind die Infos in diesem Abschnitt nicht zwingend notwendig.
    Durch Impulsantworten ist es möglich, die Eigenschaften von den verschiedensten Systemen digital erfassen und dadurch nahezu exakt nachbilden zu können.
    Als Impuls verwendet man idR einen Dirac-Impuls oder einen Sinus-Sweep; ein Dirac-Impuls enthält alle relevanten Frequenzen gleichzeitig, während ein Sinus-Sweep die Frequenzen zeitlich verteilt. Einfach gesagt bedeutet dies, dass der Dirac-Impuls zu einem Zeitpunkt x die Summe der Energie aller Frequenzen enthält, während der Sinus-Sweep jede Frequenz mit ihrer größtmöglichen Energie in Folge wiedergibt.
    Dies hat den großen Vorteil, dass der Pegel des Ausgangsignals besser bzw. der Rausch-Signal-Abstand größer und somit der erfasste Dynamikbereich stark zunimmt.

    Am “Ende“ erhält man ein gefaltetes Signal, dass aus dem Eingangssignal (zB dem Sinus-Sweep) und dem Antwortsignal des jeweiligen Systems besteht. Faltung ist eine mathematische Operation, bei der aus 2 Funktionen durch Kreuzmultiplikation oder Addition eine dritte Funktion erzeugt wird.
    Die (entgegengesetzte) Operation, um diese beiden Signale wieder trennen und die Impulsantwort verwenden zu können, nennt man Dekonvolution (deconvolution) – dadurch erhält man sozusagen alle Eigenschaften dieses Systems (in Bezug auf die Frequenzen) in einem neuen Signal ohne dass Impulssignal.
    Hört sich alles bißchen arg nach Schule an? Im nächsten Teil wird’s konkreter und gerade für den Musiker und Tontechniker interessanter.



    Impulsantworten in der Audioverarbeitungen


    In diesem Bereich finden IRs mehrere intressante Anwendungsmöglichkeiten; mit ihnen ist es beispielsweise möglich, folgende “Eigenschaften“ zu messen und ggf. nachzubilden:
    Raumhall, Dämpfung eines Signals, Ansprechverhalten von Lautsprechern etc.

    In der Praxis bei Gitarristen sehr beliebt: die Impulsantwort einer (realen) 4x12er Gitarrenbox nebst eigener Mikrofonierung sowie die Wahl der Umgebung.
    Wieso so umständlich, wenn es massenhaft Cab-Simulationen sowohl in Form von Software wie auch Hardware (MultiFX, Modeller) gibt? Die Antwort ist einfach: die Möglichkeiten beim Aufnehmen von Impulsantworten sind nahezu unbegrenzt und (wenn man auf die reine Verwendung ohne eigene Erstellung abzielt) fasst man idR danach keine Cab-Sim mehr an :-).
    Weil sie –wie gesagt– eine fast perfekte Nachbildung realen Equipments sowie realer Umgebung bzw. Einflussfaktoren sind.
    Die Bezeichnung “Impulsantwort“ ist hierbei oft nicht mehr so ganz zutreffend: wegen der oben genannten Vorteile wird idR anstatt eines Dirac-Impulses ein Sinus-Sweep verwendet; jedoch verwendet eigentlich niemand den Begriff Sinus-Sweep-Antwort für dieses Verfahren.

    Eine Impulsantwort liegt nach der Erstellung und Bearbeitung mit einem entsprechenden Tool als kurzer WAV-Clip vor (wenige millisekunden). Das Tool ansich übernimmt die Aufgabe der Dekonvolution, d.h. Es trennt das Eingangssignal (Dirac-Impuls bzw. Sinus-Sweep) von der “Antwort“ des jeweiligen Geräts bzw. Raums. Zudem können die Impulsantworten an Anfang und Ende getrimmt werden, d.h. die entstandene Stille (silence) entfernt werden.

