Kaputte (?) Mandoline "gerettet" und nun viele Fragen (Achtung Neuling ;))

  • Ersteller Sterntaler
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Hallo Sterntaler , diese Bild zeigt exakt den Saitenhalter für eine neunsaitge Waldzither , Du musst nur mal genau hinsehen , dann findest Du auch die 9. Halterung für die Schlaufe der Bassaite :) (unten).
Problem bei meiner Vogtlandmandoline war in erster Linie die Einstellung einer bespielbaren Saitenlage.Sollte ja nicht extrem hoch sein aber auch nicht scheppern , mit der ausrichtung der Bünde war man wohl damals noch nicht so weit wie heute , wo das alles mit Maschinen gemacht wird. Wenn Du Probleme hast poste doch noch mal.
Was günstige Saiten angeht habe ich mit Darco Strings sehr gute Erfahrungen gemacht.
Wenn es um Anfängergriffe auf der Mandoline oder auch nur einfach ums Stimmen geht ,finde ich das Brad Leird auf Youtube dazu sehr gute "Lessons" veröffentlicht hat.
 
Ich glaub ja, daß so n 9. Halte-Haken ohne die dazugehörige Stimm-Mechanik nicht sonderlich viel Sinn macht. :D


cheers, fiddle
 
... für den Besitzer des ganzen Instruments nicht;-)

... für die Instrumentenbauer schon (Reduzierung der Typen im Lager). Ich habe aber leider keine Ahnung, ob die so gedacht und nur einen Typ gefertigt haben oder es zwei Typen von Haltern gab. Die waren schon ganz pfiffig im Geld sparen...
 
Also wenn ich mir die Fotos im ersten post anschaue, dann zähle ich 8 Mechaniken
und sehe auch keine freie Kerbe im Steg oder Sattel.

Deshalb finde ich es etwas seltsam, eine 9. Saite dazu zu erfinden, die nie auf dem
Instrument vorgesehen war..

cheers, fiddle
 
Also wenn ich mir die Fotos im ersten post anschaue, dann zähle ich 8 Mechaniken
und sehe auch keine freie Kerbe im Steg oder Sattel.

Deshalb finde ich es etwas seltsam, eine 9. Saite dazu zu erfinden, die nie auf dem
Instrument vorgesehen war..

cheers, fiddle
Oh tut mir leid wenn ich hier für ein Missverständnis gesorgt habe : Der Saitenhalter(=Tailpiece) mit dem charakteristischen neunten Haken ist definitiv in Deutschland gefertigt worden , die Mandoline damit in der Regel auch , nützlich zu wissen wenn man sich bei einem Gebrauchtkauf nicht sicher ist woher das Instrument stammt.Manche von den im Vogtland gefertigten Mandolinen sehen den original neapolitanischen doch sehr ähnlich ,
ohne deren Sammlerwert zu haben.

Natürlich kann man diese neunte Saite nicht nachinstallieren , das habe ich auch gar nicht gemeint oder gesagt (oder ?)

Sterntaler , ich hoffe Du findest die Zeit das Instrument wieder spielbar zu machen.Mich würde wirklich interessieren , wie sie klingt , da diese
Form doch sehr ungewöhnlich ist und ich noch nie so ein Instrument selber gehört habe. Meine Vogtlandmandoline ist vom Korpus her sehr klein ,
so dass die tiefe G Saite nicht so schön klingt ,ein Instrument wie deins wäre auch was für meine Sammlung , wenn es denn gut klingt.
 
Noch zur Ergänzung zu Fiddles Bemerkung in Sachen unsinniger neunter Haken: wie Ploppy hier schon geschrieben hat, ist der neunte Haken deshalb da, weil der gleiche Saitenhalter auch für Waldzithern (9 Saiten) verwendet wurde. So ergibt der Haken wenigstens für die Hersteller Sinn, wenn schon nicht für den Mandolinenbesitzer.

Banjo
 
So, ich melde mich dann auch mal wieder! :D
Der Thread hat sich ja regelrecht verselbstständigt während ich weg war! Also doch eine Lasche für die 9 Saite? Gut, dann weiß ich das jetzt auch, dachte erst, das wäre eine Öse um ein Halteband (? das was man teilweise auch bei Gitarren befestigt) einfädeln zu können, da es viel weiter unten war als die anderen Laschen...

Jetzt aber mal zurück zu den Reparaturarbeiten: Hatte Dienstag das Glück früher vom Praktikum wegzukommen und bin gleich zu dem Antiquitätenhändler. Der hatte aber schon zu. Frustriert aber motiviert wie ich war, dachte ich "selbst ist die Frau!", hab beim nächsten Baumarkt ne Flasche Ponal gekauft und hab mich dann daheim an die Reparatur gesetzt.
Ich muss schon sagen, es war...nicht einfach! Das mit den Schraubzwingen hab ich zunächst getestet, aber das hing dann schief drauf und ich hatte echt Angst, dass da noch mehr von diesen Zargen wegbrechen, wenn ich zudrehe. Hab mich also hingehockt und selbst das Holz aufeinandergedrückt. Schmerzhaft für die Finger, aber hat gepasst. Wie ich da so saß, hab ich dann festgestellt, dass Ponal auf meine Hose getropft ist. Mit der Mandoline hoch in die Küche, um den Fleck rauszuwaschen. In der Hektik die Mandoline gegen den Türrahmen gehauen. Die kleine Kante, die eh schon einen Riss hatte, war dann also auch noch ab. Wieder runter, Kante wieder ankleben und mit Span schnitzen beginnen. Das hat gefühlte 4h und mindestens 10 Versuche in Anspruch genommen, entweder habe ich mich verschnitzt oder der Span ist spätestens beim Abschleifen abgebrochen. Schließlich festgestellt, dass es (zumindest für mich) unmöglich ist, einen Span im Ganzen zu schnitzen, der die Ritze komplett abdeckt. Bin also hingegangen und hab immer nur Teilstücke geschnitzt und eingesetzt, das ging dann mehr oder minder. Irgendwann abends, war ich dann fertig (physisch und mit der Mandoline).

Hier also das Ergebnis:






Ja, ich weiß, das hätte man besser hinkriegen können (sofern besseres Werkzeug und mehr Talent vorhanden ist) es sieht nicht grade toll aus, aber ich bin zufrieden, der Riss ist jetzt zumindest dicht und wenn ich spiele, sieht man von der Rückseite ja nichts...
@Ploppy8
Danke für den Tipp mit Brad Laird! Hab gerade mal nachgeschaut und die Videos sind echt hilfreich. Muss mal schauen, wann ich zum Üben komm, seit dieser Woche hat mich die Arbeit wieder arg in Beschlag genommen...aber das Mandolinchen läuft ja zum Glück nicht weg! ;)
 
Hi Sterntaler,

dafür, daß du kaum ne Ahnung von Holzbearbeitung hast, ist das echt top geworden :D
Da muß man die "selbst ist die Frau" mal echt loben!
Ich hoffe die geleimten Stellen halten. Dann hast du eine (wahrscheinlich) spielbare Mandoline
und zum lernen ist das auch ok. Ich glaube, für die Investition, eine Tube Ponal, hast du mit
deinen Mitteln hier das Beste rausgeholt.

Jetzt wirst du wahrscheinlich vorne noch mit der Saitenlage etwas Fummeln dürfen und hast
ein wirklich brauchbares Übungsinstrument.

Von meiner Seite: Glückwunsch. :great:


cheers, fiddle
 
Den Glückwünschen schließe ich mich an und es freut mich, wie das nette kleine Mandolinchen vor dem sicheren Tod gerettet wurde und ein neues Heim gefunden hat:great:

Banjo
 
Och Dankeschön! Ihr seid ja lieb! :redface: Freut mich, dass ich euren Ansprüchen halbwegs genügen konnte, auch wenn aus mir keine große Handwerkerin werden wird ;)!
Vielen lieben Dank nochmal für eure Unterstützung, Tipps und Ratschläge, das hat mir wirklich Mut gemacht und weitergeholfen! Wenn ich noch irgendwann Fragen haben sollte, weiß ich ja jetzt wohin ich mich wenden kann :D!
 
Das sieht doch gut aus , noch etwas dunkle Lasur , dann fällt es nicht mehr auf und ist gut gegen Feuchtigkeit geschützt. Von vorne sieht das Instrument zwar schmutzig , aber OK aus. So schwarzgerostet , wie die
Saiten aussehen könnte es ein , das diese Mandoline nur wenig gespielt wurde , das wäre dann ja ein Glückstreffer. Der Steg ist lose , das ist bei Mandolinen , Violinen so und kein Defekt (auch wenn meine Frau erst der Ansicht war als sie mir meine Mandoline schenkte :D ) .Der zwölfte Bund muss genau in der Mitte zwischen Sattel und Steg sein , das ist wie bei der Gitarre , dann könnte die Restauration ja schon fast abgeschlossen sein.
 

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