Wie verträgt ein Klavier ein Niedrigenergiehaus?

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Seit über 60 Jahren begleitet mich mein Seiler-Klavier (Baujahr 1931, Erbstück von meiner Mutter) durch verschiedene Häuser. Anfangs Altbau mit Ofenheizung, dann Altbau mit Zentralheizung, später renovierter Altbau mit Fußbodenheizung. Der Stimmaufwand hing aber nie von der Wohnung ab, sondern von der Intensität der Nutzung.

Selbstverständlich stand das Instrument nie an einer Außenwand. Irgendwelches Brimborium mit Klimakontrolle usw. wurde nie gemacht. Trotz Fußbodenheizung war immer eine ständige (ungewollte) Belüftung durch Fensterritzen, Türspalte, undichtes Dach etc da. Hat natürlich seinen Preis gekostet an Heizenergie.

Mit Altbau meine ich wirklich ein altes Gebäude: das erste so von 1920, das letzte von 1846! Natürlich modernisiert, eben mit Fußbodenheizung.

Jetzt bin ich umgezogen, in meinen Altersruhesitz. Niedrigenergiehaus, KfW-60. In jedem Zimmer ist eine ca. 30 cm Durchmesser große verstellbare Zwangsentlüftung an der Wand, alle maximal offen. Trotzdem muss die ganze Wohnung dreimal am Tag durchgelüftet werden durch großzügiges Öffnen der Fenster, sonst ist die Luft zu feucht (Brille beschlägt, man schwitzt leicht).

Was bewirken die Temperaturstürze auf das Klavier? Und die Luftfeuchtigkeit ändert sich ja auch sehr plötzlich und heftig.

Die Fußbodenheizung hat das Klavier schadlos überstanden. Der Resonanzboden ist dicht wie ein U-Boot :) Auch der Transport hat die Stimmung nicht wesentlich beeinträchtigt. Mehr Sorgen bereitet mir die im Haus spürbare Geräuschbelästigung, zumal ich in den Berufsjahren vor dem Ruhestand kaum zum Üben kam, meine Mitbewohner also mit Tonleitern, Spreizübungen und Etüden traktieren muss. Und nach Noten spielen klingt wie bei einem Fünfjährigen, der gerade damit anfängt...:mad:

Hat einer der Mitlesenden Erfahrungen mit Klavier (kann auch Flügel sein ;) ) und Niedrigenergiehaus?
 
Eigenschaft
 
Seit über 60 Jahren begleitet mich mein Seiler-Klavier (Baujahr 1931, Erbstück von meiner Mutter) durch verschiedene Häuser. Anfangs Altbau mit Ofenheizung, dann Altbau mit Zentralheizung, später renovierter Altbau mit Fußbodenheizung.
Das nenne ich mal eine "bewegte" Klavierhistorie ;) Man kann aber davon ausgehen, dass Dein Piano sich von jedem Standort etwa mitgenommen hat. D.h. manche eventuell auftretenden Mängel können ihre Ursachen aus früheren Jahren haben.

Selbstverständlich stand das Instrument nie an einer Außenwand. Irgendwelches Brimborium mit Klimakontrolle usw. wurde nie gemacht. Trotz Fußbodenheizung war immer eine ständige (ungewollte) Belüftung durch Fensterritzen, Türspalte, undichtes Dach etc da. Hat natürlich seinen Preis gekostet an Heizenergie.
Das ist gut, dass Du das so beschreibst. Die weitverbreitete Formel Fußbodenheizung=Tod für das Instrument stimmt nämlich absolut nicht. Es kommt immer auf die weiteren klimatischen Begebenheiten an. Und selbst da können die Instrumente sehr unterschiedlich reagieren. Manchmal kann man sich die Dinge auch nicht erklären. Ich kenne Haushalte, da steht das Klavier direkt neben dem Kamin und es hält wunderbar die Stimmung. Logisch erklären kann man´s nicht :rolleyes:
Mit Altbau meine ich wirklich ein altes Gebäude: das erste so von 1920, das letzte von 1846! Natürlich modernisiert, eben mit Fußbodenheizung.
Nun kann es so sein, dass sich Dein Klavier an genau diese Umgebung "gewöhnt" hat.
Jetzt bin ich umgezogen, in meinen Altersruhesitz. Niedrigenergiehaus, KfW-60. In jedem Zimmer ist eine ca. 30 cm Durchmesser große verstellbare Zwangsentlüftung an der Wand, alle maximal offen. Trotzdem muss die ganze Wohnung dreimal am Tag durchgelüftet werden durch großzügiges Öffnen der Fenster, sonst ist die Luft zu feucht (Brille beschlägt, man schwitzt leicht).
Ist das Haus neu? Wenn ja, kann es sein, dass noch "Renovierungsrestfeuchte" vorhanden ist. Da hilft weiterhin regelmäßig (auch großzügig) lüften. Was das Klavier neben zu niedriger Luftfeuchtigkeit nicht gebrauchen kann ist zu hohe Luftfeuchte. Die bewirkt u.a. dass sich der Boden noch mehr wölbt und die Stimmung "steigt". Zudem kann es sein, dass sich Achsen der Mechanik nicht mehr richtig in ihren Lagern bewegen, was dazu führt, dass die Spielart zäh wird oder sogar Tasten klemmen können.
Was bewirken die Temperaturstürze auf das Klavier? Und die Luftfeuchtigkeit ändert sich ja auch sehr plötzlich und heftig.
Sehr intensive Temperatur- Und Luftfeuchtigkeitsschwankungen können die oben schon beschriebenen Folgen haben und sich stark auf den Verstimmungsgrad ausüben.
Die Fußbodenheizung hat das Klavier schadlos überstanden. Der Resonanzboden ist dicht wie ein U-Boot :) Auch der Transport hat die Stimmung nicht wesentlich beeinträchtigt.

Das solltest Du wenn sich das Instrument nach ca 3 Monaten aklimatisiert hat von einem Klavierbauer prüfen und stimmen lassen. Du kannst auch die Heizperiode abwarten. Dann hat es schon mal so das Gröbste hinter sich ;)
Mehr Sorgen bereitet mir die im Haus spürbare Geräuschbelästigung, zumal ich in den Berufsjahren vor dem Ruhestand kaum zum Üben kam, meine Mitbewohner also mit Tonleitern, Spreizübungen und Etüden traktieren muss. Und nach Noten spielen klingt wie bei einem Fünfjährigen, der gerade damit anfängt...:mad:
Ach, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen ;) Du kannst aber den Klavierbauer fragen, ob es möglich wäre nachträglich ein Silentsystem nachzurüsten. Es gibt heute schon wirklich gute Systeme.
Hat einer der Mitlesenden Erfahrungen mit Klavier (kann auch Flügel sein ;) ) und Niedrigenergiehaus?
Ja :)
Neulich noch war ich in einem Haushalt mit diesem Heizsystem und das Klavier (ähnlich alt wie Deines) hat sowohl Transport als auch die Aklmatisierungsphase gut überstanden. Aber! Es ist keine Garantie, dass das bei Deinem Klavier sich genauso entwickelt. Trotzdem wünsche ich Dir natürlich, dass es sich bei Deinem Piano ähnlich gut verhält :great:
 
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Danke schön!:)

Die Wohnung ist tatsächlich neu, wir sind die ersten Mieter. Und beim Anspielen war eine ungewohnte Zähigkeit in der Tastatur, ich brauchte mehr Druck für die gewohnte Lautstärke. Ich hoffe, dass die Feuchtigkeit durch noch häufigeres Lüften in den Griff zu bekommen ist. Aber ein Silentsystem will ich der alten Schachtel nicht mehr zumuten, außer ich muss irgendwann die Mechanik tiefgreifend sanieren. Eher hätte ein E-Piano noch Platz.
 
So, einige Tage und Erfahrungen später ist eine Korrektur des oben Gesagten nötig.

E-Pianos (eher suche ich ein D-Piano) war ziemlich leergekauft wegen Weihnachten. Angespielt habe ich zwei Yamaha, Preisklasse um 1.700 €. Die Tastatur fand ich schwammig, den Ton (Reproduktion eines akustischen Klaviers) unbefriedigend. Ein "richtiges" Yamaha-Klavier mit Silent-System ist da schon angemessener. Absolute Untergrenze als akustisches Instrument ist für mich das B2, wobei ich subjektiv den Klang meines Seiler besser finde.

Zusammen mit Silent-System sind das um die 6.000 €, wobei mein Seiler von 1931 nicht in Zahlung genommen wird. Ich müsste es per Kleinanzeige oder Ebay verkaufen, Erlös fraglich.

Jetzt gehe ich es an, der alten Schachtel doch ein Silent-System zu spendieren. Ich habe schon Pianodisc angeschrieben, wegen Klavierbauer in der Nähe. Korg scheint nicht mehr zu produzieren, Yamaha kann man nicht nachträglich einbauen.

Auf den Eigenklang des Systems kommt es meiner Meinung nach nicht so besonders an, da ich durch den MIDI-Ausgang beliebigen Zugriff auf externe Sounds habe. Mein Clavia Nord E3 soll über einen exzellenten Flügel verfügen, der aber nur verfügbar ist, wenn man den gesamten Speicher räumt, also alle anderen Sounds rausschmeißt. Das habe ich bisher nie versucht, weil schon der normale Pianoklang über die Waterfall-Tastatur nicht so angenehm zu spielen ist.

Im Gegenzug kommt mir folgender Gedanke: was spricht dagegen, den schönen Klang des stummgeschalteten Yamaha zu sampeln und per Computer auszugeben? Allenfalls wäre eine technische Spezifikation denkbar, die nicht via MIDI zu steuern wäre. Hat einer der Mitleser ein Yamaha Silent-Klavier mit einem Masterkeyboard angesteuert?
 
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