Die "Road Worn" Diskussion ...

  • Ersteller bass_ennyday
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Ich finde das aging auch nicht gut. Ganz dämlich sieht es aus, wenn der Bass an Stellen abgewetzt ist, die der Spieler niemals berührt. z.B. "Slapping-Spuren" aufweist und der Typ spielt das ganze Konzert mit Plek in der Nähe der Bridge. Find ich absolut affig. ...wie gesagt: MEINE Meinung ;-)
 
Jedem so, wie's ihm gefällt - ich brauch' keinen "Road Worn Look", das krieg' ich mit wenigen Gigs selber hin :D

Aber was ich zugeben muss: Grade z.B. die Fender Road Worn Teile sind einfach haptisch unglaublich geil, fühlen sich echt wie 'n jahrzehntelang eingespieltes Instrument an. Quasi das "Coming Home"-Gefühl bei 'nem fabrikneuen Instrument ... Das saugute Spielgefühl von Anfang an wär' für mich ggf. tatsächlich ein - bzw. der einzige - Grund, über 'n Road Worn Instrument nachzudenken.
 
Jedem so, wie's ihm gefällt - ich brauch' keinen "Road Worn Look", das krieg' ich mit wenigen Gigs selber hin :D

das ist aber bei vielen "agings" eben nicht der Fall, die Instrumente sehen aus wie eine Kirchenbank aus dem Jahre 1648 die im laufe der Jahrhunderte blankgesessen wurde.
Kein reales Instrument sieht auf natürlichem Wege so aus
 
das ist aber bei vielen "agings" eben nicht der Fall, die Instrumente sehen aus wie eine Kirchenbank aus dem Jahre 1648 die im laufe der Jahrhunderte blankgesessen wurde.
Kein reales Instrument sieht auf natürlichem Wege so aus

Right u are - drum sehen MEINE Instrumente dann WIRKLICH Road Worn aus :D Optisch gibt mir das, wie gesagt, gar nix - aber das Spielgefühl hat mich das grade bei den Fender Bässen und Gitarren tatsächlich extrem positiv überrascht. Dafür könnt' ich dann ggf. sogar mit der Optik leben ;)
 
... Aufgrund der freien Lackstellen, kann der Bass auch um einiges besser schwingen als ein voll lackierter Body. ...
aha. der voodoo master mit generalanspruch ;).
das lässt sich imho kaum nachvollziehen, geschweige beweisen (hat zumindest m.w. noch niemand). weder analytisch noch empirisch. damit wird es auch nich "wahrer", wenn es immer wieder behauptet wird. genauso viel oder wenig, wie der einfluss der gestirne auf unser wesen ...
 
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Ja wenn die beim aging entfernten Lackstellen sich positiv auf den Sound auswirken, dann müssten ja ganz unlackierte Bässe noch viel besser sein. Das würde ich tatsächlich bezweifeln, das das ernsthaft was ausmacht.
 
Wer's mag, ist aber nix für mich. Wenn ich etwas NEU kaufe, dann soll es gefälligst auch NEU aussehen.
OK, ich bin auch schon etwas älter :)
 
Ja wenn die beim aging entfernten Lackstellen sich positiv auf den Sound auswirken, dann müssten ja ganz unlackierte Bässe noch viel besser sein. Das würde ich tatsächlich bezweifeln, das das ernsthaft was ausmacht.
ich will nicht abstreiten, dass ein abgeschliffener (danach vll. geölter/gewachster) bass, der vorher vll. mit´ner dicken poly-schicht sarkophagiert war im detail anders klingen mag. das liegt dann jedoch und ggf. an der verringerten masse und hat nix mit "aging" zu tun. ein solid-body ist kein schallerzeuger ;)
 
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J ... Grade z.B. die Fender Road Worn Teile sind einfach haptisch unglaublich geil, fühlen sich echt wie 'n jahrzehntelang eingespieltes Instrument an..

Aber genau! Und klingen auch noch fantastisch - der Preci in Fiesta Red war das einzige Instrument seit Jahren (ach was, Jahrzehnten) bei dem ich ein spontanes "HabenWollen" Gefühl hatte. Hatte schon die Kreditkarte gezückt .... aber ich hatte mit 600-700 gerechnet und über 1000,- war dann doch zuviel für spontan.

