Wiedereinstieg in die Pianowelt

  • Ersteller burnpotter
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Ja, aber das ist nur ein Taster, der immer verrutscht ;) Ein Pedal wäre schon sehr nett.

Ach, ich bin total verunsichert. Heißt Halbpedal denn, dass es wirklich auf jeden Bewegung "antwortet" oder nur eine weitere Einstellung in der Mittelposition bietet?

Das P35 sagt mir aufgrund der Tastatur und der Kompaktheit sehr zu. Auch Grand Piano 1 ist sehr brauchbar, auf Dauer würde ich also als Verbesserung eher Pianoteq wählen als ein neues Piano. Nun frage ich mich, wie Yamaha diese Funktion umgesetzt hat und wie Moddart das gemacht hat. Wenn Pianoteq sehr davon profitiert, dann wäre das schon eine gute Investition, aber ich werde aus den Ergebnissen bei Google nicht ganz schlau, häufig wird nur über Probleme diskutiert und nicht über die Umsetzung des Effekts :(
 
Heißt Halbpedal denn, dass es wirklich auf jeden Bewegung "antwortet"
Ähem, genau das hat doch McCoy unter dem Link ganz genau beantwortet, ausnahmsweise das Komplettzitat:
https://www.musiker-board.de/digitalpiano-keys/577310-wiedereinstieg-die-pianowelt.html#post7032169

Halbpedal am akustischen Klavier nutze ich normalerweise, um z.B. einen Schlußakkord nicht abrupt zu beenden, indem ich Tasten oder Pedal einfach loslasse, sondern um den im Pedal gehaltenen Klang etwas langsamer auszufaden.

Bei Masterkeyboards oder so gut wie allen anderen Digitalpianos funktioniert das normalerweise folgendermaßen:

Der Sound selbst ist so programmiert, das er nach dem loslassen aller Tasten und des Pedales noch so ein ganz kurzes Minisustain hat. Dieses Minisustain kann man mit dem Pedal wieder auffangen, wenn man es kurz nach dem loslassen sofort wieder tritt. Das ganze kann man ein paarmal wiederholen. Wenn man also nach dem loslassen das Pedal ganz schnell hintereinander z.B. 10mal drückt, faded der Klang mit jedem mal ein bischen aus, man kann dann am Schluß z.B. einen ganz leisen Ton noch ein bischen halten etc. Eine extra Hardware, ein besonderes Pedal oder Keyboard braucht man dafür nicht. Die Funktion ist im Expander ein- bzw. abstellbar (bei mir z.B. JV 1080, schon ein älteres Teil, daher müßtens alle neueren auch können).

Das ist natürlich kein echtes Halbpedal wie beim Klavier, aber mit ein bischen Übung kann man damit eine ganze Menge simulieren. Ob es richtiges Halbpedal für Masterkeyboards gibt, weiss ich aber auch nicht.

McCoy
 
Bei Pianoteq kannst/sollst du das Pedal kalibrieren.
Dabei erkennt das Programm ob nur ein/aus kommt (Schalter) oder ob graduierte Signale (Halbpedalfähigkeit) kommen und verwendet das dann natürlich (hoffentlich) auch. Warum das Halbpedalfähigkeit heißt ist mir aber nicht klar. Es kommen aber wohl kontinuierliche steigende (fallende?) Midi-Werte beim hinunterdrücken. Falls wichtig kann ich es ja mit meinem ES-7 einmal mit Pianoteq testen.

Da habe ich aber auch noch was gefunden: https://www.musiker-board.de/periph...-halbpedalfaehig-yamaha-norm-gibts-sowas.html
Vermutlich kann es Probleme geben, welche maximalen Werte vom Pedal ausgegeben werden. Aber so wie ich das verstehe, müsste das genau das sein, was die Kalibrierung ausgleichen soll?
 
Ich versteh das Zitat von mccoy einfach nicht :ugly: Also nicht zu 100%, ich muss das selber testen. Ich überleg es mir einfach mal. Auf Dauer würde es sich ja schon lohnen und es sind nur 30€ mehr.

