Überfordert mit E-Geige, Abnehmer und Co.!

von DamnedMusician, 03.01.12.

  1. DamnedMusician

    DamnedMusician Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.12   #1
    Hallo!

    Ich mache seit 16 Jahren "klassische" Musik mit verschiedenen Instrumenten und habe mich nun hier im Forum angemeldet, weil ich mit der Geige gerne ein paar "modernere" Sachen machen möchte :) Seit einigen Monaten spiele ich in einer Folk-Band - zunächst über ein Akkordeon-Mirofon, später über einen sehr billigen Abnehmer. Die Band möchte jetzt natürlich, dass ich mir langsam um eigenes Equipment und einen besseren Sound kümmere. Deshalb bin ich gerade dabei, mich zu informieren... Zunächst wollte ich mir einen Abnehmer kaufen, aber da sind mir einige Nachteile aufgefallen:
    1. Einen guten Abnehmer bekomme ich erst ab 150 bis 200 Euro. Dazu käme noch eine DI-Box und Kabel.
    2. Man kann mit einem Abnehmer auch nur "normal" Geige spielen.
    3. Bei Open-Air-Gigs möchte ich aufgrund der Feuchtigkeit und/oder Kälte/Hitze natürlich nicht mein teuerstes Instrument spielen. Wenn ich mit einer billigen Band-Geige aus China spiele, dann hilft der gute Abnehmer natürlich auch nicht und der Sound ist beschissen.
    Deshalb dachte ich nun an eine weniger empfindliche E-Geige, schließlich kann man damit auch ganz andere Sounds produzieren. Dazu habe ich folgende Fragen:
    1. Ich möchte keine absolute Top-E-Geige, aber dennoch ein Instrument mit annehmbaren Klang, also auch keine Billig-Produktion. Mit welchem Preis müsste ich bei einer E-Geige rechnen, die in etwa klingt wie ein "normales" Instrument mit etwa 2500 bis 5000 Euro Wert? Kann mir jemand direkt ein Modell empfehlen? (Mit ein paar Empfehlungen spart man sich dann auch ein bisschen Zeit im Musikgeschäft...)
    2. Benötigt man Spezial-Equipment? Andere Seiten, anderer Bogen, anderer Koffer etc.? Oder reicht normales Equipment aus?
    3. Brauche ich einen Verstärker oder reicht auch hier eine DI-Box? Wenn es ein Verstärker sein muss, muss es ein spezieller Geigen-Verstärker sein? Mein Freund hätte noch einen alten Hughes & Kettner Kombo-Verstärker übrig, eventuell könnte ich zum Teil auch über sein größeres Equipment spielen, aber nicht immer.

    Danke schon mal für eure Antworten!
     
  2. suamor

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    Erstellt: 03.01.12   #2
    Den Klang macht bei der E-Geige das Instrument nicht so wesentlich, sondern der Abnehmer. Durch dein Equipment kannst Du den Klang aber vollkommen verändern. Extremes Beispiel: Wenn Du Deine akustische Geige als Modell aufnimmst (Mikrophon/Abnehmer -> Dirac-Impuls über den Steg), kannst Du den Klang der E-Geige mit der A-Geige so zusammenrechnen (nennt sich Falten oder engl. Convolution), daß auf den Boxen die E-Geige wie eine akustische klingt. Normalerweise treibt man natürlich keinen solch großen Aufwand, EQ / Mixer machen erst einmal die Basis aus. Wichtig ist ein guter Vorverstärker (mit möglicht wenig Rauschen). Ich selbst spiele eine tschechie "Reiter" Alien (Vorgängermodell). Die Geigen werden i.d.R. nach Kundenwunsch gebaut. Ich finde den Klang sehr angenehm (preislich zwischen 340 und 600€ - die hat dann aber schon 7 Saiten ;). Natürlich tut es auch eine preiswertere HBV. Eine Viper ist dann schon Luxusklasse, nicht nur wegen der Bünde.

    Das hängt vom Instrument ab. Die meisten E-Geigen passen in einen normalen Koffer. Sowohl die Viper als auch meine verkaufte S-förmige Straus benötigen spezielle Kästen (hier noch eine Übersicht von ein paar Herstellern)
    Bei Piezzo-Abnehmern kannst Du alle Saiten verwenden, bei magnetischen nur Stahlsaiten. Beliebte Saiten sind Helicore (Stahl umsponnen) und Sensicore (Perlon umsponnen, E natürlich Stahl).

    Das ist nicht unbedingt mein Spezialgebiet. Ich meine aber ja, bei mir ist die Kette Geige -> Vorverstärker -> EQ/MultiEffekt/Computer -> Lautsprecher
    Zum Üben reicht aber ein Micro-Cube (oder ein Kopfhörer + entspr. kleiner Verstärker).

    Wenn möglich, das Equipment vorher mit der Geige im Laden testen.

    Gruß
     
  3. DamnedMusician

    DamnedMusician Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.01.12   #3
    Hallo!

    Danke für die Antwort, das hilft mir schon ein bisschen. Wenn ich dich richtig verstanden habe, brauche ich gute Abnehmer. Woran merkt man denn, ob eine E-Geige gute Abnehmer hat? Oder würde es auch funktionieren, eine billige E-Geige zu kaufen und teure Abnehmer einzubauen? (Ein Bekannter hat das mal bei einer E-Gitarre gemacht und das funktioniert überhaupt nicht!)

    Ich hab die Modelle mal online angeschaut. Die Reiter Alien II wäre vom Preis her auf jeden Fall machbar. Interessant auch, dass es E-Geigen mit 7 Saiten gibt - wusste ich gar nicht! Wie sind die 3 Saiten mehr denn gestimmt? Und gewöhnt man sich an sowas, wenn man sonst nur 4 Saiten zur Verfügung hatte?
    Von den HBV-Geigen hab ich online schon ziemlich viel Schlechtes gelesen... Bist du sicher, dass die empfehlenswert sind?
    Eine Viper wäre dann doch etwas zu teuer für mein Budget. Außerdem habe ich keine Ahnung, ob ich mit den Bünden zurechtkommen würde. Ich erkenne den Sinn dahinter nicht wirklich^^ Natürlich kann man ohne Bünde nicht immer perfekt sauber spielen, aber das ist ja gerade die Herausforderung bei der Geige. Ich war jetzt schon mehrmals im Studio und konnte auf der Aufnahme falsche Töne hören, die live richtig klingen... Aber das ist alles eine Sache der Übung...

    Woher weiß man denn, welche Abnehmer man hat? Damit ich nachher auch weiß, welche Saiten ich kaufen muss xD

    Und ich würde mich selbstverständlich freuen, wenn noch jemand was zum Equipment sagen könnte :)
     
  4. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 24.01.12   #4
    Hi,

    bei E-Gitten kann man alle möglichen Tonabnehmer zu Austauschen kaufen.
    Das gibts für E-Geigen nicht. (ohne eine mords Fummelarbeit)
    Wenn man Spaß hat, kann man sich in den USA ein Barbera Steg kaufen (250§)
    und sich den von einem Geigenbauer auf seine Geige basteln lassen.

    Ich sag es nochmal: teuer bedeutet nicht automatisch: super Klang.
    Das Drumherum spielt eigentlich die größere Rolle.

    Ich bin nach wie vor von der HBV (840 oder 870) überzeugt.
    Sie kostet nicht viel, dafür muß man nochmal 100-150 Euro für den
    Geigenbauer investieren und hat danach ein sehr gutes Instrument,
    was einen klaren Ton von sich gibt.

    Ich las gerade von dem HK-Combo von deinem Freund. Damit kann man was machen.
    Hast du technische Daten davon? Lass uns das doch mal anschauen.
    Membrandurchmesser in Zoll ("), ungefähre Wattzahl, Röhre oder Transistor.

    Es ist noch ein Weg bis zu nem guten Klang, aber ich denke, wir können dir hier helfen.


    cheers, fiddle

    p.s. weiter zu deinem ersten Post:
    - Es gibt keine speziellen E-Geigen-Verstärker. Das ist alles großer Quatsch.
    - Es gibt verschiedene Wege, um einen guten Bühnensound zu produzieren.
    - Das alles kostet etwas. Ich versuch dir mit meiner Erfahrung etwas zu helfen, damit
    das budget nicht unnötig überzogen wird.
    - Eine E-Geige wird leider nie so echt wie eine akustische klingen. Das würde eine
    akustische per Mikrofonabnahme auch nicht. Die Klangumgebung gibt vor, was wie weit
    funktioniert.

    Ich z.B. spiele in ner Metal-band und hier geht nur E-Geige. Mikrofonierung wäre der Supergau.

    Meine Auffassung: jede E-Geige klingt, direkt ins Mischpult eingesteckt, irgendwo grausam.
    Nicht verzagen! Man kann das Signal über einen Equalizer so verbiegen, daß es nahe an einen
    akustischen Klang heran kommt. Aber hier spielen die Komponenten eine Rolle!
    Z.B. eine Viper direkt in einen digitalen EQ würde nicht funktionieren, da das Signal zu schwach
    wäre. Die Viper ist passiv. Da müßte ein Vorverstärker dazwischen.

    Eine HBV kann das z.B. direkt. (d.h. das glaube ich, falls ich meinen Funk mal brücken muß)
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.01.12
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  5. DamnedMusician

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    Erstellt: 24.01.12   #5
    Hallo!

    Was genau kann der Geigenbauer denn an so einer HBV machen?

    Ehrlich gesagt habe ich mir die technischen Daten nie wirklich angeschaut und der Verstärker steht im Proberaum. Soweit ich weiß, ist es kein Röhren-Amp. Ich schau, dass ich nächstes Mal die Sachen aufschreib, wenn ich hinkomm.

    Danke für die Hilfe :) Dass eine E-Geige nicht wie eine akustische Geige klingen wird, ist mir klar... Das soll sie ja eventuell auch gar nicht. Ich wette, dass mir ein verzerrter Sound auch Spaß machen würde :D
     
  6. suamor

    suamor Helpful & Friendly User

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    Erstellt: 24.01.12   #6
    Hi

    Du hast mich nicht ganz richtig verstanden, ich wollte nur sagen, daß der Abnehmer im wesentlichen den Klang beeinflußt, der hinten raus kommt. Zum Auswechseln wurde ja genug erzählt :)

    Also ich habe eine E-Bratsche mit 6 Saiten, die fühlt sich vom Saitenabstand her ähnlich wie eine Geige an. Die Saiten sind naheliegenderweise enger beisammen, daher muß man sich schon etwas umgewöhnen. Die tieferen Saiten sind ebenfalls in Quiten gestimmt, also dann zunächst C, dann F usw.

    Ich sehe auch Studioaufnahmen unkritischer als Live-Auftritte, vor allem wenn man sich selbst gar nicht mehr hören kann. Nach eigenen Experimenten spiele ich ohne zu hören irgendwann falsch. Es soll aber Leute mit absolutem Gefühl (Finger) geben :D

    Das steht in der Produktbeschreibung. Magnetische Abnehmer sind ziemlich selten, so daß das bei den entsprechenden E-Geigen deutlich hervorgehoben wird.

    Gruß
     
  7. DamnedMusician

    DamnedMusician Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.12   #7
    Sagen wir so xD Ich hab jahrelang im Orchester gespielt, da hört man sich eigentlich auch nicht... Vor allem, wenn Schlagzeuger, Bläser und Co. voll reinhauen...
     
  8. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 25.01.12   #8
    Thema Monitoring:

    Das Monitoring ist eine der Hauptschwierigkeiten im Zusammenspile mit einer Band.
    Ich sehe es so, daß gutes Monitoring ebenso zum Instrument und zum Klang gehören,
    denn was nutzt es, wenn man die bestklingendste Geige besitzt, sie aber im Gefüge
    granicht hört..

    Man sollte sich auch nicht scheu zurückdrängen lassen.
    Der Schlagzeuger gibt die Grundlautstärke vor. Danach dreht der Gittarrist seinen Amp auf,
    damit er sich gut hört. Das selbe macht der Basser.
    Der Geigenklang kann (auch wenn noch so toll eingestellt) im Dauereinsatz extrem nerven.
    Deswegen sollte man auch nicht dauernd durchschrubben, sondern: Mut zur Pause.

    Bei der Geige muß man sich eher deutlicher hören, als die anderen Instrumente. Die
    Intonation leidet sonst gewaltig. Beim livegig geht zwar viel im Getümmel unter, aber wehe,
    man hört sich danach einen Mitschnitt an :D

    Ergänzung: Solche Mitschnitte muß man auch etwas entspannter nehmen, auch wenn es
    einem selber die Fußnägel verbiegt: Das, was auf der Aufnahme drauf ist, hört man mit
    menschlichen Ohren live nicht genau so! Irgendwie ist die Geige oft viel penetranter auf
    der Aufnahme, als man es vorher gehört hatte.

    Das "Blind-" oder "Taub-"Spielen kenn ich. War manchmal so, daß ich mir an der PA-box
    einen Ton abgeholt und dann weiter gespielt habe nach dem Motto: Ganzton, Halbton..
    ..müßte ungefähr passen. Macht wirklich keinen Spaß und ich will niemals erfahren, was ich
    damals gespielt hatte.

    Zusammengefaßt: gutes Monitoring ist wichtig. Das ist der teuerste Posten im gesamten
    externen Elektronik-Gewurschtel. Es gibt 2 mögliche Wege: 1.) knventionell über ne
    Monitorbox oder einen mirkofonierten Amp, oder 2.) über In-Ear.

    Der Monitor-sound muß nicht gleich klingen, wie der sound, der ins Publikum strahlt.


    cheers, fiddle
     
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  9. johannes1

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    Erstellt: 26.01.12   #9
    E-Geigen, auch teure, nehmen keine Phrasierungen an, Vibrato usw. Ich empfehle Dir eine gute Schülergeige oder Deine Konzertgeige mit einem guten Tonabnehmer an der G-Saite angeschraubt (Hauske, Fiddler-Tonabnehmer). Dazu einen Akustik-Gitarrenverstärker, mit Hall und Chorus. Die Höhe weg, ein bischen Mitte und viel Tiefe. Viel Spaß!
     
  10. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 27.01.12   #10
    Kannst du mir das auch eswas genauer erklären?
     
  11. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 01.02.12   #11
    So, nachdem sich unser johannes1 nicht mehr gemeldet hat, erkläre ich
    diesen post für absoluten Blödsinn.
    Ich könnte das alles auseinandernehmen, aber das ist es bei einer Eintagsfliege einfach nicht wert.
    Wenn jemand fragt, mach ich das natürlich ;)

    Ich hatte ja noch auf einen Meinungsaustausch gehofft, denn es gibt sicher auch andere
    Erfahrungen mit anderen setups und ermahnte mich noch: "naja, wahrschinlich hat er sich
    nur etwas ungeschickt ausgedrückt."

    Ich finde so einen Stil wirklich unter aller Kanone. Von mir aus, johannes, darfts du gerne in
    anderen Streicherforen deine "Weisheiten" in diesem Stil verbreiten.

    fiddle

    p.s. hab n bischen gesucht: hier
    gibts den Pachelbel-Kanon als Harley Benton E-Geigen Version. Musikalisch halt ich mich
    da raus (finds geschmacklos, aber da hat der Herr Pachelbel schon seinen Teil dazu beigetragen :D).
    Aber man erkennt doch sehr schön, daß Vibrato, sehrt tricky Fingersätze und sogar Phrasierung
    auch mit einer "billigen" E-Geige machbar sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 01.02.12
  12. DamnedMusician

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    Erstellt: 13.02.12   #12
    Hallo :)

    Ich melde mich mal wieder zu Wort ;) Der Hughes & Kettner von meinem Freund scheint wohl auch für E-Geige geeignet zu sein, er spielt darüber auch mit seiner Akustik-Gitarre. Leider stehen keine genauen Daten auf dem Verstärker, nur Edition Blonde und irgendwas von einem Maximum von 50 bis 60 Hz?
    Ich hab mich übrigens immer noch nicht entschieden. Deshalb nochmal die Frage: Was genau macht der Geigenbauer mit so einer HBV, damit sie besser wird?

    Und noch zwei Sachen:
    1. Meine neue Band stimmt ihre Gitarren/Bass auf Es statt auf E. Kann ich dann die Geige auch auf As statt A stimmen oder wird das komisch?
    2. Für Gitarren gibt es solche "Neon Strings". Ich hab das bei einem Kumpel am Bass gesehen und will sowas auf der E-Geige haben. Leider find ich im Internet nichts dazu. Gibts die etwa nicht?!
     
  13. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 13.02.12   #13
    Hi,

    die Angabe 50 Hz wird sich wohl auf die Stromversorgung beziehen: 230V 50Hz AC (Wechselstrom).

    Der Geigenbauer macht folgendes:
    - Den Obersattel nacharbeiten, damit die Saitenhöhe dort stimmt
    - Den Steg nachschneiden, weil der immer zu hoch ist (Saitenabstand)

    Weiter zu empfehlen wäre:
    - ein neuer Saitenhalter (Wittner) mit 4 Feinstimmer. Das Chinazeugs geht nicht so präzise.
    - wenn das Geld reicht, würden neue Wirbel die Stimmerei auch sehr erleichtern, man kann aber mit den
    Werks-Wirbeln auch leben. (gerade so..)

    Meine Band spielt auch in nem Drop-tuning, aber auf D. Das bedeutet für mich viel C-moll.
    N bischen ätzend diese Tonart, aber ich bleibe bei meiner Standard-Stimmung.
    Ein Halbton tiefer geht, da würd ich aber nach stärkeren Saiten suchen.
    Neon-Saiten sind mir für Geige nicht bekannt.

    cheers, fiddle
     
  14. DamnedMusician

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    Erstellt: 13.02.12   #14
    Hallo!

    Ich hab mich mal bei Google umgesehen. Wenn ich nicht vollkommen blöd bin müsste es folgender Amp sein und 40 Watt haben:
    http://www.guitarmaniacs.de/cgi-bin/gallery.pl?action=gallery&id=1485

    Dumme Frage: Sollten es 4 Feinstimmer sein? Ich hab auf meinen akustischen Geigen eigentlich immer nur 2. Und ich bin mir auch immer noch nicht sicher, ob es so eine HBV nun werden soll oder doch lieber etwas anderes. Fünf Saiten würden mir auch gefallen, aber ich habe keine Ahnung, ob ich mit sowas umgehen kann und würde das gerne mal anspielen. Die Frage ist bloß: WO?!

    Woher weiß man denn, ob Saiten stärker oder nicht sind? -.- Ich hab seither immer mit den Saiten gespielt, die mir mein Geigenbauer empfohlen hat.
     
  15. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 13.02.12   #15
    Wenn du auf Feinstimmer verzichten willst, dann müssen die Wirbel richtig gut passen und das tun sie
    bei der HBV nicht so, daß man gut damit stimmen kann. Das ist ein nerviges Rumgeeier damit.
    Wenn das gut funktionieren soll, müssen da neue Wirbel von einem GB rein.


    Das kann ich dir auch nicht sagen.
    Jedenfalls sind Saitenlage und Wirbelpassung bei deutlich teureren E-Geigen auch nicht besser.

    Beim T kann man sicher ein paar ausprobieren.
    Zu 5 Saiten kann ich nur sagen: Das sollte man vorher wissen, ob man die wirklich braucht.
    Bei 5 Saiten ändert sich etwas die Geometrie, Streichwinkel, Halsbreite, Saitenabstände zueinander.
    Daran kann man sich sicher auch gewöhnen..
    Ich habe bisher nie großartig eine C-Saite vermißt.
    Im Zusammenspiel taucht die G-Saite bereits in den Frequenzbereich von Gitte und Bass ab.
    Das wird schwierig, daß man diese C-Saite dann noch richtig in der Band heraushört.

    Leider meinen die Saitenhersteller, es wäre eine gute Idee, keine Stärkenangaben auf die Packung zu
    drucken, wie es bei Gitarrensaiten normal und auch wichtig ist. Da steht dann bestenfalls nur:
    leicht, mittel, oder stark drauf.
    Fairerweise muß man aber auch sagen: der Durchmesser ist nicht das Maß, sondern die Masse.

    Oft sind die schweren Saiten halt auch recht teuer, wie z.B. Pirastro-Oliv, aber es gibt sicher auch
    andere Saiten, die kein so großes Loch in den Geldbeutel reißen.

    Ein Halbton tiefer macht noch nicht so viel aus, aber ab einem Ganzton würde es schon schwierig werden.
    Da müßte man dann schon recht extravagante Wege einschlagen.


    cheers, fiddle

    p.s. in manchen Fällen sollte man auch mal ein ernstes Wort an die Kollegen abgeben, daß bestimmte,
    exotische Tonarten auf einer Geige mit gewissen Spieltechniken (leere Saiten, coutry oder irish fiddling)
    einfach nicht gehen. Braucht man unbedingt ein droptuning?
    Natürlich macht es Sinn, wenn der Gitarrist und Sänger das auf seine Tonhöhe so eingestellt hat.
    Aber es macht keinen Sinn, wenn alle Stücke auch problemlos einen Halbton höher gingen.

    Ich würd mal das Programm duchschauen und die Tonarten durchchecken. Dann sieht man weiter.
     
  16. DamnedMusician

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    Erstellt: 13.02.12   #16
    Warum sind Saitenlage und Wirbelpassung bei E-Geigen denn so schlecht?! Bei meinen akustischen Geigen hatte ich nur mit einer Billig-Geige aus China dieses Problem...

    An den Frequenzbereich hatte ich überhaupt nicht gedacht. Ich werde diesbezüglich am Besten nochmal mit dem Gitarristen reden, er kennt sich damit aus.

    Ich war auch ziemlich verwirrt, dass meine Band einen Halbton tiefer spielt. Meine akustische Geige hat das scheinbar problemlos mitgemacht. Und eigentlich hab ich auf allen Geigen (außer meinem China-Schrott) relativ hochwertige Saiten. Auf einer Geige habe ich Pirastro Obligato (69 Euro), die gibt es scheinbar für den gleichen Preis in "Strong". Wie wichtig sind die Saiten eigentlich bei einer E-Geige? Ich kann mich erinnern, dass meine Schwester mit ihrer Cello-Lehrerin drei Stunden lang nur Saiten getestet hat...

    Die Band macht Crossover, hat also keinen Sänger, sondern einen Rapper. Ich hab auch keine Ahnung, warum sie tiefer stimmen... Vielleicht frag ich mal jemanden :) Ich kann nur schlecht normal gestimmt lassen, wenn die alle tiefer sind. Sonst darf ich die ganze Zeit es und as spielen. Wobei es andererseits extrem anstrengend ist (vom Gehör her), wenn plötzlich ein anderer Ton rauskommt als erwartet.
     
  17. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 13.02.12   #17
    Die Antwort hast du selbst geschrieben. :D
    Wirbeleinpassen ist zeitraubend und muß konzentriert gemacht werden.
    Die meisten E-Geigen stammen aus ner Fabrik und da wird nicht lange an den Wirbeln rumgemacht,
    sonst wären die alle nicht für dieses kleine Geld zu haben.

    Wie gesagt, ich spiele in ner Metal-band (früher country). Selbst bei der country Musik gab es Probleme, daß die
    tiefen Saiten nur schwer durch die Band dringen. Für solo-Stücke hätte auch oft ne 3-Saiter gereicht :D
    Jetzt im Metal geht es generell etwas tiefer zu und wenn ich tiefes Begleitgeschrubbe einsetze, dann
    trete ich oft meine Zerre + etwas mehr output. Es soll da nicht wirklich nach vorne, sondern sich dazu mischen.
    Hier mit etwas mehr Höhen kann man die Geige schwach heraushören.

    Ich denke eine C-Saite geht fast ganz unter, außer man verschafft ihr Raum über das Arrangement
    -> die anderen müssen mal Pause machen..

    Manchmal ist sowas einfach nur hip. Im Metal ist es fast normal. Da gehen di sogar bis C oder noch tiefer
    runter. Das wird dann halt richtig finster. Aber wenn man nicht diesen Klang braucht, macht es keinen großen
    Sinn zumal man sich damit Probleme mit anderen Instrumenten einhandelt.

    Nicht so sehr, wie bei akustischen Instrumenten.
    Aus rein praktischen Gründen (Reißfestigkeit und Stimmstabilität) spiele ich immernoch auf ganz billigen
    Stahsätzen. Ich will da auch mal was probieren, aber dazu muß ich vorher einen besseren Steg anpassen,
    sonst macht das alles keinen wirklichen Sinn.
    Darmsaiten kommen für mich nicht mehr in Frage. Viel zu Temperatur und Feuchtigkeits-anfällig.
    Wenn mal eine reißt, muß man sowiso ne Stahl aufziehen, um weiterspielen zu können. Alles andere
    hält die Stimmung nicht sofort zum Weiterspielen.

    Ich würd mal mit den Kollegen reden. Wenn die bei ihrer Stimmung bleiben, würd ich auch runter gehen.
    Ein Halbton ist kein Problem. Das würd ich auch erst ne Weile mit normalen Saiten testen und wenn sich das
    zu schlapp anfühlt, würd ich mal nen stärkeren Satz ausprobieren.


    cheers, fiddle
     
  18. castagnari

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    Erstellt: 13.02.12   #18
    Das hat nichts mit E-Geige an sich zu tun, sondern damit, dass die HBV leider nur so eine Billig-Geige aus China ist. Als akustische Geige wäre sie bei der Ausführung unverkäuflich.

    @fiddle
    Ein schönes Klang-Beispiel für HBV hast du da gefunden. Da scheint keine große klangliche Nachbearbeitung erfolgt zu sein, so dass man einen guten Eindruck davon bekommt, was man von der "rohen" HBV klanglich erwarten kann.

    Falls jetzt irgendwer das Klangbeispiel ganz toll findet (ok, der junge Mann macht spieltechnisch seine Sache schon ganz ordentlich), der konzentriere sich bitte nur auf den Geigenton und versucht mal die poppige Begleitung auszublenden. Das ist m.E. ganz weit von einem natürlichen Geigenton entfernt und wird da auch mit viel Aufwand nicht hinkommen. Aber man kann sich bei dem Beispiel auch schon gut vorstellen, dass man zur richtigen Musik und passenden Gelegenheit einen ganz eigenen Ton entwickeln kann, der sicherlich seine Freunde finden wird.
    Wer aber doch mehr auf den natürlichen Geigenton steht, der kann sich zum Vergleich die Stücke anhören, die der selbe Künstler auf seiner akustischen Geige spielt (ok, etwas viel Hall) und überlegt sich dann noch mal, ob die HBV die richtige Wahl ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.02.12
  19. Roadjack92

    Roadjack92 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.12   #19
    Hallo zusammen,

    Da ich ja selbst eine 5-saitige E-Geige in einer Band (Rock/Pop) spiele, wollte ich auch kurz Stellung zu diesem Thema beziehen.
    Generell mache ich nur selten davon Gebrauch! Für's Melodiespiel reichen im Normalfall sogar die D, A und E Saite.
    Wenn du also planst die E-Violine als reines Melodieinstrument in der Band zu spielen würde ich zu einer 4 saitigen raten.

    Eine C-Saite bietet natürlich auch eine Reihe von Vorteilen, immerhin steigt dein Tonumfang um eine Quinte. Vorallem eröffnet es die Möglichkeit zu einem Spiel, was eher ans Cello angelehnt ist.
    Gegen Gitarre und Bass oä. natürlich ohne Durchsetzungsvermögen.
    Zusammen mit Singstimme und Klavier zB. kann man jedoch mit einer C Saite natürlich schon auch durchaus tolle Bass / Begleitstimmen spielen. Klingt halt richtig schön tief :p
    Sehr nützlich macht sie sich auch bei One-Man-Projekten mit Loop Station. Je mehr Umfang, desto vielseitiger kannst du das ganze gestalten.

    Zur Umgewöhnung kann ich nur sagen, dass es bei mir recht schnell ging. Man muss halt etwas proben, mir fiel die Umstellung jedoch nicht besonders schwer.

    Generell würde ich sagen:
    Bist du eher der traditionelle Geiger, bleib bei den 4 Saiten, viel Nutzen wirst du aus einer C Saite nicht ziehen.
    Willst du allerdings den eher experimentellen Weg gehen (Effekte, Loop Station etc) und klanglich gesehen eher Distanz zum klassischen Geigenspiel nehmen (evt. Richtung E-Gitarre), dann könnte eine 5 saitige dein Ding sein.

    Ob du nun zu ner 5 Saiter greifst ist und bleibt Geschmackssache. Du musst dir bloß darüber im Klaren sein, ob der Tonumfang den Aufpreis rechtfertigt.

    Zur Stimmung: Ich habe gelegentlich auch schon auf E Flat sprich As gestimmt, wenn ich Gastauftritte mit einer anderen Rockband hatte. Technisch ist es kein großes Hindernis. Wenn du allerdings vor hast, regelmässig zwischen E flat und Standard Tuning zu wechseln, würde ich an deiner Stelle schon in Feinstimmer und Wirbeln investieren.
    Wenn du in E flat spielst, würde ich außerdem leere Saiten vermeiden. Die klingen so oder so irgendwie schief bzw. ungewohnt.

    Schau dir halt an, wo ihr harmonisch in der Band steht. Wenn du dich in Standard Tuning stets mit 6 b's herumschlagen müsstest, würde ich zu 'nem E flat Tuning greifen.
    Auch wenns nicht optimal fürs Ohr ist...
    Lieber G-Dur in E flat als Fis Dur in E.
    Oder schlag einfach vor alles in Standard Tuning zu spielen. Nen großen Unterschied macht's im Endeffekt auch nicht...

    Best regards,
    Road
     
  20. DamnedMusician

    DamnedMusician Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.12   #20
    Hallo!

    Laut dem Rapper stimmt die Band nur tiefer, weil Crossover scheinbar meistens so gespielt wird :D Ich werde aber auch nochmal den Rest der Band fragen.

    Mir reißen Saiten extrem selten. Normalerweise hab ich auch angespielte Sätze da, dann hat man das Problem mit der Stimmung nicht ;)

    Die Entscheidung zwischen 4 und 5 Saiten finde ich immer noch extrem komplex. Auf der einen Seite würde ich schon gern mitschrubbeln, wenn die Gitarren tiefe Begleit-Linien spielen. Auf der anderen Seite ist die fünfte Saite natürlich nicht nötig, wenn man sie ohnehin nicht hört. Allerdings spiele ich für eine Metal-Band öfter mal im Studio was für die Balladen ein - da gibt es auch schöne Songs mit Klavier... Davor hat mal eine Bratsche eingespielt und die Band hätte eigentlich gerne den tieferen Sound, den ich mit der Geige nicht machen kann. Da wären 5 Saiten natürlich auch ein Vorteil. Schwierige Entscheidung. Und so eine E-Geige bekommt man ja auch nicht so gut los, wenn man beispielsweise eine 4saitige hat und sich dann doch noch für eine 5saitige entscheiden will. Vielleicht fahr ich einfach mal in einen Musikalienhandel und versuch es mal mit anspielen.
     

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