Verliert ein Song an "Schönheit" wenn er nach unten transponiert wird?

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romeo1
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Wahrscheinlich kommt es auf den Song und das Genre an, aber nehmen wir mal als Beispiel Balladen:

Bei vielen Balladen geht es ja öfter mal im Refrain ziemlich hoch hinauf. Z. B. "Angels" von Robbie Williams. Ich singe den Song selber und in der Höhe wird es ziemlich anstrengend.. Nun stelle ich mir folgende Frage:

Warum sind solche Songs so hoch geschrieben?? Ich meine nehmen wir an, Robbie Williams würde den Song einen Ganzton tiefer singen, würde der Song dabei an "Schönheit" verlieren. Würde der Refrain dann nicht mehr so intensiv/dramatisch klingen weil der Sänger dann nicht mehr so powern muss??

Ich habe mal versucht diesen Song einen Ganzton tiefer zu singen und meiner Meinung nach hört sich das bei mir besser an. Nun frage ich mich natürlich, ob das daran liegt, das ich eine tiefere Stimmlage habe oder das ich in den Höhen noch nicht so gut bin wie der oben genannte Herr..

Freue mich über eure Meinungen!

mfg
romeo1
 
Eigenschaft
 
Popsongs sind den Sängern meistens auf den Leib geschrieben, soll heißen: Robbie singt das in der Tonart, weil er da besonders gut klingt und weil er eben so hoch singen kann (allerdings habe ich ihn vor Jahren mal live gesehen und war sehr enttäuscht, denn nach dem halben Konzert war er stockheiser und hat das Mikro mehr ins Publikum gehalten als selbst gesungen - spricht nicht für seine Technik, aber vielleicht hat er inzwischen ja dazu gelernt).
Ich persönlich habe überhaupt keine Bedenken ein Stück zu transponieren. Denn schließlich kommt es ja drauf an, in welcher Lage der Sänger/ die Sängerin, die das Stück grade singt, sich am besten präsentieren kann. Mal ein Beispiel: Summertime (aus Porgy & Bess) - ein Standardstück schlechthin, wird im Original-Musical (bzw. eigentlich Jazz-Oper) sehr hoch und klassisch gesungen. Im Grunde singen es aber die meisten, die das Stück covern, viel viel tiefer und mit einer Jazz-Stimme.
Wenn du dich einen Ton tiefer wohler fühlst, dann sing es einen Ton tiefer. Wenn du sogar findest, dass es dann besser klingt, dann ist es doch erst Recht kein Problem. Ich behaupte mal, dass die meisten, denen du das vorsingst, das eh nicht hören werden. Die würden eher bemerken, wenn du dich in der Originaltonart total abquetschst in den Höhen.
Natürlich ändert sich mit der Transposition auch der Klang eines Stückes, aber wie gesagt: Spaß ist, was du draus machst und über Geschmack lässt sich nicht streiten. :D
 
Ferushan hat recht. Ein Song soll immer in einer Tonart gesungen werden, in der ein Sänger sich wohlfühlen und seine Stimme optimal entfalten kann. Wenn es angestrengt klingt, weil man in einer zu hohen oder tiefen Lage singen muss, ist das für keinen Zuhörer ein Genuss, für einen selbst natürlich auch nicht.
Manchmal meutern die Instrumentalisten, weil sie sagen, dieses Riff oder jene Akkorde würden nur in dieser bestimmten Tonart gut klingen. Aber man muss einen Kompromiss finden, es gibt nichts Schlimmeres zum Anhören als einen Sänger, der sich in falschen Lagen abquält.
Robbie Williams dürfte ein hoher Tenor sein; Tenorstimmen kommen im Pop/Rock recht häufig vor, außerdem ist er nun einmal ein guter und geübter Sänger. Wenn Dir "Angels" in der Originaltonart zu hoch ist, dann transponiere es ! Hauptsache, DU klingst gut dabei.
Du willst ja schließlich (das hoffe ich zumindest) nicht Robbie Williams kopieren, um nur mal ein Beispiel zu nennen, sondern Deine eigene Interpretation des Songs liefern. Und das geht am besten in einer Tonart, die zu deiner Stimme paßt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann ich als Instrumentalist nur bestätigen.
Die Stimme ist eben ein natürliches Instrument, das sich in einem jeweils individuellen Bereich am wohlsten fühlt und am besten klingt. Wem der Gesamtklang eines songs am Herzen liegt, der transponiert.

Ist richtig, dass sich manche offenen Akkorde nicht einfach transponieren lassen, da frei schwingende Saiten einfach etwas anders, nämlich länger, klingen. Bei der akustischen Gitarre greift man zum Kapodaster, bei der E-Gitarre sucht man sich in der Regel eine alternative Griffart.

