Bolt-On Neck besser für oldschool Thrash ?

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BruceLi
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vor kurzem konnte ich bei einem Bekannten einen direkten Vergleich seiner 2 Gitarren am Amp durchführen.

eine war eine Jackson DK2 (Bolt-on, PU: TB4), die andere eine LTD (neckthru, EMGs).

trocken angespielt war die necktru deutlich lauter und hatte viel mehr "Fülle". die bolt-on klang sehr dünn.

am Amp spielt ich dann ein paar alte Thrash-Riffs ( also viel E-Saiten- Geschrubbe). obwohl die necktru auch hier irgenwdwie wuchtiger klang ( was man aber an den Ampeinstellungen ausgleichen kann) klangen diese schnellen, teilweise abgehackten
Riifs auf der Bolt-on viel besser, als auf der bombastischen necktru. irgenwie waren die einzelnen Töne viel differenzierter und klarer wahrnehmbar ( die necktru war aber alles andere als matschig), auch die palmmutes waren klarer und "knackiger". Knackig ist der richtige Ausruck dafür, wahrsch. ist dies auch damit gemeint, wenn viele bei Bolt-ons von mehr "attack" und "snap" sprechen.

bei moderneren Highgain sounds hat die LTD wahr. wieder die Nase vorne, aber da kann man bei der Jackson bei amp/preamp... sicher noch einiges nachbessern.

nun meine Frage:

denkt ihr dass dieser Klangunterschied hauptsächlich ( natürl. spielen mehrere Faktoren mit ) an der Halskonstruktion liegt,
oder lag es mehr an den versch. PUs (Seymour Duncan - EMGs) ? ( wobei der 81er EMG doch eigentllich auch ziemlich gut differenzierte Töne wiedergibt)

sicher kann man mit fast jeder Gitarre Thrash spielen, aber gerade für dieses oldschool-Geschrubbe scheint die Jackson DK2 wie geschaffen zu sein.
 
Eigenschaft
 
Die Unterschiede alleine/größtenteils an der Halsbefestigung festzumachen halte ich für Käse. Da kommen einfach alle Faktoren zusammen, sodass bei so unterschiedlichen Gitarren man nicht sagen kann, inwiefern einzelne Aspekte inwieweit für den Klang verantwortlich sind. Lies dir mal das durch, vielleicht hilft dir das weiter.

Wenn ich ehrlich bin versteh ich auch dein Problem nicht, wenn dir die Jackson besser gefällt, dann besorg dir halt so eine, aber bloß Gitarren wegen der Halskonstruktion abzulehnen oder zu bevorzugen ist m.M.n. nicht das richtige Auswahlkriterium.
 
Oh ich seh's schon kommen, jetzt kommen 100 Leute angelaufen die allesamt die Weisheit mitm Löffel gefressen haben (mich eingeschlossen;)) und geben dir 200 verschiedene Meinungen.

Also ich würde Maxx is wiedersprechen udn sagen dass Bolt on ein entscheidender Faktor ist. Bei mir zumindest. Mir kommt keine Neckthru mehr ins Haus.

Seit der Einführung des AANJ in nahezu allen Gitarren sind Bolt Ons genauso gut bespielbar wie Neckthrus.
Bolt Ons stehen in der Regel für Attack und Bissigkeit, Neckthrus eher für Sustain und angesprochene "Fülle".

Aber wie gesagt: Fülle kommt aus'm Amp, Sustain aus den Fingern.

Ist nur meine Meinung dazu.
 
ZUviele Faktoren die das ganze beeinflussen können... Hatten beide dasselbe Korpus Holz? War es die gleiche Preisklasse an Gitarre, je teurer umso besser ist ja meist auch das verwendete Holz. Auch die Pu Bestückung ist ein großer Faktor die EMgs klingen halt auch einfach anders als der TB4.

Mit meiner neck Through Bc rich lassen sich 1a Thrash sachen spielen, allerdings waren die Pus wirklich nicht der Hit. Nachdem tausch auf Bill lawrence, war das ganz was anderes. Da kam dann deses tighte mit viel attack zustande.
 
Ach Mensch.

Unterschiedliche Pickups
Unterschiedliche Saiten
Unterschiedliches Setup (Saitenlage, ...)
Unterschiedliche Hardware
Unterschiedliches Holz

...und du meinst den Unterschied der Halsbefestigung heraushören zu können, bzw. daran festmachen zu können?
Neee..




Zum Thema selbst: James Hetfield hat jahrelang (fast Zeit seines Lebens) geleimte Halsübergänge verwendet. Was sagt uns das jetzt?
 
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Oha, das schreit danach ein Thread zu werden mit vielen Seiten auf denen jeder seine eigene persönliche Meinung zu der jeweiligen Halskonstruktion in seiner ihm eigenen Ritterrüstung bis aufs Blut verteidigen wird! "Besser" ist bei Gitarristen immer ein ganz, ganz gefährlicher Begriff!
Finde raus welchen Ton du für welche Anwendung am besten findest und such danach! Sonst gibt es keine Antwort die dir helfen kann, weil die alle subjektiv sind und komplett unterschiedlich sein werden. Das gilt auch für baugleiche Gitarren, auch die können untereinander anders klingen. Jeder hat mit seiner Gitarre in der Konfiguration die er hat das "Beste" gefunden (bisher) und diese Ideologie wird verteidigt!!! ;)
 
@ Maxx

wer sagt denn, dass ich ein Problem habe oder das ich mir eine Jackson DK2 kaufen will ( gibt es ja eh nicht mehr). dein Link bezog sich nur den Mythos, das bolt-ons weniger sustain haben, aber auch das habe ich nie behauptet.
auch bevorzuge ich auch keine andere, ganz im Gegenteil habe ja gechrieben, das die LTD bei anderen Sachen wahr. besser klingt. .......

@ Midian666

die LTD JH600 ist um einiges teurer und hochwertiger als die DK2, hat wahr. auch das bessere Holz, aber beide haben Erle-Korpus, Ahornhals . ist ja die Signature-Gitarre vom Slayer-Gitarristen,
sollte eigentlich für thrash gebaut worden sein, aber die Jackson hatte eindeutig mehr "Bissigkeit" (danke Mantas, passt viel. besser wie "Knackig").
 
@Mantas Mir geht es nicht um die Bespielbarkeit, Ibanez haben seit jeher Schraubhälse und ich fand bis jetzt jede ordentlich eingestellte RG super bespielbar.
Wie gesagt, für mich persönlich kommt es aufs Gesamtpaket an, ich habe da keine Vorlieben, wenn die Gitarre passt, dann passt sie, egal ob der Hals jetzt durchgehend, geschraubt, geleimt oder drangespuckt ist. Wär ja noch schöner, wenn ich die für mich perfekte Gitarre nicht kaufe, weil sie ein falsches Konzept befolgt.

Und die "Regel" ist halt auch nur die von vielen Gitarristen geteilte Meinung, ein durchgehender/eingeleimter Hals müsse doch länger den Ton halten.
Meiner Meinung nach viel Hokuspokus, Vodoo und natürlich auch subjektive Erfahrungen/Empfindungen.

Wenn man solchen Untersuchungen glaubt, dann stellt sich die Frage, was an den altbekannten Mythen über die Halsbefestigung überhaupt dran ist.
 
Den Begriff "besser" gibt es beim Thema Halskonstruktion definitiv nicht, davon sollte man sich lösen. Das ist was ganz individuelles, die einen mögen lieber geschraubte Hälse, die anderen lieber Neck through oder geleimte. Darüber zu diskutieren was davon sich besser anfühlt ist genauso sinnvoll wie die Diskussion "Schoko" oder "Vanille".

Der zweite Punkt sind die geheimnisvollen Kräfte die verschiedenen Hälsen zugesprochen werden, sei es nun die angebliche Tatsache des längeren Sustain oder des weicheren/härteren Tons. Leider spielen bei diesen Dingen soviele Faktoren eine Rolle, dass man einen Vergleich nur bei absolut identischer Gitarre (1x Bolt On, 1x Neck Through, 1x geleimt) machen könnte, und selbst dann heisst das nicht dass dieser Unterschied sich auf alle Gitarre übertragen lässt.

Ich behaupte nicht dass die Halskonstruktion komplett irrelevant bei der Klangbildung ist, aber irgendwie wird ihr doch ein wenig zuviel Bedeutung zugesprochen und diejenigen die diese erhebliche Bedeutung so eisern verteidigen würden meiner Ansicht nach den Unterschied i.d.R. nicht ausmachen können ;)

Wie bei vielen anderen Diskussionen im Bereich Gitarre gilt auch hier meiner Ansicht nach: Schau ob die Gitarre dir gefällt.

Und wenn man schon anfängt darüber zu diskutieren ob eine bestimmte Halsbefestigung für einen bestimmten Musikstil mehr taugt, dann wäre die Frage hinsichtlich der Mechaniken und Brücken ebenso berechtigt ^^
 
Knackig ist der richtige Ausruck dafür, wahrsch. ist dies auch damit gemeint, wenn viele bei Bolt-ons von mehr "attack" und "snap" sprechen.
dieses phänomen wird aus vielen erfahrungen sehr oft so beschrieben und wahrgenommen, ja.
und es ist m.m.n. wirklich was dran. mittlerweile sind mir bolt-ons viel lieber eben deswegen. und sustain haben die guten bolt-on auch genug.
daß nur die neckthroug's sustain im überfluss besitzen ist eher eine floskel, die mal gerne eingeworfen wird, meistens als verkaufsargument.
was mir persönlich an einer neckthrough widerum besser gefällt, ist die ergonomie und handlichkeit.
 
Is doch scheißegal ob geschraubt oder geleimt.
Hauptsacht das Ding rockt.

Ihr macht euch viel zu viele Gedanken.
 
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Ich möchte nur schon mal leise vorwarnen, dass das hier bitte gesittet abläuft. Ich hab die letzten Threads bezüglich Einfluss von Holz, Konstruktion oder Luftdruck auf den Ton der E-Gitarre noch bestens im Hinterkopf.

Damit sich hinterher keiner beschweren kann: Spam, Offtopic und respektloses Verhalten wird nicht geduldet, solche Posts werden kommentarlos gelöscht und je nach Ermessen der Moderation behalten wir uns vor auch andere Maßnahmen umzusetzen.

Also benehmt euch
;)
 
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Bolt on und Oldschool trash?

Hmm wieviele Junior Les Pauls haben die Sex Pistols auf der Bühne mit Bier bekleckert? :rock:

Wie viele Vorredner ja auch schon gesagt haben, gibt es sicherlich Vorlieben einzelner Gitarristen und Grenzen von Gitarren bzw. Amps.
Aber nur die Konstruktion reicht da nicht als Kriterium
 
Hi,

Deine Beobachtung deckt sich tendenziell mit meiner Erfahrung - übrigens im Gegensatz zu der Theorie, dass ein eingeleimter oder durchgehender Hals auch automatisch mehr Sustain bringt. Es gibt viele Bolt-Ons mit sehr gutem Sustain, wobei die Halsverbindung halt auch sauber gefertigt sein muss. Ich denke eher, dass der Eindruck genau von dem kommt, was Du auch gehört hast, nämlich dem "Knack" oder Attack, der für Schraubhälse typisch ist. Der dominiert in der Wahrnehmung naturgemäß etwas über den Ausklang, weil die Einschwingphase für das Gehör immer besonders wichtig ist.

Wohlgemerkt sind das aber alles Tendenzen - ich sehe diese Charaktere weder in Stein gemeißelt noch übergangslos voneinander abgegrenzt. Ähnlich wie bei den verschiedenen Holzarten - auch ein sehr beliebtes Thema hier :evil: - gibt es da für mich jeweils eine gewisse Bandbreite oder Varianz, die sich in den Randbereichen relativ stark überlappt. Vielleicht hast Du also eine besonders knackige Bolt-On mit einer tendenziell trägen Neckthru verglichen, dann fällt das schon sehr auf. Das könnte bei einer hart einschwingenden Neckthru und einer ungewöhnlich "weichen" Bolt On (ich hatte auch mal so eine) genau umgekehrt sein.

Überhaupt scheint die Mehrzahl der alten Helden (Anthrax, Metallica, Megadeth) eher auf Gitarren mit eingeleimtem oder durchgehendem Hals zu setzen. Mit der richtigen Gitarre also kein Problem. Davon abgesehen tragen schon auch die EMGs etwas zum Sound bei, wobei die für meine Ohren den Knack eben eher etwas "glätten"; höhenreich ja, aber auch mit viel Kompression. Ich nehme die Rhythmussounds bei Dave Mustaine, Jon Schaffer oder Scott Ian z.B. auch als akzentuierter wahr als bei Metallica. Könnte durchaus daran liegen, dass die passive HB vorziehen.

Gruß, bagotrix
 
Tach!
...auch meinen Senf dazu:
Tendenziell meine ich auch, dass die Tonenfaltung bei geschraubten Hälsen schneller geht, sprich: Attack is schneller. Aber das ist nur meine subjektive Meinung. Grundsätzlich ist jedes Konstruktionsdetail einer Gitarre irgendwie mehr oder weniger einflußreich auf den Sound - aber ZUERST sind's die Finger, die den Sound machen. Das hat m.E. nach größeren Einfluß.

Im Endeffekt sind das Glaubensfragen, die nicht für jeden Fall allgemeingültig beantwortet werden können. Deshalb ist ja das lange, intensive Probespielen am Amp der Wahl so wichtig.
 
Den Unterschied zwischen einem geschraubten Hals (bei passgenauer Halsaufnahme) und einem eingeleimten Hals hört kein Mensch raus.

Das manche meinen, das zu tun, liegt einfach nur daran, dass es Gitarren mit schlechter Halsaufnahme (bei Schraubbestigungen) gibt und dass es eben meistens geschraubte Ahornhälse und eingeleimte Mahagonihälse sind - da sind dann die Hölzer eher verantwortlich für den klanglichen Unterschied als die Art der Halsbefestigung.

Durchgehende Hälse sind wieder ein anderes Thema und auch hier gilt: Ein durchgehender Ahornhals, der also einen guten Teil des gesamten Korpus' ausmacht, ist was anderes, als ein eingeleimter Mahagonihals in einem Mahagonikorpus. Genauso wie zwei Ahorn-Schraubhals Gitarren - die eine mit massiven Mahagoni-Korpus und die andere mit einem Ahornkorpus mit Mahagoniflügeln dran - verschieden klingen werden.

Letztlich klingt jede Gitarre anders! Den Klang nur anhand der Art der Halsbefestigung voraussagen zu wollen, macht keinen Sinn. Dafür gibt es zu viele andere Faktoren, die eine größere Rolle spielen.

Ich hoffe, das war anhand der Beispiele nachvollziehbar.
 
@Mantas Mir geht es nicht um die Bespielbarkeit, Ibanez haben seit jeher Schraubhälse und ich fand bis jetzt jede ordentlich eingestellte RG super bespielbar.
Wie gesagt, für mich persönlich kommt es aufs Gesamtpaket an, ich habe da keine Vorlieben, wenn die Gitarre passt, dann passt sie, egal ob der Hals jetzt durchgehend, geschraubt, geleimt oder drangespuckt ist. Wär ja noch schöner, wenn ich die für mich perfekte Gitarre nicht kaufe, weil sie ein falsches Konzept befolgt.

Und die "Regel" ist halt auch nur die von vielen Gitarristen geteilte Meinung, ein durchgehender/eingeleimter Hals müsse doch länger den Ton halten.
Meiner Meinung nach viel Hokuspokus, Vodoo und natürlich auch subjektive Erfahrungen/Empfindungen.

Wenn man solchen Untersuchungen glaubt, dann stellt sich die Frage, was an den altbekannten Mythen über die Halsbefestigung überhaupt dran ist.

Hi Maxxis,
habe gerade nochmal meinen Beitrag durchgelesen. Würde bei allem bleiben außer der Teil dass mir eine Neckthru nicht mehr ins Haus kommt. Klar wenn das Gesamtpaket stimmt, wieso nicht?
Wenn ich mir allerdings eine Custom bauen lassen würde, würde ich eine Bolt On bevorzugen.

Aber du sprichst es hier super an: Subjektives Empfinden.
Grad wir Gitarristen sind ja die die am ehesten das Gras wachsen hören (oder denken es zu tun). Da fühl ich mich mit ner Gitarre, von der ich mir mehr Attack verspreche doch gleich viel wohler;)
Und wie gesagt ein großer praktischer Punkt: Hals ist innerhalb von 1 Minute abmontiert.

Dann gibts aber neben dem "subjektiven" und dem "praktischen" Punkt, noch den "optischen".
Manche mögens wenn ne Gitarre durch ne NT Konstruktion "edler" aussieht, manche nicht.

Bei mir ist's so dass ich ne LTD für 500€ und eine ESP für 2000€ spiele. Erstere hat ein Binding, auffällige Inlays, ein Flamed Maple Top und NT, und zweitere (die ESP) einfach nur ne schlichte Bolt on Kontruktion(ist ne ESP M-II).
Anfangs fand ich den edlen Look der LTD sau geil, jetzt find ich das Understatement den die M2 ausstrahlt einfac zum anbeißen.
Also wieder völlig subjektiv:)
 
Letztlich klingt jede Gitarre anders! Den Klang nur anhand der Art der Halsbefestigung voraussagen zu wollen, macht keinen Sinn. Dafür gibt es zu viele andere Faktoren, die eine größere Rolle spielen.

