Wohin Entwickelt sich das Gitarren-Modeling - Line6 james tyler jtv-59 variax tsb

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Lightning09
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Hallo leute ,

Mit den Modeling -Amps tu ich mich ja schon schwer. Obwohl selbst ich sagen muss, die Dinger werden offenbar immer besser. Die u.a Mustang serie soll zB recht gut sein. Also das ist garnicht mehr aufzuhalten.Und das für wirklich schmales Geld.
Aber bsher dachte ich bei den Gittaren gibt es nichts wirklich neues. Bin aber auf die
LINE6 JAMES TYLER JTV-59 VARIAX TSB gestoßen beim stöbern im netzt.

Geht das jetzt bei den Gitarren so los wie bei den Amps? Glaubet Ihr das sich das durchsetzten wird und Irrgentwann nur noch Digidal gespielt wird.? Also die Röhre am aussterben ist über kurz oder lang?
Würde mich mal interessieren was ihr so denkt.

Ansonsten interesiert mich wie Ihr solche Modelling Gitarren findet. Oder ob der Eine oder Andere das Teil vielleicht sogar hat und wie er die von der Verarbeitung und Klang her findet.

Mir ist das vollkommen neu, wusste nicht das es soetwas gibt. Habe das Produkt video gesehen und war etwas überrascht vom klang.

nette Grüße
 
Eigenschaft
 
Google ist nicht dein Freund, oder? Die Variax-Technologie gibts nun nicht erst seit gestern...

Jedenfalls solltest du eine Variax einfach mal selbst antesten (inzwischen sind ja auch die JTVs halbwegs gut verfügbar) und entscheiden, ob das was kann oder nicht. Meiner Meinung nach (hab ja selbst eine) ist es ein unheimlich praktisches Teil, aber ich würde die Variax nicht in allen Bereichen einsetzen. Wobei ich generell eigentlich nur die Tunings verwende - die nachgebauten Gitarrensounds sind mir eher egal.
 
Hi Rick ,

naja nee nicht wirklich mein Freund;)

Die Technologie Ist mir neu. Kannte die wirklich noch nicht. Am besten ich teste das mal im Geschäft an.
War aber vom Produkt -Video Überrascht . Also darüber wie gut das funktioniert. Zumindest im Video ;)

nette Grüße

---------- Post hinzugefügt um 17:47:20 ---------- Letzter Beitrag war um 16:45:41 ----------

Also mal für alle die , die genauso aus der Tonne kommen wie ich ;)

http://www.delamar.de/instrumente/line-6-james-tyler-variax-video-alles-zur-modelling-gitarre-11942/
Das erste Produkt video was ich gesehen habe war bei Thomann ( schleichwerbung :) :) )

Finde das teil interessant. Und man darf glaube ich gespannt sein was es in den Nächsten Jahren noch so geben wird.

LG

PS: achso ..was ich sehr gut finde ,man kann muss aber nicht digital spielen. man kann auch ganz herkömlich spielen und das teil scheint auch dort gut zu sein.
Ich werde testen gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu deiner Frage, ob sich das durchsetzt:
Ich denke, man wird das zwar immer häufiger sehen, aber das "klassische" Setup mit passiven PUs und Röhrenamp wird sicher nicht verdrängt werden. Zum einen, weil viele Gitarristen da recht engstirnig sind und das aus Prinzip nicht wollen bzw. glauben, sie könnten Unterschiede hören und beim Spielen wahrnehmen.
Zum anderen, weil man ja auch mit bestimmten Gitarren ein bestimmtes Spielgefühl haben möchte, was logischerweise nicht gemoddelt werden kann. Eine Les Paul fühlt sich nunmal anders an als eine Tele und diese Tatsache hat ja auch Einfluss auf das Spiel. Die wenigsten Leute werden auf beiden Gitarren exakt gleich spielen, man lässt sich von seinem Instrument ja auch ein bisschen "lenken", und das liegt mMn nicht nur an Sound, Dynamik, Sustain, ... (was man ja evtl. noch moddeln könnte), sondern auch daran, dass sich jede Gitarre anders anfühlt und spielen lässt.
 