Ich finde es für alle Seiten entspannender, wenn ein Sänger um seinen Tonbereich weiß und direkt fragt, ob man das und das Stück nicht in D spielen kann als dass man sich ewig einen abfriemelt und es klingt einfach gequält.
Wer nicht das absolute Gehör hat - und das hat eigentlich niemand im Publikum, empfindet sowieso die Melodie und die Intervalle als entscheidend und nicht die Tonhöhe.

Such Dir Deinen Bereich der Stimme raus, in dem Du Dich wohlfühlst. Eine Hilfe für die anderen ist es, wenn Du selbst ein paar Stücke transponierst und entsprechende Leadsheets vorbereitest - das macht die Proben wesentlich effektiver und damit gibst Du den anderen auch ein Zeichen, dass Du sie respektierst und nicht einer der Sänger-Diven bist, die ungnädig warten, bis das musikalische Fußvolk sich ihr angepaßt haben.

x-Riff
 
Beim Covern ist es ein bißchen anders. Solange man sich im Transponierungsbereich von 1 Ton weniger befindet, merkt es keiner. Aber darüber hinaus kann ein stark tiefergelegter Song schon an Wirkung und Druck verlieren. Gerade, wenn man beginnt, in ein anderes Stimmregister zu wechseln.
 
auch ohne den tonal bevorzugten Bereich eines Sängers/einer Sängerin zu berücksichtigen, kann ein Song in einer anderen Tonart nicht mehr richtig funktionieren.
Wir als Coverband müssen bei Tonarten auch immer Rücksicht auf die Vorlieben und Stärken unserer Sängerin und unseres Sängers nehmen, aber wenn die Nummer dann (transponiert) geprobt wird, merkt man, dass plötzlich einige Nummern wirklich nicht mehr grooven oder seltsam klingen. Ein Ganzton rauf oder runter ist nicht schlimm, aber wenn man mehr transponieren muss, kann es wirklich sein, dass die Nummer nicht mehr klingt.
 
Das stimmt schon ! Es sei denn, man covert nicht 1:1, sondern macht eine ganz eigene Version aus einem Song, der so gut ist, dass die Komposition für sich steht. Das ist in aller Regel natürlich nicht das, was ein Coverband-Publikum hören möchte...
am besten sucht man sich als Sänger Songs aus, die zur eigenen Stimmlage passen. Wobei ein Ganzton nach oben oder unten die Sache oft schon retten kann !
 
Danke für die Antworten!

Es gibt da so ein Lied, dass ich schon lange singe. Das Stück wird im Original von einem Tenor gesungen.. Ich selber müsste Bariton sein. Nun habe ich das Stück letztens so um ein große Terz nach unten transponiert und aufgenommen. Dabei habe ich was interessantes festgestellt: Es klang natürlich ein bischen tiefer jedoch ähnelte es irgendwie mehr dem Original als wenn ich es in der gleichen Tonart singen würde. Vorher klang es etwas anstrengend (obwohl alles noch in meiner Range lag und ich sogar noch viel Platz nach oben hatte). Die tiefere Version ähnelt jedoch von der Klangfarbe viel mehr dem Original, klingt genau so "schön entspannt".

Kann es sein, das ich (wegen meiner tieferen Stimmlage) etwas tiefer dieselben Register nutze wie der Tenor? Also das einfach dieser Klang des Tenors bei mir nach unten verschoben ist, weil ich ein Bariton bin und das Lied deshalb den gleichen Charakter hat, weil ich es tiefer singe?
 
Das kann sehr gut sein, weil der von antipasti erwähnte Wechsel der Stimmregister beim Höreindruck oft auch sehr viel ausmacht. Auch eine große Terz wird von vielen Zuhörern noch nicht als dramatischer Unterschied wahrgenommen. Ein Wechsel von der Brust in die Kopfstimme an den "falschen" Stellen klingt dagegen viel mehr nach Abweichung vom Original und oft sogar gequält.

Letztendlich sollte man also nur covern, was man ohne allzu große Verschiebung hinbekommt oder aber auf den Vorschlag von Bell zurückgreifen und etwas eigenes daraus machen. Vielleicht bin ich ja in der Hinsicht übermäßig empfindlich, aber mir geht es immer so wenn ich eine Band höre, die einen Song zwar im Prinzip 1:1, aber um einen Riesenschritt transponiert nachsingt/spielt, dass ich dabei denke: "Mensch Leuts, es gibt Millionen von Songs, warum sucht ihr einen aus, den ihr nicht richtig hinbekommt". Naja, wie gesagt sehen (oder besser gesagt: hören) das wohl nicht alle so. Ein wenig Vorsicht sollte man bei der Songauswahl in jedem Fall walten lassen.
 

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