[Gitarre] - Santander St-500 (Stratkopie)

Dieses Thema im Forum "Reviews" wurde erstellt von metz, 14.08.2007.

  1. metz

    metz Registrierter Benutzer

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    Anfänge:

    Alles begann im Februar '06 als ich beschloss E-Gitarre zu lernen. Schon als Kind hatte ich den Wunsch Gitarre zu spielen, was aber im Laufe der Zeit von mir in Vergessenheit geriet, mit dem zarten Alter von 15 Jahren aber wieder auftachte, als ich bei einem Freund auf der Akustikgitarre rumkimperte und mit scheppen Tönen Smoke on the Water nachzuspielen versuchte. Bald darauf wurde dann auch eine biliige Konzertgitarre bei Ebay gekauft und logischerweiße tat sich nach einigen Monat der Wunsch nach einer E-Gitarre auf.
    So weit so gut dachte ich mir. Es wurde das erste mal hier m Forum gestöbert, in Threads über Anfängergitarren geschmöckert und dann zum Ergebniss gekommen, dass die Ebay Gitarren gar nicht so schlecht sein konnten, wie das hier im Forum beschrieben wurde.
    In der grenzenlosen Naivität wurde dann bald ein Ebay Starterset für ~120€ (Verstärker, Kabel, Pleck, Tasche) gekauft und sämtliche Ratschläge vernachlässigt.

    Wer opfert schon gern sein Erspartes um eine vermeintlich bessere Gitarre zu kaufen?
    Die Bilder bei Ebay sind doch schön, die muss einfach was taugen.
    ... Wow und die Mechaniken sind sogar ölgelagert. Für den Laien machen diese ganzen vermeintlichen "Futures" natürlich großen Eindruck, der Preis war natürlich auch sehr verlockend :rolleyes:


    Austattung:

    - Vintage Tremolo
    - 3-teiliger, massiver Holzkorpus (K.A. von verwendeten Holz, vllt Erle?)
    - Ahornhals mit Palisandergriffbrett (Etwas dicker als C-Shape)
    - Ölverkapselte Mechaniken
    - 21 Bünde
    - 3 Singlecoils
    - 1 Volume und 2 Tone Potis
    - 5 Wege Switch
    - Chrom Hardware
    - 3-lagiges Schlagbrett
    - Sunburstlackierung
    - Standart .9er Saiten (Habe .10er drauf)


    Verarbeitung:

    Durch die anfängliche Euphorie war die Gitarre natürlich super, aber auch nach nachhaltigen Betrachten, gibt es keine zerrschmetternde Kritikpunkte. Die Gitarre hat allein ~60€ gekostet und deshalb sollte man sie nicht mit 400€ oder teureren Gitarren vergleichen. Aber hier nun die Fakten.


    Die Bünde sind sauber abgerichtet, bei Slides etc. kann man sich nicht den Finger aufschneiden. Die Sidedots wurde aber teilweise nicht so schön eingesetzt. 2 Sidedots wurden mit etwa Füllmasse nachbearbeitet und das Sidedot am 15 Bund ist etwas zu weit nach unten verschoben. Hals ist wie bei einer normalen Strat mit 4 Schrauben befestigt.

    [​IMG]

    Der Lack wurde, obowohl ich die Gitarre als B-Ware mit Lackschäden gekauft habe, sauber aufgetragen, nur am Headstock gibt es ein Paar kleine Rotznasen. Sunburst kommt gut rüber und hat einen schönen warmen Ton.
    Mit der Lackierung meine Mustang kann man sie natürlich vergleichen, die kostet aber auch locker das 13 Fache.
    (Kratzer und Dellen sind erst durch die ~1,5 Jahren bespielung entstanden)

    [​IMG] [​IMG]

    Die Potis laufen sehr weich und ohne kratzen, fast als würde man Marzipan kneten. Der 5 Wege Switch läuft auch auch gut nur wackelt er ein bisschen zu den Seiten hin. Klinkenbuchse hat sich am Anfang gelockert, wurde aber nachgezogen und jetzt sitzt sie nach ~1,5 Jahren noch immer bombenfest.

    Die Gurtpins haben sich nach 2 Monaten gelockert. Zahnstocher und Leim rein und jetzt hält das ganze auch. Die Schrauben an den Stimmechaniken, sowie den Saitenniederhaltern sollte man auch nachziehen. Ist aber kein großes Hexenwerk.

    Wohl größter negativer Punkt sind die nicht entgrateten Imbusschrauben, wo ich mir am Anfang doch mal gern die Hand aufgesebelt habe. Jetzt weiß ich es aber und es ist mir bissher nicht mehr passiert.

    [​IMG]

    Aber auch der Sattel sieht nicht sonderlich vertrauenswürdig aus. Sieht fast aus wie harter Karton, hält bis jetzt aber. (Und hoffentlich noch etwas)

    Die Werkseinstellung war auch nicht gerade der Renner. Oktavenreinheit war völlig daneben, Halskrümmung stimmte jedoch. Saitenlage war etwas zu hoch. Ist jetzt aber annehmbar aber nicht perfekt.


    Bespielbarkeit:

    Die Bespielbarkeit ist gar nicht so schlecht wie man vllt. meint. Klar die Saitenlage ist etwas zu hoch und in den hinteren Bünden scheppert es leicht, was aber über den Verstärker nicht zu hören ist. (Deswegen nenne ich die Gitarre auch liebevoll Mr. Clangle -> to clang = scheppern ;))

    Der Hals ist wie schon oben beschrieben etwas dicker als das C-Shape von Fender, aber keinswegs ein Totschläger. Der Hals sollte aber immer mal wieder mit einem feuchten Lappen gereinigt werden, da er anfängt zu kleben.

    [​IMG]


    Klang:

    Trocken gespielt hat sie ein recht ausgewogenen Klang, nicht besonders schön aber für den Anfang reicht das meiner Meinung nach. Bloss die E-Saite hat für meinen Geschmack einen viel zu kalten, sterilen und trockenen Klang.

    Am Verstärker bleibt der Eindruck erhalten.
    Die Frage die sich stellt: Wo ist die Dynamik der E-Saite?
    Nun gut, man kann für das Geld nicht alles haben, zum üben reichts allemal.

    Für cleane Passagen klingts recht passabel. Angecruncht kommt auch ganz gut rüber. Dreckig verzerrte Sounds sind auch i.O.
    Downtunings oder extreme Verzerrung kann man hingegen jedoch vergessen. Ich glaub mein Staubsauger klingt da besser, wenn ich die volle Leistung auf den Teppich gebe. Widerrum sind Singlecoils dafür auch nicht entwickelt und gewickelt worden.


    Stimmstabilität:

    Nachdem ich das Tremolo still gelegt habe, lässt sich über die Stimmstabilität echt nicht meckern. Sie bleibt locker ein paar Tage auf der richtigen Stimmung, sofern man die Gitarre nicht mit 2 Ganztonbendings quält.

    [​IMG]


    Fazit:

    Ich weiß nicht ob ich ein recht gutes Modell erwischt habe, aber ich finde das Preis-Leistungsverhältnis wirklich gut. Für das Geld bekommt man doch recht viel Gitarre geboten - Auch wenn die Mustang meine Hauptgitarre ist, nehme ich immer wieder gerne die Santander in die Hand und klimmper mit ihr rum.
    Umbedingt weiterempfelhen würde ich sie nur bedingt, da ich im Rückblick doch gleich etwas hochwertigeres gekauft hätte.
    Wenn ihr aber kanpp bei Kasse seit ist die Gitarre auf jedenfall eine Überlegung wert. Wenn sie euch nicht gefällt habt ihrja immernoch das 14-Tägige Rückgaberecht.

    [​IMG]
  2. dave_murray

    dave_murray Registrierter Benutzer

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    sehr ausführliches review :great:

    toll gemacht!!

    mfg
  3. Beatler90

    Beatler90 Registrierter Benutzer

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    schönes review. zeigt dass billig nicht gleich schlecht is :)


    MfG
  4. x-Riff

    x-Riff Registrierter Benutzer

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    sicherlich Deiner Beschreibung nach was für Leute, die ein bißchen handwerkliches Geschick haben, um die Sachen zu beheben, die Du bemängelt hast und für Leute, die sich noch nicht sicher sind, ob sie nun bei der e-Gitarre als Instrument weiter machen wollen oder nicht.

    schönes review
  5. metz

    metz Registrierter Benutzer

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    Im Nachhinein noch entschuldigung, für die Rechtschreibfehler auf den Bildern, war heute Morgen bzw. gestern Abend doch nicht mehr so fit ;)

    Ja denke ich mir auch, so viel Geld würde man dann auch nciht in den Sand setzen.
    Selbst wenn man wirklich Handwerklich total unbegabt ist, hat man bestimmt noch Verwandte oder Freunde die einem mit Tat und Rat beseite stehen.


    MFG metz
  6. obotsg

    obotsg Registrierter Benutzer

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    Hi,

    hab auch so n Ding zu Hause liegen. Hier meine persönliche Meinung zu dem Set:

    Die Gitarre klingt kalt und steril. Nach etwa 30 Minuten oder nach ein paar Bendings kann man sie gleich neu stimmen. Laut Händler (bei ebay gibt es nur einen Händler der die Dinger verkauft) handelt es sich bei den Pickups um 3 SR12 Singlecoils, für die "ultra fetten" Sounds. Ultra fett hört sich aber anders an. Außerdem steht da noch dass sie 1A für alle Stilrichtungen sei (naja, Metal will ich damit nicht unbedingt spielen aber dafür sind ja Singlecoils auch nicht geeignet). Von wegen Einstellbarer Halsstab - beim krankhaften Versuch die Schraube in irgendeine Richtung zu drehen, bin ich abgerutscht und hab mich an der Hand verletzt. Massivholz Korpus - aaahja definiere Massivholz. Das Ding wiegt total wenig und als ich die Saiten gewechselt habe und der Deckel unten war, hab ich mit dem Schrauben zieher ins Holz gestochen. Das war überhaupt nicht massiv, ich tippe auf Sperrholz. Lustig wird´s erst bei der Beschreibung des Amps mit der Bezeichnung GX-20R. Laut Händler hat der Amp ja ganze 7 Einstellmöglichkeiten und das will ja was heißen denn bei preiswerteren Amps sind es ja meist nur 4 - 5 Regler :-) . Außerdem ist das teuerste und wichtigste bei einem Verstärker der Hall, ohne Hall ist ein Verstärker um 30% billiger ( ich bin abgebrochen vor Lachen ). Und jetzt das beste: Der Hall des Amps ist ein DELAY. Der Overdrive klingt voll aufgedreht eher nach Gartenarbeit mit der Motorensäge als nach einem ordentlichen Drive und das egal, welche Gitarre man dranhängt. Bei der Tasche ging der Reisverschluss schon nach einer Woche kaputt. Eine andere, hochwertigere Gitarre möchte ich nicht darin transportieren, der Stoff ist so dünn und die Tasche ist nicht gepolstert. Die 3 Plektren sind alle nach kurzer Zeit in der Mitte auseinandergebrochen und die 2 Kabel die dabei waren hatten nach einiger Zeit nen Wackelkontakt. Das einzige was bei dem ganzen Set was taugt ist wahrscheinlich das Stimmgerät mit Metronom. Ein Bekannter von mir hat sich das gleiche Set gekauft. Bei ihm war der Santander-Aufdruck komischerweise gold statt schwarz.

    Naja, Massenware aus China. Sogar für Einsteiger ne Zumutung, da vergeht schnell die Freude am spielen. Aber was will man auch groß erwarten für 95 Euro.



    Gruß obotsg

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