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Ja, man muss es ganz klar sagen: So praktisch die Gitarre auch ist, kleine Abstriche muss man eben machen. Wenn man alternative Tunings verwendet, tauchen Fehler bei der Tonberechnung auf, die umso größer werden, je weiter man sich vom Originalton entfernt. Also real auf E gestimmt und per Variax auf Drop A# versetzt hat halt gewisse Fehler, bei Obertönen fällt das dann besonders auf. Wobei da die neue Variax (die JTV, wie du sie "entdeckt" hast) schon wieder deutlich besser sein soll als die erste Variax-Serie. Zum Üben und Songs nachspielen ist es aber genial, da kann man die Abstriche beim Sound schon hinnehmen.
Würde ich eine Variax dauerhaft für die Band (im vollen Umfang, also mit Alt. Tunings) einsetzen? Noch nicht. Außer ich würd in ner Coverband spielen, dann wär das die erste Anschaffung überhaupt. ;)
 
Hi The Spoon,

jepp, mit dem Spielgefühl hast du sicherlich recht. Was das Modelling angeht - wie gesagt, ich selber hatte immer so meine probleme mit modelling amps- wenn man aber offen ist, sind das unsagbar viele hm...möglichkeiten die sich da auf tun.
Und auch das modeling wird ja besser, die Amps , und mal sehen vielleicht auch die Gitarren.
Bei den Amps ZB sellt sich doch die Frage warum - ich finde Röhre auch geil, aber nicht jede- warum eine Röhre für schweine viel Geld kaufen, wenn man gute modelings kaufen kann die einfach vielseitiger sind und mehr können.
Und ob man das wirklich immer so raushöhrt , wenn man es nicht weiß ...hm..
Ich für meinen fall denke , ich bilde mir das manchmal auch nur ein ( man muss ja mal erhlich zu sich selber sein)
Mir reicht es schon wenn ich weiß es ist ein modeling amp und wenn der dann auch noch kacke aussieht .... na dann klar höhrt der sich auch so an ;) Wir Menschen sind so ob wir das nun wahr haben wollen oder nicht.
Wenn man sich mal vorstellt das die Musiker früher in den 60 jahren diese möglichkeiten gehabt hätten, dann hätten die das auch genutzt , 100%. Und wir würden heute nicht so negativ dem gegenüberstehen. Wie gesagt ich schließe mich da nicht aus.

Als ich mal röhren gekauft habe, hat mir der Verkäufer gesagt es gibt nur noch zwei Unternehmen die Röhren herstellen. Weiß nicht ob das stimmt wenn ich erhlich bin. Aber ich halte das durchaus für möglich das es irrgentwann -mit zunehmender verbesserung des Moddellings -keine Röhren mehr geben wird , oder nur noch wenig.

@ Rick ,
Du warst schneller . Naja gut, aber ich denke es werden im laufe der Zeit verbesserungen geben. Auf jeden Fall wenn man etwas offen ist für neues , eine interessante sache.
LG

PS : mal sehen was uns noch so erwartet an Modeling Amps und Modeling Gittaren.
 
Bei Gitarren seh ich für mich persönlich nicht so wirklich den Sinn. Ich finde die Idee dahinter gut und die Umsetzung auch sehr gelungen, aber ich brauche es schlicht nicht.

Wenn man in einer Band spielt, die viele verschiedene Tunings hat, wäre das aber meine erste Anschaffung. Dustin Kensure von Thrice hat z.B. lange Zeit eine Telecaster mit Variax-Elektronik gespielt. Die Band spielt halt Songs in Drop A, Drop C, Drop D#, Drop D und D Standard. Als relativ kleine Band, die sich nicht zwanzig Gitarren für die verschiedenen Tunings leisten kann, ist es dann eine praktische Lösung.
 
Die Entwicklung ist ja nun nicht neu. Als vor gut 10 Jahren die ersten Modeler auf dem breiteren Markt angeboten wurden, dachte ich mir auch, Mensch, das hat ja viele Vorteile. Der Wichtigste war schon mal das Gewicht der Amps und der vergleichsweise moderate Preis, wenn man die vielen Möglichkeiten sieht, die so ein Teil bietet. Hab dann auch etwa 7 Jahre lang einen Line6 Flextone gespielt.