    Bevor ich nun zur Anwendung bzw. Verwendung übergehe, folgen ein paar Möglichkeiten, wo Impulsantworten als Alternative zur Hall- oder Boxsimulation verwendet werden können:
    - ihr wollt daheim oder im Studio die akustischen Eigenschaften eines bestimmten Raumes (Proberaum, Halle etc.) nachstellen
    - ihr seid zwar mit den Ampmodels eines MultiFX oder einer entsprechenden Software zufrieden, jedoch fehlt euch die passende Box dazu. Eine Vintage-Modell (z.B. eine alte Marshall 1960er) oder ein Modern-Modell (z.B. eine Mesa Box) sind zwar idR bei jedem Modeller mit dabei (oft auch die Möglichkeit, verschiedene virtuelle Mikrofone zu positionieren), aber nicht zu jedem Amp passen die fertigen Boxenmodelle (beziehungsweise klingen sie oft einfach nicht wirklich danach).

    Dies sind nur zwei mögliche Anwendungsszenarien- je nach Ausstattung des Amps kann man Impulsantworten auch dafür verwenden, um beispielsweise daheim das Signal eines (Röhren)Amps am Record-Out (o.ä) abzugreifen und dies zum aufnehmen mit der Impulsantwort der passenden 4x12er zu kombinieren (falten ;-)).
    Im nächsten Abschnitt will ich einen kleinen Einblick geben, wie man dies lösen kann.



    Impulsantworten verwenden


    Um (endlich) zum Einsatz zu kommen, benötigt man folgende Komponenten:

    1.) Ein Signal ;-)
    Wie oben bereits erwähnt beispielsweise vom MultiFX; natürlich geht auch das cleane Signal.

    2.) Eine Audio-/MIDI- Sequenzer Software
    , welche VST-Plugins unterstützt
    Hiervon gibt es jede Menge auf dem Markt; bekannte wären z.B.:
    - Cubase von Steinberg
    - Logic von Apple
    - Reaper von Cockos
    - Kristal von kristallabs. Freeware- Download unter http://www.kreatives.org/kristal/
    ...

    3.) Ein Impulse Response Filter IRF in Form eines VST-Plugins
    An diesem Punkt bin ich mir nicht sicher, ob für 2.) und 3.) eine Software existiert, die sozusagen beides übernimmt. Das benötigte VST-Plugin findet ihr beispielsweise hier:
    - SIR von Christian Knufinke (http://www.knufinke.de/sir/sir1.html). Die Version 1 des Plugins ist kostenlos verfügbar.
    - KEFIR (http://habib.webhost.pl/). Ebenfalls freeware.

    4.) Impulse, Impulse, ...
    Am schönsten ist natürlich: selber machen :-). Aber für den Anfang (oder auch für immer...) kann man sich im Inet in diversen Foren mal umsehen; dort gibt es oft erstklassige Sammlungen von Impulsantworten zu finden.
    Jetzt, wo ihr so einigermaßen wisst, was IRs sind, dürfte auch die Suche danach nicht mehr ganz so schwer fallen.
    Eine gute Adresse ist das Board http://www.guitarampmodeling.com/
    Zwar “muss“ man sich dort anmelden, um an die Impulse kommen zu können, aber das lohnt sich allemal. Es geht ja schließlich auch darum, die eigenen Erfahrungen mit anderen auszutauschen und ein bißchen an der Community mitzuwirken. Aus diesem Grund halte ich nun erst mal meine IR-Sammlung hier zurück :-) - nicht, um euch zu ärgern, sondern um euch zu denjenigen zu “führen“, die sich die Mühe gemacht haben.
    Ein weiteres exzellentes Forum: http://www.ultimatemetal.com/forum/andy-sneap-151/
    Auch eine ziemlich große Community, die sich auch intensiv mit Ampmodelling, Impulses etc beschäftigt.

