Roten Faden für autodidaktisches Lernern erstellen?

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Powerknoedel
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Hallo ihr Lieben,

ich möchte diesen Thread nutzen um mich einmal bei euch vorzustellen und gleich meine Fragen loszuwerden.
Ich bin 24 Jahre jung und komme aus Aachen. In Sachen Gitarre bin ich blutiger Anfänger und nach dem eigenen Gefühl auch nicht sehr musikalisch. Dennoch ist es ein großer Wunsch von mir Gitarre spielen zu lernen - und wo ein Wille da auch ein Weg, oder?-.

Das notwendige Equipment is bereits vorhanden. Ich habe eine Yamaha Pacifica 311h in Verbindung mit einem Vox VT20+ gekauft. Bücher und so weiter sind noch NICHT vorhanden.

Da es so viele Möglichkeiten gibt sich an die Sache heranzuwagen und ich mir einen eigenen Kurs zusammenstellen möchte, versuche ich auf diese Weg Informationen zu sammeln rund um das Thema autodidaktisches Lernen.
Wenn ihr jetzt nochmal neu starten würdet, wie würdet ihr starten?

Youtube Videos schauen, ein bestimmtes Lehrbuch von vorne bis hinten durcharbeiten, einen Online Kurs belegen oder einfach über Tabs die Lieblingssongs lernen?

Im Endeffekt möchte ich mir ein eigenes Lehrbuch zusammenstellen und mir Ziele definieren. Die Lernfortschritte möchte ich dann in einem "Tagebuch" festhalten und die erreichten Ziele abhaken.

Ich bitte um eure hilfreichen Antworten und sage schon mal danke :)
 
Eigenschaft
 
Gerade am Anfang kannst du dir so vieles falsch aneignen.
Der Weg wird darüber noch länger.
Nimm dir einen guten lehrer. Jemanden der dich wöchentlich kontrolliert und verbessert.
 
Ein Lehrer ist sinnvoll, wenn er gut ist - ansonsten kann er auch viel Schaden anrichten.

Ich hab recht planlos angefangen, mir Tabulaturen von Bands geholt die ich mochte, und nachgespielt.
Nach nem Jahr hab ich mit Unterricht angefangen, zwischendurch mal von nem Kumpel was zeigen lassen.

Die YouTube Videos gabs damals noch nicht, sonst hätte ich die wohl auch konsultiert.

Wichtig ist, egal was Du spielst, die Regelmäßigkeit.
Spiele jeden Tag ne halbe Stunde, entweder nach, oder Fingerübungen, oder worauf Du Lust hast.
 
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Hallo und willkommen im Board! :hat: Und willkommen im schönsten Hobby der Welt (für mich zumindest).

Wenn ich noch mal anfangen müsste. Oje, da muss ich jetzt viele Jahre zurückdenken. Es ist doch schon mehr als 35 Jahre her, dass ich mit Gitarre spielen angefangen habe, damals also noch keine Rede von Foren, Youtube Tutorials oder frei verfügbaren Tabs. Was ich damals hatte? Kumpels, die mir am Lagerfeuer mal einige Akkorde beigebracht haben. Irgendwann recht bald dann die Gitarrenschule von Peter Bursch - damals eines der wenigen Bücher, heute ist die Auswahl schon viel grösser.
Und als ich dann angefangen habe Bass zu spielen hab ich auch etwas Unterricht genommen.
Im Unterschied zu dir war ich aber ungefähr 10 als ich mit Gitarre angefangen hab und 13 mit Bass...

Was mich am meisten weitergebracht hat - und ich denke das ist universell bis heute gültig: neben bissl Unterricht, um auch die Haltung der Gitarre und allgemeine Griff- und Spieltechniken zu lernen, war es ein grundlegendes Verständnis von Harmonielehre zu bekommen (das 12 Takt Bluesschema ist mir seit damals in Fleisch und Blut übergegangen) und dann natürlich das spielen mit anderen. Und das sehe ich auch heute noch bei relativen Anfängern: das gemeinsame musizieren regt an, bietet Platz für Erklärungen und macht einfach unheimlich viel Spaß.

Darum auch von mir der Tipp: such dir zumindest für den Anfang einen Lehrer, damit du mal das handwerkliche Rüstzeug lernst und dann such dir Leute, mit denen du gemeinsam Musik machst.
Rein autoditaktisch glaub ich rennt man bald mal in eine Sackgasse, weil alles kann das Internet nicht erklären. Wobei ich durchaus hier den Nutzen sehe, dass man viel lernen kann - auch ich verwende immer wieder YT-Tutorials, wenn ich was neues anfange.
 
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Im Endeffekt möchte ich mir ein eigenes Lehrbuch zusammenstellen und mir Ziele definieren.
Die Definition der Ziele kommt an erster Stelle, erst danach kommen die Instrumente, um diese Ziele zu erreichen. Gerade für Autodidakten ist das ungemein wichtig. Die Lehrbücher und Online-Tutorials sollen die Ziele unterstützen, nicht umgekehrt.

Mögliche Ziele können sein:
  • Ich will im Sommer am Lagerfeuer ein kleines Repertoire an "Mitsing-Songs" begleiten können.
  • Ich will die musikalische Stilrichtung meiner Lieblingsbands erlernen (Metal, Rock, Jazz, Blues, whatever, ...)
  • Ich will eigene Songs schreiben können und deshalb verstehen, welche Akkorde und Töne zueinander passen.

Je nach Ziel ändert sich die Wahl deiner Vorgehensweise, um dieses Ziel zu erreichen.
 
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  • Ich will eigene Songs schreiben können und deshalb verstehen, welche Akkorde und Töne zueinander passen.
Das halte ich auch für wichtig um Songs nachspielen zu können. Denn ich finde es hilft ungemein, wenn das weiß. Dann versteht man auch besser die Songs, die man nachspielt.
 
MOIN!

Ich kann den obigen Kollegen nur zustimmen. Am Anfang ist ein Lehrer sehr von Vorteil! Als ich als kleiner Stöpsel meine erste Gitarre bekam (ich war so ungefähr 8 Jahre jung), da schabbelte ich einfach wild drauf los. Ohne Sinn und Verstand. Auch mit dem dazugehörigen Stimmgerät wusste ich nicht richtig umzugehen. Mir hat ja erstmal auch keiner erklärt, wie das geht und überhaupt ...
So entstanden schon die ersten gravierenden Problematiken. Die Akkorde die ich aus einem kleinen Heftchen übte, klangen schlichtweg falsch. Das merkte ich mit meinem grünen Schnabel aber nicht. Und so hat sich ein falscher Klang eingeprägt, welcher mühsam korrigiert werden musste.
Erst Monate später ergab es sich aus Zufall, dass mir jemand zeigte, wie ich die Klampfe richtig stimme, greife, etc.
Und von jener Person bekam ich wohl auch den genialsten Rat ever ...
"Hör' dir deine lieblingslieder genau an und versuche sie nachzuspielen. Spule eine gewisse Stelle im Song immer wieder zurück und suche dabei die Töne auf der Gitarre, bis du sie gefunden hast ... "
So lernte ich schließlich Gitarre spielen. Später kam natürlich noch der Austausch mit anderen Gitarristen hinzu, JamSessions, und irgendwann auch mal Youtube. Letzteres ist aber als absoluter Anfänger weniger zu empfehlen. Denn Fakt ist; Egal wie sicher du dir bist, dass du alles im Video gesehene richtig umsetzt, Fehler schleichen sich ein und diese können nunmal nicht von dem Mann im Kasten erkannt werden. Und wenn du dir beispielsweise rythmische Unreinheiten anlernst, die dir in Fleich und Blut übergegangen sind, wirst du dich bei jeder künftigen JamSession schwer tun und wenig spass haben.

Versteh mich nicht falsch, es gibt viele gute und geniale autodidaktische Musiker. Aber von Vorteil ist ein Lehrer einfach schon. Und wenn du ja schon selbst sagst, du wärst nich sehr musikalisch, ist die Gefahr einfach enorm groß, dass sich schwerwiegende Fehler einschleichen.

Oft werden in Musikschulen sehr preiswerte Workshops angeboten. Das kann zumindest mal der erste Schritt sein.
Oder vielleicht fragst du mal im örtlichen Musikalienhandel nach. Die geben dir bestimmt einige Tipps für Lau, du wärst ja schließlich künftiger Stammkunde.


Keep on Rockin'

Etienne
 
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Youtube Videos schauen, ein bestimmtes Lehrbuch von vorne bis hinten durcharbeiten, einen Online Kurs belegen oder einfach über Tabs die Lieblingssongs lernen?

Im Endeffekt möchte ich mir ein eigenes Lehrbuch zusammenstellen und mir Ziele definieren. Die Lernfortschritte möchte ich dann in einem "Tagebuch" festhalten und die erreichten Ziele abhaken.

Ich bitte um eure hilfreichen Antworten und sage schon mal danke :)

Ich würde immer wieder einen Lehrer wählen! Wenns aus irgendwelchen Gründen nicht geht, dann würde ich mir einen strukturierten Kurs oder ein Buch nehmen.

Am Anfang hat man keine Ahnung was man für die gewünschte Musikrichtung bzw. auch allgemein braucht. Da ist Führung schonmal praktisch, besser noch die Gegenkontrolle durch einen Lehrer, da sich schnell Haltungsfehler oder andere Fehlerchen einschleichen können. Am Anfang im bequemen Tempo mit einfachen Stücken, kommt man mit vielen Fehlern gut weg, aber später gibt dann ordentlich Probleme. Solche Probleme können soweit gehen, dass du gesundheitliche Schäden bekommst wie Sehnenscheidenenzündung etc..

Ein Lehrer bringt dir vieles:

-Er erstellt dir einen Plan basierend auf den Zielen, die du ihm nennst. Am Anfang stehen natürlich die Basics die jeder braucht, aber auch die gehen vorbei.
-Über Struktur und Lerngeschwindigkeit musst du dir vorerst keine Gedanken machen, denn er passt das Tempo an. Wer zu schnell übt, übt gern unsaubere Fehler ein, die später dann nur wieder ausgemerzt werden müssen.
-Haltungsfehler oder auch Technikfehler werden durch den Lehrer gleich korrigiert und du bist nicht auf deine Kontrolle angewisen. Ohne Lehrer müsstest du schon vorm Spiegel oder vor der Kamera üben, um zu sehen wo du was falsch machst. Auch kleine Fehler wie ein unsauberer Wechselschlag beim Saitenwechseln, kann durch aus sich später rechen.

Nachdem die Basics mal sitzen, kannst du allein durch starten. Das kann unter Umständen ganz schnell gehen oder auch länger.
 
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Du brauchst jemand in deiner Klicke, der/die es auch lernen möchte oder schon kann.
Es lernt sich einfacher, wenn man sich gegenseitig unterstützen.
 
Ich habe vor 3 Monaten mit dem Gitarre spielen angefangen. Im Vorfeld habe ich mich auch über die verschiedensten Möglichkeiten informiert, wie man anfangen kann.
Mein Fazit dieser Informationssuche: Frag 10 Leute und Du erhältst 12 Meinungen. Das soll jetzt kein Vorwurf an irgendwen sein, denn es ist ja so, dass jeder auf "seine" Weise angefangen hat. Der eine hat mit einem Lehrer angefangen und war/ist damit zu frieden. Der Nächste hat schlechte Erfahrungen mit einem Lehrer gemacht, hat aber es sich mittels Büchern beibringen können.

Was will ich damit sagen? Du musst für Dich selber herausfinden, wie Du es angehen möchtest. Ich habe, z.B., bei 5 Lehrern Probestunden genommen und mir diverse Bücher und Tutorials bei YouTube angesehen. Ich habe für mich gemerkt, dass es für mich Sinn macht mit einem Lehrer zu beginnen, da ich dort Fragen stellen kann und meine Fehler direkt korrigiert werden. Wie es in ein paar Monaten aussieht weiß ich wirklich noch nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn. Probiere am Anfang viel aus, lass Dir Nichts "aufzwingen" und schau auch rechts und links des Weges. Dann wirst Du bestimmt Deinen Weg finden.
 
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Mein Fazit dieser Informationssuche: Frag 10 Leute und Du erhältst 12 Meinungen
Na, so schlimm ist es doch nicht, die meisten hier haben ja einen Lehrer empfohlen. Wir können halt auch nur aus unseren Erfahrungen berichten, von unseren Fehlern und unseren Erfolgen. Davon kann der TE oder auch andere Anfänger profitieren.
Den Weg finden muss sowieso jeder selbst.
 
Na, so schlimm ist es doch nicht, die meisten hier haben ja einen Lehrer empfohlen. Wir können halt auch nur aus unseren Erfahrungen berichten, von unseren Fehlern und unseren Erfolgen. Davon kann der TE oder auch andere Anfänger profitieren.

Das war in keinster Weise angreifend gemeint :) Auch war es nicht allein auf das Forum bezogen. Ich habe halt im Vorfeld auch Leute persönlich gefragt, die schon Gitarre spielen bzw. Musik machen. Da bekommt man schon unterschiedlichste Meinungen zu hören.
 
