Leicht zu lernendes Saiteninstrument?

Hallo Dora,

kauf dir eine Nylonsaitengitarre mit schmalen Hals und die 2 Lehrbücher von Peter Bursch und nach einem Jahr kannst du mehr oder weniger alle populären Lieder begleiten, wenn du eine Stunde am Tag an Zeit investierst.

Bei den anderen hier genannten Instrumenten sehe ich zumindest keine deutlichen Vorteil gegenüber der Gitarre. Auch eine Zither ist nicht unbedingt das einfachste Instrument, schon gleich zehnmal keine Geige und Mandoline mit Doppelbesaitung. Diese Harkeleizither ist eher eine "Spielerei" meiner Meinung nach.

Ein leichtes Instrument ist z.B. noch eine Drehleier, die bekommt man aber auch eher schwer!

Wenn es einfach nur "schönes Melodiespiel" sein soll, kann man die Gitarre doch auch auf DADGAD stimmen und ein irisches DADGAD - TAB Einstiegsbuch kaufen. Mit einer Nylon mit schmalen Hals sollte der Fortschritt da schnell sein.

Meiner Meinung muss man aber schon eine Stunde am Tag üben jeden Tag, sonst machts keinen sinn, egal mit welchem Instrument.

Gruß

Andi
 
Die eine Stunde am Tag (zusätzlich) scheint mir sehr realistisch und ist das, was mich davon abhält, weitere Instrumente zu lernen. Die gleiche Stunde am Tag auf dem Hauptinstrument investiert und die Fortschritte sind spektakulär!
 
Guten Morgen :)

Diese Harkeleizither ist eher eine "Spielerei" meiner Meinung nach.

Was verstehtst Du unter "Spielerei"?


Frage an diejenigen, die entweder Gitarre oder Ukulele spielen?
Wisst Ihr noch, wie lange/ wie viele Übungsstunden es gedauert hat, bis ihr
1. den Wechsel von Tonika und Dominante im Takt spielen (strumming) konntet?
2. den Wechsel zwischen 3 Akkorden im Takt spielen konntet?
3. den Wechsel zwischen 5 bis 6 Akkorden im Takt spielen konntet?
4. mindestens 4 Tonarten mit jeweils 3 Dur-Akkorden begleiten konntet?​

Und all das ohne vorher ein anderes Melodie- oder Akkord-Instrument gespielt zu haben und ohne Kenntnisse der Harmonielehre.

Auf der Gitarre habe ich mir vor 45 bis 50 Jahren so nach und nach die Griffe C D D7 dm E em F G A am H7 eingebleut. Das war reine Paukerei, ohne zu behalten, was da auf dem Griffbrett passiert (welche Töne auf welcher Saite klingen). Mit diesen Griffen kann ich Melodien in denTonarten C-Dur G-Dur F-Dur E-Dur d-moll a-moll leidlich gut harmonisieren. Anspruchsvollere harmonische Wendungen mit Dur/Moll-Parallelen sind am besten in C-Dur und ansatzweise in G-Dur möglich. Das war's dann, weil ich die ganzen anderen Griffe weder im Kopf noch in den Fingern habe. Über die einfachen Grundlagen des Akkordspiels kam ich also nie hinaus und was mich betrifft, habe ich das auch nie groß vermisst. Denn sonst wäre ich dran geblieben und hätte weiter gepaukt. Aber für viele Songs, die bei uns in gemütlicher Runde gesungen wurden und werden reicht/e das. Auch mir unbekannte, ins Schema passende Melodien kann ich nach Gehör begleiten und wenn jemand mitspielt, der die Melodie und die Akkordfolge kennt, schaue ich ihm einfach auf die linke Hand und lese da ab, was er spielt. Wenn Leute kommen, mit deren Niveau ich nicht mithalten kann, hänge ich meine Gitarre lieber an die Wand und greife zur Trommel. So what? :nix: Spiele ich alleine, suche ich mir zum Gitarrespielen das aus, was mir Spaß macht.
Obwohl ich bereits mit anderen Instrumenten umgehen konnte und dadurch mit gut geschultem Rhythmusgefühl, Notenkenntnissen und Grundlagen der Harmonielehre an die Sache heran gegangen bin, empfand ich das Erarbeiten der Akkorde als ein hartes Stück Arbeit. Bis die motorischen Abläufe der linken Hand bei den Griffwechseln so verinnerlicht waren, dass sie mühelos im Takt funktionierten und sauber mit dem Zupfen und Schlagen der rechten Hand koordiniert waren, dauerte es einige Stunden. Oder waren es Tage, Wochen? Jedenfalls hatte ich trotz Nylonsaiten schmerzende Fingerkuppen und die verfolgen einen das ganze Musikerleben, wenn man nicht die Zeit hat, regelmäßig auf der Gitarre zu üben. Die einmal eingebläuten Griffe sitzen dagegen wie im Schlaf. Die vergesse ich wohl nicht mehr und die einmal gelernten Schlagrhythmen wohl auch nicht. Nur kommt kaum noch etwas Neues hinzu und wenn doch, ist es in der Regel schnell wieder vergessen, weil ich weder Zeit noch Lust habe, da ausdauernd dran zu bleiben. Wozu auch? Ich habe ja genug andere Möglichkeiten, mich musikalisch auszudrücken und andere Instrumente sind mir wichtiger.

Wenn ich nun vergleiche, wieviel Mühe es mir gemacht hat, die (nur begrenzte Anzahl) Akkorde auf der Gitarre spielen zu lernen und mit wie wenig Aufwand sich ganz ähnliche musikalische Möglichkeiten auf einer Harpeleik (das ist keine Harke sondern eine Harp ;) ) erschließen, dann hat für mich aus diesem Blickwinkel eine Harpeleik die Nase vorn. Erst recht dann, wenn Ü40 oder noch ältere Personen nach einem Begleitinstrument fragen und von vorn herein klar ist, das dieses Instrument als Zweit- oder ... -Instrument geplant ist, für das nur wenig Übungszeit investiert werden soll/kann.

