Synth-Sounds auf KORG 01/W u.a.

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slicht
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Guten Tag zusammen,

ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen:
Mein Name ist Chris, ich bin Keyboarder in einigen Partybands und Bassist in einer Jazzband.

Mein Problem betrifft einen Song, den die meisten von euch sicherlich kennen: Es geht um
"Und morgen früh küss ich dich wach" von Helene Fischer.
Von diesem Song kursiert bei Youtube ein Party-Remix: Hier klicken!

Ich habe mich schon länger gefragt, wie ich diese markanten Synth-Sounds aus meinen Keyboards rauskriege.
(Bin nicht so der Soundspezialist, spiele meistens mit Werkssounds).
Ich habe folgende Synths: KORG PA2XPro, KORG 01/W und Roland XP-50.

Es geht um den Sound, der die Melodie spielt ab Minute 1:30 bzw 3:30

Hat zufällig schon mal jemand ähnliche Sounds auf dem Synth produziert bzw hat jemand eine Idee wie es geht?

Freue mich über jede Antwort.

LG,
Chris
 
Eigenschaft
 
Ich habs mir tatsächlich angehört, und weiß jetzt, welchen Sound Du meinst. Obwohl das ja wirklich ein fieser Remix ist.

Aber das ist Geschmackssache.

Für den Sound brauchst Du mehrere Sägezahnwellen, die Du leicht gegeneinander verstimmst und die Du dann durch ein Lowpass Filter schickst. Am Ende legst Du Hall und Delay drauf.
Roland hatte im JP8000 die Supersaw, den Klassiker solcher Sounds, vielleicht gibt es im xp 50 eine ähnliche wellenform.
Bei den beiden Korg Geräten hab ich meine Zweifel, ob das geht, es sind ja klassische Rompler, aber vielleicht haben die doch ähnliche Wellenformen. Für den Sound das wichtigste ist das Detuning der Oscillatoren gegeneinander.
Der 01w hat den OSC Mode Double und er bietet ein Detuning an. Du musst dann nur noch einen Sägezahn in der OSC Auswahl finden.

Lutz
 
Diese "Anthem"-Sounds waren auf den meisten 90er-Romplern tatsächlich nicht ganz einfach zu realisieren, hab ich damals auch immer probiert auf nem Roland JV-90 ;-) Tatsächlich war der (virtuell-analoge) Roland JP-8000 mit seiner Supersaw-Wellenform entscheidend dafür verantwortlich, dass diese Sounds so populär wurden.
Mit dem XP-50 müsste man so etwas in der Art aber basteln können, wie oberlutz beschrieben hat. Leg so viele Sägezähne übereinander wie möglich und verstimme sie leicht gegeneinander. Wenn ich mich richtig erinnere sind das beim XP-50 pro Patch bis zu vier "Tones", jeder kriegt eine Saw Wave. Eventuell gibt es ja auch schon eine Wellenform namens "Multi Saw", "Dual Saw", "Super Saw" oder so, das wäre noch besser. Das Ziel ist es, möglichst viele leicht verstimmte Sägezähne übereinander zu schichten. Natürlich kannst du auch mehrere Patches bauen und im Performance Mode übereinander legen, für noch mehr Stimmen gleichzeitig. Der Beispielsound bei Helene hört sich so an, als wäre zusätzlich noch ein leiser Rauschgenerator oder so im Spiel, der obenherum das Zischen macht.
Dann wird das Ganze gefiltert mit ein bisschen Resonanz (nicht zuviel). Am besten legst du dir den Cutoff auf's Modulationsrad. Dazu knackige Filter- und Amp-Envelopes (kein Attack, ganz kurzes Decay, Sustain ca. 70-80%, kurzes Release) und ein bisschen Achteldelay. Dann müsste es eigentlich ganz gut hinkommen.
Beim 01/W bin ich skeptisch, weil der keine anständigen Filter hat (keine Resonanz). Die Roland Rompler hatten damals die deutlich besseren Filter. Aber probieren kann man es damit natürlich auch, nach dem gleichen Prinzip. Und der Pa2X müsste als Entertainer-Schleuder sowas in der Art eigentlich doch schon als Preset an Bord haben, so alt ist der ja noch nicht. Solche Presets heißen gerne "Trance Lead" oder "Power Saw" oder sowas in der Richtung.
LG
Lasse
 
Hi ihr beiden,
vielen lieben Dank für eure Infos.
Dann muss ich mich mal ganz tief in die Materie reinlesen in den nächsten Semesterferien ;)

Ich war eigentlich bisher immer der, der alles mit Werkssounds gespielt hat, weil mir das Programmieren zu viel Arbeit war und zu kompliziert erschien ;)
Aber ich werde es dann jetzt mal versuchen.

In meinen XP-50 muss ich mich noch allgemein ziemlich einarbeiten weil ich ihn erst seit einigen Wochen besitze.
Der PA2X hat tatsächlich eine "PowerSaw" an Bord, klingt im Groben schon ganz passabel, ist mir aber doch noch zu weit von meinem Wunsch-Sound entfernt.

Danke für eure Hilfe,

Grüße Chris
 
Für die XP-50 wurden ja schon gute und richtige Tips gegeben.
Vielleicht könnte man noch ergänzen, daß zu den verstimmten Sägezähnen ein wenig zusätzliches weisses Rauschen (gespielt durch ein fast offenes Tiepassfilter mit ein wenig Resonanz den Sound noch dichter und giftiger machen kann.


Bei der 01/W sieht's wie schon erwähnt im Program-Modus etwas düster aus, da nur 2 Oszillatoren zur Verfügung stehen und man möglichst viele gegeneinander verstimmte braucht.
Folgendes kannst Du dennoch ausprobieren:
  • Soweit ich mich erinnere, gibt's im 01/W eine ganz gute "PWM"-Wellenform - die klingt für sich schon ähnlich wie mehrere Oszillatoren mit Schwebung. Ich weiß allerdings nicht mehr auswendig, ob sie obertonreich genug ist oder schon "vorgefiltert" gesampelt wurde. Du könntest jedenfalls mal versuchen, bei beiden Oszillatoren diese Wellenform zu wählen und sie gegeneinander zu verstimmen - das dürfte schon mal dichter klingen als nur 2 Sägezähne zu nehmen.
  • Oder/und man baut den Sound im Combination-Mode zusammen. Hier kann man bis zu 8 Programs und damit bis zu 16 Oszillatoren verwenden (der Sound wäre in dem Fall nur 2-Stimmig spielbar). Hierzu baust Du ein "Basis"-Program mit Sägezahn- oder PWM-Waveform und den gewünschten Hüllkurven- und Modulationseinstellungen und layerst es im Combi-Modus 4/5/6-mal und verstimmst die einzelnen Timbres gegeneinander, was im Combi-Mode ja sehr einfach und übersichtlich geht.

  • Für Fortgeschrittene: man baut sich mehrere Versionen des Basis-Programs - Kopien mit (fast) identischen Einstellungen. Lediglich eine ganz leichte Tonhöhenmodulation per LFO (hier "MG" = "Modulation Generator" genannt) stellt man für jede der Kopien mit leicht unterschiedlicher Frequenz ein. Mit den leicht unterschiedlichen Programs baut man sich wie oben beschrieben eine Combination, die durch die ungleiche Tonhöhenmodulation der beteiligten Programs noch dichter und lebendiger klingen sollte.
  • Ebenso kann man andere tonhöhenmudulierende Parameter heranziehen, um die Basisprograms lebendiger zu gestalten: z.B. leichte Variationen der Pitchhüllkurve, Steuerung per Anschlagdynamik usw..
 
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