Wäre aber trotzdem toll, Dieter, wenn du das mal mit Pianoteq probierst und schilderst wie sich der Effekt da äußert. Aber nur, wenn das okay für dich ist :)
 
Ich habe es jetzt mit meinem ES-7 mit Halb-Pedal fähigem Pedal und Pianoteq getestet und nun glaube ich zu wissen warum es Half-Pedal heißt. Die Midi-Werte werden zwar kontinuierlich höher, je stärker man das Pedal drückt, die Auswirkungen scheinen aber grob nur wenige Bereiche (3?) zu haben. Nicht gedrückt, halb gedrückt und gedrückt. Bei der Kalibrierung wird auch neben dem ganz gedrücktem Pedal (127) dieser halb-gedrückte Zustand verlangt (den ich als Anfänger natürlich nicht reproduzierbar hinbekommen habe, aber der in etwa 80 war).
Mit Pianoteq ist es für mich allerdings viel schwieriger hier im Spiel unterschiedliche Dämpereigenschaften zu bekommen, als mit der Kawai internen Klangerzeugung. Was für mich halbwegs gut geht ist das von McCoy beschriebene langsame ausklingen lassen (allerdings mit dem Halb-Pedal auch ohne "pumpen", durch langsames kontinuierliches loslassen). Aber auch das ist direkt über das Kawai leicher zu dosieren als über Pianoteq (wobei das vielleicht über eine andere Kalibrierung besser hinzubekommen ist?). Als Vergleich habe ich es auch noch auf einem akaustischen Flügel probiert und da ist das Pedal (bzw. dessen Wirkung) deutlich besser zu dosieren.
 
Mal ganz grundlegend:

Beim akustischen Klavier wird die Saite mit einem Dämpfer am Schwingen gehindert. Der Dämpfer wird entweder durch das Drücken einer Taste von der Saite abgehoben oder mittels Treten des Pedals. Beim Drücken der Taste wird nur der zur jeweiligen Saite gehörende Dämpfer abgehoben, beim Pedaltreten werden alle Dämpfer abgehoben.

Beim Pedal gibt es nun mehrere Bereiche, je nachdem, wie weit man es heruntertritt.

1. Am Anfang passiert gar nichts. Das liegt einfach daran, daß das Pedal ein bißchen Spiel hat, bevor es den Mechanismus in Gang setzt, der die Dämpfer abhebt.

3. (!) Wenn das Pedal ganz heruntergetreten ist, schwingen alle Saiten frei, werden durch die Dämpfer nicht berührt und daher auch nicht gedämpft. Die Saiten klingen dann so lange, bis sie von selbst aufhören zu Schwingen oder bis das Pedal wieder losgelasen wird und die Dämpfer wieder auf den Saiten liegen.

2. (!) Zwischen 1. und 3. liegt der Bereich, in dem sich die Dämpfer von den Saiten abheben.

2.a.) Wenn ein Klavier gut eingestellt ist, gibt es einen Punkt, an dem, wenn ich das Pedal ganz langsam loslasse, alle Dämpfer gleichzeitig die Saiten berühren. Bei diesem ersten Berührungspunkt liegt aber noch nicht die gesamte Federkraft (beim Klavier) bzw. die gesamte Gewichtskraft (beim Flügel) der Dämpfer auf den Saiten, sondern die Dämpferfilze berühren die Saiten eben nur ganz leicht. Die Saiten werden also nicht komplett am Schwingen gehindert, sondern nur ein bißchen. Wenn ich in genau diesem Augenblick das Pedal wieder trete, schwingen die Saiten weiter, aber ein bißchen leiser, ggf. auch mit leicht verändertem Klang.

2.b.) Je mehr ich das Pedal loslasse, desto mehr Feder- bzw- Gewichtskraft der Dämpfer wird auf die Saiten übertragen. D.h. sie werden immer stärker am Schwingen gehindert.

Der Pedalweg zwischen 2.a.) und 2.b.) beträgt wohl ca. einen Zentimeter und ist vermutlich bei jedem Klavier ein bißchen unterschiedlich. Aber genau das Spiel mit diesem einen Zentimeter bezeichnet man als Halbpedalspiel. Man kann damit eine ganze Menge Effekte erzeugen. Z.B. ist die Ausschwingphase der Saiten anders, wenn ich das Pedal schnell und plötzlich loslasse, als wenn ich es ganz langsam kommen lasse. Einen ähnlichen Unterschied kann am Klavier auch mit dem einzelnen Ton hervorgebracht werden, je nachdem die einzelne Taste sehr langsam oder sehr plötzlich losgelassen wird. Beim Digitalpiano wird das mit der "release velocity" versucht nachzubilden.

Auch der Punkt 1. ist übrigens bei jedem Klavier unterschiedlich und kann sehr leicht im Innern des Klaviers mit einer Schraube eingestellt werden.

Diese Halbpedalfähigkeit, die jedes akustische Klavier von Natur aus hat, wird nun am Digitalpiano versucht nachzubilden. Mit dem Ein/Aus-Taster war das nicht möglich. Damit war es aber möglich, den Klavierton in der abklingenden Phase nach dem Loslassen des Pedals durch sofortiges erneutes Treten etwas leiser wieder einzufangen. Durch schnelles "Pedalpumpen" wiederholt sich dieser Vorgang in sehr kurzer Zeit und es kann ein langsam ausklingender Ton erzeugt werden.

Viele Grüße,
McCoy
 
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