Gruß
Lisa



-----------------------------------------------------------

Inhaltsübersicht für diesen Thread: #158
 
Grund: Link zum Inhaltsverzeichnis eingefügt
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt sind wir aber doch sehr weit vom Ausgangsthema weg. Im ersten Beitrag ist eine Mandoline (Bouzouki) zu sehen, die eine Melodie spielt. Und Dora fand, dass die Melodie gezupft schöner klang als auf der Flöte gespielt. Wie sind wir von da jetzt eigentlich auf Akkordbegleitung gekommen?
 

Threadtitel: Leicht zu lernendes Saiteninstrument

So weit ich das erkennen kann, sind wir nach wie vor bei diesem Thema.

Wie sind wir von da jetzt eigentlich auf Akkordbegleitung gekommen?

@Dora
Ich fasse mal zusammen, wie ich Deine Situation wahrnehme. ...


und weiter vorne

Die zentrale Fragestellung ist meines Erachtens vielmehr, welches Instrument so leicht zugänglich ist, dass man darauf innerhalb kürzester Zeit entweder Melodien oder Melodiebegleitung spielen kann.

Darauf die Feststellung ...
Hier ist u.U. bereits eine Entscheidung nötig.
Z.B. gibt es Instrumente wie die Mandoline, die für Melodien leicht ist, für Akkordbegleitung würde ich aber eher zur die Ukulele raten.
Wenn beides leicht gehen soll, ist die Frage schon kniffliger.
Zudem stellt sich die Frage, ob in mehreren Tonarten oder wie bei chromatischen Instrumenten nur in wenigen.
So leicht ist diese "zentrale Frage" gar nicht, wenn sich Dora da nicht genauer über die Richtung klar ist.


Mit Saiteninstrumenten kann man halt vieles machen. Und je nach dem wie sie gebaut sind und der "Tonvorrat" "eingerichtet" ist, gelingt das eine oder das andere (Melodiespiel oder Begleitung) leichter.

Als ich schrieb ...
Dieses Threadthema ist eine Gelegenheit, die Spieltechniken verschiedener Saiteninstrumente gegenüber zu stellen, die einen einfachen Zugang mit schnellen Erfolgserlebnissen ermöglichen.

... bestätigte Dora
Ja, so in etwa habe ich mir das auch vorgestellt bzw. kam der Gedanke im Threadverlauf auf, dass das gut wäre. Also dass man eine Art "Liste" hat, wo man verschiedene Instrumente miteinander vergleichen kann.



Gruß
Lisa


-----------------------------------------------------------

Inhaltsübersicht für diesen Thread: #158
 
Grund: Link zum Inhaltsverzeichnis eingefügt
Zuletzt bearbeitet:
Da ich die Harpeleik als ein mögliches Begleitinstrument genannt habe, zu dem man schnell Zugang finden kann, will ich mal ganz konkret darstellen, wie das Spiel auf einer Harpeleik funktioniert bzw. funktionieren kann.
Das ist ein guter Einblick, mit den Videos. Gibt es eigentlich für alle Saiteninstrumente, die man flach vor sich hinlegt (nenne ich jetzt mal im Gegenzug zu Gitarre und co.,...), solche Notenblätter zum Unterlegen? ...und sind alle Zithern so eng bespannt, wie die Harpeleik?

geeignete Melodien: einfache Volks- und Tanzweisen; einfache Pop-Songs;
Das klingt gut.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, klingt Dir das Melodiespiel auf der Blockflöte zu "leer".
Nicht bei allen Stücken, aber bei dem Stück, was ich zuerst verlinkt habe, ist es eindeutig so, dass mir das vom Video besser gefällt, als mit meiner Flöte. Darüber sind wir dazu gekommen, dass es daran liegen könnte, dass es eben "nur" ein Instrument bei der Flötenvariante ist. Das würde ja dann auch bei einer Zither, etc. so bleiben, es sei denn, man spielt mit anderen zusammen, hat so ein Aufnahmegerät, wo man was aufnimmt, es sich dann vorspielt und dann nochmal "darüber" spielt oder man spielt sein Instrument so, dass mehrere Töne gleichzeitig erklingen, so wie es bei Gitarre, Mandoline, Dulcimer, etc. möglich ist.
Im Moment weiß ich nicht, ob mir reines Akkordspiel genügen würde. Da müsste ich mir nochmal Videos zu anhören. Dieses Fingerpicking-Video, was ich, glaube ich, zur Gitarre verlinkt habe, gefiel mir z.B. sehr gut, von der Spielweise her. Allerdings vermute ich, dass man da auf noch mehr Dinge achten muss, weil man eben nicht nur einzelne Seiten oder "alle" anspielt.
...oder es liegt an diesem tiefen Unterton, den man manchmal zur Melodie mitspielt.

In den Heften von Voss stehen zumindest teilweise Akkordbezeichnungen über der Melodie; in Liederbüchern zum Teil ebenfalls. Mit Hilfe dieser Noten kannst Du Dir einen Überblick darüber verschaffen, welche Akkorde häufig benötigt werden und dann schauen, ob die in der oben genannten Akkordreihe vertreten sind.
Das ist eine gute Idee. Dann müsste ich nur noch wissen, auf welchen Saiteninstrumenten ich welche Akkorde spielen kann.

Entweder Kleiderschrank oder mehr üben oder mit wenig zufrieden sein. ;)
Ich glaube, es würde im Moment aus persönlichen Gründen, die ich wegen einer User jetzt nicht nenne, das Letztere werden. Auf einer Okarina kann man auch nicht soviele Töne spielen, wie auf einer Blockflöte, in der Regel jedenfalls.

und die 2 Lehrbücher von Peter Bursch und nach einem Jahr kannst du mehr oder weniger alle populären Lieder begleiten,
Das klingt gut!

Aber für viele Songs, die bei uns in gemütlicher Runde gesungen wurden und werden reicht/e das. Auch mir unbekannte, ins Schema passende Melodien kann ich nach Gehör begleiten
Genau darum gehts mir!!! Auch wenn man User jetzt wieder meinen mag, das sei kein richtiges Spiel und man bräuchte dafür erst gar nicht anzufangen!...
Wie schon woanders erwähnt: Ich habe beim Trommeln erlebt, wie einfach das gehen kann, Musik mitzumachen, ohne großartig was von Musiklehre, Notenlehre, etc. zu kennen. ...und wir sind trotzdem aufgetreten. War schön!!!!

...aber ich mag mich grade echt nicht mehr erklären... .

Wenn Leute kommen, mit deren Niveau ich nicht mithalten kann, hänge ich meine Gitarre lieber an die Wand und greife zur Trommel. So what? :nix: Spiele ich alleine, suche ich mir zum Gitarrespielen das aus, was mir Spaß macht.
Zum Beispiel.

Nur kommt kaum noch etwas Neues hinzu und wenn doch, ist es in der Regel schnell wieder vergessen, weil ich weder Zeit noch Lust habe, da ausdauernd dran zu bleiben. Wozu auch? Ich habe ja genug andere Möglichkeiten, mich musikalisch auszudrücken und andere Instrumente sind mir wichtig
Eben.

Eigentlich brauche ich hier gar nicht so eine ausführliche Darstellung über Spielweisen und Eigenarten verschiedener Instrumente. Eigentlich reicht mir eine recht kurze Gegenüberstellung, der wichtigsten Dinge. Toll wäre auch ein Auswahlpaket von Thomann, der die haben wirklich eine größere Auswahl an Zithern, Mandolinen, Dulcimer und co. .
Ich hab nebenbei selber noch was im Internet gegucken. Ich denke, dieser Link hier erklärt nochmal ein bisschen das Problem: https://de.wikipedia.org/wiki/Zither . Was da alles unter Zither steht... . Um zu entscheiden, welche die richtige für mich ist, müsste ich doch erstmal welche sehen, anspielen, gucken, was es an Noten- und Spielmöglichkeiten für mich ist. Ein Dulcimer gehört auch zu den Zithern. Worin unterscheidet der sich alles, abgesehen vom Aussehen und der Saitenanzahl- und Länge, von einer Harpeleik? Als Beispiel jetzt. ....und was ist anders bei einer Kantele?
Wenn jemand mag, kann er mir dazu etwas erzählen. Es sollte nur keiner erwarten, dass ich mir gleich am nächsten Morgen ein entsprechendes Instrument kaufe, ohne dass ich es selber schon mal angespielt habe.

Der Alltag ruft... . Bis dann.
 
Eigentlich reicht mir eine recht kurze Gegenüberstellung, der wichtigsten Dinge.

Dann will ich mal Harpeleik und Autoharp vergleichen.

Bei der Betrachtung der Harpeleik stellte ich fest:

Harpeleiks können zwar grundsätzlich beliebig groß gebaut werden, jedoch wird das Instrument mit jedem zusätzlichen Akkord größer und schwerer.

Das ist bei Autoharps anders.
Der gravierende Unterschied zwischen den beiden Instrumenten ist, dass auf einer Harpeleik für jeden Akkord eine extra Saitengruppe aufgezogen wird, die dann als Einheit zu sehen und zu spielen ist, während bei Autoharps ein Dämpfersystem dafür sorgt, dass von den diatonisch oder chromatisch aufgezogenen Saiten nur eine Auswahl klingt oder anders ausgedrückt: die nicht zu einem Akkord passenden Töne werden stumm geschaltet bwz. blockiert, wenn man darüber "schrummt". So klingen dann nur die zum gewünschten Akkord passenden Töne nach, während der Rest der Saiten nur kurz leise klickt. Dieses Klicken wird von den lang nachklingenden Tönen überlagert und daher vom Zuhörer kaum oder gar nicht wahrgenommen. (Hier noch einmal ein Video aus #42 in dem das erklärt wird.)



Spieltechnik
In #12 und #42 wurden bereits Videos gepostet, die einen ersten Eindruck davon vermitteln, wie Autoharps gespielt werden/werden können. Die dort gezeigte in den USA verbreitete Spielweise, das Instrument im Arm haltend zu "schrummen", ist nicht auf jedem Instrument möglich. Voraussetzung dafür, dass das klappt ist, dass die Mensur der Saiten so lang ist, dass oberhalb der Dämpfer auch bei den kürzesten Saiten noch ausreichend Platz ist, um diese zu überstreichen. Das ist nicht bei allen Herstellern bzw. Instrumenten gegeben.

Es gibt noch eine ganz andere Methode, Autoharps zu spielen. Dazu stellt/legt man sie vor sich auf den Tisch ...



... oder auf die Knie.



Insbesondere große, schwere Manualzithern kann man nur auf dem Tisch stehend spielen.
Achtet mal auf den Größenunterschied und die verstellbaren Manuale!



Die Spieltechnik lässt sich auf verschiedene Weise variieren. Die einfachste Form ist, die Saiten mit der rechten Hand ruhig im Takt zu überstreichen (z.B. mit einem Plektrum) und dabei die passenden Manuale (Dämpferleisten) mit der linken Hand nieder zu drücken.
Hier > klick < ist jemand auf die Idee gekommen, es mal mit einem Kochlöffel zu probieren! :D

Vor einer eventuellen Kaufentscheidung steht die Frage, wie weit komme ich mit so einer Autoharp? Also welche und wieviele Akkorde bzw. Tonarten lassen sich spielen bzw. begleiten? Die Antwort: "Kommt drauf an." lässt schon erahnen, dass es Instrumente unterschiedlicher Bauart gibt. Man unterscheidet zwischen diatonischen und chromatischen Instrumenten, die obendrein mit einer unterschiedlichen Anzahl von Manualen ausgestattet sind.

Am Beispiel eines chromatischen Modells mit 21 Manualen lässt sich gut veranschaulichen, welche Möglichkeiten so ein Instrument bietet.

Chroma-21-Tuning.jpg


Chroma-21-Keys.jpg

Quelle: http://www.autoharpstore.com/product_detail_9768.aspx

Abgesehen vom Bereich der Bass-Saiten (F G C D E) ist das Instrument über ca. 2 1/2 Oktaven chromatisch besaitet.

An der Beschriftung der Manuale erkennt man für die Akkorde ein Konzept der Anordnung, das wie bei der Harpeleik auf der Quintenkette/dem Quintenzirkel beruht. Bei näherem Hinsehen erkennt man Kompromisse/Schummeleien.

In der obersten/1. Reihe sind 7 "normale" Dur-Akkorde in Quintfolge angeordnet. Damit lassen sich Subdominante - Tonika - Dominante von den 5 Tonarten B-, F-, C-, G- und D-Dur spielen. Von A-Dur fehlt die Dominante und von Es-Dur scheint auf dem ersten Blick die Subdominante zu fehlen. Bei näherer Betrachtung entdeckt man diese (As-Dur) in der 3. Reihe (Ab maj).

In der 2. Reihe sind die dazu gehörenden Dominant-Septim-Akkorde zu finden.
Während die Dominante rechts neben der Tonika zu finden ist, hat man den Dominant-Septim-Akkord links unter der Tonika angeordnet.

In der 3. Reihe findet man Moll-Akkorde. Über deren Anordnung habe ich mir schon wiederholt den Kopf zerbrochen. Ob es wohl von Vorteil wäre, wenn neben den Dur-Akkorden die jeweilige Moll-Parallele zu finden wäre? Hier ist das anders gelöst. Und obendrein findet man statt F-moll den Akkord Bb7 in dieser Reihe und statt Bb-moll taucht As-Dur auf. Welche Logik mag dahinter stecken?
Die zu C-Dur gehörenden Moll-Parallelen findet man am rechten Ende der 3. Reihe: dm am em .
Die zu F-Dur und B-Dur gehörenden Moll-Parallelen sind ebenfalls vollständig.
Für alle anderen auf der Autoharp mit Dur-Akkorden begleitbaren Tonarten sind die zugehörigen Moll-Akkorde nur unvollständig vorhanden.
Das zeigt auf der Autoharp eine Bevorzugung der Tonarten C-Dur, F-Dur und B-Dur. Diese Tonarten sind gut singbar und haben nur wenig Vorzeichen. Bei den Tonarten D-, G- und Es-Dur begnügt man sich mit den Dur-Akkorden. Damit lassen sich zumindest einfache Begleitungen gut spielen.

Fazit zu diesem Autoharp-Modell mit 21 Akkorden:
Der einfache Zugang zu den wichtigsten Begleitakkorden der in der Folkmusik häufig benutzten Tonarten wird auch bei der Autoharp mit einer Begrenzung der Tonartenvielfalt erkauft. Ob man mit der Auswahl der Akkorde auskommt, hängt von der Musik ab, die man spielen möchte.

Anders als bei der Harpeleik muss nicht für jeden weiteren Akkord ein weiteres Saitenbündel aufgezogen und der Resonanzkörper verbreitert werden. Statt dessen setzt man lediglich einen neuen Dämpfer auf. Deshalb ist die Autoharp kompakter. Die maximal mögliche Anzahl der Manuale hängt von der Mensur der kürzesten Saite ab.

Die chromatische Besaitung der Autoharp, ermöglicht prinzipiell die Nutzung als in allen Tonarten einsetzbares Melodie-Instrument. Tonarten, für die im Manualaufsatz Akkorde fehlen, sind zumindest einstimmig spielbar.

Die Anordnung der Manuale kann man ändern und dadurch das Instrument den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Jo Ann Smith wandelt hier eine chromatische Autoharp in ein diatonisches Instrument um.



Es gibt Musiker, die sich Autoharps in verschiedenen Stimmungen eingerichtet haben und dann die Instrumente je nach Stück und Tonart wechseln.




Modell-Variante

Neben dem 21-Akkord-Modell gibt es bei thoman auch noch ein Modell mit 15 Manualen.

9605374_800.jpg

https://www.thomann.de/de/oscar_schmidt_os73b_1930_reissue_autoharp.htm

Da steckt eine völlig andere Systematik dahinter. Wobei ... eigentlich sieht das eher nach einer relativ systemlosen Ansammlung von häufig auftretenden Akkorden aus. Oder?
Was steckt denn nun dahinter?

C-Dur (C Maj; Tonika) ist umgeben von
- G-Dur (G Maj; Dominante), G7 (Dominant-Septim-Akkord) und
- a-moll (Am Min; Tonika-Parallele)
- D7 gehört nicht zu C-Dur sondern ist der Dominant-Septim-Akkord zu G-Dur, kann aber in C-Dur-Melodien auftreten, wenn diese zwischendurch zur Tonart der Dominante wechseln. (Beispiel "Lass doch der Jugend ihren Lauf")​
Die zu C-Dur gehörende Subdominante F-Dur (F Maj) ist in der vorderen Reihe links neben dem Dominant-Septim-Akkord (G7) zu finden und die dazu gehörende Subdominant-Parallele d-moll (Dm Min) ist noch eins weiter links in der 2. Reihe zu finden. Diese Anordnung ermöglicht leicht zu spielende Akkordfolgen.

E7 ist in dieser Akkordgruppe ein Fremdkörper, da man ihn nicht auf C-Dur beziehen kann.
Wo gehört dieser Akkord hin? A-Dur? a-moll? So ist es wohl gedacht, denn a-moll ist ja daneben zu finden. ...

Sucht man sich weitere Akkordgruppen zusammen, entstehen ganz verschiedene Gruppierungsmuster, die ein intuitives Wechseln der Tonarten meiner Meinung nach unmöglich machen. Für mich persönlich ist so etwas undiskutabel. Aber das ist halt das Resultat meiner individuellen Lernstrategie. Und die sieht bei anderen möglicherweise völlig anders aus.

Mein persönliches Fazit
Wenn Autoharp, dann eine mit 21 Akkorden im oben abgebildeten System.


Und dann ...
umbauen!
Warum, weshalb, wieso und wie?
Das erklärt Jo Ann Smith hier: https://static1.squarespace.com/sta...1f5a4c66/1464054441735/UNIFIED+CHORD+BARS.pdf


Gruß
Lisa


-----------------------------------------------------------

Inhaltsübersicht für diesen Thread: #158
 
Grund: Link zum Inhaltsverzeichnis eingefügt
Zuletzt bearbeitet:
Gibt es eigentlich für alle Saiteninstrumente, die man flach vor sich hinlegt (nenne ich jetzt mal im Gegenzug zu Gitarre und co.,...), solche Notenblätter zum Unterlegen? ...und sind alle Zithern so eng bespannt, wie die Harpeleik?

Saitenabstände
Die enge Besaitung der Harpeleik hat ganz praktische Gründe. Jeder Millimeter, um den man einen Saitenabstand vergrößert, multipliziert sich ja um die Anzahl der aufgezogenen Saiten und dann entstehen ganz schnell ziemlich unhandliche Maße. Die Harpeleik war wohl in erster Linie als Begleitinstrument gedacht, bei dem man über die kompletten Akkordgruppen "schrummt". Da passen die engen Abstände ganz gut; auch dann, wenn man die Arpeggien rhythmisch differenzieren will oder einen einzelnen Ton anspielen möchte. Das sind dann aber schon fortgeschrittene Spielweisen, für die man entsprechend üben muss.

Die Saitenabstände von Melodie-Instrumenten wie Tischharfe, Veeh-Harfe u.ä. sind deutlich weiter. Die kann man dann ganz anders greifen/zupfen


Notenblätter zum Unterlegen

Ich weiß nicht, ob ich alle Instrumente kenne, die mit Unterlegnoten gespielt werden können. Aber ich habe schon ganz verschiedene gesehen, für die es die jeweils passenden Unterlegblätter gibt. Welche? Da muss man schauen. Lehrer oder Spielkreisleiter schreiben die für ihre Schüler bzw. Mitglieder oft selbst. Wenn man das System mal begriffen hat, kann man das selbst machen.

Gruß
Lisa


-----------------------------------------------------------

Inhaltsübersicht für diesen Thread: #158
 
Grund: Link zum Inhaltsverzeichnis eingefügt
Zuletzt bearbeitet:
Ich werde irgendwie den Eindruck nicht los, dass diese Instrumente genau von Leuten gekauft werden, die ein einfaches Instrument suchen - und dann nach kurzem Ausprobieren im Schrank verschwinden. So kommt ja wohl auch Jo Ann an ihre Instrumente. In Deutschland gibt es unzählige Akkord- oder Konzertzithern auf eBay, in mehr oder weniger gutem Zustand. Um so zu spielen wie Jo Ann in den Videos muss man sicher auch einiges Üben.
 
Ich werde irgendwie den Eindruck nicht los, dass diese Instrumente genau von Leuten gekauft werden, die ein einfaches Instrument suchen - und dann nach kurzem Ausprobieren im Schrank verschwinden. So kommt ja wohl auch Jo Ann an ihre Instrumente. In Deutschland gibt es unzählige Akkord- oder Konzertzithern auf eBay, in mehr oder weniger gutem Zustand.

Hmm, da (= dafür, dass die Dinger in rauen Mengen auf dem Markt sind) gibt es auch noch zwei Gründe: (1) Demographie - soll heißen, die "Altspieler" sterben schon seit langem allmählich weg - entweder tatsächlich oder sie geben die Instrumente dann ab. (2) Die Instrumente wurden - da sie in der BRD recht günstig waren (oft als DDR-Import) - verschenkt, "irgendwas mit Musik, soll auch einfach sein". Und da der Coolheitsfaktor bei Jugendlichen im Vergleich zu einer Strat oder auch nur einer Westerngitarre deutlich geringer war, wurden die Teile dann weiter verkauft oder verschenkt. So bin ich auch an 2 von diesen Teilen gekommen... (Gehöre der Babyboomergeneration an.)
 
Dazu kommt, dass Akkordzithern vor dem 2. Weltkrieg ein weit verbreitetes Massenprodukt waren. Wo sie in Vergessenheit gerieten, überdauerte ein Teil davon auf Dachböden und in Abstellkammern. Wer sie findet, weiß oft nichts damit anzufangen. Ein Teil davon tritt weite Reisen bis nach Australien an, wo man sie zu neuem Leben erweckt.

http://www.etiennedelavaulx.com.au/
http://runningwithzithers.blogspot.de/p/history.html

@rw
Spielst Du sie noch? Wieviele Akkorde haben Deine Instrumente?
Mich hat die unlogische Akkordanordnung der alten Instrumente genervt. Deshalb habe ich in den 1990ger Jahren vorgeschlagen, die Akkorde in Quintfolge aufzuziehen. Heute ist das bei den neuen Hopf Akkordzitherrn Standard. Und auch alle anderen Akkordzitherbauer, die ich ausfindig machen konnte, bieten die Akkordbesaitung inzwischen seit Jahren so an. Durch den Secondhand-Handel sind die alten Akkordfolgen aber immer noch verbreitet.

8592407_800.jpg

Quelle: https://www.thomann.de/de/hopf_akkordzither_100_3_erle.htm?ref=search_prv_1_2

Gruß
Lisa


-----------------------------------------------------------

Inhaltsübersicht für diesen Thread: #158
 
Grund: Link zum Inhaltsverzeichnis eingefügt
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab mir etwas auf Youtube zu diesen Akkordzithern angeschaut und glaube, dass sie auch nicht leichter sind, als Gitarre, wenn man schön darauf spielen will.
Das Erste was ich in den Kommentaren gelesen habe war, dass der Spieler die Zither wieder verkauft hat, weil das Stimmen der über 60 Saiten zu lange gedauert hat.
Ich würde als Anfänger auch nicht unbedingt einmal pro Woche ne Stunde mein Instrument stimmen wollen!

Außerdem kann man sich ja auch eine normale Zither kaufen und erst nur die Melodienoten spielen und später die Begleitung hinzunehmen. Ich versteh nicht, was so eine Akkordzither
groß an Vorteilen bringen soll, es sein denn, man will möglichst schnell E,A,D als Akkorde spielen oder G,C,D, was auf die Dauer aber dann schon eher in Langeweile ausarten dürfte!
 