Irgendwann bin ich davon wieder abgekommen. Gründe gab es viele, aber die meisten davon sind sehr subjektiv und eher emotional als rationell.

Aber eine Sache war halt immer da: das bessere Gefühl, einen Röhrenamp zu besitzen und zu wissen, dass er halt nur so klingt wie er klingt.
Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, zu viel in den Modeling-Sounds rumzutüfteln, was zwar auch Spass macht, aber an der eigentlichen Sache weit vorbeigeht, nämlich einen gut klingenden Gitarrensound zu erhalten, den man selbst erspielt.
Ich habe auch schon ein paar Mal eine Variax in der Hand gehabt, so richtig vom Hocker gehauen hat es mich dabei nicht. Irgendwie so ein Gefühl, dass das Ding so irgendwie fast alles kann, aber nirgendwo richtig Charakter entwickelt, so eine gewisse Belanglosigkeit/Beliebigkeit.

Keine Ahnung, für mich ist das wohl eher nichts. Vielleicht bin ich da auch einfach zu undiszipliniert.
Und ich habe gern das Gefühl, dass jede einzelne meiner Gitarren und Amps (es sind nicht allzu viele) Stärken und Schwächen hat und somit irgendwo charakteristisch und speziell ist.
Wer gut mit der Modeling-Technologie klar kommt, hat aber sicher eine ganze Menge faktische Vorteile.
Aus dem Grund will ich das auch gar nicht bewerten.
Es ist schön, zuhause am Rechner einen riesigen Park an Software-Modeling-Amps zu haben und für ein paar Aufnahmen da sehr flexibel zu sein.
Und dabei merke ich immer wieder, dass ich mich auch da nur auf 2, maximal 3 Modelle beschränke. Irgendwas fendriges, was voxiges und mal nen Hiwatt.

Aber ich liebe es auch, wenn ich z.B. zuhause meinen kleinen Röhren-Übungsamp anschalte, der eigentlich nur einen relativ effektiven Tonregler und Drive und Mastervolumen bietet. Da weiss ich, wie das Ding klingt und wie es klingen muss.

Aus dieser Sicht bleibt es fraglich, ob Modeling-Technologie längerfristig herkömmliche Technik ersetzen wird. Ich denke, viele Musiker sind irgendwo auch Individualisten und wollen gern ihren eigenen Sound und ihr Equipment haben, mit dem sie sich identfizieren können. Das sehe ich momentan bei den unendlich vielen Möglichkeiten der Modeling-Technologie eher nicht gegeben.
Trotzdem hat es natürlich viele Vorteile, wenn es darum geht, einfach effektiv abzuliefern und dafür wenig Aufwand zu betreiben.
 
Geht das jetzt bei den Gitarren so los wie bei den Amps? Glaubet Ihr das sich das durchsetzten wird und Irrgentwann nur noch Digidal gespielt wird.? Also die Röhre am aussterben ist über kurz oder lang?

Ja, ich fürchte auch, dass die Röhren in den Gitarren über kurz oder lang aussterben werden - in meiner Gitarre habe ich schon keine Röhre mehr gefunden, was aber wahrscheinlich an meinem Modelling Amp liegt.
 
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Naja, in erster Linie ist die 59er erstmal eine ziemlich fette und bestens gebaute Paula mit sehr guter Hardware und wirklich guten PU's (beide so um die 13 kOhm).
Das Modelling ist imho gut gelungen (sofern ich das beurteilen kann. Ich hatte wahrlich nicht alle Originale in der Hand:D) und die erwähnten Probleme mit den Tunings kann ich nicht bestätigen.
Allerdings ist die Akku-Laufzeit von 12 Stunden äußerst optimistisch angegeben.
Und ich möchte nicht wissen, was ein Ersatzakku kosten wird.
Ansonsten hänge ich seit knapp 3 Wochen tagtäglich an dem Teil und es macht schon richtig Laune;).
Die Gitarre macht einen wirklich guten Ton (auch ohne Akku inside) und liefert ein ziemliches Brett.

