Reparaturbericht Klinken-Einschalt-Buchse, Netzteil-Schaltbuchse Batterie/Netzbetrieb Gitarren-Effektpedale - hier: "Korg AX100G"

B
Burkie
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
23.03.26
Registriert
15.12.11
Beiträge
739
Kekse
3.204
Hallo,
hier ein kleiner Reparaturbericht vom Korg AX100G, ein antiker Gitarren-Effekt-Prozessor.
Symptome:
1.) Läuft mit Netzteil 9V (Minus Stift, Plus Schaft/Shield), nicht aber mit Batterien.
2.) Expression-Pedal lässt sich nicht ein- oder aus-schalten beim Drücken auf Maximum und kurz drüber hinaus.

Kurze übertragbare Zusammenfassung:
Gitarren-Effektpedale lassen sich im Batteriebetrieb durch Einstecken eines Mono-Klinken-Gitarren-Kabels einschalten. Im Netzteil-Betrieb durch Einstecken eines Standard-9V-Netzteils (Minus: Stift, Plus: Schaft/Hülse/Shield).
Minus von Batterie geht an Ring-Kontakt der Stereo-Klinken-Gitarren-Eingangsbuchse im Effekt-Pedal, Plus der Batterie an den Schaltkontakt der Schalt-Netzteil-Buchse.
Das folgende beschreibt die Fehlersuche, wenn das Pedal zwar mit Netzteil, nicht aber mit Batterie funktioniert. Ist übertragbar auf andere Geräte.




Zu 1.)
Da das Gerät mit Netzteil normal funktioniert, liegt der Defekt (sehr vermutlich) bei den Schaltbuchsen.
Minus von den Batterien geht an die Stereo-Klinken-Eingangsbuchse, wo das Mono-Klinken-Gitarrenkabel eingesteckt wird, und zwar auf den Kontakt für "Ring". Bei eingestecktem Gitarren-Kabel (Mono-Klinke) schließt dieses den Ring auf "Shield" (Masse) kurz, und verbindet somit Minus von den Batterien mit Masse/Minus vom Gerät.
Plus von den Batterien geht auf den Schaltkontakt der Netzteil-Buchse.
Dort wird bei ausgestecktem Netzteilstecker der Schaltkontakt mit "Plus" der Netzteilbuchse (Schaft/Shield) verbunden, und leitet somit Plus von den Batterien an die Stromversorgung des Geräts.
Bei eingestecktem Netzteilstecker wird der Schaltkontakt unterbrochen, und "Plus" der Netzteilbuchse (Schaft/Shield) ist mit Plus vom Netzteilstecker verbunden. Der Strom kommt somit vom Netzteil, die Batterien sind abgeschalten.
Die ganze Platine sieht man im ersten Bild, die Lötaugen der Klinkenbuchse im 2. Bild (das sind die drei dicken Lötaugen, eines rechts oben, zwei auf der linken Seite), und die Lötaugen der Netzteil-Buchse im dritten Bild (Minus und Plus sind gekennzeichnet, der Schaltkontakt, wo Plus von den Batterien anliegt, ist der mittlere links).
(Um heraus zubekommen, welches Lötauge Tip, Ring, Shield ist, steckt man einfach irgendein Stereo-Klinken-Patchkabel in die Eingangsbuchse ein, und "piepst" von Tip, Ring, Shield auf die Lötaugen durch. Es soll jeweils nur bei genau einem Lötauge piepsen/Durchgang anzeigen, sonst die die Buchse kaputt...)

Dann piepst man von Minus des Batteriekastens auf Ring-Kontakt: Es muss Durchgang haben. Und nur bei diesem Kontakt! Falls nicht, ist der Fehler dort zu suchen - Batterie Minus zum Ringkontakt der Gitarren-Eingangsbuchse, bzw. Kurzschluss in oder bei der Eingangsbuchse.

Ist Durchgang gegeben, Mono-Klinke einstecken und piepsen, ob nun der Shield-Kontakt Durchgang hat. Falls ja, ist die Gitarren-Eingangsbuchse in Ordnung.

Nun von Batteriefach-Plus auf Schaltkontakt der Netzteil-Buchse durchpiepsen. Falls keiner besteht, liegt der Fehler daran: Haar-Riss auf Platine von Batterie-Plus auf Schaltkontakt der Netzteil-Buchse, o.ä.
Falls Durchgang besteht, bei nicht gestecktem Netzteilstecker Durchgang von Batteriefach-Plus auf Plus der Netzteil-Schaltbuchse durchpiepsen. Falls da auch Durchgang besteht, ist was mit der Elektronik der Spannungsversorgung auf der Platine defekt...

Bei meinem Gerät war kein Durchgang gegeben, also war die Schaltbuchse defekt.

Also, Platine ausbauen, Netzteilbuchse auslöten und neue einlöten. Buchsen auslöten ist nervig, und man muss etwas aufpassen, nicht durch zu viel Hitze am Lötkolben die Platine selber zu beschädigen. Entlöt-Pumpe ("Fluppe"), Entlötlitze und Löthonig/Kolophonium/Flussmittel sind dein Freund.

Ich hatte keine Geduld, mir erst eine neue Buchse zu bestellen, und hatte an der alten ausgelöteten Buchse "rumgefummelt", das hintere aufgenietete Ende gegen das Gehäuse der Buchse verdreht, um sie zu öffnen, und um den Schaltkontakt wieder hin zu fummeln. Nicht unbedingt empfehlenswert, hat aber geklappt. Also die alte reparierte Buchse wieder rein - tut.

Ganz rechts im ersten Bild sieht man rechts vom Batteriefach die steife graue 4-adrige Leitung vom eingebauten Expression-Pedal auf die Bestückungsseite der Platine (im Foto die Unterseite der Platine).
Vorsicht beim Hantieren mit der ausgebauten Platine an der Verlötung dieser 4-adrigen Leitung mit der Platine. Sie ist steif, steif angelötet, bricht bei zu viel Bewegung! Und die wieder anzulöten, ist ein nerviges Gefummel....

Zu 2.)
Das ist zum Glück ein ganz einfaches mechanischen Problem.
Das sehen wir im 4. und 5. Foto. Das Pedal drückt am Ende (voll durchgedrückt) über den "Pufferwiderstand" hinaus, die Gummis noch etwas weiter runter gedrückt, einen kleinen Taster, der sich im Loch im 5. Foto befindet.
Im Laufe der Jahre ist wohl das Original-Gummi, das den Taster betätigt, anscheinend geschrumpft, oder die "End-Anschlags-Gummi-Platten" des Pedals sind hart geworden, sodass einfach mechanisch der Taster nicht mehr erreicht wird, selbst wenn man das Pedal voll durch tritt.
Zur Reparatur klebt man einfach ein dünnes Stückchen "Moosgummi" oder Möbel-Fuß-Gummi aus dem Baumarkt, passend zugeschnitten, unter den Betätigungs-Gummi-Block an der Unterseite vom Pedal, siehe 4. Foto.

Ich hoffe, das war nützlich auch für andere.

Grüße
 

Anhänge

  • 20260323_160450.jpg
    20260323_160450.jpg
    404,6 KB · Aufrufe: 16
  • 20260323_160450 Detail 2.jpg
    20260323_160450 Detail 2.jpg
    93,9 KB · Aufrufe: 6
  • 20260323_160450 Detail.jpg
    20260323_160450 Detail.jpg
    125,3 KB · Aufrufe: 6
  • 20260323_200746.jpg
    20260323_200746.jpg
    205,4 KB · Aufrufe: 6
  • 20260323_200753.jpg
    20260323_200753.jpg
    176,7 KB · Aufrufe: 6

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben