Ich finde die Frage absolut berechtigt, aber schwierig zu beantworten
Timing kann man eigentlich nicht aus einem Buch lernen. Dazu braucht es Tonbeispiele, Kontrolle und gezielte Hinweise.
Tonbeispiele gibt es vielleicht auf einer CD zum Buch oder bei youtube.
Aber sich selbst als Schöler kontrollieren und die richtigen Hinweise geben, wenn man es nach 35 Jahren noch nicht selbst hinbekommen hat, da bin ich sehr skeptisch. Da macht man immer wieder die gleichen Fehler und merkt es nicht.
Also klar kann man selbst daran arbeiten, aber die Effektivität dürfte Faktor 10 oder so unter dem liegen, was mit gelegentlichem Unterricht möglich ist.
..., Finger-, bsw Fingersatztraining ...
... das kommt automatisch, wenn Du Deine Stücke richtig angehst und übst. Ist ungefähr so wie Fußtraining beim Fußball. Nichts, was man extra machen müsste.
Als isolierte Übung geht vielleicht Hanon, hierzu gibt es diverse Hinweise im Forum. Noten brauchst Du dafür nicht kaufen, es genügen die ersten 2 bis 5 Übungen, die in diversen youtube-Videos vorgestellt werden.
Wichtig ist aber, dass man das richtig übt. Als Anfänger denkt man vor allem an die Töne, es geht aber auch um Handgelenklockerheit, Armrotation, Armhaltung, Schulterbereich usw. - alles Dinge, auf die man selbst nur schwer achten kann bzw die richtige Ausführung selbst nur sehr aufwendig kontrollieren kann.
Kommt natürlich drauf an, wie Dein Anspruch ist. Wenns nur ums Tastendrücken (übertrieben gesagt) geht, ist es relativ egal. Wenn Du aber langfristig orientiert bist und auch mal mittelschwere Stücke mit Lockerheit spielen, ist es schon sinnvoll, die Grundlagen korrekt einzuüben.
Das ist allerdings ein Prozess, der Dich lange begleiten wird, nichts was man mal in zwei drei Videos lernt. Man muss immer wieder auf Lockerheit, richtige Haltung usw. achten - ist aber geistig zu 100% mit den Noten und Tönen ausgelastet
Die absoluten Basics (Notenwerte, Töne) sind in vielen Klavierschulen drin. Für alles danach würde ich ein Extra Buch empfehlen.
Auf Musikschule habe ich nicht so große Lust,
Ich sag mal so - oft ist das, was man vermeidet, gerade das, was einen am meisten voranbringen könnte.
Es muss ja keine langweilige Musikschule mit wöchentlichem Unterricht sein. Sehr viele gute Lehrer unterrichten auch privat, man kann dann auch flexible Unterrichtszeiten ausmachen (zB einmal im Monat für 90 min, oder einfach nach Terminvereinbarung oder ähnliches).
Ich habe auch vieles autodidaktisch gemacht (nicht nur bei der Musik) und kann das gut nachvollziehen. Ab und zu eine Unterrichtsstunde wird dich aber ganz sicher sehr beflügeln.
Gezieltes und effektives Üben natürlich auch.