Jupiter Rudik: Koppelungen der Diskant-Hilfsreihen werden müde

  • Ersteller Klangbutter
  • Erstellt am
Aus Dauerhaltbarkeitsgründen sollte man diese Hebel aus Messing herstellen. Dann würde kein Verschleiß mehr auftreten.
Nur eine Frage eines interessierten Laien:
Würde ausbüchsen mit Messingbüchsen nicht ausreichen? Ich weiss nicht, ob Hebel ganz aus Messing nicht noch andere (negative) Eigenschaften aufweisen, wie höhere Masse (Einfluss auf Trägheit?), veränderte Federverhalten, Dauerbelastbarkeit, Bruchfestigkeit etcetcetc...? Oder spielt das alles gar keine Rolle dort?
Auf Balgs Fotos sieht man, dass bei den neuen Hebeln durchaus noch Platz im Alu wäre für Messingbüchsen - oder täusche ich mich auch da?
 
Auf Balgs Fotos sieht man, dass bei den neuen Hebeln durchaus noch Platz im Alu wäre für Messingbüchsen - oder täusche ich mich auch da?
hallo Wolkensprung,

Messingbuchsen einzuziehen, einzupassen und mit dem Aluminiumhebel zu verbinden ist auch machbar, aber auch aufwendig. Deswegen wäre meine Überlegung ob man nicht gleich die Hebel aus Messing anfertigen könnte mit Gewichtsreduzierungen weil das Messing erheblich mehr Kräfte übertragen kann und deshalb mit weniger Material die gleiche Stabilität und Funktionen erreicht werden können.

Gruß
Manfred
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Würde ausbüchsen mit Messingbüchsen nicht ausreichen? Ich weiss nicht, ob Hebel ganz aus Messing nicht noch andere (negative) Eigenschaften aufweisen, wie höhere Masse (Einfluss auf Trägheit?), veränderte Federverhalten, Dauerbelastbarkeit, Bruchfestigkeit

Was mir hier in der Diskussion auffällt, ist das, was immer wieder passiert - nämlich, dass Härte, Festigkeit und Verschleißfestigkeit gerne gleichgesetzt wird... was aber nicht der Fall ist! Das liegt oft auch schon an den Begrifflichkeiten, die so allgemein im Umlauf sind.

Z.B. "Duraluminium" ist allgemein geläufig... also für "festes" Aluminium. Es ist aber nicht genau definiert welche Sorte damit gemeint ist. Duraluminium können Alusorten der "60xx" Nummern sein - also Aluminiumsorten mit mittlerem Festigkeitsbereich. Die sind nicht super fest, aber können damit aber auch noch im ausgehärteten Zustand umgeformt werden (zumindest in Maßen).
Duraluminium können aber auch Sorten aus den "70xx" Serien sein - sie sind richtig stabil und kommen festigkeitsmäßig schon in den Bereich von Vergütungsstählen. Können aber nur vor dem "aushärten" umgeformt werden ( ansonsten ist Zerspanung angesagt) dafür ergibt das aber richtig, richtig bruchstabile Teile. (Da wird das meiste Messing schon neidisch!).

Das betrifft die "Festigkeit"! .. Das hat aber erstmal nichts mit Härte zu tun! Denn wenn man mit dem Hammer draufklopft kann man trotzdem in so festes Aluminium leichter Dallen reinklopfen als in Stahl oder Messing!

Und das hat noch überhaupt nichts mit "Verschleißfestigkeit zu tun" - denn wie alle Aluminiumsorten neigen auch die hochfesten Duraluminium Sorten zum "Fressen" - also ohne zusätzliche Maßnahmen neigen alle Aluminiumsorten ausnahmslos zum Lagerverschleiß! Es ist also zu erwarten, das bei entsprechender Beanspruchung die Lagerbohrungen ausleiern werden.

Abhelfen kann man der Sache, indem man das Aluminium harteloxiert - ergibt eine sehr harte verschleißfeste Oberfläche die obendrein gute Gleiteigenschaften aufweist... benötigt aber etwas Erfahrung, damit man die Lagerstelle richtig auslegt dass hinterher alles von den Maßen her passt - sicher nichts mit was ein HZIMM üblicherweise zu tun hat oder machen kann.