    Mein mometaner Aufbau sieht wie folgt aus:
    Gitarre (clean)--> Tapco Mixer --> ESI Juli@ Recordingkarte IN --> (Reaper -> Amplitube2 (VST) --> KEFIR (VST) ) --> ESI Juli@ Recordingkarte OUT.
    Amplitube2 ist hierbei für das Ampmodelling und die Effekte zuständig. Wichtig ist, dass die Software bzw. das MultiFX die Möglichkeiten bietet, die Boxen (Cab)- Simulationen “umgehen“ zu können, d.h. Bypass. Bzw. sollte man dies nicht vergessen ;-).
    Man hört es idR jedoch sehr schnell, wenn die Cab-Simulation aus ist und das Signal somit “ungefiltert“ ist: es hört sich sehr höhenlastig, dünn, matt und harsch an- kurz: beschi**en. Aber in unserem Fall ist es ja erwünscht :-)-

    Die größte Hürde war für mich zu Beginn diese obige Kette, die das Signal von meiner Gitarre bis zur Ausgabe über die PA durchläuft. Nicht nur, dass es mir unheimlich umständlich vorkam - auch war auch gleich darauf gefasst, dass sich an irgendeiner Stelle dieser Kette ein Fehler einschleicht.
    Und, wie es so oft in der digitalen Signalverarbeitung ist: man hat irgendwo einen falschen Eingang gewählt, ein kleines Häkchen vergessen oder einen Regler verschoben... es ist alles muxmäuschen Still am Schluss :-).
    Das kann einen schnell frustrieren und dazu verleiten, doch lieber wieder schnell das Verfahren der Impulsantwort zu verwerfen.
    Aus diesem Grund sollte man, sofern man von Sequenzern etc. keinen Schimmer hat und auch sonst jegliche Recordingerfahrungen fehlen, zuerst schauen, dass die Sequenzer-Software ein Signal bekommt.
    Je nachdem, ob das Signal bereits verzerrt von einem MultiFX o.ä. Kommt oder ob das Signal per VST-Plugin entsprechenden bearbeitet wird, muss idR der entsprechende (Input)Channel bei der Sequenzer-Software sowie aber auch bie der Soundkarte gewählt werden.

    Ich bin beispielsweise nicht besonders erpicht darauf, dass an der Recordingkarte anliegende Clean-Signal meiner Gitarre parallel zum verzerrten Signal zu hören. Deshalb fahr ich den Input-Monitor meiner Karte herunter (mute) und höre schlussendlich nur das fertige Signal im Masterchannel der Sequenzer-Software.
    Dass hierbei (auch wegen den vielen Komponenten) zahlreiche Unterschiedliche Szenarien gibt, brauche ich an dieser Stelle (wenn man allein nur mal meinen Aufbau ansieht) nicht erwähnen.
    Wichtig ist wie gesagt erst mal nur: sich vorarbeiten.
    Es gibt zu nahezu jeder Software, Hardware, Plugin, Technologie etc. Im Inet ein oder mehrere User-Foren, wo ihr um Hilfe bitten könnt. Die meisten Benutzer helfen nicht nur gerne, sondern haben höchstwahrscheinlich viel mehr Ahnung als ich :-).

    Anmerkungen zum KEFIR-Plugin:
    KEFIR ist ein VST-Plugin und wird seines Einsatzzweckes nach oft als FIR Filter bezeichnet. FIR steht in diesem Fall für Finite Impulse Response (endliche Impulsantwort). In diesem Fall ist die Aufgabe von KEFIR, dass eingehende Audiosignal mit der Impulsantwort zu kombinieren/falten.
    Dies geschieht und Echtzeit, benötigt aber auch dementsprechend “viel“ CPU-Ressourcen für diese Operation.
    Ich habe es zuerst mit SIR1 probiert, hatte aber eine fürchterliche Latenz (Zeitverzögerung) – trotz großer Hardware-Ressourcen.
    Ich war von KEFIR von Beginn an gleich überzeugt: einfache Bedienung, nützliche Einstellungsmöglichkeiten, relativ wenig CPU-Belastung und null Latenz (bei mir!).

