[Technik] Gitarristen und Racks (Rack-FAQ)

von LennyNero, 11.10.05.

  1. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI

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    Erstellt: 11.10.05   #1
    Ich bau mir ein Rack...

    Regelmaessig taucht im Gitarristenforum ja der Satz "Ich bau mir ein Rack zusammen" auf.

    Das Interessante dabei ist, dass die Zeit der Riesenracks (Kuehlschrankracks etc.) schon eine Weile vorbei ist, und sich die Hersteller nicht wirklich um den Markt bemuehen (die Auswahl an neuen Rackgeraeten fuer Gitarristen war vor 10 Jahren doch etwas groesser).

    Aber was ist den eigentlich ein Rack?

    Den Ursprung haben Racks in der Telekommunikationselektronik als Baugruppentraeger, und sind eigentlich nichts anderes als zwei Metallschienen mit 18 Zoll freien Raum dazwischen. In die Schienen befinden sich Loecher (damit man die Geraete festschrauben kann), und diese Loecher sind genau 19 Zoll voneinander entfernt (von der einen Schiene zur anderen).

    Da dieser Standard aus der Industrie kommt, ist natuerlich nicht nur die Breite, sondern auch die Hoehe festgelegt... die kleinste Einheit ist dabei eine Hoeheneinheit (HE, im englischen Schlicht U fuer Unit) die 44,45 mm (1,75 Zoll) betraegt. Ueblich sind Geraete mit 1HE, 2HE und 3HE (es gibt aber durchaus auch mal andere Groessen... keine Regel ohne Ausnahme).

    Wikipedia beschreibt das ganze nochmal ausfuehrlich.

    Was hat das jetzt mit uns Gitarristen zu tun?
    oder: Rackgeschichte aus der Sicht der Gitarristen

    Naja, der 19-Zoll Standard hat sich eben nicht nur in der Telkommunikationsindustrie, sondern auch in anderen Bereichen durchgesetzt: Video, Computer und natuerlich im Musikbereich.

    Und damit kommen wir der Sache schon langsam naeher: In den Tonstudios hat sich irgendwann Rackequipment durchgesetzt... zunaechst wohl Tonbandmaschinen, spaeter kamen dann Effektgeraete hinzu (und wir reden hier jetzt nicht von Multis, die kamen erst spaeter).

    Auf alle Faelle waren diese Rack-Effektgeraete von ausserordentlicher Qualitaet, und irgendwann muss es dann so gekommen sein, das ein Gitarrist genau diesen Sound nicht nur im Studio, sondern auch auf der Buehne haben wollte (und jetzt fragtmich nicht wer es gewesen ist, ich weiss es nicht).

    Da es ueblich war (und immer noch ist) bei Aufnahmen die Gitarre relativ nackt abzunehmen (Gitarre=>Amp=>Boxen), wurde erst das mit dem Mikrofon abgenommene Signal mit den Effekten (z.B. Chorus, Delay) bearbeitet... und genau das wurde auf den Buehnn nachgebaut: das Signal lief wie bisher in einen Gitarrenamp (Combo oder Stack), wurde mit Mikros abgenommen, der Kram wurde durch die Effekte gejagt in eine (mittlerweile verfuegbare) PA-Endstufe gegeben und ueber Fullrangeboxen wiedergegeben.

    Damit war das klassische w/d/w (Wet/Dry/Wet) Setup "geboren": in der Mitte steht die "klassische" Gitarrenanlage mit dem "natuerlichen" Sound (Dry), daneben das Rack mit den Effekten und der PA-Endstufe und links und rechts von dem ganzen die PA Boxen mit dem bearbeitetem Signal (Wet). (Vergleiche auch Van Halens Setup bei Guitargeek, allerdings mit "normalen" 4*12er Boxen fuer Wet)

    Keine Frage, nachdem der Platzbedarf der Gitarristen durch bessere PAs und Mikrophonabnahme gesunken war, war das der Schritt zurueck... so ein System brauchte Platz (und bei denen, die ihre Anlage so fahren wird da immer noch Platz gebraucht).