Sorry, aber das sagst Du anscheinend zu jedem Faktor, dem ein prägender Einfluss auf den Klang zugeschrieben wird. Das gleiche habe ich von Dir ja auch schon zur Holzsorte gelesen - der Du hier auf einmal mehr Bedeutung beimisst. Das jede Gitarre anders klingt (und das oft auch bei Gitarren des genau gleichen Typs deutlich wahrnehmbar ist), ist ja nun ein Gemeinplatz, der dem Threadersteller rein gar nicht weiter hilft.

Es versteht sich von selbst, dass bei einem komplexen System wie einer Gitarre viele Faktoren zusammenwirken. Nur ist mir aufgefallen, dass es bei jeder Diskussion zu einem bestimmten Merkmal für Dich genau jenes sein soll, auf das es nun nicht ankommen soll. Von daher würde es mich ja mal interessieren, welche denn nun die von Dir genannten "vielen anderen Faktoren" sind, die "eine größere Rolle spielen". Nicht etwa "auch" eine Rolle, nein, eine "größere".

Ich persönlich denke, dass es den ganz bestimmten, entscheidenden Punkt zwar nicht gibt, die Halsbefestigung aber einen nicht unerheblichen Anteil hat. Diese Tendenz ist es doch, die hier von Interesse ist, und diese typischen Eigenschaften addieren sich irgendwann eben doch zu einer recht hohen Warscheinlichkeit. Klar kann ich jedem, der hier was fragt, auch sagen: "Geh in einen großen Laden und probier einfach alle Gitarren aus!" - aber was soll ihm das bringen? Ich würde umgekehrt auch nie den Anspruch erheben, eine eindeutige Anweisung geben zu können, in der Art von: "Kauf Dir eine Gitarre mit Lindenbody und geschraubtem Hals, aber ohne Tremolo und mit Fender-Mensur, und vergiss alles, was einen geleimten Hals hat, selbst wenn Dir die Gitarre gefällt". Das will ich nicht und halte es auch nicht für sinnvoll. Wir bewegen uns hier nicht in einer exakten Wissenschaft, sondern in der Vermittlung von Erfahrungswerten. Aber aus denen kann man mMn durchaus mit Recht sagen: "Schau mal ein bisschen intensiver bei den Gitarren mit Schraubhals, da ist die Wahrscheinlichkeit größer, diese und jede Eigenschaft zu finden, die Du suchst".

So, das musste jetzt mal raus. Viele versuchen hier einfach, anderen ein paar Anregungen zu geben. Es kommt bei mir einfach ein bisschen negativ rüber, wenn dann dagegen geschossen wird, ohne eine Alternative anzubringen, die für den Fragenden hilfreicher wäre. Ich mag mich täuschen, aber rgendwie ist dieses ganze Schwingungsding wohl ein Reizthema für Dich. Und ich darf dazu sagen, dass ich in anderen Bereichen (Amps, Boxen) etliche Beiträge von Dir gelesen habe, die ich da besser fand. Ist also nicht persönlich gemeint.

Gruß, bagotrix
 
Das ist dann in der Tat falsch rübergekommen.

Es ist so, dass ich im Forum immer wieder diese pauschale Aussage "eine Gitarre mit eingeleimten Hals hat mehr Sustain als eine Schraubhalsgitarre" und "eine Schraubhalsgitarre hat mehr Attack als eine mit eingeleimten Hals" lese.

Das mag ja zutreffen, wenn man eine Les Paul mit einer Strat vergleicht. Keine Frage!

Der Punkt ist nur der, dass das nicht verallgemeinert werden sollte, darauf wollte ich hinaus. Eine passgenaue Halsaufnahme sorgt nicht für weniger Sustain als ein eingeleimter Hals. Es gibt auch speziellere Schraubhalsverbindungen, schau dir mal die Framus Bolt-In oder die Siggi Braun CNS Halsbefestigungen an. Ok, das sind jetzt zwei Extreme, aber eben auch Schraubhalsverbindungen.

Ich meine, dass das Hals- und Griffbrettmaterial, sowie die Dicke des Halses bzw. das Halsprofil einen größeren Einfluss haben, was Attack und Sustain betrifft, um deine Frage zu beantworten. Ebenso sind Bridge und Nut daran beteiligt.


Die andere Sache, auf die du ansprichst, ist die Holzdiskussion und dieses immer wiederkehrende "Mahagoni klingt warm und weich, hat viel Bass" oder "Erle klingt hell und spritzig", "Linde hat keinen schönen Cleansound" usw..
Gerade was Mahagoni betrifft und diesen Voodoo, der da um das vermeintlich spezielle Mahagoni einer größeren US amerikanischen Gitarrenfirma gemacht wird - ja vielleicht ist das ein Reizthema für mich. Genau dann, wenn das dazu führt, dass sich Leute besagte Gitarren kaufen und dann alle anderen Mahagoni Klampfen schlecht reden. Schau bitte in den entsprechenden User Bereich und lies dort einen der jüngeren Threads, dann weißt du, was ich meine.

Es geht mir nur darum, darauf hinzuweisen, dass man nicht NUR aufgrund von einer Holzsorte auf den Sound schließen kann - der dann auf jeden Fall so sein MUSS.

Gerade dann, wenn die in dem Fall in über 200 verschiedenen Arten wächst, von denen ca. 50 verschiedene im Gitarrenbau verwendet werden und manch eine spezielle Sorte gleich 3 verschiedene Namen hat, wo selbst vom gleichen Baum ganz unten das Stück völlig andere physikalische Eigenschaften als weiter oben vom Stamm hat (und dementsprechend dann in der fertig gebauten Gitarre den Klang auch anders beeinflusst).

Ja, dann sagst du jetzt wahrscheinlich, das sei ja eh klar - ist es aber ganz offensichtlich nicht, sonst gäbs diese ständigen Pauschalaussagen und Verallgemeinerungen nicht!

Natürlich gibt es Tendenzen, die kennt auch jeder Gitarrenbauer und weiß unter Abwägung dieser ganzen Erfahrungswerte ungefähr, wohin die Reise gehen wird, wenn er dieses und jenes Material verwendet. Aber schau, es gibt z.B. Les Paul Spieler, deren Klampfe hat nen Erle-Korpus. Sie wissen es nur nicht und hören die typischen Mahagoni-Eigenschaften raus. True Story! ^^

Wenn ich mir die Zeit nehm und sachlich und anhand von Beispielen begründet einen Beitrag zu solch einem Thema schreib, dann mach ich das nicht, weil ich dumm bin oder es mir nur um Rechthaberei geht, sondern weil ich denke, dass es für den ein oder anderen hilfreich wäre, zu wissen, dass man nicht alle Marketingaussagen und Voodoo-Märchen (böses Wort ich weiß) glauben muss.

Und ich gebe mir dabei auch Mühe, die Dinge differenziert darzustellen und auch manches zu relativieren, sowie konstruktiv zu bleiben. So hab ich in diesem Thema ausdrücklich auf eine passgenaue Halsaufnahme hingewiesen, dh. dass der Hals auch ohne Schrauben schon bombenfest in der Halstasche sitzt. Anders formuliert: Wenn jemand eine Gitarre findet, die mit einem Schraubhals so klingt, wie er sich das auch von einer Gitarre mit geleimten Hals wünschen würde - dann gibt es wirklich keinen Grund, diese Gitarre nicht zu kaufen - NUR weil sie einen Schraubhals hat. Im Gegenteil, abgesehen von einem evtl. weniger schnittigen Hals-Korpusübergang hat der Schraubhals den Vorteil, dass man ihn austauschen kann, wenn er mal hinüber ist.

Ich weiß nicht, warum das bei dir so negativ angekommen ist, meine Absicht war es jedenfalls nicht. : )
 
Ich kann dazu relativ gut was sagen, denn ich hab gerade meine Klampfen getauscht. Vorher Ibanez Prestige rg3120, geschraubter Hals, Mahagonie-Korpus, jetzt ESP Viper setneck Mahagonie.
Die ESP ist lauter, länger im Sustain trocken gespielt als die Ibse. Auch der Ton ansich ist wärmer. Beide Gitarren haben exakt die gleiche Saitenlage. Exakt die gleichen Saiten drauf. Das stelle ich penibelst ein.

Verstärkt verzerrt gespielt allerdings vermisse ich bei der ESP nichts an Punch, Attack oder sonstwas.
wäre ich nun böse, würde ich schreiben, dass der Druck, Attack , Punch....was auch immer allein durch deine rechte Hand kommt. Sweetspot finden, wo downstrokes am direktesten kommen.
 

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