    Die WAV Dateien lassen sich über einen "load" Button einfach rein laden; die Regler "Mix", "Gain" und "Length" lassen einen zudem auch noch diese drei Werte beliebig verändern. Über den Mix-Regler lässt sich beispielsweise steuern, zu wieviel Prozent das ursprüngliche Signal mit der Impulsantwort “vermischt“ werden soll.

    Mehr fällt mir momentan gar nicht mehr ein; evtl. werde ich diesen Thread von Zeit zu Zeit mal etwas überarbeiten oder erweitern – der Farbe wegen vielleicht auch das eine oder andere Bildchen :-).
    Ich bin auch für jede Hilfe, Korrektur etc. dankbar!
    Ich hoffe, ich konnte manch einem einen kleinen Einblick geben und evtl. jemanden für dieses "Technologie" begeistern – probiert es einfach mal aus, es lohnt sich!

    tscheerz

    anmerkung für mod: bitte ins passende U-Forum verschieben, danke!
    4 Benutzer finden diesen Beitrag hilfreich.
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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Höhlentroll

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    Höhlentroll ist offline

    [Workshop] Impulseantworten als Gitarren-Boxensimulation

    Leider wurde mein alter Thread gelöscht. Der thread kann von einem admin an den anderen impulse-workshop gehängt werden.

    "Da in letzter Zeit häufig Fragen kamen in Bezug auf Impulseantworten, schreibe ich nun hier einen Miniworkshop.

    Warum Impulseantworten: Impulseantworten können mit erstaunlicher Präzision verschiedene Dinge nachahmen. Zum einen kann man extrem realistische Hallsimulationen machen, aber eben auch recht originalgetreu Boxen, deren Mikrophonierung und auch die Raumakustik nachahmen.

    Voraussetzung für die Benutzung von Impulseantworten ist ein Programm, welches VST Plugs laden kann. Kostenlose sind z.B. Krystal oder auch Audacity. Als nächstes braucht man ein Programm um Impulseantworten zu laden. Es gibt da zahlreiche kostenlose. Ich nutze z.B. Voxengo Boogex, hier erhältlich: http://www.voxengo.com/product/boogex/

    Möchte man z.B. mit POD arbeiten und Impulseantworten nutzen stellt man den POD ein, schickt das Signal ans DAW und erstellt eine neue Spur. In diese wird Boogex als VST geladen. Beim Pod muss außerdem die Cab-Simulation ausgeschaltet werden. Boogex muss folgendermaßen eingestellt werden: alle Werte auf 0db; bei der Rubrik Amplifier alles auf 0% und Drive auf 0db. Dann klickt man auf File und wählt die Impulseantwort aus. Schließlich kann man noch bei Out die Lautstärke angleichen.

    Hier sind gute Impulsantworten zu finden:
    Geht auf www.dropbox.com und loggt euch mit folgenden Daten ein:
    Email: ryan@peaveysoftware.com
    Passwort: mnemic1

    Die geilsten IMO sind momentan Guitarhacks Mesa 4x12 und die Engl Pro 4x12). Dies bezieht sich aber auf Heavyzeugs/Metal und ist meine persönliche Meinung.

    Soundsamples (z.B. auch POD mit den Pod-Cabs im Unterschied zu POD mit Impulseantworten) kommen bei Gelegenheit. Hier kann man sich 1. einen fireball mit guitarhacks mesa impulse, dann 2. einen fireball mit dem engl pro impulse und dann 3. einen fireball mit einer echt mikrophonierten marshall 1960er box.

    Bei Fragen gerne PM an mich.

    Ich bin am überlegen, ob ich noch weitere Workshops posten soll. Hätte da noch was zu Voxengo Curve EQ. Mit diesem Programm kann man einen Gitarrensound einem bestimmten Amp recht gut anpassen. Bei Interesse schreibe ich dazu vielleicht auch mal was.

    ________________
    Credits für diesen Workshop gehen an verschiedene Leute des Sneapforums!

    hier die versprochenen samples:
    pod mit der enthaltenen cab simulation: http://www.servoserver.de/WorkshopImpulsesPodStock.mp3
    und mit den impulsen: http://www.servoserver.de/WorkshopIm...odImpulses.mp3

    aufnahme-kette:
    custommade les paul mit shadow pus --> bad monkey --> alesis IO 26 --> cubase

    pod mit stock cabs: criminal amp (5150) + treadplate cab, 4 spuren (100% links, 80% links, 80% rechts, 100% rechts)
    pod mit stock cabs: criminal amp (5150) , 4 spuren (100% links, 80% links, 80% rechts, 100% rechts) + guitarhack impulse (between 0, jj louder settings) für die 80% (links und rechts) und engl pro cab impulse mit höherer presence für die beiden 100% spuren (links und rechts)

    alles wurde mit ozone gemastert; drums mit ez drummer dfh und extra samples für kick und snare über drumagog."

  3. #3
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    unclefish ist offline
    Hallo!
    Vielen Dank für die beiden Posts. Sind zwar schon etwas älter aber für mich ist das gerade Neuland. Probiere gerade fleissig veschiedene Software aus und bin teilweise richtig angetan. Insbesondere bei High-Gain Sounds klingen die Sims echt gut. Zwar nicht unbedingt wie echte Amps aber, meiner Meinung nach, besser als z.B. Guitar-Rig (wobei ich da die cleanen und crunchigen Sounds besser finde).

    Eine Frage hätte ich zum Komplex Impulsantworten: Man kann ja verschiedene Files im Netz finden, wie wichtig ist da die Qualität der Aufnahme?
    Was ich meine ist: In Cubase arbeite ich standarmäßig mit 24bit/48kHz. Wie wirkt sich das nun aus wenn ich Impulse verwende, die mit 16bit/44.1 kHz aufgenommen wurden?

    Gruß,
    Thomas

  4. #4
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    shad666 ist offline
    Zitat von Höhlentroll Beitrag anzeigen
    Leider wurde mein alter Thread gelöscht. Der thread kann von einem admin an den anderen impulse-workshop gehängt werden.

    "Da in letzter Zeit häufig Fragen kamen in Bezug auf Impulseantworten, schreibe ich nun hier einen Miniworkshop.

    Warum Impulseantworten: Impulseantworten können mit erstaunlicher Präzision verschiedene Dinge nachahmen. Zum einen kann man extrem realistische Hallsimulationen machen, aber eben auch recht originalgetreu Boxen, deren Mikrophonierung und auch die Raumakustik nachahmen.

    Voraussetzung für die Benutzung von Impulseantworten ist ein Programm, welches VST Plugs laden kann. Kostenlose sind z.B. Krystal oder auch Audacity. Als nächstes braucht man ein Programm um Impulseantworten zu laden. Es gibt da zahlreiche kostenlose. Ich nutze z.B. Voxengo Boogex, hier erhältlich: http://www.voxengo.com/product/boogex/

    Möchte man z.B. mit POD arbeiten und Impulseantworten nutzen stellt man den POD ein, schickt das Signal ans DAW und erstellt eine neue Spur. In diese wird Boogex als VST geladen. Beim Pod muss außerdem die Cab-Simulation ausgeschaltet werden. Boogex muss folgendermaßen eingestellt werden: alle Werte auf 0db; bei der Rubrik Amplifier alles auf 0% und Drive auf 0db. Dann klickt man auf File und wählt die Impulseantwort aus. Schließlich kann man noch bei Out die Lautstärke angleichen.

    Hier sind gute Impulsantworten zu finden:
    Geht auf www.dropbox.com und loggt euch mit folgenden Daten ein:
    Email: ryan@peaveysoftware.com
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    Die geilsten IMO sind momentan Guitarhacks Mesa 4x12 und die Engl Pro 4x12). Dies bezieht sich aber auf Heavyzeugs/Metal und ist meine persönliche Meinung.

    Soundsamples (z.B. auch POD mit den Pod-Cabs im Unterschied zu POD mit Impulseantworten) kommen bei Gelegenheit. Hier kann man sich 1. einen fireball mit guitarhacks mesa impulse, dann 2. einen fireball mit dem engl pro impulse und dann 3. einen fireball mit einer echt mikrophonierten marshall 1960er box.

    Bei Fragen gerne PM an mich.

    Ich bin am überlegen, ob ich noch weitere Workshops posten soll. Hätte da noch was zu Voxengo Curve EQ. Mit diesem Programm kann man einen Gitarrensound einem bestimmten Amp recht gut anpassen. Bei Interesse schreibe ich dazu vielleicht auch mal was.

    ________________
    Credits für diesen Workshop gehen an verschiedene Leute des Sneapforums!

    hier die versprochenen samples:
    pod mit der enthaltenen cab simulation: http://www.servoserver.de/WorkshopImpulsesPodStock.mp3
    und mit den impulsen: http://www.servoserver.de/WorkshopIm...odImpulses.mp3

    aufnahme-kette:
    custommade les paul mit shadow pus --> bad monkey --> alesis IO 26 --> cubase

    pod mit stock cabs: criminal amp (5150) + treadplate cab, 4 spuren (100% links, 80% links, 80% rechts, 100% rechts)
    pod mit stock cabs: criminal amp (5150) , 4 spuren (100% links, 80% links, 80% rechts, 100% rechts) + guitarhack impulse (between 0, jj louder settings) für die 80% (links und rechts) und engl pro cab impulse mit höherer presence für die beiden 100% spuren (links und rechts)

    alles wurde mit ozone gemastert; drums mit ez drummer dfh und extra samples für kick und snare über drumagog."

    hi,
    hab dir versucht eine pm zu schreiben aber irgendwie scheint da wohl was nicht zu funktionieren. hätte da ein paar fragen - die du mir vielleicht beantworten kannst

    1. leider kann man die impulses auf dropbox nicht mehr runterladen - könntest du sie mir eventuell anderwertig irgendwie zukommen lassen? BESTEN dank schon mal.

    2. wenn ich jetzt die LE POU plugins hernehme und einen CAB impulse aber dann noch zusätzlich effekte wie delay/reverb dazu haben will - wo sollten dann die modulationseffekt in der signalkette stehen? gitte > audiointerface > reaper: AMPsim > reverb/delay > impulsesimulation ?

    3. hast du irgendwelche erfahrung mit audiointerfaces? bzw inwiefern die wandler da eine rolle spielen? hab zwar gelesen dass du POD benützt aber vielleicht kennst du dich ja da doch aus. ich habn TASCAM us 144 - und überleg mir gerade obs nicht vielleicht besser ist ein besseres audiointerface mit besseren wandlern zu kaufen?

    4. wenn ich im reaper eben eine AMPsim und nen impulse lade und anschliessend auf record drücke - nimmt er mir aber immer nur das reine _gitarrensignal_ auf. sprich wenn ich das abspielen will muss immer AMPsim und impulsesim an sein. was jetzt wenn man weitere spuren dazu aufnehmen will ziemlich CPU lastig werden kann - gibts da irgendwie ne möglichkeit?

    vielleicht kannst mir ja da de ein oder andere frage beantworten, BESTEN dank schonmal und beste grüsse, A.

  5. #5
    HCA Recording Avatar von ars ultima

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    ars ultima ist offline
    Auch wenn ich nicht Höhlentroll bin sag ich mal was:
    2. Da würde ich glatt sagen "Geschmackssache". Bei einem echten GitarrenAmp hat man die Effekte vor der Box. Bei Simulationen meist dahinter. Zumindest sind die Presets bei Komplettlösungen (also GuitarRig und Co.) glaube ich meist so, dass da die Effekte erst ganz hinten sind. Aber wie bei einem echten Amp gilt auch: Erlaubt ist, was gefällt.

    4. Mir fallen da zwei Möglichkeien ein. Das eine ist das "Einfrieren" von Spuren, wobei das bei Reaper nicht so heißt und auch etwas anders gelöst ist, als bei anderer Software. Im Track-Menü gibt es den Befehl "Render Track to Stem Tracks (and Mute Originals)". Dann werden halt alle Effekte auf der Spur gerendert, und in eine neue Spur angelegt. Das nutzt man halt generell im den Rechner zu entlasten, also neben den Ampsims hat man vielleicht auch andere CPU-Intensive Effekte oder Software-Instrumente.

    Man kann aber auch tatsächlich das verzerrte Signal aufnehmen. Du legst dazu einmal eine Spur an, auf der du die Ampsim legst, deinen Interface eingang wählst und das Monitoring aktivierst. Also so, dass du eben Gitarre spielen kannst, und auch aufnehmen könntest. Allerdings stellst du "Record: Disable (input monitoring only)" ein. Dann legst du eine zweite Spur an - auf diese wird aufgenommen. Nun einen Send anlegen von Spur 1 nach Spur 2. Und in Spur zwei stellst du "Record: Output -> [je nachdem]" ein. Keine AHnung ob es auch einfacher geht Aber generell ist das eh nicht unbedingt zu empfehlen, weil es ja doch von Vorteil ist, den Sound nachher ändern zu können. Da würde ich also lieber mit den StemTracks arbeiten, wenn die CPU an die Grenzen kommt.
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  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von The_Dark_Lord

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    The_Dark_Lord ist offline
    Hi!

    Ich grabe nur ungern Gräber aus, habe aber eine Frage, die hier besser passt als sonstwo, und zwar, welche IR-Filter (also "Hoster") es gibt, die auch auf einem Mac-System laufen.

    Ich verwende Reaper auf Mac OS X 10.6.

    Ich habe bereits ein wenig recherchiert und einen IR-Hoster gefunden namens "LAConvolver", jedoch scheint dies nicht zu funktionieren.
    Bei einer Spur bewirkt es nichts, bei der zweiten Gitarrenspur mutet es das Signal. Auch nach Neustart. Warum gerade diese Spur gemutet wird und die andere wirkungslos bleibt, scheint willkürlich.

    Ich hab mich also auf die Suche nach einem anderen IR-Hoster gemacht, habe aber nichts gefunden was auf Mac verwendbar wäre (also .VST für Mac oder .AU)

    Kann mir jemand helfen?

  7. #7
    HCA Recording Avatar von ars ultima

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    ars ultima ist offline
    Im Prinzip liefert Reaper sowas mit Hab jetzt nur die Windows-version, aber da werden ja schon viele PlugIns mitgeliefert; man kann sich ja in der Auswahl auch alle Effekte von Cockos anzeigen. Und das Teil was ich meine nennt sich ReaVerb. Wie der Name schon andeutet wohl eigentlich für Hall gedacht, aber letztlich einfach ein Impulsloader. Neben Cabinet-Simulationen sind ja Hall-Effekte so die verbreitete Anwendung für Impulsantwort-faltung.

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von The_Dark_Lord

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    The_Dark_Lord ist offline
    Und wie lade ich die Impulsantworten da rein?

    Bei Mac kann ich nur zwischen ein paar Presets wählen...

  9. #9
    HCA Recording Avatar von ars ultima

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    Also bei mir sieht das so aus wie hier:
    http://wiki.cockos.com/wiki/index.php/ReaVerb

    Und da wählt man halt in der Mitte "Add..." -> "File" und wählt die Impulsantwort aus.

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