    Interessant ist dabei z.B. der Weg, den Brian May geht: sein Signal wird gesplittet, ein Teil geht direkt in einen AC30, der andere in ein Effektrack und von dort Stereo jeweils links und rechts in einen AC30 (Guitargeek zeigt das schoen fuer sein Setup von 1990 und 1999).

    Auf der einen Seite waren nun also die Effekte, auf der Anderen die herkoemmlichen Amps... und da war es nur eine Frage der Zeit bis jemand auf die Idee kam auch Gitarrenamps in Rackformat zu bauen.

    Leider bin ich mir hier jetzt auch nicht sicher was zuerst da war... entweder wurde zuerst "einfach" das Innere eines Amps in ein Rackgehaeuse gepackt, oder es wurde zuerst ein einzelner Vorverstaerker im 19-Zoll Format gebaut (und dann etwas spaeter die Gitarrenendstufe, bis dann jemand auf die Idee kam das wieder zusammenzupacken und Rackhead zu nennen), aber das ist jetzt ja auch nicht wirklich wichtig.... kommen wir zu den

    Rack-Komponenten

    Ein Vorteil eines Rack-Systemes ist ja die modulare Bauweise, d.h. man kann die Komponenten zusammenstellen die man haben moechte (oder die, die man sich leisten kann). Dabei gibt es Geraete die ganz aktiv den Sound beeinflussen (Preamps, Poweramps, FX (Multi und Einzeln)), und Geraete, die mehr oder weniger Sinnvolle Zusaetze sind (Wireless Systeme, Tuner, Stromverteilung).

    Beginnen wir hier mit dem unverzichtbaren Teil unseres Instrumentes:

    Verstaerker

    Neben Gitarre und Speaker ist ja der Verstaerker das unverzichtbare Element in unseren Setups. In einem Racksystem koennen diese in verschiedenen Formen auftreten.

    Rackheads
    Rackheads sind nichts anderes wie ?normale? Topteile in Rackform. D.h. sowohl Vor- als auch Endstufe befinden sich dabei in einem Gehaeuse. Solche Modelle gab es von Dynacord, Engl, Mesa und mit Sicherheit auch von anderen Herstellern.

    Ein Beispiel dafuer waere der Mesa Recto-Rackmount, wobei ich mir nicht sicher bin, ob der noch hergstellt wird.

    Poweramps?

    oder auch einfach Endstufen. Hier ist zu unterscheiden zwischen PA (und/oder Studio)-Endstufen, und Poweramps, die extra fuer Gitarristen gebaut wurden (werden).

    PA-Endstufen sind eher interessant in einem W/D/W-Setup, oder in Verbindung mit einem Modeller, da auch Endstufe eines Gitarrenverstaerkers den Tone faerbt (eine PA-Endstufe macht ein fertiges Signal ?einfach? Lauter).

    Bei Gitarrenendstufen sind derzeit zwei Typen zu Unterscheiden:

    Roehrenendstufen
    Sie klingen waermer als Transistorendstufen, haben aber den Nachteil das sie anfaelliger und schwerer sind (dieser Vergleich gilt generell wenn es um Roehre gegen Transistor geht). Neben den warmen Klang kommt hinzu, das sie (so man die Moeglichkeit hat) weit aufgedreht in die Saettigung gehen und dadurch eine obertonreiche Verzerrung bieten. So schoen sich das anhoert: selbst bei meiner Marshall 20/20 sind wir da in Lautstaerkebereichen, die selbst bei Gigs fuer 200/300 Gaesten (Indoor) zu hoch sind.

    Verbreitete Modelle sind derzeit:
    Engl E 840/50
    Engl E 930/60
    Marshall EL84 20/20
    Marshall EL34 50/50

    Mesa 20/20
    Mesa 2:Fifty
    Mesa 2:Ninety

    Das sind natuerlich laengst nicht alle verfuegbaren Geraete auch andere Firmen bauen (nach wie vor) Roehrenendstufen, z.B. Randall, Egnater und Peavey.

    Auch der Gebrauchtmarkt hat dort einiges zu bieten, denn gerade die erwaehnten Amps von Marshall und Mesa haben Vorgaengermodelle, die relativ guenstig zu haben sind.

    Zu erwaehnen ist noch, dass die meisten Roehrenendstufen Stereo ausgelegt sind. Dadurch muss man immer 2 Boxen (oder eine Stereobox anschliessen), ausser die Endstufe waere Brueckbar (bei Roehrenendstufen eher selten, z.B. die Peavey Classic Fifty/Fifty kann das), es handelt sich um eine Dual-Monoblock-Bauweise (man hat eigentlich 2 Endstufen in einem Gehaeuse, z.B. die Marshall 9100/9200 und EL34 50/50 sowie 100/100) oder es gibt zumindest fuer jeden Kanal einen Stand-By Schalter (Dies ist auch in der Novemberausgabe 2004 der Gitarre und Bass nachzulesen, und ich uebernehme dafuer selbstverstaendlich keine Garantie!!!

    Transistorendstufen und Hybride
    Wie bereits erwaehnt verstaerken PA-Endstufen linear. Da dies jedoch eine Eigenschaft ist, die auch bei einer fuer Gitarristen gebauten Transistorendstufe nicht gwuenscht ist, wurden (und werden) von den Herstellern Schaltungen entwickelt, die das Verhalten einer Roehrenendstufe simulieren. Sehr verbreitet waren hier die Gereate aus der Velocity-Serie von Rocktron.

    An aktuellen Modellen faellt mir derzeit nur die Power Engine 300 von Tech21 ein, aber auch hier hat der Gebrauchtmarkt neben den bereits erwaehnten Rocktron-Endstufen z.B. noch die Valvestate-Poweramps von Marshall zu bieten.

    Ein Vorteil der meisten Transitor-Endstufen ist, dass sie sie haeufig brueckbar sind: das bedeutet das man beide Kanaele zusammenlegen kann und so nur eine Box anschliessen muss. Dadurch eignen sie sich vorzueglich fuer Setups variabler Groesse.


    Preamps?

    oder der Vorverstaerker. Dieser formt den Sound sehr massiv, und derzeit kann man drei Varianten unterscheiden:

    Roehren-Preamps
    Wie der Name schon andeutet handelt es sich um Vorverstaerker, die aehnliche (oder gleiche) Technik verwendet wie die Vorstufe eines ?normaler? Roehrenverstaerker.

    Transistor- und Hybridpreamps
    Auch hier gilt wieder, das diese Geraete vom Aufbau her wie ?normale? Transistor- oder Hybridverstaerker sind

    Digitale Modeller
    Relativ neu sind (immer noch) die Digitalen Modeller. Dabei wird versucht mit der entspechenden Software das Klangverhalten verschiedener Vorstufen (meist ganzer Verstaerker) nachzubilden.

    Warum ich bisher keine Modelle erwaehnt habe?
    Ganz einfach: neben der Einteilung in die zugrunde liegende Technik lassen sich Preamps noch weiter unterteilen.

    Zunaechst gibt es da die
    reinen Preamps
    Diese Geraete bestehen aus einem oder mehreren Kanaelen, haben an der Vorderseite die entsprechenden Regler zur Eisntellung und sind so zu handhaben wie alle anderen, nicht programmierbaren, Verstaerker: man stellt seine Sounds ein, die lassen sich evt. Umschalten, das war es.

    Aktuell gibt es da z.B. den Mesa Boogie Recti Preamp, aber gerade hier bietet der Gebrauchtmarkt einige Modelle in Transistor-, Hybrid und Roehrenbauweise.

    Programierbare Preamps, einfach
    Einfach deshalb, weil die Geraete keine weiter Funktion bieten (ausser vielleicht einen Speaker-Sim Ausgang). Dazu zaehlen die beiden Roehren-Preamps Marshall JMP-1, Mesa Boogie Triaxis und Engl E-580. Als aktuell verfuegbares Transistormodell gibt es da z.B. den PSA1 von Tech21.

    Und auch hier kann es wieder nichts schaden wenn man den Gebrauchtmarkt durchsucht.

    Programmierbare Preamps mit FX[/url]
    Hierbei handelt es sich um Kombinationen von Preamps und Multi-Effektgeraeten. Zum einen hat man also im Geraet einen Preamp (der kann mit Roehren arbeiten, mit Transistoren oder Digital) und eine Effektsektion wie bei einem Multi-Effektgeraet.

    Neben den digitalen Line6 Pod Pro und dem Behringer V-Amp Pro gibt es da derzeit in Hybrid- und Transitorbauweise verschiedene Geraete von Rocktron (Prophesy, Chameleon 2000 oder das Replitone.

    Nur noch gebraucht erhaeltlich sind die Geraete der GSP-Serie von Digitech (GSP 2101 Studio, GSP 2110 etc.), das Roland GP100 oder das Boss GX700.

    Effekte
    Wie bereits am Anfang erwaehnt finden wir hier ja den Ursprung des Rack-Equipments fuer Gitarristen.

    Bei Effekten koennen wir wieder unterscheiden:

    Einzeleffekte
    Wie es der Name schon andeutet handelt es sich hier um Geraete die einzig und alleine einen Effekt bereitstellen. Sehr beliebt sind hier hochwertige Hall oder Delay-Geraete, aber auch andere Effekte werden (wurden) hier angeboten. Diese sind aber meist bei den Studio- und PA-Geraeten zu suchen, denn mittlerweile werden relativ wenige Einzeleffekte speziell fuer Gitarristen angeboten (in der Boom-Zeit der Racks war das noch anders, so hat Boss z.B. eine ganze Serie von 9,5 Zoll Effektgeraeten herausgebracht, z.B. Kompressoren, Chorus etc. extra fuer Gitarristen... 9,5 Zoll Geraete haben die halbe Breite eines 19 Zoll Geraetes, und zwei davon koennen auf einer Rackwanne nebeneinander montiert werden).

    Typische Einzeleffekte sind die bereits erwaehnten Delays, Hallprozessoren, Equalizer, Kompressoren. Eine schoene Besonderheit war (ist??? Keine Ahnung ob es noch gebaut wird) das Rackwah von Dunlop.

    Um das Ganze annaehernd komplett zu halten: auch bei Einzeleffekten kann man zwischen programmierbaren, und nicht-programmierbaren unterscheiden.

    Multieffektgeraete
    Auch hier deutet es der Name schon an: in einem Multieffektgeraet befinden sich mehrere Effekte innerhalb eines Geraetes. Auch hier laesst sich wieder zwischen Programmierbaren und Nicht-Programmierbaren unterscheiden, wobei in das letztere Geraete wie die der Ibanez UE400 Serie fallen (die aber schon lange nicht mehr gebaut werden).

    Sehr verbreitet ist hier mittlerweile das TC Electronics G-Major, oder dessen grosser Bruder, das G-Force. Wenn es dann noch eine Nummer groesser sein darf bietet da z.B. Eventide das Eclipse an (und auch das ist noch nicht das Ende nach oben!!!).

    Reine Multieffektgeraete fuer Gitarristen gibt es mittlerweile wenige, die meisten sind eine Kombination aus Multieffekt und Preamp (und die wurden bereits weiter oben abgehandelt).


    Geraete fuer den Signalweg
    Neben den Klangerzeugend und ?veraendernden Geraeten gibt es auch Equipment, das ?einfach? nur fuer den Signalweg zustaendig ist. Auch hier wird sich mit aller Regelmaessigkeit beim Studio-Equipment bedient, aber es gibt auch Geraete die speziell fuer Gitarristen entworfen worden sind.

    Splitter und Mixer
    Um moeglichst viel des Originalsignal beizubehalten, und um mehrere Stereoeffekte nutzen zu koennen (die meisten Stereo-FX bieten nur einen Monoeingang), werden Linemixer in ein Rack gesetzt. Das Signal wird (idR nach dem Vorvestaerker) getrennt (z.B: mit dem Skrydstrup Buffer) einmal durch ein Effektgeraet geschickt (oder auch mehrere) und dann mit einem Mischer (z.B. dem Skrydstrup Mixer wieder zusammengefuehrt, der das ganze an die Endstufe uebergibt.

    Allerdings haben wir mit diesen Geraeten schon den Boden verlassen und schweben in anderen Sphaeren (und vor allem anderen Preisregionen). Allerdings spricht nichts dagegen sein Glueck mit vergleichbaren Geraeten aus dem PA und Studiobereich zu versuchen.

