Raspy Technik?

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Hallo liebe Musiker-Board Gemeinde,
ich frag mich schon seit einiger Zeit, ob man dieses kratzige (raspy) wie hier im Video bewusst einleiten kann.

(Ab 0:47 ca. beispielweise).




Hat das etwas mit Vocal Fry zu tun, ist das eine andere Technik und/oder ist das genetisch bedingt?


Freue mich auf Eure Meinungen dazu.

Liebe Grüße
Samuel Knödel
 
Eigenschaft
 
Klar kann man das.

Ob das mit Vocal Fry zu tun weiß ich nicht. Was den Namen dieser "Technik" angeht, hängt es von der Lehrmethode ab. Ich selbst würde es "anzerren" nennen.
 
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Das ist kein Fry, sondern angezerrt.

Ich weiß aber nicht genau wie es erzeugt wird.
 
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Ich würde sagen es ist Fry/Creak Screaming. Lies mal nach im Guttural-Forum, da gibt es ein paar Anleitungen dazu. Es ist übrigens nicht dasselbe wie Vocal Fry (das Register), aber das Register hilft dabei die Einstellung zu finden, deshalb der Name "fry screaming". Die physiologisch entscheidende Eigenschaft ist, dass bei dieser Art des Screamings die Verzerrung tatsächlich an den Stimmlippen selbst erzeugt wird und nicht etwa durch das Mitschwingen von irgendwelchen anderen Strukturen.

Die Kurzerklärung ist, dass man für diese Art des Screaming eine nicht-effiziente Phonation erzeugt, die ziemlich genau in der Mitte zwischen den Registern Fry und Modalstimme liegt. Die Stimmlippen können sich dann sozusagen nicht für ein Register entscheiden und schwingen unregelmäßig, was die Verzerrung erzeugt. Aber wie gesagt: genauere Beschreibungen gibt es im Gutturalen Forum.
 
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Ich glaube, genau das meinen antipasti und Nachtflügel mit "angezerrt". :)
 
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Danke euch vielmals, werde wohl erstmal eine Weile lesen und üben müssen.

In diesem Sinne, euch einen schönen Abend noch.
 
Und ja, das wird mit den Stimmlippen direkt erzeugt und bedeutet dementsprechend auch eine Anstrengung für diese - ergo: rantasten, vorsichtig sein, auf Warnsignale (Heiserkeit) achten!
 
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Das Gefährliche an dieser "Technik" ist, daß man im Grunde zuerst in den Zustand stimmlicher Überlastung kommen muß und dann erst diesen Klang erzeugen kann. Also wenn man sich z.B. bereits heiser gesungen hat und der Stimmbandschluß in Mitleidenschaft gezogen ist.
Ich kenne das sehr gut von mir selbst: wenn ich bei langen gigs zwei Stunden lang Gas gegeben habe, klingt die Stimme im dritten set ganz von allein angezerrt. Allerdings bin ich eine trainierte Sängerin, die vorsichtig damit umgeht und immer auf genügend Kopfstimmanteil achtet. Insofern scheint es nicht zu schaden. Aber wer keine trainierte (und robuste) Stimme hat, sollte die Finger davon lassen.
 
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Man kann eine solche Verzerrung auch einleiten ohne sich vorher die Stimme überlasten zu müssen. Dass die Koordination an sich belastender ist, ist natürlich keine Frage. Beim Training solcher Techniken geht es allgemein um Minimierung des Risikos, die Belastung ist immer höher als beim "normalen" Singen und erfordert auch immer eine robuste Stimme.
 
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Dann erkläre mal, wie ;)
Eine gängige Methode ist, einen Ton im Vocal Fry zu singen, dann fließend auf den selben Ton in der Modalstimme zu wechseln. Das macht man ein paarmal hin und her und versucht dann auf einem Punkt dazwischen stehen zu bleiben, an dem sich die Stimme nicht so richtig entscheiden kann zwischen Fry und Modalstimme. Dann gibt man etwas mehr Druck und der Ton zerrt an. Dieses "etwas mehr Druck" verbunden mit der irregulären Schwingung der Stimmlippen ist es auch, was die Stimme belastet, aber man muss nicht vorher heiser sein, um eine irreguläre Schwingung zu erzeugen.

Man braucht etwas Zeit um sich gefühlsmäßig auf dem Kontinuum zwischen Modalschwingung und Fry zu bewegen. Das was Bruno Mars macht ist sehr nah an der Modalstimme, hört sich deshalb auch nur "angezerrt" an. Wenn man sich näher hin zum Fry bewegt und das überbläst kann man fast bis zur Unkenntlichkeit der Tonhöhe hin verzerren. Guttural orientierte Sänger "singen" auf diesem Kontinuum näher am überblasenen Vocal Fry. Für den Effekt, den Bruno Mars hat, muss man sich aber nur leicht weg von der Vollstimme in Richtung Fry bewegen.

Eine andere Möglichkeit ist es absichtlich zu überstützen, also den Atemdruck so stark zurückzuhalten, dass er nicht mehr ausreicht für eine vollständige und reguläre Schwingung der Stimmlippen, aber auch nicht so stark zurückfahren, dass gar nichts mehr kommt.

Diese Art des Anzerrens funktioniert aber nur in der Modalstimme wirklich gut. In der Randstimme ist es ratsamer die False Chords zum Anzerren zu benutzen, indem man die Stimmritze absichtlich etwas offen lässt und durch ein "Überblasen" die False Chords mit in Schwingung versetzt.
 
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Man kann dieses Fry auch hervorrufen indem man eine knirschende Tür oder eine schnurrende Katze imitiert. Da muss man tatsächlich vorher nicht stimmlich kaputt gewesen sein. Ansonsten ist das natürlich ziemlich stimmbelastend, aber als Effekt für ne halbe Sekunde macht das bei robusten Stimmen nichts aus. Ich mach das manchmal unbewusst als Effekt, wenn der passende Song mich packt und dazu verleitet, kanns willkürlich zur Demonstration aber überhaupt nicht abrufen *g*. Einigen Rock- und Metalsängern die das aus Überzeugung machen ist es meistens eh egal, ob die Stimme früher oder später die Grätsche macht.
 
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Ich glaube, ihr meint dasselbe, oder ?
Aber das ist nicht das, worauf ich hinauswollte. Klar kann man das Fry kurz hervorrufen (die knarrenden Tür im Gruselfilm trifft´s ganz gut) und es als Effekt benutzen. Ich dachte aber, es geht um eine durchgängigere und schwerere Zerre.
 
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Ich glaube, ihr meint dasselbe, oder ?
Aber das ist nicht das, worauf ich hinauswollte. Klar kann man das Fry kurz hervorrufen (die knarrenden Tür im Gruselfilm trifft´s ganz gut) und es als Effekt benutzen. Ich dachte aber, es geht um eine durchgängigere und schwerere Zerre.
Man kann es natürlich auch durchgängig machen. Hier ungefähr ab 4:00 ein paar Wechsel zwischen Modalstimme und Modalstimme "aus dem Tritt gebracht" in Richtung Fry. Wichtig ist wirklich die "Mischung" der beiden Register. Fry alleine bringt keine Zerre.

 
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Mhmm aber der TE sollte das nicht als ungeübter Sänger probieren.

Ich glaub es wär eh sinnvoll, sich da erstmal nach Gesangslehrern umzuschauen und nicht selbst zu probieren - gerade wenn man sowas reinbauen will.
 
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@broeschies
Das trifft es sehr gut!

Werde am Wochenende mal etwas recorden und uppen, danke an alle für die Vorschläge und Ansätze.
 
Mhmm aber der TE sollte das nicht als ungeübter Sänger probieren.

Ich glaub es wär eh sinnvoll, sich da erstmal nach Gesangslehrern umzuschauen und nicht selbst zu probieren - gerade wenn man sowas reinbauen will.
Es gibt nur sehr sehr wenige Gesangslehrer, die sowas unterrichten, aus gutem Grund! Bei solchen Sachen kommt es sehr sehr stark auf das eigene Körpergefühl und die Eigenverantwortung an. Man muss ein gutes Gefühl dafür entwickeln, wann, wie lange und wie stark man verzerren kann, ohne sich die Stimme zu zerschießen. Das kann "von außen" kein Gesangslehrer beurteilen wie schädlich oder anstrengend das ganze jetzt gerade ist. Anders als beim cleanen Gesang kann man unter der Verzerrung kaum noch hören wie gepresst oder gestützt das ganze jetzt noch ist.

Von daher bleibt einem in diesem Fall oft nicht viel anderes übrig als selbst rumzuprobieren. Wie immer gilt dabei die Devise: Wenn es unangenehm ist oder sogar weh tut AUFHÖREN! Und nicht jede Stimme ist für Verzerrung gemacht, vor allem nicht für dauerhafte.
 
Dann finde ich es aber falsch von dir, das zu erklären. Denn der TE wird das jetzt wahrscheinlich versuchen zu mhmm produzieren - und das vielleicht bei ungeübter Stimme.

Meine GL hatte damals nichts gesagt, als ich angezerrt habe (aber nur als Effekt). Das war aber auch nur einmal. Naja ich hab auch das Glück, robuste Stimmbänder zu haben. Aber man sollte es da nich übertreiben.

Ich mach das meist so, dass ich nen H mit reinsinge. Das klingt dann zwar eher gehaucht als angezerrt, aber ich glaub das ist gesünder.
 
Dann finde ich es aber falsch von dir, das zu erklären. Denn der TE wird das jetzt wahrscheinlich versuchen zu mhmm produzieren - und das vielleicht bei ungeübter Stimme.
Ich glaube vor den Gefahren wurde hier schon genug gewarnt, auch von meiner Seite. Das liegt natürlich immer in der Eigenverantwortung des Einzelnen.

Es gibt nunmal Leute, die sowas lernen wollen, und die gewillt sind die Gefahren in Kauf zu nehmen und wenn so jemand wissen will wie es geht sag ich doch nicht. "Ich weiß wie es geht, aber ich sag's nicht weil es potentiell gefährlich ist..."
 
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Dann finde ich es aber falsch von dir, das zu erklären.
Hm. Jein. Ich verstehe Deine Bedenken - aber keine Auskunft zu geben führt ja auch nicht dazu, dass der Fragende das Thema dann beilegt. ;)

Ich selbst sage meinen Schülern, wenn die Frage nach Zerre aufkommt, auch: Das lehre ich nicht. Das führt aber zwangsläufig dazu, dass jemand, der es lernen möchte, es eben daheim ausprobiert. Und anders als über's Ausprobieren wird es meiner Meinung nach nicht klappen, denn das Thema ist schwierig beizubringen und, wie broeschies richtig sagt, auch klanglich nicht einfach zu beurteilen. Also gebe ich üblicherweise genau die Tipps, die hier auch fallen: Achte darauf, ob es Dich heiser macht, ob Du danach wieder problemlos clean singen kannst, ob die Kopfstimme noch anspricht etc. Und grundsätzlich ist eben wichtig, dass erst die richtige Technik erlernt wird, ehe man sich an solche Effekte wagt.

Den Tipp aus dem verlinkten Video, dass man jede Passage clean beherrschen sollte, ehe man sie angezerrt singt, finde ich sehr, sehr gut! Da beim Zerren meist Druck im Spiel ist, kann man sich nämlich verführen lassen, gerade hohe Stellen verzerrt und gepresst zu singen, weil man die Töne so kriegt, für die einem sonst die Technik fehlt. Wer sicherstellt, dass er die Passagen sauber singen kann, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits technisch gut an die Sache herangehen.
 

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