Der Headstock ist gewöhnungsbedürftig, da ist was dran. Alles andere ist optisch und qualitativ auf hohem Niveau.

Greetz,

Oliver
 
Sich den Kopf zu zerbrechen, ob sich das durchsetzen wird oder nicht finde ich letztlich nicht wirklich wichtig. Wenn die ganzen Modling-Geschichten so gut werden, dass sie das ausreichend gut ersetzen können, was da nachgemacht wird, dann wird es sich durchsetzen, was dann aber auch IMO kein "Verlust" ist. (Idelle Dinge dabei mal aussen vor gelassen).

Bei Gitarren ist die "Chance", dass das klappt IMO geringer, als bei Amps, weil die Happtig einer jeweiligen Gitarre aufgrund von Mensurlänge, Korpusform und -Gewicht usw. nicht modellierbar ist.
Im Blog von Session-Musik wurde diese Gitarre aber IMO sehr treffend eingeordnet bzw. der Sinn solch eines Instruments beschrieben:
Wer hat schon 5 E-Gitarren, dazu noch als 12-Saiter, 3 Akkustiks inklusieve der notwendigen Mikrophonierung im Musikzimmer stehen, um mal entsprechende Ideen in Demos umzusetzen. Dafür ist das IMO tatsächlich eine pfiffige Lösung.
Als "Hauptinstrument" sehe ich diese Gitarren jedoch noch lange nicht.
 
Ja, ich fürchte auch, dass die Röhren in den Gitarren über kurz oder lang aussterben werden - in meiner Gitarre habe ich schon keine Röhre mehr gefunden, was aber wahrscheinlich an meinem Modelling Amp liegt.

Mensch bist du scharfsinnig :)

Denke du weißt wie das gemeint war? ;)

lg
 
Och ja, das hält sich tatsächlich im Rahmen! Cool! Danke Dir!
Ich habe mit einer dreistelligen Summe gerechnet.:)
Hätte ich bei der letzten Studiosession gut brauchen können........

Zumal man nicht immer daran denkt, den Stecker zu ziehen oder das Volumenpoti zuzudrehen, wenn man keine aktiven "Geschichten" gewohnt ist wie ich.
Das hätte man vielleicht besser arrangieren können. Sobald das Modelling nicht gebraucht wird, einfach per Push/Push über den Modellwahlpoti ausschalten, oder so.
Das kann mitunter bei einem Gig zwischen Soundcheck und eigentlicher Mucke eng werden, wenn die Gitarre eingestöppselt auf der Bühne stehen bleibt.


Mann, Thomann verdient ein Vermögen an mir.......:D
 
Sorry, dass ich diesen Thread noch mal belebe. Scheinbar sind uns wohl durch diesen Thread die Diskussionen zur neuen Variax abhanden gekommen und fanden woanders statt.

Inzwischen dürften ja einige Leute aus dem MB eine Variax in der Hand gehabt oder gar gekauft haben. Ich persönlich finde, dass James tyler da einen sehr guten Job gemacht hat. Im Vergleich zu den früheren Modellen wirken die JTV wesentlich erwachsener und klingen auch besser, oder sehe ich das falsch? Zumindest einige akustische Sounds klingen auf diesem Video recht gut.

 
Mein Plan für dieses Jahr ist es ja, eine weitere "gute" Gitarre zu kaufen, die nicht als Backup für Live Geschichten dienen soll. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass eine der neuen Variax Gitarren die jenige welche wird. Gerade durch die vielen verschiedenen Tunings, "Gitarren" und Effekte die man damit nutzen kann ist das Ding einfach genau das, was mir für meine Solo-Demos noch fehlt...

Zum Thema, ob die Variax "richtige" Gitarren verdrängt denke ich, dass das definitiv nicht passieren wird. Bei allen positiven Eigenschaften bleibt für mich, bei generell allen! Modelling Geschichten, immer der fade Beigeschmack, dass die Teile fast alles möglich machen, aber nichts davon richtig gut. Die Variax wird eine 59er Les Paul, eine Explorer und auch eine Strat wirklich gut imitieren können aber das echte Feeling wird nicht geboten. Deshalb wird, auch bei mir, zumindest bei Auftritten alles beim alten bleiben. Ausgenommen natürlich Cover-Bands, da für einige Gitarristen die Variax Reihe ein Segen sein wird.

Gruß
 
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Also ich habe ne 700 Variax der ersten Baureihe... meine das war so 2003 wo ich die gekauft habe ...mit Tremolo und nen Line 6 Vetta den ich dann als das Update erhältlich war auf Vetta 2 gepimpt habe.
Ich spiele in ner Classic Rock Coverband als alleiniger Gitarrist und in ner Bluesrock Band ...
Die Variax benutzte ich kaum noch obwohl ich die ersten beiden Jahre nach Anschaffung Spaß hatte.
Den Vetta habe ich immer noch im Einsatz aber im Duo mit nem Marshall 410H ...der Vetta schaltet mir das auch alles über sein geiles Midi Board und Management.
Die Sounds des Vetta und der Variax sind gerade im Clean betrieb echt super und die Effekte des Vetta richtig gut ...der Vetta geht auch bei jedem Gig über Line Mono ins Pult ...der Marshall über ne 4x12 Marshall Box Abnahme mit nem SM57 Mic ins Pult.
Die Kombi ist echt gut ...hab ne weile gebraucht das abzustimmen aber mein Sound ist Brett und Clean supi.
Die Variax hatt ich dann noch für so Sitar und andere Effekt sachen ..u.a. wegen ein paar Open Tunings verwendet das ist Mega Cool.
Wenn ich mal mit nem 2 Gitarristen gespielt habe konnt ich die Variay und den Vetta vergessen da hat das zu wenig Druck das hat sich u.a. beim Solo nicht so durchgesetzt.
Ich denke die neue Variax ist mit ihrer Kombi da sie ja noch normale PU´s hat da bestimmt viel besser.
Ansonsten denk ich das es immer weiter auch Röhrenamps geben wird ...dieser Sound ist einfach zu geil zum aussterben ...na und modelling hat doch auch seine guten Seiten aus dem Amp direkt ins Pult oder in den Computer ...super oder ???
Das hat beides seine Berechtigung.
Hoffe mein Beitrag hilft zur Entscheidung beizutragen.
 
Ziemlich beeindruckend, diese Variax. Ich könnte mir vorstellen, dass sich "Gitarrenmodelling" - ob jetzt direkt in der Gitarre oder vielleicht auch "nachgezogen" in einem externen Gerät bzw. als Bestandteil eines Modelling-Amps - langfristig durchaus weiter verbreiten kann. Paula-, Tele-, oder Strat-Sound sozusagen auf Knopfdruck und immer schön mit der Gitarre, die einem haptisch am besten liegt ... das hat schon was!

Und dass Modelling langfristig allen anderen Techniken (Transistoren und Röhren) ganz schwer das Wasser abgraben (sie vielleicht nicht komplett ersetzen, aber immer mehr in kleine Nischen drücken) wird, steht für mich sowieso außer Frage und ich könnte Dutzende von Gründen dafür anführen. Ich könnte einfach mal damit ansetzen, dass die ersten Modelling-Amps so um Mitte der 1990er Jahre entstanden, also vor gerade mal knapp 20 Jahren. Und wenn man mal einen großen Zeitsprung wagt von den ersten knisternd-fizzeligen Geräten hin zum Axe-Fx, Kemper KPA, Two Notes Torpedo an der Spitze, gefolgt von den weit weniger kostspieligen "Volks-Modellern" á la Pods, Mustangs, Vypyrs usw., ganz zu schweigen von den vielen kostenlosen bzw. sehr preisgünstigen Plugins auf dem Computer, dann sieht man deutlich, welche unglaubliche Dynamik in diesem Bereich freigesetzt wird. Und diese Dynamik wird nicht nur anhalten, sie wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mit den steigenden Erfahrungen wachsen und wachsen.