    Patchbays
    Wer bei einem Auftritt schonmal einen Blick auf das rack neben dem Mischpult geworfen hat, wird dort schon mal ein Patchbay gesehen haben. In Gitarristenracks haben diese Geraete meist nur den Zweck die Anschluesse aus dem Rack nach vorne zu verlegen, um z.B. ggf. das schnelle Umstecken zu ermoeglichen. Ein Beispiel fuer ein soclhes Geraet ist z.B. das Behringer Ultrapatch

    Looper/Router und Switcher
    Diese Geraetekategorie habe ich zwar schon in der MIDI-FAQ fuer Gitarristen beschrieben... aber es schadet ja nicht sie noch einmal zu erwaehnen.

    Router muss man sich so vorstellen, als ob ein Geraet nur aus Einschleifwegen besteht. Das ganze laesst sich so programmieren, das bei einem gewuenschten Preset das Signal nur durch einen Teil der Loops laeuft, ein vermindern der Soundqualitaet wird daadurch vermieden (und nicht programmierbare Geraete lassen sich in ein Programmierbares Setup einbinden).

    Auch hier ist wieder festzustellen das die grosse Zeit solcher Geraete vorbei ist.

    Waehrend Geraete wie das Rocktron Patchmate (wird nicht mehr gebaut), das Ibanez Epp400 (wird auch nicht mehr gebaut), die MIDI-Bayette von Kitty Hawk und zahllose andere nicht mehr gebaut werden, sind die verfuegbaren Loesungen meist teuer, oder gar Custom Loesungen.

    Aktuelle Router Looper sind z.B. Axxess Electronics GRX4, das [urlhttp://www.t-rex-engineering.com/default.asp?show=page&id=2339]T-Rex[/url] Engineering Mac[/url], das DMC Guitar Audio Switcher oder die Systeme von CAE (Bob Bradshaw).

    Switcher
    Switcher sind an und fuer sich nicht im Signalweg, sondern uebernehmen einfach nur die Schaltfunktionen der Angschlossenen Geraete (Modeauswahl bei Poweramps, Kanalwahl bei Preamps etc.).

    Verfuegbare Modelle sind das Engl Z11 oder das Nobels MS-4.

    Auch hier gilt wieder, das sich viele Geraete dieser Art auf dem Gebrauchtmarkt befinden (und mir ist da auch keine komplette Uebersicht bekannt). Neben den bereits erwaehnten Geraeten fallen mir jetzt auf Anhieb noch die Switcher und Router von Rockman, das MS8 von Nobels (gibt es auch baugleich mit dem Fender-Logo) ein... wem mehr einfallen, einfach einen Kommentar hinterlassen.

    Einen Sonderstatus bei den Routern haben Geraete wie das Switchblade von Switchblade: dieses ist quasi Mixer, Splitter und Router in einem Gehaeuse, wobei sich die Reihenfolge der Loops frei programmieren laesst.

    Powerswitcher
    Einen Sonderfall bei den Routern sind Geraete die zwischen verschiedenen Endstufen und einer Box schalten koennen. Von Mesa gab es da den Power-Amp Switcher (keine Garantie ob das der richtige Name ist), Brunetti bietet hierfuer die Matrix an, die daneben noch als ?normaler? Router und Switcher dienen kann.

    Sonstiges
    So ein Rack laesst sich mit allerhand Firlefanz fuellen.

    Tuner
    Wenn das bereits benutzte Multi-FX kein Stimmgeraet (oder nur ein unzulaengliches hat), ist ein Racktuner eine sinnvolle Ergaenzung (ausserdem sieht das einfach toll aus, wenn die Lichter des Tuners im dunklen Leuchten, hat was von einem Raumschiff). Quasistandard in diesem Bereich sind die Tuner von Korg ( DTR1000, DTR 2000), aber auch andere Hersteller bieten Racktuner an (und auch hier hat der Gebrauchtmarkt das eine oder andere zu bieten, z.B. die Vorgaenger der erwaehnten Korg-Modelle, oder den 9,5 Zoll-Tuner von Boss).

    Wireless
    Die Mehrheit der Drahtlosanlagen, bzw deren Empfaenger sind in einem 9,5 Zoll Gehaeuse untergebracht (man muss sich daher fragen wieso es derzeit keinen 9,5 Zoll Tuner neu zu kaufen gibt). Entweder kommt das Geraets bereits mit einem Rackeinbausatz, oder man muss es auf einer Rackwanne montieren. Bei Wireless-Anlagen sollte man darauf achten, das sie True-Diversity sind (das Geraet hat zwei Empfaenger, Drop-Outs (Momente in denen das Signal nicht empfangen werden koennen) werden minimiert und das es das UHF-Band benutzt.

    Rechtlich ist dabei zu beachten, das auch eine UHF-Anlage angemeldet werden muss (bei einer VHF-Anlage muss im Grunde genommen jede Benutzung gemeldet werden). Empfehlungen? Beispiele? Nein, in diesem Bereich kenne ich mich nicht wirklich aus.

    Rackwannen und Rackschubladen
    Rackwannen dienen dazu darauf 9,5 Zoll (oder andere) Geraete zu montieren, damit diese in ein Rack gebaut werden koennen. Teilweise bieten die Hersteller dies fuer ihre Geraete an (mit den entsprechenden Bohrungen zum verschrauben), z.B. [ur=http://www.musik-service.de/ProduX/Gitarren/Effektgeraete/PedalEffekte/Boss_RAD50.htm]Boss[/url] es gibt aber auch ?allgemeine? Rackwannen (die unter Umstaenden eine Vielzahl von Bohrungen vorweisen KM Rackwanne).

    Rackschubladen gibt es in geschlossenen Ausfuehrungen (z.B. MSA Rackschublade in verschiedenen Groessen (Hes), oder auch offen. Letztere dienen haeufig als Traeger fuer Bodenpedale, die Teil eines Router-Systemes sind.

    Stromversorgung
    Nuetzlich sind Geraete die die zentrale Stromversorgung eines Racks uebernehmen. Zunaechst gibt es auch hier wieder Produkte, die auch im PA- und Studiobereich verwendet werden, und Solche, die extra fuer Gitarristen entwickelt wurden.

    Rocktron hatte im frueher die Powerstation im Angebot, die neben den 220V Ausgaengen auch 9V (AC)-Stromversorgung zu bieten hatte, Skrydstrup bietet das Power Center an.

    Nur fuer 220V sind die Geraete von Furman gebaut, dafuer bieten diese meist zusaetzliche Features (die Rackbeleuchtung ist zwar ein nettes Gimmick, aber das finde ich nicht sooo wichtig): diverse Filter, um das uerbertragen von Brummen und Rauschen aus dem Stromnetz zu unterdruecken, geeignete Sicherungen, die schnell genug reagieren, und dadurch das Equipment vor Schaden bewahren, oder ganz nobel Stabilisatoren (egal ob das Entz 260 oder 170 Volt ausspuckt, der Powerstabilisator gibt 220 Volt an die Geraete weiter, sehr interessant fuer Leute die ihren Strom bei einem Gig auch mal aus einem kleinen Dieselaggregat ziehen). (Nur als Beispiel: Furman PM8_E.

    So, jetzt hat man den ganzen Kram einzeln rumliegen... jetzt muss noch das eigentliche
    Rack her
    Grundsaetzlich muss man sich hier zwei Fragen stellen:

    1. Wo setze ich mein Rack ein?

    2. Wie gross soll es sein (Wieviele HEs brauche ich)?

    Und 3. Wie tief muss es sein?

    Die zweite Frage laesst sich generell damit beantworten, das es immer zu klein wird. Jedoch sollte ggf. beachtet werden das ein komplettes Rack sehr schwer werden kann (und wenn man den Kram alleine transportieren muss kann das schwer nerven).
    Je groesser der Platzbedarf, desto eher sollte man ueberlegen ob man sein Rack zerteilt, eine Moegliche Anordnung waere Preamps und Effekte in das eine, Poweramps in das andere Rack zu setzen.

    Die dritte Frage behandelt die Geraete, die in das Rack gebaut werden: die meisten Multi-Effektgeraete haben eine relativ geringe Einbautiefe, Endstufen brauchen da schon etwas mehr Platz. Fuer kurze Einbautiefen gibt es extra Shallow Racks, also Racks, mit einer geringeren Einbauteife.

    Kommen wir zur ersten Frage, dabei geht es in erster Linie darum wie belastbar das Rack sein sollte.

    Studio
    Die mechanischen Ansprueche sind hier mit Sicherheit am niedrigsten. Hier bieten sich Rackwagen oder Studioracks (haha) an.:

    MSA Studiorack
    MSA Tischrack

    Das Tischrack besteht dabei im Grunde nur aus einem einfachen Gestell, das Studiorack hat zwar Decken, Boden und Waende, aber keine Deckel.

    Rackbags
    Ebenfalls relativ neu sind Rackbags, oder Racktaschen. Im Grunde handelt es sich dabei um ein einfaches Gestell, um das eine Tasche gearbeitet ist. Offensichtlich sind sie nicht fuer den haertesten Roadalltag konzipiert, aber wenn es darum geht neben dem Top (oder Combo) noch ein kleines Effekt-Rack zu tragen ist es schon eine angenehme Loesung.

    Warwick Rackbag

    Kunstoffracks (SKB)
    Die Firma SKB (mittlerweile auch andere) bieten relativ stabile Kunststoffracks an. Relativ deshalb, weil sie schon mal den einen oder anderen Dong aushalten, aber nicht so massiv verarbeitet sind wie Flightcases.

    Shallow Rack
    Rotorack

    Flightcaseses
    Am stabilsten (und schwersten) sind Flightcases. Sie sind so gebaut, das man auch andere beruhigt sein Material transportieren lassen kann (aber Vorsicht: auch hier kann man uebertreiben!). Das hat dann natuerlich wieder seinen Preis.

    Live Rack

    Teurer geht immer: ?besser? sind Racks mit sog. Butterflyverschluessen (stabiler, fester als die Schnappverschluesse). Wenn das Rack schwer wird, sollten Räder montiert werden (oder montiert sein).

    Eine Besonderheit sind sog. Shockmount-Racks, dabei befindet sich zwischen dem Aussengehaeuse, und dem eigentlichen Rackrahmen eine Federung. Auf die Art und Weise kann das Equipment besonders schonend transportiert werden (selbst wenn ein Roadie die Kiste hin- und herwirft). Mesa und SKB haben solche Racks angeboten, und mit Sicherheit auch andere Hersteller.

    Kabel
    Das schoenste Rack und die besten Geraete taugen nichts ohne die noetigen Kabel. Hierbei muessen wir unterscheiden zwischen Kabel, die Audiosignale fuehren, Stromkabel und Steuerkabel.

    Beim verlegen der Kabel sollte man darauf achten, das es vermieden wird Stromkabel und Audiokabel zu kreuzen (sonst faengt man sich da ganz schnell unangenehme Einstreuungen).

    Bei der Qualitaet der Kabel (und Stecker) muss man nicht ganz so zimperlich sein, wie bei den Effektboards, da wir ja idR das Rack einmal verkabeln und dann so lassen (natuerlich :D ). Trotzdem sollten gerade die Audiopatchkabel von der Qualitaet her nicht zu schlecht sein, denn nichts ist aergerlicher als tausende von Talern fuer das Equipment auszugeben und an Kabelmaterial zu sparen. Das raecht sich!

    (vorlaeufiges) Fazit
    Racks sind eine tolle Angelegenheit, aber wo viel Licht ist, ist auch Schatten (wenn ich hinten in mein Rack reinschaue sehe ich da so einigen Schatten!).

    Man sollte sich vorher Gedanken machen, ob man ein reines Racksetup fahren moechte, oder eine Kombination aus Stack/Combo auf der einen Seite und Effektrack auf der anderen Seite.

    So, wer Rechtschreib- und Grammatikfehler entdeckt darf diese behalten. Ansonsten freue ich mich ueber jede Kritik, oder weitere Vorschlaege (und auch Korrekturen) und Ergaenzungen.
     
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