... Oder man verpasst dem leichten festen Aluhebel eine Messing- oder Bronzebuchse ... oder auch eine Kunststoffbuchse - Sowohl Messing, noch besser Bronze als auch Kunststoff ( Z.B. POM - Delrin oder so) bringen sehr gute Gleiteigenschaften mit und neigen nicht zum Fressen.:)
 
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 6 Benutzer
@maxito : Du bestätigst meine Aussage, ich bin mir nicht bewusst, dass ich da Begriffe durcheinander gebracht hätte. Ich habe nicht von "Festigkeit" im Sinne von "Härte" geschrieben.
Den Rest Deines Beitrags kann ich unterschreiben. Gerade Delrin-Buchsen (in CH: "Büchsen" ;) ) sind sehr geeignet für kalte Lager ohne grosse laterale Belastung und einfacher zu verarbeiten als Messingbuchsen.
 
ich bin mir nicht bewusst, dass ich da Begriffe durcheinander gebracht hätte. Ich habe nicht von "Festigkeit" im Sinne von "Härte" geschrieben.
Das war auch nicht auf dich gemünzt, sondern eher allgemein gemeint. Dein Zitat habe ich als Einstieg in den Vorschlag für die Buchsen hergenommen.

Aber dennoch ist es eben so dass die meisten halt nur das Material in einem bestimmten Zustand kennen und dann das aufs Gesamte übertragen...

Messing z.B. kann ein sehr umformbares Material sein das auch eher "weich " mit wenig Festigkeit ist oder auch knallhart und sehr fest.. aber kaum mehr umformbar.

Und ebenso wird halt auch oft Festigkeit im Sinne von Zug und Biegefestigkeit mit Abriebfestigkeit gleichgesetzt - was so halt überhaupt nicht stimmt. Messing z.B. bietet gute Gleiteigenschaften und gute Abriebfestigkeit . und kann von weich und gut umformbar bis fest sein. Bronze z.B. hat sehr gute Gleiteigenschaften ... weshalb das auch sehr gerne für Lagerstellen verwendet wird, jedoch von der eigentlichen Zug- Biegefestigkeit her eher mäßig fest - gibs auch in hochfester Ausführung.. aber da ist s dann extrem zickiges Material was die Bearbeitung und Umformung angeht.


Und Alu gibts von weich und sehr gut verform- und umformbar bis hochfest und dann in dem Zustand aber sehr schlecht umformbar ( Biegen und so) dafür generell sehr schlecht im Bereich Lagerung und Gleiteigenschaften.

Hochfestes Alublech kann man z.B. aber weichglühen dann ists gut umformbar und kann hinterher wieder "gehärtet" werden - muss man aber halt wissen wie s geht. Dann kann man daraus sehr hochfeste leichte Formteile herstellen... die schlechten Lagerungseigenschaften bleiben aber.
Wenn man die Teile harteloxiert, erzeugt man da praktisch eine keramikähnliche Oberfläche, die genauso hart ist, aber nicht so zerbrechlich - also eine gute Oberfläche auf dem Alu ist und eine Top Lagerung wäre... aber das geht eben nicht so einfach und man muss wissen was da passiert und wie sich das Material dabei verändert, dass man das im Vorfeld entsprechend maßlich mitberücksichtig - ist also nix, was man so grad eben mal nebenbei als Verbesserung miteinfließen lassen könnte...

Und dann bleibt aus meiner Sicht unter dem Strich eben das einsetzen von Lagerbuchsen aus geeignetem Material - wie Bronze, Messing oder Kunststoff. Das ist jetzt kein Hexenwerk und braucht auch kein Spezialwissen sondern "nur" Zeit und Arbeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 5 Benutzer
Buchsen hin, Clavishebel her: Jedenfalls gebührt @maxito verbindlicher Dank für seine grundlegenden Aufklärungen in Sachen Werkstoffkunde/ Teilgebiet metallische Werkstoffe. Solche Kenntnisse schaden auch außerhalb der Akkordeonwelt im praktischen Leben nie.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 5 Benutzer
Ich hatte vor einigen Wochen vergessen, Euch auf dem Laufenden zu halten.
Es ging ja um die Hebel beim Jupiter, die an den langen Hebeln noch kurze für die Hilfsreihen angenietet, angeschweißt, oder geschraubt ... was auch immer haben.

Die Hilfsreihe senkte sich immer weiter ab, so dass die Klappe beim Druck auf die Hilfsreihe kaum noch richtig öffnete und da ich das Problem von meinem alten Jupiter kannte, tippte ich auch hier auf einen Bruch des Alus.

Mein HZIM meinte aber, die Mechanik hier sei anders und bricht nicht. Er konnte es "regulieren".
Einfach "anheben".

Fotos hat er mir leider nicht gemacht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Jedenfalls, danke für die Nachricht !
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben