Umgebungsgeräusche trotz IE wahrnehmen, halboffene Earphones

B
BennyB
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
19.02.24
Registriert
13.12.23
Beiträge
11
Kekse
0
Hallo,
ich suche halbdurchlässige Earphones. Der Hintergrund ist, dass wir je nach Location keinen individuellen Monitor Mix bekommen und ich dann mit einem Rolls PM351 quasi notfallmäßig (nur!) meine Gitarre und Gesang auf meine IEs lege.

Ich bin aber trotzdem auf die allgemeinen Monitorboxen und auch auf den Sound auf der Bühne angewiesen. Außerdem will ich mich auch mit den Kollegen besprechen können. Alles in allem will ich also keine dichten Earphones haben.

Dass sich die Mängel des Monitorings mit anderem Equipment beheben ließen können wir hier außen vor lassen. Es geht mir nur um Earphones, die für meinen speziellen Fall passen.

Bei den meisten Earphones sind sie stolz auf die tolle Abschirmung der Außengeräusche. Ich finde jedoch keine, die offizielle halboffen sind.

Ich würde jetzt welche nehmen die laut Rezensionen nicht ausreichend abschirmen. Z.B. https://www.thomann.de/at/sennheiser_ie_100_pro_black.htm
Allerdings wundere ich mich, dass es eben keine offiziell halboffenen gibt. Kennt ihr welche?

Wenn ich mit meiner Idee ganz falsch liege (also neben den besagten anderen Monitoring Lösungen wie Monitorrack, Splitter etc.), weil halboffene IEs einfach nix taugen, bitte ich gerne auch um Rückmeldung.
Der Plan ist eben einfach meinen Part bei Bedarf per IEs gegenüber dem Mix aus den Boxen für mich nochmal etwas anzuheben, falls ich mich nicht ordentlich höre. Als Backup.

Danke!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab da so einige Gedanken dazu, hängt aber davon ab, wie laut Eure Bühne ist.

Vorab: Ich probiere gerade mit IEM rum und nutze (noch) normale Stöpsel, die nicht sonderlich gut abdichten. Nun hatten wir im Proberaum die Situation, dass Bass- und Gitarrenamp "normal" laut waren, meine IEM Stöpsel einiges durchgelassen haben. Ich musste "mein" Signal (Gesang) also sehr laut auf die IEMs geben, um gegen die schlechte Abschirmung durchzukommen. Das ist leider nicht das, was IEM bewirken soll: Eine ausgewogene Lautstärke für den Träger.

Ich habe jetzt erstmal mit anderen - besseren - Ear Pieces experimentiert und werde in einer der nächsten Proben einen neuen Anlauf starten. Für mich liegt der Zweck von IEMs gerade darin, dass sie abdichten.

Ich bin aber trotzdem auf die allgemeinen Monitorboxen und auch auf den Sound auf der Bühne angewiesen. Außerdem will ich mich auch mit den Kollegen besprechen können.
Wenn Du auf den Bühnensound "angewiesen" bist, dann stell ein Mikro seitlich auf die Bühne (oder in die Mitte, je nachdem, wo Platz ist) und leg Dir das auf die IEM in der Lautstärke, die für Dich angenehm ist. Such mal hier im Board nach "Ambient Micro" oder ähnlichen Begriffen.

Ansonsten sehe ich deutlich die Gefahr, dass Du die IEM so weit aufreißen musst, dass es für Dein Gehör schädlich wird.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Den Begriff "halboffen" habe ich im Zusammenhang mit In-Ears noch nie gehört. Ich denke nicht, dass der üblich ist. Stattdessen findest du hier und da In-Ears, die im Namen das Anhängsel "ambient" oder "ambience" haben. Die sind aber immer teurer als die dichten - weil der Schallkanal sauber gestaltet sein muss, damit das Frequenzspektrum einigermaßen neutral durchkommt.

Ich habe mich stattdessen für geschlossene IEMs entschieden und führe dem Mix bei Bedarf (z.B. bei Proben) 1-2 Umgebungsmikrofone zu - die sind Niere und halbwegs einstellbar auf die Instrumente, die ich vor allem hören möchte (Base-Drum, Gesang). Habe ich direkt am Keyboard-Ständer.
 
Danke, klingt vernünftig.
So ganz will ich mich nicht damit anfreunden so abgeschottet zu sein. Dass man mit der Lautstärke aufpassen muss habe ich schon im Forum gehört, gerade wenn man nur einen Stöpsel verwenden würde.

Ansonsten sehe ich deutlich die Gefahr, dass Du die IEM so weit aufreißen musst, dass es für Dein Gehör schädlich wird.

Wenn der Stöpsel alles von z.B. den Drums durchlassen würde und dann die Lautstärke vom Gesang über die IEs dazu käme, würde ich das verstehen. Wenn ich aber einen Teil der Drums über den Stöpsel raus filtere und durch Gesang über die IEs quasi ersetze, dann wird es ja insgesamt nicht lauter.

Wenn ich beim Proben nur mit Monitor spiele, kommen ja auch Gesang und Drums zusammen und addieren sich. Nach der Logik müsstest Du ja immer mit einer Art Gehörschutz spielen um die Ohren zu schützen. Das hätte aber nicht ursächlich mit IEs zu tun. IEs sind dann ein Lösungsansatz für zu große Lautstärke auf der Bühne oder beim Proben. Und klar, dass dann evtl zu viel durchkommt wenn eben viel durchkommt.

Warum aber speziell mit durchlässigen IEs eine Gefahr im Vergleich zur normalen Monitorbox bestehen soll, verstehe ich noch nicht. Muss man die IEs irgendwie verhältnismäßig mehr aufdrehen als den Monitor um sich gut zu hören? Ich denke durch die leichte Dämpfung der Umgebungsgeräusche und die Nähe zum Ohr sollte das eigentlich weniger sein.

Trotzdem schreiben manche, die IEs kämen kaum gegen die Umgebungsgeräusche an. Weil die Umgebung abartigst laut ist, oder warum? Oder gibt es das physikalisch einen Vorteil von Boxen gegenüber IEs?

Wenn die Umgebung so laut ist, dass bereits durchlässige Stöpsel (zuzüglich den dann lauten IEs) zu Schädigungen führen, dann versteh ich alles. Sonst helft mir bitte nochmal. Danke!
 
Wenn Du auf den Bühnensound "angewiesen" bist, dann stell ein Mikro seitlich auf die Bühne (oder in die Mitte, je nachdem, wo Platz ist) und leg Dir das auf die IEM in der Lautstärke, die für Dich angenehm ist. Such mal hier im Board nach "Ambient Micro" oder ähnlichen Begriffen.

Ansonsten sehe ich deutlich die Gefahr, dass Du die IEM so weit aufreißen musst, dass es für Dein Gehör schädlich wird.
Auch das sehe ich als problematisch an. Das ganze ist vermutlich am Schluß fast unausgewogener als ein üblicher Bühnenmonitor-Sound. Das Placement des Mics auf der Bühne, dass es alles halbwegs brauchbar aufnimmt, ist schon eine Aufgabe für sich. Dazu kommt wohl auch noch ein gewisser "Noise", der aufgrund der Notwendigkeit des hohen Gains entsteht. Da werden auch ungewollte Sounds mitgenommen. Mal von etwaigen Phasenverschiebungen, Überlagerungen, Matsch und undefiniertem Sound ganz abgesehen. Auch wenn mehrere dieser Ambient-Mics genutzt werden, sind die vermutlich doch eher gerichtet. Damit kann vielleicht etwas fokussiert werden. Besser wäre dann aber dennoch die direkte Mikrofonierung, was wieder auf die "mehr Equipment" Lösung hinausläuft.
Mit Ambient Mics habe ich bisher währen dem Spielen keine guten Erfahrungen gemacht. Lediglich in den ruhigen Momenten, um eben auf der Bühne und vor der Bühne noch etwas mitzubekommen.
Sonst war es zu laut, oft sehr höhenlastig und nicht besonders angenehm.
Bis ich dann den Pegel erreicht habe, der angenehm war, hatte ich das Mic praktisch aus.

Edit:
Im letzten Abschnitt war Ambient Mic für "Monitoring" Zwecke gemeint.. Als echtes Ambient Mic mit Gate/Ducker, Compressor, etc. ist das auf jeden Fall eine tolle Sache.

Zusätzlich wird da doch das zusätzliche Equipment, was ja explizit nicht gewünscht ist, benötigt, um das ganze zu Gitarre und Vocals dazuzumischen.
Da ist vielleicht Gehörschutz, möglichst reduzierte Bühnenlautstärke und normales Monitoring die einfacherer Variante.


Von (halb)offenen Kopfhörern in dem Sinne habe ich noch nicht gehört.
Da fallen mir die günstigen Kopfhörer ein, die oftmals einfach bei Smartphones beiliegen ein.
Die sind natürlich nicht wirklich für sowas geeignet.
Insbesondere, wenn die Lautstärke eben nicht ins schädliche steigen soll.

Leider fällt mir keine direkte Lösung ein.
Das Problem bei den laut Rezension nicht gut abdichtenden (das Problem habe ich mit den SE215 mit Silikon-Tips und den IE100) auch gehabt) ist, dass das sehr schnell einfach nur Dumpf wird, aber troztdem viel Pegel auf dem Kopfhörer benötigt wird.
Damit gewinnst du meiner Meinung nach nicht viel.


Edit:
Warum aber speziell mit durchlässigen IEs eine Gefahr im Vergleich zur normalen Monitorbox bestehen soll, verstehe ich noch nicht. Muss man die IEs irgendwie verhältnismäßig mehr aufdrehen als den Monitor um sich gut zu hören? Ich denke durch die leichte Dämpfung der Umgebungsgeräusche und die Nähe zum Ohr sollte das eigentlich weniger sein.
Prinzipiell ist eine Dämpfung der Umgebungsgeräusche da, ja.
Das Problem liegt aber in dem Mischverhältnis und der Überlagerung der Sounds.
Damit du den vom IEM kommenden Sound wieder gut hörst, musst du den vermutlich so aufdrehen, dass es gefährlich ist.
Sonst überlagern ggf. die Umgebungsgeräusche das, was du von dir hören möchtest oder die Kopfhörer dienen doch wieder nur als Gehörschutz.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Auch das sehe ich als problematisch an
Volle Zustimmung - von "einfach" war nicht die Rede :) Sonst gäbe es hier nicht so viele Threads dazu

was wieder auf die "mehr Equipment" Lösung hinausläuft.
Auch hier 100 % Zustimmung. Die Gefahr ist groß
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Wenn die Umgebung so laut ist, dass bereits durchlässige Stöpsel (zuzüglich den dann lauten IEs) zu Schädigungen führen, dann versteh ich alles. Sonst helft mir bitte nochmal.
Darum fragte ich eingangs, wie laut Eure Bühne ist. Unser Proberaum ist laut und da tritt das von mir geschilderte Problem auf, dass ich die IEMs noch lauter drehen muss, wenn sie nicht dichten
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Vielen Dank an alle! Zusammenfassend gehe ich davon aus, dass aus physikalischen Gründen die halboffenen ambient-Earphones ihren Sound nicht einfach zu den Umgebungsgeräuschen sauber im Ohr dazumischen können, sondern die Umgebungsgeräusche ihrerseits Störungen verursachen, weshalb man die IEs lauter aufdrehen muss als wenn man sauber abdichtende verwendet.

Prinzipiell ist eine Dämpfung der Umgebungsgeräusche da, ja.
Das Problem liegt aber in dem Mischverhältnis und der Überlagerung der Sounds.
Damit du den vom IEM kommenden Sound wieder gut hörst, musst du den vermutlich so aufdrehen, dass es gefährlich ist.
Sonst überlagern ggf. die Umgebungsgeräusche das, was du von dir hören möchtest

Unser Proberaum ist laut und da tritt das von mir geschilderte Problem auf, dass ich die IEMs noch lauter drehen muss, wenn sie nicht dichten

Also In Ear ganz (und dicht) oder gar nicht. Und wenn dann mit einem sauberen, individuellen Mix aus eigener Herstellung oder eben vom Mischpult.

Ich kann mich nicht mit der völligen Abschirmung meiner Ohren anfreunden. Ich wollte ja nur meinen Part im Falle des Falles etwas anheben. Schade, dass sich das Eurer Erfahrung nach so nicht umsetzen lässt. Vielleicht hat doch jemand eine Lösung gefunden, eine andere Art Kopfhörer, Ohr-Lautsprecher oder was weiß ich. 😃

Ich verlinke hier mal zu dem anderen Thema, hier hatten wir das Equipment für ein eigenes, autarkes Monitoring diskutiert, für kleine Gigs ohne eigene Anlage. Wenn ich jetzt aber dichte IEM brauche, brauche ich eh einen sauberen Mix vom Mischer und in der Zeit ist auch die Monitorbox gut eingestellt. Oder anders: wenn er die Boxen nicht gut eingestellt bekommt, dann das IEM auch nicht.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

 
Ich gebe zu, ich hab mich über den anderen Thread von Dir schon gewundert. Die technische Seite ist mir klar, aber Du willst nur Dich selbst auf dem IEM. Das verstehe ich nicht, kenne aber Eure Besetzung nicht. Ich singe und spiele Saxophon. Da brauche ich alle anderen Instrumente auf den Ohren (Bass, Gitarre, Drums) und damit einen vollen IEM Mix. IEM, weil ich die Gesamt-Lautstärke auf meinen Ohren selbst kontrollieren will und nicht lauter als die Bühne sein will. Das heißt, ich muss die Kollegen absenken. Das hab ich mit undichten Plugs probiert und das ging schief - sehr schief. Darum trete ich hier als „der Warner“ auf und stelle Fragen zu Eurer Bühnenlautstärke.

In Summe: nimm doch mal zum Test einfache HiFi Stöpsel, die wenig abdichten und teste mit dem KH Verstärker aus dem anderen Thread. Vielleicht geht es für Dich. Vielleicht machst Du dieselben Erfahrungen wie ich. Kann ich nicht sicher beantworten
 
Zuletzt bearbeitet:
Jochen Fischer von Fischer Amps macht ja seit einer Weile auch eigene IEMs. Die bietet er in der Liste zwar nicht als Ambient-Variante an - hat sie aber schon angefertigt, und zwar für Teilnehmende von solchen Talent-Shows. Die haben vermutlich nicht genug Übung mit den geschlossenen Versionen. Da er nicht nur Geschäftsmann, sondern auch leidenschaftlicher Musik-Liebhaber ist, könnte ich mir vorstellen, dass du ihn anrufen und fragen kannst, was er nach seiner Erfahrung von dieser Version hält. Vielleicht hilft dir seine Antwort weiter. Kontaktdaten über die Webseite.
 
Ich wollte auch keine völlige Isolation und habe es deshalb mit „Ambience IEM“ versucht (Westone AM Pro30). Mir waren die aber eher noch zu wenig „Ambience“, jedoch immer noch besser, als normale Stöpsel.
Kommunikation während einer Probe ist (halt abgedämpft) möglich. Einen vernünftigen „Bühnen-Mix“ aus IE und Verstärker/Monitor, stelle ich mir schwierig vor. Da landet man schnell bei nur einem Stöpsel im Ohr, was ja wohl eigentlich gesundheitlich ein No-Go ist, ich aber live auch schon gemacht habe…
Der Sound der Westone war/ist IMO gut (vor allem E-Gitarren geeignet…).
 
Yes, das ist ein guter Plan. Wir sind 2-4 SängerInnen (Bass und Git singen da mit) und ich hab einfach Schiss, dass wir uns in der nächsten Bar selber (mal wieder) nicht hören. Die Lautstärke auf der Bühne richtet sich nach dem Equipment vor Ort. Letztens z.B. war der Bassverstärker Teil der PA quasi, da wird es schon laut auf der Bühne. Wenn man feststellt, dass die Monitore nicht laut genug sind (kleiner Raum, Gefahr von Rückkopplungen,...) wäre es halt schön Stöpsel parat zu haben um sich selbst lauter zu hören. Das ist nochmal der Hintergrund. Ich teste das jetzt mal selbst mit verschiedenen einfachen Earphones, nach der Strategie aus dem anderen Thread. Dass ich dann den Rest der Band an den Earphones vorbei hören muss liegt an der Bastel-Notfall-Backup-Lösung. Ein komplettes IEM streben wir nicht an. Wenn ich zumindest meinen Gesang damit etwas lauter bekomme, bin ich schon zufrieden. Etwas Sorge habe ich noch wegen meinen Ohren, aber das muss jetzt einfach mal getestet werden.
Danke fürs Mitdenken!
 
Zuletzt bearbeitet:

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben