Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. #1
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    Violinbogen rutscht zu stark über die Saiten

    Hallo,
    da ich erst wieder in 2 Wochen Geigenunterricht habe aber dennoch ein kleines Problem habe hoffe ich das ihr mir genauso gut weiterhelfen könnt.
    Ich habe folgendes Problem:
    Ich spiele meinen Bogen seit ca. einem halben Jahr und bisher ging es auch immer problemlos.
    Doch seit ca. einer Woche habe ich das Problem das der Bogen zu sehr über die Saiten rutscht und keinen ordentlichen Ton mehr erzeugt. Habe den Bogen nochmal mit gutem Walthari Kolofon eingerieben ( natürlich als er gespannt war )
    aber dennoch rutscht der Bogen sehr stark und erzeugt nurnoch einen schlechten Klang.
    Was kann ich dagegen tun? Liegts vielleicht an mir oder kann das wirklich vom Bogen kommen? Ich mache jedenfalls bewusst nichts anderes als vorher. Vorher klappte es auch problemlos aber jetzt klingt es einfach nichtmehr schön.
    Was kann ich ändern?
    Wie kann ich prüfen ob es an mir liegt oder an meinem Bogen??
    Ich muss dazu sagen das dem Bogen bereits einige Häärchen fehlen ( die haben sich im laufe des Spiels verabschiedet) Aber mein Geigenlehrer meinte das meine Spannung des Bogens und mein Umgang damit bislang korrekt war.

    Mfg
    LonelyHeart

  2. #2
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Hi,

    wenns rutscht, dann gibt es nur 2 mögliche Ursachen:
    1. Bogenhaare sind abgespielt (Haarschuppen abgerieben) oder
    2. Fett/Staub auf Haaren und/oder Saiten.

    Ich würd mal n Leinenlappen mit Spiritus tränken und die Saiten reinigen (nur abreiben). Man kann den Frosch abschrauben, die Haare ne Stunde in nem passenden Gefäß (Müsli-schale) in Spiritus einweichen/auswaschen, trocknen lassen und danach wieder neu einkolophonieren (recht kräftig, ist ja schließlich alles draußen).

    Vorsicht mit Geigenlack und Bogenlack!! Da darf nix dran kommen!!

    Das kann helfen. Wenn nicht, muß n neuer Bezug drauf.
    Man kann dabei eigentlich nix kaputt machen. Der Bogen/die Harre werden nicht schlechter dadurch.

    N Liter Brennspiritus kostet vielleicht 2,- Euro im Baumarkt, n neuer Bezug 60-80 Euro.

    cheers, fiddle
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  3. #3
    Helpful & Friendly User Avatar von suamor

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    Meiner eigenen Erfahrung nach kann ich nur vom Spiritus als Reiniger für Bogenhaare abraten (Seiten putze ich immer trocken mit einem weichen Mikrofasertuch, den Lack mit einem speziellen Geigenputztuch vom Geigenbauer).

    Dazu empfehle ich nahezu 100% 2-Propanol (auch Isopropylalkohol genannt), die 90% oder 70% sind lange nicht so effektiv. Dann mehrmals mit einem Tuch (ich verwende ein etwas gröberes Tuch, das die Haarschuppen nicht zu sehr angreift) so lange abreiben (beide Seiten, nicht auf die Bogenstange kommen!), bis auf dem Tuch keine weißen Kolophoniumreste mehr sichtbar sind.

    Am besten dann kurz bevor das Bogenhaar trocken ist das neue Kolophonium auftragen, so lange bis sich eine leichte kristalline Schicht bildet. Das geht wesentlich schneller als bei trockenem Haar und ist besonders für meinen Incredibow (mit synth. Haare, auch Incredihair genannt) die bessere Methode.
    Selbst mein 5 Jahre altes Haar hat diese Prozedur gut überstanden.

    Bei Spiritus habe ich nie alles (Fett, Kolophonium, sonstiger Dreck) von den Haaren wegbekommen, möglicherweise, weil der Alkoholanteil geringer ist. Bei Spiritus empfehle ich 100% Bio-Spiritus zu verwenden (UN 1170 auf der Flasche!).

    Das Risiko, das den Haaren etwas passiert, ist geringer, wenn ich mit leichter Bogenspannung putze.

    2-Propanol kriegst Du in der Apotheke, etwas teurer als Spiritus, aber die 200ml-Flasche hier ist nach 5 Bögen erst zu ca. 1/3 geleert.

    Gruß,

    Reinhard
    Geändert von suamor (15.05.2010 um 11:01:34 Uhr) Grund: Microfaser vermeiden, Ethanol
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  4. #4
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Also:

    1. Microfasertuch hat immer eine Schleifwirkung. Wenn man damit auf Haaren herumschrubbt, dann poliert man damit die Schuppen weg und diese sind der springende Punkt, wenn es um die Haftung auf der Saite geht. Ebenso sollte man mit dem Microfasertuch vom Lack fern bleiben.
    2. Spiritus (Ethanol) macht den Haaren garnix! Propanol (ob normal, oder als Isomer) löst vielleicht etwas schneller. Es gibt keinen Vorteil zu Ethanol. Beide sind Lösungsmittel, gehöhren in die Reihe der Alkanole und verdunsten bei Raumtemperatur rückstandslos.
    3. es kann sein, daß die Microfasertuch-Behandlung auf Kunstoffhaaren egal ist, abe nichjt auf Naturhaar.

    Ich wollte hier nur mal die Gefährlichkeit von Microfasetüchern hervorheben. Nicht daß noch jemand auf die Idee kommt, seine Geige damit zu polieren!


    cheers, fiddle
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