Natürlich werden Puristen einwerfen, dass Modelling eine schicke Notlösung ist und für manche Bereiche ganz sinnvoll eingesetzt werden kann, aber dass nur der echte Röhren-Amp das Nonplusultra ist, als das soundmäßige Endziel, nach dem jeder Gitarrist streben sollte. Mag sein. Aber dieser Ansicht wird in der Zukunft durch zwei Entwicklungen arg zugesetzt werden. Erstens werden Modelling-Amps immer besser. In 10 Jahren dürfte die Axe-FX-Qualität in jedem halbwegs anständigen Modeller für 300 oder 400 Euro drin stecken und wie weit die Spitzenmodelle dann sein werden ... keine Ahnung, aber sie werden verdammt gut klingen. Zweitens wachsen im Lauf der Zeit immer mehr und mehr junge Gitarristen auf, die niemals großartig in ihrem Leben einen Röhren-Amp gespielt haben und dies aus diesem Grund auch gar nicht sonderlich vermissen. Was ich damit sagen möchte ist, dass der alte Blueser, der einem jungen Kollegen väterlich auf die Schulter klopft und sagt "glaub' mir, letztlich wirst du den Sound deines Lebens nur mit 'ner guten Röhre erreichen und wenn dein Gehör und dein Spielen mal anständig durchgebildet sind, wirst du das von selbst erkennen" heute noch Ehrfurcht oder Respekt hervorruft, aber in 20 Jahren vielleicht nur noch ein mildes Lächeln (er meint's ja gut, aber hat keine Ahnung davon, was ich mit meinen Modellern alles machen kann).

Als letzten Punkt könnte ich noch kurz den kommerziellen Aspekt anreißen. Dass Hersteller wie Fender, Marshall, Peavey usw. sich bereits stark im Bereich des Modellings engagieren, wird schon seine Gründe haben. Und wer mit Modelling-Amps gut fährt, Entwicklungsstätten aufbaut und sich vor allen Dingen das menschliche Know-How einkauft und sichert, der wird einen Teufel tun, diesen lukrativen Markt wieder abzuschießen. Langfristig gesehen, ist die Produktion von Modelling-Amps erheblich günstiger, weil hier keine gitarrenverstärker-spezifischen Bauteile anfallen, sondern das ganze Innenleben mit den gleichen Bausteinen gebastelt werden kann, wie sie in vielen anderen Geräten drinstecken. Die leistungsfähigen Plugins beweisen ja, dass man diese Technik sogar auf ganz normalen Feld-Wald-Und-Wiesen-CPUs zum Laufen bringen kann (wobei designierte DSPs natürlich noch ganz andere Vorteile haben) und man muss nicht viel Fantasie haben, um zu erkennen, wie der Einsatz von ganz normalen und in Massen gefertigten elektronischen Baugruppen sich preislich niederschlägt. Und dann gibt's natürlich den Punkt "Flexibilität". Wie wichtig der ist, sehen wir bereits heute im Konsumenten-Bereich, wo die CD (und noch viel mehr die hochauflösende CD, die ein absoluter Verkaufsflopp war) immer mehr von MP3 u.a. kompressionsbehafteten Verfahren verdrängt wird, die nach Ansicht von HiFi-Fans deutlich schlechter klingen, aber halt sehr praktisch sind. Ich gehe ja straff auf die 50 zu und gehöre noch der Generation an, für die in Jugendjahren die HiFi-Anlage und Plattensammlung das A und O waren ... fragt mal die Jungs und Mädels von heute danach, die halten dir einfach ihre winzigen Player mit 2.000 Songs hin und haben zu Hause vielleicht eine Docking-Station oder Mini-Anlage stehen.

Um ganz zum Schluss nochmals den Bogen zum Gitarrenmodelling zu schlagen: Sobald andere Bereiche ausgereizt sind (Software-Emulation von Effekten, Amps, Cabs, Mikrofonen usw.) wird es vermutlich nicht lange dauern, bis die ersten Hersteller auf der Suche nach neuen Features auf den Trichter kommen werden, dass ein vor ihren Modelling-Amp geschaltetes Gitarren-Modelling das Knie der Biene wäre. Im Prinzip gibt's da ja bereits schon, aber es ist noch arg in den Kinderschuhen. Wenn aber der erste Hersteller diesen Bereich mal wirklich für sich entdeckt und man dann ein Gitarrenmodelling hat, das sich in etwa so anhört wie ein Two Notes Trobedo CAB gegen eine herkömmliche DI-Box, dann wüsste ich nicht, weshalb sich das nicht weiter verbreiten sollte.

Zum Schluss vielleicht noch ein Hinweis: Ich hab' jetzt etwas Längeres geschrieben, das aber bitte keinesfalls zum Zankapfel werden, sondern einfach nur sachlich meine Meinung widergeben soll. Dass andere Menschen das eventuell völlig unterschiedlich sehen, ist mir klar. :)
 
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Hey!

Vielleicht haben in 10 Jahren die meisten nur noch so digitalen Kram. Soll mich nicht weiter stören. Ich habe meine gute Gitarre und auch nen Röhrenamp, weil ich es so möchte. Das ist ehrlich, unverfälscht, einfach Rock.

Auch wenns bei Modelingamps heißt, dass sie immer besser werden, sie kommen halt nicht an die Röhre heran. Warum? Ganz einfach, es sind Kopien, nicht mehr und nicht weniger. Ich möchte nicht so klingen, wie ein Recti oder nen Plexi, ich möchte ihn spielen. Die Franzosen würden auch Esprit sagen, und das fehlt den digitalen Kisten völlig. Ich bekomm keine feuchten Augen, wacklige Knie, wenn ich vor nem FX stehe unter dem Motto"geil, da ist der echte Hendrix-Sound drin" Und diese Millionen Möglichkeiten sind ja ganz toll, aber ich brauch nur meinen Sound.

Können in paar Jahren ruhig die Leute alle Modelingamps spielen, ich bleib bei meinem Oldtimer. Das ist halt die Zeit und der Sound die ich spielen möchte. Alles andere ist Disneyland.

Dies ist nur meine Meinung, will keinen Beleidigen. Gibt auch sehr gute digitale Künstler.

Gruß Xuske
 
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Auch wenns bei Modelingamps heißt, dass sie immer besser werden, sie kommen halt nicht an die Röhre heran. Warum? Ganz einfach, es sind Kopien, nicht mehr und nicht weniger. Ich möchte nicht so klingen, wie ein Recti oder nen Plexi, ich möchte ihn spielen. Die Franzosen würden auch Esprit sagen, und das fehlt den digitalen Kisten völlig. Ich bekomm keine feuchten Augen, wacklige Knie, wenn ich vor nem FX stehe unter dem Motto"geil, da ist der echte Hendrix-Sound drin" Und diese Millionen Möglichkeiten sind ja ganz toll, aber ich brauch nur meinen Sound.

Können in paar Jahren ruhig die Leute alle Modelingamps spielen, ich bleib bei meinem Oldtimer. Das ist halt die Zeit und der Sound die ich spielen möchte. Alles andere ist Disneyland.

Dies ist nur meine Meinung, will keinen Beleidigen. Gibt auch sehr gute digitale Künstler.

Gruß Xuske

Ich möchte nicht klingen wie mein Verstärker, ich möchte klingen wie ich. ein Verstärker ist ein Werkzeug, das ich benutze, um etwas zu konstruieren, in dem Falle einen gewissen Klang, der mir im Kopf vorschwebt. Was die Franzosen dazu sagen, ist mir völlig egal. Wer hier Lagerfeuerromantik propagiert, hat anscheinend unendlich viel Geld, Ziet und Nerven beim Soundcheck, der Recording Session und unendlich tolerante Nachbarn beim Üben.

Ich finde es ziemlich krass, dass Du glaubst, der echte Hendrix-Sound steckt in einem Stück Technologie, weil Du damit die musikalische Leistung eines der größten Künstlers der Musikgeschichte entwertest. Der Hendrix-Sound steckte im Hendrix.

Und ein Künstler ist niemals digital, das sind Menschen!

und glaube mir, wenn ich Gitarre spiele, ist das definitiv nicht Disneyland.
 
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