Verschiedene Licks zwischen Akkorden einbauen: Frage zum Live-Spiel von Hendrix

milamatik
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Hey Leute,

ich spiele gerne paar Sachen von Hendrix:
Voodoo Child (Slight Return)
Message to Love
Hear my Train a coming.

Ich habe eine Frage zu der Variation von Licks zwischen den Akkorden.

Ich bin sehr fasziniert, wie Hendrix bei den Rhythmus-Parts z.T. bei jeder Wiederholung andere Licks zwischen den Akkorden spielt. Zum Teil sind das nur kleine Variationen, zum Teil Bass-Saiten-Läufe oder er spielt kurz die Gesangsmelodie etc - Ihr wisst, was ich meine.

Mich würde von Gitarristen unter euch, die das Wechseln zwischen Akkorden und variierenden Licks beherrschen, brennend interessieren:

Wie geht das vor sich beim Live-Spielen? Man hat ja alle paar Sekunden die Möglichkeit, aus zig Licks eines zu spielen.

Gerade das finde ich total herausfordernd. Selbst wenn ich lediglich vier variierende Licks beherrsche, schaffe ich deren Einsatz nur "geplant". Also ich überlege vorher, welches der vier Licks ich bei welcher Wiederholung spiele.

Ich finde es unvorstellbar, dass quasi bei jeder Wiederholung sich etwas ändert, weil alles so schnell passiert - und dann wird noch dazu gesungen.

Also ich würde mich freuen, wenn jemand, der variantenreich zwischen Akkorden wechselt, das erklären könnte, wie der Lick-Entscheidungsprozess da in dem Moment des Spielens abläuft.

Danke :)
 
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Das ist – wie so oft – reine Übungssache 😉.

Jimi hat das einfach gelebt und immer genau so gespielt. Genau das hat ihn letztlich zu einem Meister darin gemacht.

Du kannst ganz simpel zu einem 12-Takte-Blues-Schema mitspielen und nach und nach solche Licks einbauen. Um dir den Einstieg zu erleichtern, hilft es, dir zunächst eine feste Struktur zu geben – zum Beispiel: ein Takt Akkord, ein Takt Lick. Oder irgendetwas anderes, das für dich funktioniert.

Der entscheidende Punkt ist aber nicht nur, den darunterliegenden Akkord zu erkennen, sondern so zu spielen, dass er auch hörbar wird. Deine Licks sollten den Akkord klar widerspiegeln – nicht zufällig darüberliegen. Das macht einen riesigen Unterschied, vor allem dann, wenn du ohne Backing Track spielst: Der Zuhörer hört trotzdem jederzeit, wo du dich im Schema befindest.

Zum Üben kannst du dich bei den Licks stark am Dreiklang orientieren – oder am Vierklang mit Septime.
Kein Pentatonik-Gedudel 😉.
 
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Ich gebe meinem Vorredner absolut recht: Übung und Grundlagen sind wichtig.

Ich selbst verwende Live eher keine improvisierten Licks mehr, es sei denn ich hab vergessen welches Lick wohin gehört.
Das Improvisieren mache ich eher in nur einer meiner Bands: einer Countryband. Country orientiert sich stark an Blues hat aber auch typische Licks. Da wir eigene Songs schreiben, muss ich als Leadgitarrist immer wieder „neue“ Licks erfinden ohne dabei typische „hab ich so irgendwie schon mal gehört“-Momente außen vor zu lassen. Ich verlasse mich dabei hauptsächlich auf mein Gehör, mein Gefühl was der Song gerade braucht (vielleicht nur drei/vier Töne oder Läufe über viele Töne) und mein Basiswissen über Skalen und Musiktheorie.

Und hier kommt mein Tipp: neben den Fingern (was eben mit Übung kommt), braucht man einfach das Grundwissen über Skalen und Musiktheorie damit das was man spielt auch passt. Hendrix war begnadet was das anging und konnte das nur mit Gefühl und Gehör machen. Wir „Normalsterblichen“ müssen das eben uns erarbeiten und das notwendige Wissen aufbauen und verinnerlichen. Und auch die Gehörbildung ist hier immens wichtig. Diese kommt mit der Zeit: bei manchen schneller und andere brauchen dafür eben auch Jahre. Üben kann man das, indem man ähnlich wie mein Vorredner schon gesagt hat zu einfachen Rhythmiken erstmal einfach spielt.
 

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