Es kommt auch immer schwer auf Alter, Vorwissen und eigene Ziele an. Gibt ja auch Leute, die sagen 4 Akkorde reichen ihnen, während andere sagen nur 4 Akkorde als Begleitung zu schrammeln ist kein Gitarre spielen. Letzendlich wirds am Ende eine Mischung aus allem. Wenn man nicht weiter kommt, ist man mit einem Lehrer oder Kurs immer gut beraten, um eine Richtung vorgegeben zu bekommen. Wer freier sein will lernt autodidaktisch. Gerade junge Schüler fangen meistens mit einem Lehrer an, da die Eltern das Kind meistens zur Musikschule schicken. Wer älter ist, kann Veto einlegen und hat vermutlich auch eine stärkere Vorstellung wie was laufen soll.
 
Gerade junge Schüler fangen meistens mit einem Lehrer an, da die Eltern das Kind meistens zur Musikschule schicken.
Sinnvoller ist oft laut meiner Erfahrung einen individuellen Lehrer zu finden.
Die Musikschulen bieten oft einen breiten Bereich an, haben aber nach meiner Erfahrung immer etwas weniger Individualität und Lehrer-Schüler Beziehung als die, die man einzeln aufsucht.
Dafür hat man eine gewisse Qualität gesichert, privat kann man an den letzten Frosch geraten.
 
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Individuelle Lehrer finde ich auch sinnvoller, wenn man weiss wohin man möchte. Dann kann man sich genau hierfür einen Lehrer suchen. Preislich sind unabhängige Lehrer oft auch attraktiver.
 
Die Musikschulen bieten oft einen breiten Bereich an, haben aber nach meiner Erfahrung immer etwas weniger Individualität und Lehrer-Schüler Beziehung als die, die man einzeln aufsucht.
Einspruch, das stimmt in keiner Weise. Woher hast du diese Informationen? Du sprichst evtl. von den VHS-Gitarrenkursen.
Ich arbeite selber in einer relativ kleinen Musikschule, bei uns sind insgesamt rund 50 Lehrer beschäftigt, wovon ca. 6-8 Lehrer Gitarre (E und A) im Einzelunterricht anbieten. Jeglicher Unterricht wird individuell auf jeden Schüler zugeschnitten anbieten. Das ist heutzutage die Regel und nicht die Ausnahmen.
Natürlich sehen die Basics überall ziemlich ähnlich aus, wenn die Kinder in der Regel im Alter von 8-10 Jahren bei uns anfangen, Gitarre zu lernen. Das macht durchaus auch Sinn.

Ich kann natürlich nur von den Musikschulen in der Schweiz sprechen, glaube aber nicht, dass dies in Deutschland wirklich anders gehandhabt wird.
 
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Einspruch, das stimmt in keiner Weise. Woher hast du diese Informationen?
Von da:
Sinnvoller ist oft laut meiner Erfahrung einen individuellen Lehrer zu finden.
Ich möchte den Lehrern der Musikschulen keinesfalls ihre Qualitäten absprechen, ich hab die lediglich als sehr (fast schon zu) breit gefächert kennengelernt.
Wenn man weiß, wo man hin will, und wenn diese Richtung nicht Pop oder Klassik ist, kann man sich einen deutlich zugeschnitteren Lehrer suchen.

Wie gesagt, meine Erfahrungen.

Leider habe ich auch schon viele sehr mittelmäßige Musikschullehrer kennengelernt, weswegen ich auch nicht pauschal sagen kann, da ist immer ein Niveau gegeben.
Deswegen, ob Musikschule oder privat, testen und aufs Bauchgefühl achten.

Sowieso galte ich einen Wechsel alle paar Jahre durchaus vertretbar, um mal neue Eindrücke zu gewinnen.
 
@Powerknoedel will doch sowieso autoditaktisch lernen, so wie ich das verstehe ohne Lehrer. Auch wenn ich das eigentlich nicht empfehle. Nach meinen Beobachtungen ist die Motivation mit Lehrer grösser. Und da kann man an solche und solche geraten, ich glaub auch in der Schweiz gibt es bessere und weniger gute. ;)
Was ich auf jeden Fall empfehle, ist möglichst rasch gleichgesinnte zu suchen und mit denen gemeinsam Musik zu machen. Das macht gleich noch mal so viel Spaß und auch da ist ein enormer Lerneffekt vorhanden.
 
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Was ich auf jeden Fall empfehle, ist möglichst rasch gleichgesinnte zu suchen und mit denen gemeinsam Musik zu machen. Das macht gleich noch mal so viel Spaß und auch da ist ein enormer Lerneffekt vorhanden.
Wobei das je nach Region um einiges schwerer ist, als einen passenden Lehrer zu finden. :ugly:

Cheers,
Michael
 

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