Trockene Wohnung und die Gitarren leiden - "Glashaus für Gitarren" bauen?

TE335
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Ich wohne seit einigen Monaten neu und die Wohnung ist dank Kfw40-Energiespar dauerbelüftet mit aktiver Lüftung. Das heißt, im Sommer wie Winter gleiche Luftfeuchtigkeit von 35-38% und Luftbefeuchter sind nicht möglich, weil die Lüftung praktisch alles sofort wegsaugt und mit frischer Luft versorgt.

Nun spüre ich bei den Gitarren die Bunddrähte oben und unten hervorstehen. Man sieht es nicht, aber beim drübergleiten mit den Fingern ist es deutlich, das ist erst nach dem Umzug in die neue Wohnung entstanden. Die alte Wohnung hatte um die 55-60% Luftfeuchtigkeit.

Was könnte ich nun tun? Luftbefeuchter würden nichts bringen, die aktive Lüftung holt alles raus was ich an Feuchte reinbringe. Nun habe ich mir überlegt, eine Art Glashaus zu bauen, ein Holzrahmen mit Plexiglaswänden, in dem ich einen 5fach Ständer von K&M integriere und das ganze mit Fenstergummi so weit abdichte, das ich darin ggf. eine höhere Luftfeuchtigkeit als in der restlichen Wohnung herstellen kann, Hygrometer würden dann zur Kontrolle reingestellt werden.

Hat das schon mal jemand versucht und gebaut? Welche Erfahrungen sind dabei entstanden? Macht das überhaupt Sinn und ist das praktikabel?
 
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exoslime
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Ein Terrarium für Gitarren, auch nicht schlecht! ist das erste mal das ich davon höre, aber ich kenne es anderorts aus Berichten der Langzeitarchivierung das eben komplette Räume Temperatur und Luftfeuchtigkeitskonstant gehalten werden.

Zurück zum Thema, mir wäre der Aufwand, so ein Glashaus zu bauen es nicht wert und ich würde es total unpraktisch finden, da ich meine Gitarren grundsätzlich immer sofort Griff und Spielbereit haben möchte.
Die recht konstante Luftfeuchte sehe ich sogar als Vorteil, auch wenn sie in deinem Fall doch etwas zu etwas gering ist (40-50% relative Luftfeuchtigkeit wird oftmals als Idealwert angeben) , was mich stört ist das ich einige Instrumente mehrmals jährlich am Halsstab nachstellen muß weil bei uns im Haus die Bedingungen so schwanken, das düfte bei dir ja wegfallen (y)

Insofern vermute ich, das Phänomen das jetzt bei deinen Gitarren auftritt, eine einmalige Sache ist, daher würde ich noch einige Wochen oder Monate zuwarten bis sich der Prozess gesetzt hat, und dann mit den Gitarren zum Gitarrenbauer marschieren und die Bünde seitlich abrichten lassen (kostenpunkt: 25-35€ pro Gitarre), dann hast du lange Zeit eine Ruhe wieder.

(PS, wir sind hier im E-Gitarrenforum, wenn du allerdings sehr teure und wertvolle A-Gitarren hättest, würde meine Antwort anders ausfallen, diese reagieren noch sensibler als E-Gitarren auf die Luftfeuchtigkeit)
 
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Bei E-Gitarren bin ich auch unsicher, ob das nicht ein einmaliger Prozess ist.
Bei A-Gitarren wirds schnell ein Totalverlust oder zumindest eine hässliche Reparatur. Da würde ich aber einfach ne laminierte günstige auf dem Sofa rumfliegen lassen (oder was aus Carbon), und die guten Gitarren mit Daddario Humidipak im Koffer lagern.
 
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Leider schreibst Du nicht, wie es zum Wert von 35-38% kommt. Der muss doch irgendwo eingestellt worden sein ...
 
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… Der muss doch irgendwo eingestellt worden sein ...
Was meinst du mit eingestellt? Das hat sich ergeben, ist ein Neubau von 2019 und die Luftfeuchtigkeit ist stabil. Oder meinst du über die Lüftung lässt sich das ändern/anpassen? Da ist ein Wärmetauscher drin, aber so weit ich weiß keine "Entfeuchtung". Ich würde aber noch mal den Architekten fragen.

Danke auch schon mal für die obigen Antworten, das mit dem einmaligen Prozess kam mir auch schon in den Sinn und dann abrichten lassen. Überlege ich mir.
 
InTune
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So eine Box zu bauen ist nicht das Problem, eher wie man im Inneren die Luftfeuchtigkeit einstellt/regelt.
Wenn man da etwas Feuchtes einbringt landet man früher oder später bei 100% Luftfeuchtigkeit und es wird neues Leben entstehen...
Ein Hygrometer kann man da zu Kontrolle reinstellen, muss das aber immer im Auge haben...
 
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Richie_Stevens
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Diese niedrigen Werte habe ich hier auch. Ist auch so ein Kfw-xy Haus mit Lüftungsanlage. Gerade bei trockenem Wetter. Bei 30 - 40 % muss ich sogar meine Nase mit Meerwasser Nasenspray versorgen. Hatte hier allerdings im Sommer bei offener Terrassentür und schwülem Wetter auch schon mal 70 - 80 %. Bei offenem Fenster und dem aktuellen Regenwetter, steigt die Luftfeuchte um 5 - 10 %.
 
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Meiner Erfahrung nach vertragen die Gitarren mehr als man glaubt. Wenn ich mir ueberlege wir warm bei mir zu Hause ist und wie kalt im Proberaum, Start mit 12 Grad Ende mit 24 Grad...... Dann im Auto wieder transportieren..... Alles kein Problem... ;)
 
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Ich wohne seit einigen Monaten neu und die Wohnung ist dank Kfw40-Energiespar dauerbelüftet mit aktiver Lüftung. Das heißt, im Sommer wie Winter gleiche Luftfeuchtigkeit von 35-38% und Luftbefeuchter sind nicht möglich, weil die Lüftung praktisch alles sofort wegsaugt und mit frischer Luft versorgt.

Das ist nicht nur für Instrumente ungesund. Derart trockene Luft schaft auch optimale Bedingungen für Infektionskrankheiten der Atemwege. (Nicht daß wir gerade ein größeres Problem mit solchen hätten...)

Aber das ist wohl der neue Trend, daß man inzwischen Häuser baut, die irgendwelche Energie-Zertifikate bekommen, in denen Menschen aber nicht mehr leben können.
 
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Dr Dulle
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die irgendwelche Energie-Zertifikate bekommen, in denen Menschen aber nicht mehr leben können.
Geht nicht gegen den TO,
aber beim Lesen kam mir die Assoziation ob das so eine Art "Trockenheitsknast" wäre.
35-38% Luftrockenheit vorgegeben , verstellen geht nicht .....?
 
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Ups geht ja mehr um die Luftfeuchtigkeit anstatt Temperatur.

Mir wurde mal gesagt, ca. 50% Luftfeuchtigkeit waren für die Gesundheit optimal.... Unabhängig jetzt von den Gitarren
 
Trommler53842
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Ich war mal in der DomRep in einem Zigarrenladen. Die teuren Exponate lagerten in einem sog. Humidor.

Vlt. hilft es, die Suche nach Möglichkeiten zu erweitern.
 
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Das ist nicht nur für Instrumente ungesund. Derart trockene Luft schaft auch optimale Bedingungen für Infektionskrankheiten der Atemwege. (Nicht daß wir gerade ein größeres Problem mit solchen hätten...)
Aber das ist wohl der neue Trend, daß man inzwischen Häuser baut, die irgendwelche Energie-Zertifikate bekommen, in denen Menschen aber nicht mehr leben können.
Das wird durchaus über- bzw. falsch eingeschätzt. Bei meinem alten Arbeitgeber hatten wir mal dahingehend eine Vergleichsstudie zwischen zwei großen identischen benachbarten Bürobauten in Neuperlach durchgeführt: In einem Komplex wurde die (korrekt eingestellte, nicht kondensierende) Luftbefeuchtung der Klimaanlage deaktiviert. Der Krankenstand entwickelte sich dort niedriger als im anderen Gebäude...

Ich wohne seit einigen Monaten neu und die Wohnung ist dank Kfw40-Energiespar dauerbelüftet mit aktiver Lüftung. Das heißt, im Sommer wie Winter gleiche Luftfeuchtigkeit von 35-38%

Nun spüre ich bei den Gitarren die Bunddrähte oben und unten hervorstehen. Man sieht es nicht, aber beim drübergleiten mit den Fingern ist es deutlich, das ist erst nach dem Umzug in die neue Wohnung entstanden. Die alte Wohnung hatte um die 55-60% Luftfeuchtigkeit.
Das kenne ich analog. Unser Haus hat eine vergleichbare Bauweise, aber durch das Baujahr noch keine Zwangsbelüftung. Die Werte der Luftfeuchte liegen je nach Jahreszeit um die 30%. An Gitarren, die dafür bekannt und anfällig sind, erlebe ich auch mehr oder weniger die beschriebenen Fret-Sprouts (Ahorngriffbretter von Ibanez...). Alle Gitarren mit Palisander- oder Ebenholzfretboards sind nicht betroffen/unbeeindruckt. Ich ändere nichts an der Lagerung. Die Bundkanten arbeite ich in den Fällen nochmals nach und gut. Andere negative Effekte kann ich nicht erkennen.
 
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FünfTon
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Mir wurde mal gesagt, ca. 50% Luftfeuchtigkeit waren für die Gesundheit optimal.... Unabhängig jetzt von den Gitarren

Klar, denn 50 % sind praktisch neutral. Da sind die Wirkungen am niedrigsten, egal ob auf Gitarren oder Schleimhäute.
 
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Oder meinst du über die Lüftung lässt sich das ändern/anpassen?
Ich meine, dass es Anlagen gibt, die (u.A.) diese Möglichkeit bieten. Ob Eure dazu gehört, kann ich natürlich nicht wissen.
 
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