Aber back to topic: Ich finde das agen albern, ich bin der Meinung, dass ich bitteschön alle Kratzer und Macken an meinen Instrumenten selbst gemacht hab. Schliesslich sind das ja auch Erinnerungen ("... das war damals im Logo als mir der Sänger mit dem Mikro ..."). Und noch lieber hab ich gar keine Macken an den Instrumenten.

Tom
 
hahaha :D
so isses...

Es gibt Leute, die mögen, wenn ihre E-Gitarre glänzt wie eine Speckschwarte. Andere können mit dem geschniegelten Design nichts anfangen. Der aber wohlüberlegteste Grund für "worn" Sachen dürfte sein, dass man sein Instrument als Arbeitswerkzeug betrachtet und man bei einem Worn-Design nicht flennen muss, wenn dann die erste ...

Soweit kann ich Dir folgen, und ja, richtig,

SO RICHTIG Sch..e finde ich es dann, wenn man die gleichen Instrumente in der gleichen Qualität, von mir aus auch zum gleichen Preis erst gar nicht "neu" kaufen kann. Dadurch hat z.B. Fender erst gar keine Möglichkeit gehabt mit mireinen Kunden zu gewinnen.

Ist wie bei allem im leben, maßhalten und Ausgewogenheit, zumindest alternativen anbieten. Mir geht es jedenfalls gehörig auf den Sack, daß ich bestimmte Produkte gar nicht erst im "Neulook" kaufen kann.

Just my2cents
 
Doch, im Falle der Fender Road Worns kannst du durchaus "neu" kaufen.
Beim Preci ist das entsprechende Modell der 50s.
Beim Jassbass ist es der 60s.
Fender 60 Classic Jazz Bass OLY

Die 50s sind meiner Meinung nach die besten "günstigen" Precis von Fender. Einen 60s hab ich mal gespielt, das war der beste neue Jazz den ich je gespielt hab.​
 
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Doch, im Falle der Fender Road Worns kannst du durchaus "neu" kaufen.
Beim Preci ist das entsprechende Modell der 50s.

Ich denke, es wäre eher der hier.

(Ca. 50 € günstiger, als der Road Worn, aber mit Koffer.) Aber "gleich", sind die Classics auch nur von der Herkunft. Möchte man einen Road Worn in neu, liegt die American Vintage-Serie, von den Specs her, näher dran. Die ist aber wesentlich teurer. Die "Laquer"-Variante, die es leider derzeit nur in schwarz gibt, ist da eher ein Zwischending.

Beim Jassbass ist es der 60s.[...]

Meiner Erfahrung nach, lagen "Welten" zwischen den beiden erwähnten Jazz Bässen. Sowohl was Klang, Holz und Gewicht anging. Insgesamt wirkt der Road Worn "echter", näher am Original. Lack, Clay Dots, etc.
 
Soweit kann ich Dir folgen, und ja, richtig,

SO RICHTIG Sch..e finde ich es dann, wenn man die gleichen Instrumente in der gleichen Qualität, von mir aus auch zum gleichen Preis erst gar nicht "neu" kaufen kann. Dadurch hat z.B. Fender erst gar keine Möglichkeit gehabt mit mireinen Kunden zu gewinnen.

Man muss bei Fender sehr genau zwischen "Road Worn" und "Relic" unterscheiden.

"Road Worn" sind gute Mittelklasse-Instrumente, afaik aus der Mexico-Produktion. Die Instrumente sind klasse, nicht sehr teuer, mMn auf jeden Fall ihr Geld wert, aber es sind in Bezug auf die Macken Fakes... dh, die vermeintlichen Macken sind unter einer schützenden Lackschicht (Nitro-Lack!), es gibt keine Stellen, an denen das Holz blank liegt, bzw mit Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommt... es sei denn man schlägt dann echte Macken rein... das würde ich aber möglichst nicht tun.

"Relics" sind Instrumente aus dem Custom-Shop mit höchster Qualität (und dementsprechendem Preis). Ich habe, als ich die erste Relic in der Hand hatte und schwer begeistert von der Qualität der Gitarre war, einen Fender-Mitarbeiter gefragt: "Warum macht ihr das? Ihr baut eine suuuupergeile Gitarre und schlagt Löcher rein?" Die Antwort: "Wir tun es, weil wir es können. Die Hölzer dieser Gitarre sind so gut, dass sie nicht hygroskopisch sind. Selbst wenn man noch weitere Löcher reinhaut, wird keine Luftfeuchtigkeit die Eigenschaften des Holzes verändern. Nicht mal in 30 Jahren..."

So gesehen sind die echten Macken der Relic quasi ein Gütesiegel... die Gitarre wird immer so bleiben, wie sie ist. Bei der Road Worn ist es eher Show... aber das ist auch eine andere Preisklasse. Entscheidend ist aber, die Preis-Leistungs-Relation... und die halte ich bei beiden Serien für gut.

Bei der ganzen Diskussion über Gitarrenholz und dessen Eigenschaften wird mMn oft vergessen, dass das teuerste Holz nicht wirklich "besser klingt". Den Preis zahlt man dafür, dass die Eigenschaften sich nicht mehr negativ ändern, auch nach 30 Jahren nicht. Das würde ich so mancher heute gut klingenden 300€ China-Gitarre nicht pauschal attestieren ;)
 
"Wir tun es, weil wir es können. Die Hölzer dieser Gitarre sind so gut, dass sie nicht hygroskopisch sind. Selbst wenn man noch weitere Löcher reinhaut, wird keine Luftfeuchtigkeit die Eigenschaften des Holzes verändern. Nicht mal in 30 Jahren..."
Das halte ich - mit Verlaub - für Unsinn. Marketing-Geschwurbel. Arbeiten tut das Holz immer. Holz nimmt bei wechselnden Klimabedingungen Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie wieder ab. Auch nach 30 Jahren. Der Lack dient als Dampfsperre und verlangsamt den Prozess.
Okay, gut abgelagertes Holz verzieht sich nicht so stark in den ersten Jahren, wenn man einen (z.B.) Basshals draus geschnitzt hat, an dem dann permanent knappe 100 kg ziehen. Vermutlich haben die das damit gemeint. Das hat aber m.E. nichts mit der Luftfeuchtigkeit zu tun, sondern vielmehr mit der "endogenen" Feuchtigkeit, die das Holz als lebender Baum enthielt und dann bei der Lagerung abgibt.
 
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Das halte ich - mit Verlaub - für Unsinn. Marketing-Geschwurbel.
Ich weiß, dass die Ansichten darüber kontrovers sind und ich habe keinen Bock, diese hier schon hundertfach durchgekaute Diskussion wieder aufzuwärmen.

Letztlich ist es eine Glaubensfrage . und der Glaube ist nach Artikel 4, GG frei.

Mein Vertrauen in dieser Frage liegt bei den Firmen, die hervorragende Gitarren mit einem Alter von >50 Jahren vorweisen können. Ich glaube, dass die Behauptung von Grtlbrnft, das Bodies aus chinesischer Hochlandpappel genau so lange halten, auch Marketing-Geschwurbel ist.
 
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"Road Worn", sieht gut aus brauch ich aber nicht denn Lackabplatzer, Dings und Dongs und andere Unfälle mach ich lieber selber in Korpus und Hals. Sozusagen "handmade by myself" und ohne Aufpreis.
 
Ich sehe das gelassener und kann die Diskussion manchmal nicht verstehen sobald es um geschmack geht.
Ob Nitro lack nun Sinn macht oder nicht, oder das Aging ist auch irgendwie eine Geschmacksfrage. Für mich war künstliches Aging auch erst nichts.

...

Ich hatte mal einen Classic 50s in Sunburst.

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Den aber irgendwann verkauft und später wollte ich wieder einen haben. Dann stand im Laden ein Sunburst Road Worn. Der klang gut, fühlte sich gut an und gefiel mir optisch.
Da habe ich nicht nach Sinn oder Unsinn gefragt sondern das Gefühl entscheiden lassen.
es war zu dem zeitpunkt auch die günstigste Möglichkeit einen 50s Bass mit Nitrolack zu kaufen. Wäre er ohne Aging gewesen hätte ich ihn aber auch gekauft.
Der Vorteil des Aging ist der, dass wenn ich irgendwo spiele, probe kann ich den Bass überall hinlegen ohne darauf achten zu müssen, dass er eine Macke bekommt. Ein neuwertiger Bass mit Hochglanz Poly Lack und einer kleinen Macke würde mich nerven.
Dass so ein Bass bei mir durch das Spielen geaged wird ist unwahrscheinlich. Dafür pflege ich sie zu viel, dafür habe ich zu viele davon und der lack ist ja auch zu modern.

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Der Bass hat sich trotz Aging mit meinen anderen meinen anderen 50s Precis nicht gebissen:

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Klar, echtes Aging sieht meist anders aus. Nicht so schön wie man an meinem 68 er Telecaster Bass sieht. das würde vermutlich niemand neu so kaufen. ;) :

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wer nun wenig geld hat und trotzdem einen echt alten Bass haben will, mit natur Aging und Erfahrung, dem empfehle ich die alten Ibanez Bässe aus den ausklingenden 70 er und frühen 80 er Jahren. habe ich auch einen. man bekommt sie für wenig geld, meist schon unter 300 Euro und das sind geniale Instrumente:

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wer nun wenig geld hat und trotzdem einen echt alten Bass haben will, mit natur Aging und Erfahrung, dem empfehle ich die alten Ibanez Bässe aus den ausklingenden 70 er und frühen 80 er Jahren. habe ich auch einen. man bekommt sie für wenig geld, meist schon unter 300 Euro und das sind geniale Instrumente:

f16t113p668n2.jpg


Das stimmt, ich hatte mal einen von 1980 und der war ziemlich gut...

ok bbt:

Wie Moulin schon sagte, das Gefühl ist entscheidend, letztendlich kann man soviel über Sinn und Unsinn diskutieren, wie man will, wenn einem ein Guter in die Hände fällt, wird man sich den holen anstatt des "neuen", aber schlechter klingenden Bass...

Einen Aufpreis wie bei Sandberg würde ich persönlich nicht bezahlen, aber man muss denen zugestehen: Die haben kunstvolles Aging drauf, ich würde es nicht schlimm finden, wenn mir ein guter Bass mit Aging in die Hände fällt...

Aber generell: Die Diskussion ums Aging ist hauptsächlich bei Sandberg und bei Fender. Es gibt noch weitere, aber wenn man sich den Chatverlauf anguckt, dann weiß man, was ich meine...
Bei einem Precision- oder Jazzbass finde ich das jetzt generell nicht so schlimm wie bei z. B. einem Rickenbacker oder einem G&L (Das würde sich wirklich niemand kaufen, oder?).
 
Och, Interessenten für 'nen geageten (sp?) G&L L-2000E oder 'nen L-1000 würd es vielleicht auch geben. Die Originale kamen '81 raus und gelten in entsprechenden Kreisen schon als Klassiker.

Gruesse, Pablo
 
Ich weiß, dass die Ansichten darüber kontrovers sind und ich habe keinen Bock, diese hier schon hundertfach durchgekaute Diskussion wieder aufzuwärmen.

Letztlich ist es eine Glaubensfrage . und der Glaube ist nach Artikel 4, GG frei.

Mein Vertrauen in dieser Frage liegt bei den Firmen, die hervorragende Gitarren mit einem Alter von >50 Jahren vorweisen können. Ich glaube, dass die Behauptung von Grtlbrnft, das Bodies aus chinesischer Hochlandpappel genau so lange halten, auch Marketing-Geschwurbel ist.
Versteh mich nicht falsch: ich bin absoluter Fender-Fan und bin von der Qualität der produkte überzeugt. Auch davon, dass die Custom-Shop Hölzer sehr sehr gut sind. Nur die von dir oben zitierte Begründung, warum sie gut sind, ist m.E. falsch.
 
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