Vintage, das unbekannte Wesen

  • Ersteller 7€nd€r
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Im übrigen beobachte ich bei jüngeren Menschen zuletzt eine Verschiebung der musikalischen Wahrnehmung weg vom Melodischen
...mh, meine Kindern summen immer noch Melodien und machen keine rhythmischen Geräusche ...
Im Gegensatz zu musikalischer Bildung, die verschiedenartige Menschen verbinden kann, wirkt digitale Bildung tendenziell polarisierend. Es macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer.
.. das klingt zwar beim ersten Lesen plausibel, die Polarisierung bei musikalischer Bildung beginnt aber schon vor dem Zugang zu dieser Bildung. Und an der Schwelle dürfte der Effekt dem, sicher treffend von dir diagnostizierten, im virtuellen Bereich stark ähneln ...
Die Pandemie hat stattdessen digitale Medien schon in der Grundschule salonfähig gemacht
.. dabei aber gleichzeitig offenbart, wie schlecht, ich neige dazu es katastrophal zu nennen, es um die Ausbildung der Nutzer in diesem Bereich steht, vor allem unter Lehrpersonal. Da bekomme ich etwa eine Einladung zum Onlineabend "Mobbing im Internet" von einer Schulprojektleiterin, die im CC ALLE ADRESSEN der Eingeladenen zeigt ... wär's nicht so übel, wär's ja fast kabarettistisch :D
Wenn wir einmal alle nicht mehr sind, stehen vielleicht unsere Fenders und Gibsons dereinst auf der Straße, und Rohstoffsammler nehmen nur die Saiten und die Kabel mit....
.. das lässt sich schlecht vorhersagen, ich denke da an 50er Jahre Möbel, die man in den 70ern so präsentiert bekam, die sind heute wieder gesucht ... wie mag es Märklinsammlern, gar Briefmarkensammlern ergehen? Was sicher einen Teil des Risikos ausmacht, ist der Umstand, dass Gitarren einfach in unfassbaren Mengen verfügbar sind. Gehe ich davon aus, dass die meisten ernsthaft Gitarrenspiellernenden nicht mehr als eine Handvoll Instrumente hat, bleiben da ja immer noch schwindelerregende Überkapazitäten, denen man sicher auch mit Hypes nur unwesentlich abhelfen kann.
 
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@ Igor Güldenstern, also meine Enkelin ist zwei Jahre ,sie summt Melodien vor sich hin.
Ich kann auch bei anderen Kindern sehen ,daß durchaus Interesse an Instrumenten besteht.
Um zum Thema zurückzukehren, Vintage hat für selbst nicht eine so große Bedeutung, klar
es gibt legendäre Instrumente von legendären Benutzern Neil Youngs Old Black Les Paul
oder Alvin Lee s Woodstock ES 335 , Rory Gallaghers Strat. Aber diese Leute wurden zwar
berühmt aber wegen ihrer Musik. Mir ist wichtig das ein Instrument funktioniert, eine Strat
soll nach Strat klingen ,eine Les Paul nach Les Paul, was ich nicht brauche ,sind irgenwelche
rappelden ,sirrenden oder irgenwelche anderen Teile die die Vintage-Polizei mir vorschreiben
möchte.
 
...Gibt es noch mehr Gitarristen im Board, die die Kombination aus Tradition und Moderne zu schätzen wissen und dies austarieren? ...
Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass mensch das benutzen sollte, was funktioniert (also rein technisch zuverlässig ist, reproduzierbare Ergebnisse bietet, jeweils wunschgemäß klingt und sich gut anfühlt).
Ob es sich dabei um ein Original aus der angesagten, teuren Jahrgängen, eine gute Replik oder eine brandneues Gerät handelt, ist mir egal.
Also würde ich gnadenlos alles mischen, was mich ans Ziel bringt.

Welches Handwerkszeug, welche Kombis nutzt ihr?
Ich benutze, was ich habe.
Was ich habe, hat sich eben so angesammelt in den letzten 4x Jahren.

Das sind Amps und Ampdesigns von ca. 1955 bis späte 1980er (Markteinführung des Original-Designs).
Der tatsächlich Älteste dürfte mein Electro Artist W5 Amp sein (DDR-Produkt).
Die Modernsten dürften die HK Metal Master und Crunch Master sein.

An Boxen und Speakern habe ich verschiedenste Bauweisen und Typen, also Alnico, Keramik oder Neodym, Alter Mitte 1950er bis aktuell.

An Gitarren- und Bassdesigns kommen welche von 1916 (Dreadnaught) bis späte 1960er (wann wurde die Rickenbacker 330/12 erstmals angeboten?) zum Einsatz.
Reale Baujahre meiner Bässe und Gitarren laufen von Mitte 1950er (Fasan Jazzgitarre) bis 2004 (51er P Bass Reissue).

Ein paar meiner Gerätschaften sind also Vintage, andere haben Vintage-Specs, wieder andere sind Post-Vintage-Deisgns bzw. -produkte.

Aber: Wenn ich den Bedarf und das Geld dazu hätte, würde ich bedenkenlos auch anderes, ggf. brandneues Zeug einsetzen.

Und wie würdet Ihr Vintage definieren, bzw was bedeutet der Begriff für Euch?
Vintage bezeichnet für meine Begriffe Geräte aus der Zeit von 1910 (erste moderne Gitarren-(und Schlagzeug?)-Designs) bis 1975.
Für mich markieren die klassischen Hiwatt-Amps das Ende der Vintage-Ära.

Vintage kann beinhalten, dass es eben die "durch Überleben auserlesenen" Dinge sind.
Und überleben tut m.M.n., was gut funktioniert und gut klingt.

Da gibt es dann aber erhebliche Unterschiede in der Wertwahrnehmung:
Eine Mitsechziger Fender ist de facto wertvoller als eine gleichalte Guild oder Mosrite, geschweige den Höfner oder Hoyer.
Ein Mittsechziger Marshall JTM 45 oder ein Fender Bandmaster sind de facto viel wertvoller als ein gleich alter Klemt Echolette BS40.
Mit Wohlklang oder guter Funktionalität hat das nix zu tun, vintage sind die o.a. Geräte auch alle.

Ansonsten ist Vintage ein reiner Vermarktungsbegriff.
Ein Reissue, welches Detailgetreu die alten Specs hat, ist für mich nicht Vintage.
Ein gerelictes Reissue ebenfalls nicht.

Und "Vintage-Sounds" gibt es m. E. nicht.
Es gibt Sounds, die als Referenz auf eine bestimmte Zeit abzielen.
Oft genug werden die aber deshalb in den verschiedensten Zeiten und Stilen wieder verwendet, weil sie eben auch in der Musik dieser Zeit prima "funktionieren".
Diese Sounds sind damit m.M. n. zeitlos.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Nun ja RICHTIG vintage wäre demnach so etwas hier:
...
Sogar eine Rock Gitarre (nun ja, eine BArock - Gitarre :D )

Aber ich glaube so weit wollte der TE nicht zurück.
Im Ernst: Das wäre m.E. dann ein historisches Instrument(endesign).
 
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irgenwelche
rappelden ,sirrenden oder irgenwelche anderen Teile die die Vintage-Polizei mir vorschreiben
möchte.
..mh, aber es gehört doch durchaus auch zu einer Beschäftigung mit, sagen wir mal: historischen Werkzeugen, sie zu sachgerechter Nutzung zu bewegen, oder? Ihnen zu entlocken, was nicht ohne weiteres offensichtlich zugänglich ist für jeden? (das trifft vermutlich weniger auf diese ganzen Vitrinenschönheiten zu, aber ich kämpfe durchaus gerne mal mit einer Hopf aus den 60ern, oder eine Eko, oder einer alten Hagström, auch wenn die etwas mehr Zuwendung braucht, bis sie rund läuft :D )
 
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Wer ist eigentlich die Vintage Polizei? Wo trifft man die??
 
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Eine ältere Verwandte von mir machte am frühen Abend nie das Licht in ihrem Haus an, saß in der Dämmerung lieber im Dunkeln in ihrem Wohnzimmer- weil sie sich sorgte, was "die Leute" von ihr dächten, würde sie Strom und damit Geld verschwenden, so lange man noch die Hand vor Augen sehen konnte. Diese "Leute" existierten nur in ihrer Vorstellung; kein Mensch interessierte sich dafür, ob und wann die alte Dame ihre Wohnzimmerbeleuchtung einschaltete. Davon abzubringen war sie allerdings nicht.

Wenn wir allein in unserem Musikzimmer sitzen und ein inneres Unbehagen spüren, weil das Schlagbrett unserer Gitarre mit neun statt elf Schrauben befestigt ist, weil unsere Querflöte vernickelt statt versilbert ist, weil unsere Les Paul-Kopie einen verschraubten statt einen eingeleimten Hals hat und wir lieber im Internet unerschwinglichen Träumen nachjagen statt endlich zu üben, wie man saubere Sextolen spielt - dann ist sie wieder da, die "Musiker-Polizei". Auch sie existiert nur in unseren Köpfen. Sie hindert uns, mit dem glücklich zu sein, was wir (glücklicherweise) haben und redet uns ein, dass man Glück kaufen könne.
 
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Sextolen? So einen Schweinskram mache ich nicht.
 
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Vintage ist halt Vintage :biggrinB:
Entweder man siehts oder man siehts halt nicht o_O <-----so ein Statement kommt davon, wenn es Zeit wird ins Bettchen zu gehen o_O ;)
 
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Ende, Out und ZU! Dafür hast du wirklich ein Händchen:rofl:
 
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Nein bloß nicht, heute nEU gekauft im Laden, übermorgen Vintage frommen the good Wood. ......:eek2:
 
Fast alles, was wir heute neu kaufen, wird in spätestens 50 Jahren Vintage sein.*
Drollig wird`s, wenn das etwa mit den Superstrats der frühen 80er passiert, weil die ja gerade nicht vintage, sondern das Gegenteil sein sollten.^^

* so denn unsere Nachkommen diesen Begriff überhaupt noch verwenden und überhaupt noch wissen, was eine E-Gitarre ist...
 
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so denn unsere Nachkommen diesen Begriff überhaupt noch verwenden und überhaupt noch wissen, was eine E-Gitarre ist...
Soviel wie in dieser unserer Zeit hier darüber gesprochen und geschrieben wird und auch noch alles gut "dokumentiert" ist, habe ich da keine Zweifel... :D
 
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von legendären Benutzern Neil Young
..wie sieht es denn mit seiner Framus 9-saitigen aus? Ist das Modell dann"vintage" in deinem Sinne ;) Framus Strato 5:159 Melodie 63L.jpg

auch noch alles gut "dokumentiert"
... die Anführungsstriche sind durchaus sehr berechtigt, denn wir wissen alle, dass schon ein Administratorfehler diese "Dokumentation" in Sekunden ins Jenseits befördern kann ... In meiner persönlichen digitalen Historie gehen gerade 10 Jahre Facebook den Weg ins Nichts (na, vielleicht bedient sich da noch der ein oder andere Werbetreibende, keine Ahnung, meine Enkel, so sie denn keine investigativen Hacker werden, jedenfalls sicher nicht ...), weil ich nicht mehr mit der KI um meine Identitätsnachweise kämpfen mag ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Soviel wie in dieser unserer Zeit hier darüber gesprochen und geschrieben wird und auch noch alles gut "dokumentiert" ist, habe ich da keine Zweifel... :D
Das ist sicher das, was sich viele von uns wünschen. Aus historischer Sicht spricht aber einiges gegen diese Annahme. Zwei Beispiele:

Die bildnerischen Werke Rembrandts, heute bewundert, galten zwischenzeitlich auch als "Werke von schlechtem Geschmack". Johann Sebastian Bach, für viele einer der größten Musiker aller Zeiten, musste auch erst von Mendelssohn wiederentdeckt werden, um die Wertschätzung zu erhalten, die man ihm heute zurecht entgegenbringt.

Wir schauen alle nicht in die Zukunft. Manches wird vergehen, anderes wird die Zeiten überdauern, wieder anderes wird vielleicht erst in der Zukunft überhaupt die gebührende Wertschätzung erfahren. Sicher wird es von Nutzen sein, alte Instrumente zu erhalten - vielleicht auch und gerade das Equipment, das zurzeit weniger Wertschätzung erfährt. Bei der Musik als solcher wird es sich erst noch erweisen müssen, ob die Digitalisierung Fluch oder Segen ist. Die CD als Medium ist unter ungünstigen Lagerbedingungen nicht so haltbar wie beispielsweise analoge Kassetten, die bei mir jedenfalls Jahrzehnte schadlos überstanden haben. Viele zeitgenössische Musik ist kaum in Noten festgehalten oder als Druck verfügbar. Moderne Papiersorten sind aber auch teils nicht für längere Aufbewahrung geeignet. Was per Digitalisierung scheinbar für die Ewigkeit konserviert ist, muss regelmäßig umkopiert und in neue Formate konvertiert werden, die auch zukünftig noch lesbar sein werden- wobei auch entsprechende Technik zum Lesen zukünftig verfügbar bleiben muss.

Wenn Google zerschlagen, YouTube verhökert und die Serverplatten der Rechenzentren verschrottet wurden, ist auf einen Schlag vieles für immer verloren. Wie einst die Bibliothek von Alexandria.

Vielleicht überdauern auch nur analoge Schallplatten die Jahrhunderte und lassen die Nachwelt rätseln, was nach 1980 musikalisch vor sich ging? Vielleicht hat man, falls E-Gitarrenmusik die Zeiten überdauern sollte, irgendwann das Problem, dass die Technik, der Geschmack, die Geschwindigkeit sich geändert haben und man eine "historische Aufführungspraxis" für alte Metallica-Stücke erarbeiten muss, um sie auch im Jahre 2100 so klingen zu lassen, wie man denkt, dass sie 1999 einmal geklungen haben?

Wir wissen es nicht. :unsure:
 
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s E-Gitarrenmusik die Zeiten überdauern sollte, irgendwann das Problem, dass die Technik, der Geschmack, die Geschwindigkeit sich geändert haben
wieso sollte das ein Problem sein, die Menschen hatten immer Musik und Lieder. Im Fluss der Zeiten treten Änderungen ein, vieles wird
vergessen. Aber wir Menschen haben Musik im Blut, sozusagen, dann kommen halt neue Lieder. Wenn man in der Zukunft vergessen hat, was wir heute und seit 70Jahren mit der E-Gitarre gemacht haben, wird man neue Musik damit machen. Wir wissen ja auch nicht genau, wie die Streichinstrumente, Bläser, Pianos usw. vor 200 Jahren zum klingen gebracht wurden. Was ich sagen will, man muß sich auch nicht am "Vintageklang" klammern. Selbst mit unseren Aufnahmemöglichkeiten ist doch heute schon in Vergessenheit geraten, wie z.B. Beatmusik in den sechsigern wirklich live klang. Ist das schlimm oder bedauernswert? Nein, meine Meinung:rolleyes:. Durch die Interpreten/Musiker ist Musik doch ein dynamischer Prozess, das war auch früher schon so. Wenn heute etwas reproduziert wird, ist das doch nur die Vorstellung, dessen, der das macht.
So, genug davon:redface:.
 
Wenn man in der Zukunft vergessen hat, was wir heute und seit 70Jahren mit der E-Gitarre gemacht haben, wird man neue Musik damit machen.
Natürlich kann jede Epoche, können Menschen jeden Zeitalters das Rad immer wieder von neuem erfinden. Aber das Weltkulturerbe, die Leistung von Menschen vergangener Epochen so einfach dreingeben - ich weiß nicht recht, ob ich mir das für zukünftige Generationen wünsche. Immerhin lassen sich unsere aktuellen Werte hier, unser politisches System in Europa und auch die künstlerische Entwicklung bis in die Antike und darüber hinaus zurückverfolgen. Es gab Kulturbrüche, Rückschläge und Irrwege, aber die Menschheit kennt keinen "Naturzustand". Ohne Kultur kann der Mensch nicht leben, das Tradierte ist Grundlage des Fortschritts, den die Menschheit trotz allem auf lange Sicht gemacht hat und weiterhin machen wird.
Wir wissen ja auch nicht genau, wie die Streichinstrumente, Bläser, Pianos usw. vor 200 Jahren zum klingen gebracht wurden.
Genau darauf habe ich im zitierten Beitrag angespielt; mit dieser Frage befassen sich ernstzunehmende Menschen mit ganzer Kraft. Viele Werke der klassischen Musik werden heute anders aufgeführt, weil es bestimmte Instrumente nicht mehr gibt, weil neue hinzu gekommen sind, bestehende verändert wurden oder Aufgaben im Orchester an andere Instrumentenfamilien delegiert wurden. Veränderungen der Originalwerke wurden vorgenommen, weil man glaubte, hier habe der Meister wohl geirrt- das mag aus pragmatischen Gründen alles in Ordnung sein; dennoch gibt es Menschen, die das wieder hervorholen wollen, was der Komponist vor 200 Jahren schaffen und hören wollte.

Schau Dir mal eine Meisterklasse des inzwischen verstorbenen niederländischen Cellisten Anner Bylsma auf YouTube an, wie er Meisterschülern erklärt, was Bach wirklich wollte und wie es heute allgemein gespielt wird. Da spürt man, und hier liegt die Verbindung zum Thema hier, die Hingabe und Begeisterung, etwas zu erhalten und zum Klingen zu bringen, was man über die Maßen wichtig und schön findet. Daher ist das eine interessante Sache, selbst wenn man sich sonst für Klassik nicht interessiert.

Nichts anderes machen einige Vintage-Freunde unter uns - das herausarbeiten, wie es mal gedacht war und wie es sich anhören sollte. Weil man es über die Maßen wichtig findet und deshalb erhalten möchte.
 
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ich weiß nicht recht, ob ich mir das für zukünftige Generationen wünsche.
Naja, du malst ja den Teufel in deinem oberen Beitrag an die Wand:rolleyes:, ich selber glaube ja auch nicht das alles in Vergessenheit geraten wird. Aber, gerade in der Musik, wie du in deinem letztem Beitrag auch schön beschreibst, ist alles im stetigem Fluß.

, was Bach wirklich wollte und wie es heute allgemein gespielt wird
das es heute anders gespielt wird, ist ja das, was ich sage. Aber woher will
Cellisten Anner Bylsma
wissen, was Bach wirklich wollte???? Wie ich schon schrieb, da sind wir bei "seinen" (Bylsma`s) Vorstellungen. Es ist schlichtweg nicht möglich, was jemand anderes beim komponieren oder musizieren empfindet, nachzuvollziehen, weder bei den alten Meistern noch bei den aktuellen,
egal um welche Art Musik es geht. Da lass ich auch die äusseren Faktoren wie Zeitgeist und Kultur mal aussen vor.
Mit "Vintageinstrumenten & Gear" können wir uns im besten Fall nur an den "Vintagesound" annähern, und dieses Unterfangen ist auch mit "modernem" Gerödel möglich, mMn..
Was anderes ist es, wenn es um die Frage geht, womit fühle ich mich wohl. Das spielt dann für die eigene Kreativität schon eine Rolle, und da hat jeder seine eigenen Vorlieben.
 
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Wir haben ja schon bei "zeitgenössischer Musik" arge Probleme, die frühen analog erzeugten elektroakustischen Klänge (bspw. aus den elektronischen Studios) zu reproduzieren. Cages "Radio Music" von 1956 kann eigentlich nicht mehr "original" aufgeführt werden - zwar gibt es noch die alten Radios, aber nur noch wenige Mittelwellenprogramme, die zudem anders klingen, als vor 65 Jahren...
 
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und dieses Unterfangen ist auch mit "modernem" Gerödel möglich, mMn..
Ich kann es damit nicht, jedenfalls nicht so wie es gemeint ist. Ich kann mein Zeug damit spielen, aber so klingt es dann auch, nämlich oberflächlich und uninspiriert.
 

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