Das hier finde ich auch schön. Habe ich grade gefunden. Keine Ahnung, was das für eine Zither ist.
Wenn ich die aber so spielen sehe, denke ich, dass das in der Form auch nicht leicht ist, einfach, weil da soviele Sachen "parallel" gespielt werden.
Ich hab mir eben auch nochmal Dulcimer, Streichpsalter und Kantele auf Youtube angeschaut. Der Streichspalter klang live irgendwie schöner (in meiner Erinnerung, ist ja schon was her, seit dem ich den gehört habe). Ansonsten gefällt mir der Dulcimer mir auf Youtube von den dreien am Besten. Irgendwie hat der aber auch was Gitarrenähnliches für mich.
Wer mag und kann, kan ja auch nochmal die Unterschiede zwischen den anderen genannten Instrumenten aufführen, z.B. Dulcimer und Gitarre, etc. .
Wie gesagt: Wer mag und für mich bloß nicht lang.


Ach, und hier habe ich noch diesen Seagull Merin gefunden:

...und das hier: . ;)

....aber....gefällt mir nicht so gut... .


Das ist auch nett: . Ich höre aber fast nur den Dulcimer raus.

Ob sich ne Gitarre mit Metallsaiten ähnlich anhört, wie ein Dulcimer?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Zither klingt schön, aber wer die so spielen kann hätte mit Gitarre wahrscheinlich auch keine Probleme.

Zu dem Seagull sage ich lieber nix...
 
Hallo zusammen!

@andreas83
Ja, da stimme ich Dir zu: Die Wartung, in diesem Fall das Stimmen, ist neben der leichten Erlernbarkeit ein wirklich wichtiger Aspekt bei der Instrumentenwahl!


Instrumente stimmen - Beobachtungen
Wenn ich mit Kursteilnehmern übe, Instrumente zu stimmen, wird das unterschiedlich schwer empfunden. Die einen stellen sich beim Stimmen sehr geschickt an und sind offensichtlich feinmotorisch so begabt, dass ihnen das bereits nach wenigen Versuchen ganz fix gelingt und andere brauchen deutlich mehr Zeit.
Ein verlässliches Stimmgerät erleichtert und beschleunigt das Stimmen ungemein. Damit können auch Anfänger gut erkennen, ob die Tonhöhen einheitlich auf einen Referenzpunkt ausgerichtet sind.
Die Anzahl der Saiten ist bei Akkordzithern je nach Ausrüstung (4- oder 7-chörige Akkorde; einfach oder doppelt besaiteter Melodiebereich; Tonleiterlänge, Anzahl der Akkorde) sehr unterschiedlich und damit auch der Mindest-Zeitaufwand beim Stimmen.
Wie häufig ein Instrument nachgestimmt werden muss, hängt wie bei allen Saiteninstrumenten von verschiedenen Umwelteinflüssen ab. Wird das Instrument in einem stabilen Instrumentenkoffer aufbewahrt, der schädliche Klimaschwankungen vom Instrument abhalten kann und wird das Instrument in dem Raum aufbewahrt, wo man es spielt, verstimmen sich die Instrumente von einem auf den anderen Tag nur wenig. Unter problematischen Bedingungen verstimmen alle Saiteninstrumente schnell und da gilt dann selbstverständlich: je weniger Saiten, je schneller wieder spielbereit.
Daher muss man sich überlegen, unter welchen Bedingungen das Instrument eingesetzt werden soll und dann entscheiden, was man will.

Eine Motivation, sich ein Instrument mit vielen Saiten zu kaufen, kann der Klang sein.
Der Grund, warum ich lieber auf einer Akkordzither mit 7-chörigen Akkorden statt mit 4-chörigen Akkorden und doppelt besaiteten Melodietönen als einfach besaiteten Melodisaiten spiele, ist das deutlich größere Klangvolumen! Dafür nehme ich den erhöhten Zeitaufwand beim Stimmen gerne in Kauf. Mit etwas Übung hält der sich aber in Grenzen. Wer trotzdem lieber weniger Saiten stimmen und zugleich mehr Akkorde haben möchte, kann ja statt einer Akkordzither die Autoharp wählen. Klang und Spieltechnik sind allerdings völlig unterschiedlich.
Um sechs 7-chörige Akkorde (42 Saiten) komplett durchzustimmen habe ich heute Morgen ohne Hetze und mit ein wenig "Klimperei" zwischendurch (ich mag ja zwischendurch genießen, wie schön die Akkorde durch das Instrument "rauschen" :) ) ziemlich genau 12 Minuten gebraucht. Das macht pro Akkord 2 Minuten. Für mich ist das weder Arbeit, noch Mühe, noch vertane Zeit. Ich genieße beim Stimmen den schönen, sich entfaltenden Klang!
Ob so etwas als Auswahlkriterium mitzählt, muss jeder für sich selbst entscheiden.


Alternative: Akkordzither - Konzertzither

Akkordzither
Ich versteh nicht, was so eine Akkordzither groß an Vorteilen bringen soll, es sein denn, man will möglichst schnell E,A,D als Akkorde spielen oder G,C,D, was auf die Dauer aber dann schon eher in Langeweile ausarten dürfte!

Die geringe Einstiegshürde sowohl beim Akkordspiel als auch beim Melodiespiel mit Unterlegnoten ist der große Vorteil der Akkordzither und der ähnlich zu spielenden Instrumente. Die Akkorde sind sofort (!) spielbar und bei Bedarf helfen untergelegte Noten oder andere Orientierungsraster bei der Orientierung auf dem Instrument.

Was wann oder wie schnell langweilig wird, das empfindet jeder anders.
Ich denke, es ist unbestritten, dass man schon mit wenigen Akkorden viel machen kann. Analysiert man beliebte Popsongs, Folktunes und ähnliches, erkennt man auch warum. Es gibt Musikgenres, in denen wird einfach nicht mehr gebraucht. Wenn es niemanden gäbe, der daran Spaß hat, gäbe es diese Genres nicht.

Auf einer 6-Akkordzither kann man die Akkorde auch in Moll stimmen. Dann stehen einem für C-Dur z.B. folgende Akkorde zur Verfügung
I. C-Dur
ii d-moll
iii e-moll
IV F-Dur
V G-Dur
vi a-moll
Wer mehr Auswahl an Tonarten möchte, benötigt mehr Saiten und hat entsprechend mehr Aufwand beim Stimmen. (Alternative > Autoharp) Aber es gibt Menschen, die brauchen und wollen gar nicht mehr.

