Rage vs. Dream Theater

  • Ersteller JostVonSchmock
  • Erstellt am
rage sind geil und haben mit smolski und terrana zwei weltklasse musiker an bord. nur finde ich die beiden zu vergleichen nicht richtig denn rage sind power/speedmetal und dt bekanntlich nicht. was solls ich find beide bands geil und ein vergleich istda nicht gerechtfertigt´.
 
Rage und DT zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Absoluter Blödsinn. Die beiden Gruppen sind auf ihrem eigenen Gebiet führend, das ist wohl die größte Gemeinsamkeit, die sie haben.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass Smolski und Terrana nicht so weit von ihren Pendants bei Dream Theater entfernt sind.

Aus musikalischer Sicht sind DT aber Rage um Welten überlegen. Was DT mit Falling into Infinity, 6DOIT und v.a. Scenes of a Memory abgeliefert hat, ist schlichtweg nicht zu toppen.
 
mir ist jetzt mal ein album von smolski mit nem weißrussischen synfonie orchester zusammen was da heißt The heretic, kann jemand mal sagen was das ist und obs sich lohn das zu holen??
 
zum vergleich: wer mal eine mischung aus rock, funk und jazz hören will, dem empfehle ich Tribal Tech (Alben "Thick" oder "Rocket Science") mit einem gitarristen, der technisch auf dem level von Petrucci ist, aber mit wesentlich mehr emotionen und gefühl spielt: Scott Henderson.

Ich hab spontan das Henderson Album "Well to the bone" gekauft, wurde mal nachts im Deutschlandfunk! vorgestellt, als ich vonner Probe nach Hause fuhr.

Ein sehr gutes Beispiel für die Balance zwischen Speed, raffinierten Tricks, Feeling und Musikalität. Kann ich nur empfehlen. Da kann ein Skalenrunterdudler wie Petrucci nur von träumen.
 
Hans_3 schrieb:
II-V-I schrieb:
zum vergleich: wer mal eine mischung aus rock, funk und jazz hören will, dem empfehle ich Tribal Tech (Alben "Thick" oder "Rocket Science") mit einem gitarristen, der technisch auf dem level von Petrucci ist, aber mit wesentlich mehr emotionen und gefühl spielt: Scott Henderson.

Ich hab spontan das Henderson Album "Well to the bone" gekauft, wurde mal nachts im Deutschlandfunk! vorgestellt, als ich vonner Probe nach Hause fuhr.

Ein sehr gutes Beispiel für die Balance zwischen Speed, raffinierten Tricks, Feeling und Musikalität. Kann ich nur empfehlen. Da kann ein Skalenrunterdudler wie Petrucci nur von träumen.

Jawoll, auch ein sehr tolles Album, wenn auch nicht mit den abgefahreneren Alben von TribalTech vergleichbar.
Aber hier kommt die bluesige Ader von Scott viel mehr zum Vorschein.
bin eh der Meinung: Wenn einer schon keinen Blues fühlen/spielen kann, dann wird das nix ...
 
Dann schlag ich bei TT auch noch mal zu. Kann nie abgefahren genug sein... :D
 
ja kann ich wirklich nur empfehlen, vor allem die "Thick" ist spitze.
Allerdings muss ich vorwarnen: sehr eingewöhnungsbedürftig, aber wenn mans mal geblickt hat ...
 
Wird wohl gehen, ich hör auch 12-Tonmusik und Freejazz :)
 
moment: ausser dass petrucci hier und da mal eine scala verwendet, die auch im jazz genutzt wird, ist kein zusammenhang zu irgendeiner form des jazz. und allein die art und weise wie er sie, die scala, spielt ist schon typisch rock-phrasierung. natürlich kommen hier und da auch mal septimen-akkorde zum einsatz, aber dann wär jeder zweite popsong auch schon jazz. im grunde genommen bedient sich die meiste moderne musik aus dem harmonie-pool des jazz und blues, alleine das reicht aber nicht zur verwandschaft.

hör dir mal "An Evening with Jordan Rudess and John Petrucci" an. Da zeigen sie, was sie können, nämlich alles. Mit tollen Kompositionen aller Stilsparten. Wer die Seele in solchen Stücken nicht hört, der sollte sich mit der Musik einer Band wie Dream Theater nicht tiefer beschäftigen.

Noch was zu Rage VS DT:

"Aus einem Esel wird man kein Rennpferd machen"

Wer der Esel und wer das Rennpferd ist klar, denke ich.
 
chewbacca schrieb:
II-V-I schrieb:
moment: ausser dass petrucci hier und da mal eine scala verwendet, die auch im jazz genutzt wird, ist kein zusammenhang zu irgendeiner form des jazz. und allein die art und weise wie er sie, die scala, spielt ist schon typisch rock-phrasierung. natürlich kommen hier und da auch mal septimen-akkorde zum einsatz, aber dann wär jeder zweite popsong auch schon jazz. im grunde genommen bedient sich die meiste moderne musik aus dem harmonie-pool des jazz und blues, alleine das reicht aber nicht zur verwandschaft.

hör dir mal "An Evening with Jordan Rudess and John Petrucci" an. Da zeigen sie, was sie können, nämlich alles. Mit tollen Kompositionen aller Stilsparten. Wer die Seele in solchen Stücken nicht hört, der sollte sich mit der Musik einer Band wie Dream Theater nicht tiefer beschäftigen.

Ich seh da keinen Zusammenhang, denn mein Beitrag bezog sich ausschliesslich auf die Aussage, Dream Theater wäre "jazzig". Dass Petrucci Jazz spielen kann glaub ich Dir aufs Wort, denn da kommt man im MI nicht drum herum. Aber die Jazz-Ader bei DT ist auf jeden Fall nicht die musikalische Aorta.
 
Da hab ich dich vermutlich falsch verstanden, sorry. Aber interessieren würde mich schonmal, wer auf die Idee kommt, DT allen Ernstes mit Rage zu vergleichen...

Gruß
 
II-V-I schrieb:
Aber die Jazz-Ader bei DT ist auf jeden Fall nicht die musikalische Aorta.

Gewißlich nicht. Mir fiele als modales (im Jazz-, nicht im ethnomusikologischen Sinne) Petrucci'sches Solo auch nur das Holdsworth'esque von "Trail of Tears" (auf Falling into Infinity) ein, was wohl leider ein Einzelstück blieb, über richtige Changes wüßt' ich jetzt gar nichts von DT (-?)
 
dt ist eine band die aus musikern besteht, die auf ihren instrumenten alles können...

rage kann man mit denen gar nicht vergleichen

das ist schon fast majestäts-beleidigung
 
BigKahoona schrieb:
das ist schon fast majestäts-beleidigung

Nee, Majesty wie in Ytse-Jam nennen sich die schon lange nicht mehr :p
 
@heike
könntest du mir bitte in paar worten erklären, was ein modales solo is?
(komm, ich weiss, dass du das kannst ;) , hab schon einige deiner beiträge gelesen und bin beeindruckt!)
vielen dank im voraus
 
alibeye schrieb:
könntest du mir bitte in paar worten erklären, was ein modales solo is?

Eins das auf der Anwendung von Modi im — hier: gebräuchlichsten— Jazz-Sinne beruht. Und zwar stellt man sich das am besten als ein Rastersystem von Modalität und Tonalität vor.

Was Modalität angeht hab' ich da eben nicht nur Dur/Moll, sondern 7 diatonische (aus kleinen und großen, nicht aber auch übermäßigen Sekundschritten bestehende), heptatonische (7-Ton-) Skalen (Ionisch, Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch, Äolisch, Lokrisch), von denen die nächste jeweils den 2. Leiterton der vorangehenden als Grundton nimmt (also Ionisch: CDEFGAH, Dorisch: DEFGAHC, usw. bis Lokrisch: HCDEFGA). Insofern kann man Ionisch auch als C-Modus, Dorisch als D-Modus etc. bezeichnen.

(Wie man sieht, das Ganze hat mit Gregorianik herzlich wenig zu tun. Authentische vs. plagale Modi, geschweige andere Register wie etwa beim arabischem Maqam-Phänomen gibt es hier auch nicht).

Die Tonalität ist durch den Grundton festgelegt. Neben C Ionisch kann man eben etwa ionische Leitern auf allen Tönen als Grundton aufbauen. Charakteristisch für den Modus ist die Folge von Ganz- und Halbtönen. Also machen wir das mal mit G Ionisch, dann haben wir GAHCDEFis. Wie man sieht unterscheidet sich Ionisch von Mixolydisch durch die große statt kleine Septime.

In der Art läßt sich das mit allem Modi durch alle sog. Vorzeichenebenen hindurch treiben. Man hat also nicht bloß einen Quintenzirkel sondern eine vollständig ausgefüllte Matrix von 7 Modi und 12 Ebenen.

Jetzt ist aber das Problem, daß man konsequenterweise in ein Lead-Sheet sowas wie | C Phryg. | % | D Lyd. | % | usw. schreiben müßte, nur soweit haben sich die meisten dann doch nicht von der funktionsharmonischen Tradition zu verabschieden getraut, sondern verwandten nachwievor Akkordsymbole, die aber keineswegs immer eindeutige Zuordnungen erlauben.

Man kann modales Material auch erweitern. Etwa kann man auf Lydisch b7 (CDEFisGAB) ein ganzes weiteres diatonisches System aufbauen (was in der Praxis eher selten mit voller Konsequenz betrieben wird). Theoretisch sind sogar 2 weitere diatonische Systeme möglich, nur sind die langweilig, weil die beiden Halbtonschritte jeweils aufeinander folgen. Dazu kommt eine Unzahl weiterer Skalen, die verschiedensten Quellen entstammen können.
 
wow! danke!
ich schätze, daran hab ich jetzt wohl ne ganze weile zu kauen...
 
alibeye schrieb:
ich schätze, daran hab ich jetzt wohl ne ganze weile zu kauen...

Wenn Du nach dem Essen noch' Digestif möchtest, einfach lautgeben. :)
 
Boaah, Heike, voll ins Eingemachte. :D

Ich machs mal anders, für die Praktiker ausm Baumarkt. Beispiel: Mixolodyscher Modus ist, wenn wir zu einem einzelnen Grundton (vom Bass) oder einem kompletten Durakkord (am besten mit 7 und vielleicht auch 9 drin) Töne aus der Durtonleiter der Quarte spielen.

Praxis: E (7/9) darüber Material aus der A-Dur-Tonleiter spielen. Das ist eine der häufigsten Anwendungen (im Rock, Pop, Blues) und klingt schön spannend, wenn man immer schön die Septime (D) einsetzt.

So kann das klingen (ich hab mal schnell ein kurzes Beispiel zusammengeholzt, Sound ist nicht optimal):

 
Das ist für meine (zugegebenermaßen sehr strikt gehandhabte) Praxis zu kompliziert gedacht. (Und das ist mein trockenster Ernst).

Und es ist auch funktionsharmonisch gedacht. Das ist Akkord-Skalen-Theorie, wenn ich sowas denke wie, machen wir's einfach, G Mixolydisch besteht aus den Tönen eines G7sus4 Akkordes mit einigen weiteren optionalen Erweiterungen.

Für die Instrumentalpraxis ist es natürlich so, daß die Fingersätze aller Modi einer Vorzeichenebene kompatibel sind. Ob ein Modus G Mixolydisch oder C Ionisch ist, hängt von dessem tonalen Zentrum ab. Das ist auch die Schwäche dieses Jazz-Systems, daß weitere funktionale (im modalen Sinne wohlgemerkt) Töne als nur der Grundton, wie der Finalis in der Gregorianik oder einem Maqam, oder Vadi und Samvadi (betonte Töne, die charakteristisch für einen Raga sind) in der klassischen nordindischen Musik, nicht definiert sind.

Mag aber auch sein, daß mit solchen komplizierten Spielvorschriften die meisten Jazzer genauso überfordert gewesen wären wie mit der ständigen funktionalen Reinterpretation in der Harmolodik, und so mußte die ganze Sache eben in der 80ern Jahren in Agonie enden.
 

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