Ich habe schon mehrfach erlebt, wie glücklich Menschen sind, die von sich glaubten, völlig unmusikalisch zu sein und dann überrascht feststellten, dass unter ihren Händen in kürzester Zeit auf einem Instrument wohlklingende Musik entstehen kann! Das war nicht auf einem Workshop, sondern ergab sich rein zufällig, wenn wir Besuch hatten, der sich für meine Instrumentensammlung interessierte. Nach 15 bis 30 Minuten spontan auf einem nie gesehenen Instrument eine einfache Melodie inclusive einfacher Begleitung spielen zu können, war für diese Leute ein großartiges Erlebnis! Mit Gitarre oder Konzertzither funktionierte das nicht so schnell und schön.

Die Akkordzither ist genau genommen eine Kombination von zwei Instrumenten. Der Akkordbereich entspricht im Prinzip der Harpeleik. Der chromatische Melodiesaitenbereich entspricht dem chromatischen Psalter und anderen ähnlich gebauten, liegend oder schräg aufgestellt zu spielenden Saiteninstrumenten ohne Griffbrett (englisch "fretless zithers"), die viele gerne mit Unterlegnoten benutzen. Wer diese Kombination (Akkordsaiten + Melodiesaiten) nicht braucht, ist mit reinen Akkord- oder Melodie-Instrumenten besser bedient.

Konzertzither
Keine Ahnung, was das für eine Zither ist.
Das ist eine Zither mit Griffbrett- und Freisaiten.

Du hast ganz richtig beobachtet: Da muss man üben, einiges gleichzeitig zu tun.
Die Finger der linken Hand wandern über die Griffbrettsaiten.
Der rechte Daumen zupft die Griffbrettsaiten.
Die rechten Finger zupfen die Freisaiten.
Für das Melodiespiel muss man lernen,
- sich auf einem chromatischen Griffbrett mit fünf Saiten zu orientieren,
- das linkshändige Greifen auf dem Griffbrett mit dem Zupfen des rechten Daumens zu koordinieren
Melodiebegleitung / Akkordspiel
Während der rechte Daumen die von der linken Hand auf dem Griffbrett gegriffenen Melodiesaiten zupft, greifen die rechten Finger auf den Freisaiten Basstöne und Akkorde.

Es gibt verschiedene Konzert-Zither-Formen, deren Besaitungs-Systeme und Stimmsysteme sich zwar im Detail unterscheiden, aber alle abgesehen von kleinen Abweichungen irgendwie dem System des Quintenzirkels folgen.
- Vier der fünf Griffbrettsaiten sind in Quintfolge aufgezogen. Eine Saite ist doppelt bzw. oktaviert. Welche Saite das ist, hängt vom Stimmsystem ab.
- Die Töne der Freisaiten werden vom Griffbrett weg immer tiefer und folgen im Prinzip ebenfalls dem Quintenzirkel.
Beispiel:
Nach der Beschreibung in der Zitherschule von Placidus Lang geht die Tonfolge bei einer vollständigen Besaitung über 3 Durchgänge in Quartsprüngen abwärts: Es B F C G D A E H Fis Cis Gis Dis/Es B F C G D A E H Fis Cis Gis Dis/Es B F C G D A E H Fis Cis Gis
und am Ende der Quartenkette hängt noch ein F.
- Es gibt Modelle, bei denen einige Bassaiten in chromatischer Folge aufgezogen sind.
Da die Instrumente nicht beschriftet sind, benötigt man einen zum Instrument passenden Besaitungs- bzw. Stimmplan
Tonbeispiel: http://www.lehrklaenge.de/PHP/Instrumentenkunde/BalaleikaBanjoZither.php
Ein Einblick in die Zupftechnik


Hier gibt es verschiedene Informationen zu Zitherstimmungen
http://studia-instrumentorum.de/MUSEUM/zith_stimm.htm

Hier kann man ansehen, wie Zithern in "Wiener Stimmung" besaitet sind.
Unterschiedliche Zithergrößen in Wiener Stimmung gibt es beispielsweise hier:
Hier kann man Lotte Landl zusehen und zuhören, wie sie die Wiener Stimmung erklärt.



Eine andere bekannte Stimmung ist die "Münchner Stimmung"
Hier ein Einstieg von zithergirl.



Die Orientierungshilfen am Instrument bestehen aus abstrakten Symbolen.
Die Freiseiten werden mit Hilfe farbiger Saiten gruppiert.
Auf dem Griffbrett markieren Punkte bestimmte Positionen im Tonraum.
Beschriftungen, die die Töne der Saiten angeben, gibt es nicht.







Außerdem kann man sich ja auch eine normale Zither kaufen und erst nur die Melodienoten spielen und später die Begleitung hinzunehmen.

Für manche ist das gamz bestimmt der richtige Weg. Vor allem für junge Musiker, die noch am Anfang ihrer Ausbildung stehen und Freude am speziellen Klang dieser Instrumente haben. Die Frage ist halt, ob man die Mühe, die dieses Instrument macht, auf sich nehmen will, bzw. die dafür notwendige Zeit, Energie ... kontinuierlich aufbringen möchte oder kann. Bis man wohlklingende Musik aus solchen Instrumenten locken kann, ist meiner Einschätzung nach wesentlich mehr an Übungsarbeit zu investieren als bei einer Akkordzither. (Ich habe es ausprobiert.) Wer am Ende eines langen Arbeitstags müde ist und sich einfach nur mit schönen Klängen seiner Instrumente entspannen will, dem ist eine Konzertzither möglicherweise viel zu anstrengend.


Zu stimmen sind rund 40 Saiten, bei kleinen Modellen etwas weniger.

Gruß
Lisa


-----------------------------------------------------------

Inhaltsübersicht für diesen Thread: #158
 
Grund: Link zum Inhaltsverzeichnis eingefügt
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Spielst Du sie noch? Wieviele Akkorde haben Deine Instrumente?

Ich habe sie sicherlich in den letzten 20 Jahren nicht mehr spielenderweise angefasst, habe sie auch nie wirklich intensiv gespielt, weil Hauptinstrumente Git/Bs sind (und mir da schon die Zeit fehlt(e)), aber ich habe sie noch. Außerdem fehlten mir die Musiker für solche Musik (so etwas wie die Nitty Gritty Dirt Band oder die House Band der Transatlantic Sessions...). Ich werde bei Gelegenheit mal nach den Akkorden sehen.
 
Nitty Gritty Dirt Band ...
Da habe ich jetzt erst mal die Suchmaschine angeworfen ... :) ... ich denke, da passt die Autoharp besser dazu, weil durch das Spiel mit den Manualen beim Akkordwechsel die Saiten gedämpft werden.

Ich hole die Akkordzither vorzugsweise für ruhige, stimmungsvolle Stücke hervor. Dazu passen nachklingende Akkord-Glissandi am besten. Deren Klang macht für mich den Reiz der Akkordzither aus.


Mit Akkordspiel (und dann noch nach Akkordsymbolen) zu starten, geht meines Wissens nicht als ernsthafter Einstieg in den Unterricht.
Ich denke, viele Wege führen nach Rom. Aber erklären kann man Akkordspiel wirklich erst, wenn das Tonsystem verstanden und die Tonleitern bekannt sind.

Mit welchem Saiteninstrument (ohne Tasten) kann man das Tonraumsystem am besten verstehen lernen? Oder anders ausgedrückt, auf welchem Instrument ist das Tonleitersystem am besten sichtbar und dadurch am leichtesten zu lernen?
Im Laufe des Threads wurden sowohl diatonische als auch chromatische Instrumente mit mehr oder weniger Saiten genannt und Meinungen geäußert, was leichter oder schwerer zu lernen sei. Weil ich es so spannend finde, was da alles zusammengetragen wurde, habe ich noch einmal im Thread geschmökert ... :) ... und dabei eine Liste gemacht.

diatonisch - mit Griffbrett
- Bordunzither #162
- Dulzimer / Dulcimer #73 #166
- Dulcister #32
- Epinette des Vosges #162
- Hummel #162
- Monochord #162
- Raffele #77
- Seagull Merlin #32 #41
diatonisch - ohne Griffbrett
- Autoharp
- Harfe
- Kantele #42 #54
- Streichpsalter
- Streichzither
- Tischharfe #38 #51

chromatisch - mit Griffbrett
- Dulcimer / Dulzimer #162
- Dulcinet (auch Mountainbanjo) #162
- Epinette des Vosges #162
- Gitarre #11 #76
- Hummel #162
- Konzertzither #156
- Mandoline (Quintenstimmung) #3 #4 #7 #14 ... #19 #36 #44
- Raffele #77 #162
- Scherrzither #77
- Ukulele #2 #6 #7 #32 #44
chromatisch - ohne Griffbrett
- Akkordzither #38 #42 #45 #70
- Autoharp #12 #42
- einsaitiger Bass #5 #15
- Streichpsalter
- Streichzither
- Veeh Harfe #37 #42 #80
Leicht ? Schwer? Einstiegshürde? #20 - 24 #67ff


Didaktische Hilfen
Unterlegnoten #42 #45

... wird weiter ergänzt ...
 
Grund: Ergänzungen
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Da habe ich jetzt erst mal die Suchmaschine angeworfen ... :) ... ich denke, da passt die Autoharp besser dazu, weil durch das Spiel mit den Manualen beim Akkordwechsel die Saiten gedämpft werden.

Ja, die Autoharp ist ja auch in der Musik beheimatet gewesen. Bin aber selbst kein Amerikaner und habe auch nicht den Anspruch, der authentische Americana-Spieler zu sein;-) (Sooo deutsch, dass ich alles einheimischer können muss, als die Einheimischen, bin ich nun auch nicht.)

Ich hole die Akkordzither vorzugsweise für ruhige, stimmungsvolle Stücke hervor. Dazu passen nachklingende Akkord-Glissandi am besten. Deren Klang macht für mich den Reiz der Akkordzither aus.

"Glissandi"= Arpeggien? Ja, das passt, auch Alan Stivell etc. (Keltische Harfe) lassen da grüßen. Ok, nicht wirklich stilecht, aber...

Ich denke, viele Wege führen nach Rom. Aber erklären kann man Akkordspiel wirklich erst, wenn das Tonsystem verstanden und die Tonleitern bekannt sind.

Ja, das ist auch der Grund meiner Position dazu. Als Motivationsspender kann man natürlich auch immer wieder mal etwas für schnelle Erfolgserlebnisse einschieben (aufpassen, dass dabei Technik nicht versaut wird).
 
... habe auch nicht den Anspruch, der authentische Americana-Spieler zu sein;-)

:-D Aus der Warte hatte ich das gar nicht betrachtet!
Ich hatte mich lediglich gefragt, wie man diesen Musikstil technisch auf einer Akkordzither hinbekommen könnte. Da wird man sich mit einer Autoharp meiner Ansicht nach leichter tun.

"Glissandi"= Arpeggien?
Ja. Sorry für die Begriffsverwirrung. Ich lasse den Zitherring flach über die Akkordsaiten gleiten ... ein ganz anderes Spielgefühl, als das Anschlagen eines "Tasten-Arpeggios" ... :)

Danke für den Tipp. Kannte ich noch nicht.

Stichwort "Harfe" - Harfen gibt es ja auch in ganz verschiedenen Formen, Größen und Ausstattungen. Außer Tischharfen habe ich noch keine gespielt. Wie groß da wohl die Einstiegshürde sein mag? Harfen sind meines Wissens nach grundsätzlich diatonisch aufgebaut. Chromatische Stufen erreicht man durch Umstimmen der Saiten mit Haken, Hebeln oder Stimmechaniken, die per Pedadel zu bewegt werden. Für einfache Literatur reichen kleine Hakenharfen. Wenn häufig und schnell umgeschaltet werden muss, tut man sich mit Pedalharfen leichter. Eine interessante Instrumentenfamilie!

In Videosammlungen stöbern geh ...

https://www.musiker-board.de/threads/harfenklänge.626681/

https://www.musiker-board.de/threads/youtube-entdeckungen-harfen-zithern-autoharp-edition.505482/


Gruß
Lisa


-----------------------------------------------------------

Inhaltsübersicht für diesen Thread: #158
 
Grund: Link zum Inhaltsverzeichnis eingefügt
Zuletzt bearbeitet:

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben