Roland JV-1080 - Praktische Anleitung

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Stakker
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Hallo zusammen.

Ich bin hier neu dabei, daher erst mal eine kurze Vorstellung von mir.
Seit ca. 1 Jahr beschäftige ich mich mit der Produktion von Musikstücken (absoluter Anfänger!!).
Dazu habe ich mir Cubase Essential 5, ein Midi USB-Keyboard und ein Mikrofon gekauft. Bis heute habe ich mit VST-Instrumenten gearbeitet, mit denen ich aber nicht wirklich zufrieden war. Daher habe ich mir jetzt einen Roland JV-1080 mit Erweiterungskarten zugelegt. Und da bin ich schon beim Thema, denn ich komme, trotz Bedienungsanleitung, noch nicht ganz mit dem Gerät zurecht.

Leider ist es mir bisher noch nicht gelungen, die Töne, die ich im Patch-Mode eingestellt habe, in den Perform-Mode zu übernehmen. Zumindest hört es sich dort leicht abgeändert an. Generell komme ich nicht mit diesen beiden Modi klar. Hinzu kommt, dass ich nicht verstehe, wie die Part- und Channel-Einstellungen genau wirken.

Könnte mir jemand von euch anhand eines konkreten Beispiels (einer Art Step-by-step Anleitung) verdeutlichen, welche Schritte ich einzuleiten habe, damit ich die genannten Probleme überwinden kann.

Also ganz konkret: Ich habe in Cubase die einzelnen Midi-Spuren angelegt. Jetzt möchte ich auf der Midi-Spur 1 vom JV 1080 einen Syntheshizer Sound zuweisen, welchen ich im Patch-Mode gefunden und editiert habe. Der Sound soll sich natürlich auch im Perform-Mode genauso anhören. Wie gehe ich jetzt weiter vor? Welche Einstellungen
muss ich jetzt am JV 1080 alle tätigen?

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte. Ich bedanke mich schon mal im voraus.
 
Eigenschaft
 
Hi Stakker,

vereinfacht gesagt: im Patch-Mode kannst du immer nur einen Sound gleichzeitg auf einem MIDI-Channel spielen. Im Performance-Mode kannst du alle 16 Parts mit verschiedenen Sounds belegen und diese dann über die 16 MIDI-Channels gleichzeitig ansteuern - beispielsweise über einen Sequencer.

Also: Performance wählen > Part auswählen > Patch einem Part zuordnen > MIDI-Channel des Parts festlegen

Der Grund, warum sich ein Programm im Patch- bzw. Performance-Mode unterschiedlich anhört, ist die Effektzuweisung. Wenn du deinen Patch einem Part einer Performance zugewiesen hast, müssen die Effekt-Settings manuell diesem Part zugewiesen werden. Wie das geht, steht beispielsweise hier:

http://www.synthman.com/roland/support/supplementalnotes/SUPNOTES/JV1080.html

[FONT=VERDANA,ARIAL,HELVETICA][FONT=VERDANA,ARIAL,HELVETICA]> Copying the Effects from a Patch to a Performance[/FONT][/FONT]

Das FX-Routing kann verwirrend sein, da solltest du das Handbuch studieren. Ist schon etwas her, dass ich einen 1080 hatte, ich hoffe, es hilft dir dennoch als Einstieg.


Tim
 
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Hallo Stakker,

beim JV1080 kann maximal 1 Klang im Multimode exakt so klingen wie im Patch-Mode und dafür musst Du auch noch manuell Effekte kopieren.
Das liegt daran, dass er nur einen einzigen Insert-Effekt gleichzeitig hat. Alle anderen gleichzeitig benötigten Klänge werden dann "anders" klingen sofern sie einen Insert-Effekt benötigen.

Mein Tipp: Wenn man die Kiste Jahre hat, und sich damit auskennt, holt man damit vielleicht den einen oder anderen Klang, den man braucht und gut kennt noch heraus.
Ansonsten würde ich mich in das alte Teil gar nicht erst einarbeiten. VST-Instrumente bieten in den meisten fällen deutlich bessere Klänge und eine wesentlich einfacherere Bedienung. Außerdem brauchst werden da die passenden Effekte automatisch übernommen.
 
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JV 1080 hat ja Einzelausgänge, man kann dann auf diese Weise mit externen Effektgeräten dieses Teil erheblich aufwerten.
 
Hallo RF,
er schreibt aber, dass er Anfänger ist. Will man da bei jedem Klang die passenden Effekte suchen?
Will man sich da damit beschäftigen, dass eine Orgel eine ordentliche Portion Leslie und Verzerrung vertragen kann? Oder lieber eine passende aus den Presets auswählen?
Möchte man minutenlang nach der passenden Ampsimulation suchen um dem E-Piano mehr Wärme zu geben?
Ich glaube, dass er mit VST-INstrumenten oder besserer Hardware (Motif Rack ES) z. Beispiel mehr Freude hätte, weil man sich da mehr auf die Musik konzentrieren kann, und nicht versuchen muss einem antiquierten Klangerzeiger beizubringen, wie eine Orgel zu klingen hat.

Gerade wenn man als Beginner Songs produziert, ist es viel wert, auf fertige amtliche Klänge zurückgreifen zu können. Und da bietet der JV1080 ohne entsprechende Arbeit nicht mehr so viel..

Ist wie gesagt nur meine Meinung, natürlich kann man auch mit dem JV1080 musikalische Ergebnisse erzielen...
 
Danke euch schonmal für eure Posts.

Ich persönlich würde sehr gerne mit VST arbeiten. Ich sehe aber zum JV1080 mit den Erweiterungen "Dance", "Techno" und "Pop", welche alle so gegen 1994/1995 aktuell waren, keine Alternative. Insbesondere deswegen nicht, weil ich eben genau die Musik aus dieser Zeit produzieren möchte. Musikalisch trifft der JV1080 auch genau meinen Geschmack, wie ich nach einigem ausprobieren festgestellt habe.
 
Ich würde dir raten, ausschließlich im Patch-Mode zu arbeiten und die JV-Spuren nacheinander in Cubase aufzunehmen. Dann hast du volle FX-Flexibilität und bist insgesamt schneller am Ziel.

Du spielst also zunächst das MIDI jeder Spur ein und optimierst deinen jeweiligen JV-Sound auf diese Spur. Den fertigen Patch speicherst du und rufst ihn nachher per Bank-Select und Prg-Change aus Cubase heraus auf. Wenn du zufrieden bist, bounct du die Spur, d.h. du nimmst die MIDI-Wiedergabe als Audio-Spur auf. Die MIDI-Spur behälst du, damit du jederzeit wieder darauf zurückgreifen kannst.
 
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Danke für die Idee. Das hört sich vielversprechend an.

Den fertigen Patch speicherst du und rufst ihn nachher per Bank-Select und Prg-Change aus Cubase heraus auf.

Wie funktioniert das genau?
 
Jede Cubase-MIDI-Spur kann Bank- und Programselect-Infos beinhalten. Damit bestimmst du, welche Bank (User, Int, ...) und darin wiederum welches Programm aufgerufen wird. Welche Angaben der JV erwartet, steht im durchaus brauchbaren Handbuch.

;)
 
Meine Fresse, schon wieder ein Tag rum :(

Ich verstehe, was du meinst. Ich habe Bank- und Programselect in Cubase eingestellt, wobei der JV1080 nur auf Programselect antwortet (in den Systemeinstellungen des JV1080 sind allerdings beide Midi-Einstellungen eingeschaltet - das habe ich im Handbuch extra noch mal durchgelesen).

Dann habe ich wieder das Problem, dass die Instrumente jeder Spur wechseln.
Was muss ich denn einstellen? Part 1,2,3,... , Midi 1,2,3,.... was genau?

Ich schmeiße das Gerät bald an die Wand :gruebel: ;)
 
Ich denke, dass Du einfach im JV 1080 den normalen Patch Mode nimmst, ihn also nicht multitimbral nutzt. Nacheinander gibts Du Spur für Spur über das Teil wieder, nimmst es als Stereo Audiospur auf und hast dann alle Parts mit den optimalen Effekten als Audiospur.
Wichtig ist, dass jede Spur nur einen Sound hat, aber Du hast ja heutzutage nicht mehr Beschränkungen auf 16 MIDI Spuren oder 4 Audiospuren.
 
Schau mal auf dieser Seite, im Teil V. Da ist eine Tabelle, wo die Bank- und Programmwahlnummern angegeben sind.
 
So, ich habe es jetzt mal über den Perform-Mode gemacht.
Wenn ich in Cubase nun den Song als Audio Mixdown speichern möchte, kracht es aus den Lautsprechern und der JV1080 zeigt mir die Fehlermeldung "MIDI Buffer Full" an.

Das Handbuch sagt dazu folgendes:
Grund: Der JV-1080 hat zu viele MIDI-Daten auf einmal empfangen.
Abhilfe: Reduzieren Sie die an den JV-1080 gleichzeitig gesendete Daten.

So weit, so gut. Aber was bedeutet das praktisch? Wie muss ich nun vorgehen, um den Song als MP3 speichern zu können?

Muss ich evtl. die Steckverbindungen der MIDI-Kabel ändern?
 
Muss ich evtl. die Steckverbindungen der MIDI-Kabel ändern?

Nein, du musst Menge der an den JV-1080 gleichzeitig gesendete Daten reduzieren. Heißt: weniger Spuren/weniger MIDI-Events, die gleichzeitig zum JV senden. Evtl mit Filtern arbeiten, viele Controller-Daten zeichnest du vermutlich ungewollt auf (z B. Aftertouch).
 
So, ich habe es jetzt mal über den Perform-Mode gemacht.
Wenn ich in Cubase nun den Song als Audio Mixdown speichern möchte, kracht es aus den Lautsprechern und der JV1080 zeigt mir die Fehlermeldung "MIDI Buffer Full" an.

Du bekamst doch von Tim die Empfehlung, jede Spur einzeln aufzunehmen - nicht ohne Grund. Nimm eine Spur nach der Anderen ohne Effekte in Cubase auf und füge dann dort die Effekte dazu, nicht alles auf einmal, je nachdem was Du ihm alles über MIDI geschickt hast (ich vermute, da waren auch Aftertouchdaten dabei etc).

Du mußt dem JV auch reichlich mit Daten überladen haben, wenn er einen Buffer Full anzeigt - das habe ich bei dem Ding trotz komplexer Arrangements nie geschafft.

Statt gleich alles auf einmal zu wollen würde ich Dir raten, erstmal Grundlagen über die MIDI-Schnittstelle zu lesen, damit Du weißt, was Du da tust, und nicht benötigte Parameter zB erst garnicht senden. Ebenso mal bissl Handbuch von Cubase lese, da steht durchaus drin, wie man in Deinem Fall vorgeht, also Spur für Spur aufnehmen und abmischen. Gibts auch Tutorials im Netz dazu - ich vergeß ja immer daß heut ohne Video nix mehr geht und keiner mehr Texte lesen will ...
Einen Song direkt als mp3 aufnehmen geht nicht, sondern Du mußt den fertigen Song nach mp3 wandeln. Das kann entweder Cubase oder auch ein vieleicht vorhandenes iTunes oder Audacity mit dem Blade Encoder. Mit 2 Sätzen ist das alles jedenfalls hier nicht erklärt, denn über das Thema Recording und Mixing/Mastering gibts reichlich Literatur, die auch ihre Berechtigung hat. Daher: Zeit nehmen, Grundlagen aneignen und sich einarbeiten. Deine Ergebnisse werden es Dir danken.

Das Handbuch des JV-1080 ist allerdings reichlich nutzlos, wie von fast allen japanischen Synths aus dieser Zeit, weil es nur die 1024 Ingenieurparameter aufzählt und nicht erklärt, was man damit machen kann - von einem didaktischem Konzept will ich erst garnicht reden. Wer einmal Handbücher von Ensoniq zum Einstieg in die Synthiwelt genutzt hat, weiß sicher was ich meine. Zum reinen Nachschlagen der Funktionen taugt es dagegen.
 
Ich habe jetzt mal den Tipp mit den einzelnen Spuren beherzigt.
Jetzt ist es aber so, dass es beim Abspielen der Spur stockt.
Zudem wird nichts aufgenommen. ´Cubase erstellt mir zwar die WAV-Dateien aber darin ist nichts zu hören.
 
Ich habe jetzt mal den Tipp mit den einzelnen Spuren beherzigt.

:great:

Jetzt ist es aber so, dass es beim Abspielen der Spur stockt.

:eek:

Zudem wird nichts aufgenommen.

:p

Cubase erstellt mir zwar die WAV-Dateien aber darin ist nichts zu hören.

:cool:

Ich wollte mal ein paar Smilies verwenden. Jetzt die Antworten: Wenn es stockt, ist die Anzahl der Spuren eventuell zu hoch für die Leistung deines Rechners. Evtl. läuft auch nebenher ein anderer Prozess, der zuviel Last erzeugt. Geht die Auslastung wirklich auf 100 %, wenn du in Cubase die Spuren abspielst? (s. Taskmanager).

Wenn leere WAVs aufgenommen werden, ist dein Audioeingang nicht richtig konfiguriert bzw. kommt erst gar nichts dort an. Zeigt denn der Monitor bzw. die Aussteuerungsanzeige in Cubase überhaupt ein Signal an? Das kannst du schon vor der Aufnahme testen.
 
Das genau ist der Grund, warum ich meinen Fantom-X6 (ist ja von seiner Architektur her irgendwie ein Nachfolger des JV-1080 oder des XP-30 mit 5 Boards, wie ich ihn hatte) im Studio nur noch als Einspielkeyboard nutze, ggf auch mal - wie hier vorgeschlagen - Einzelspuren exportiere.

Den Performance-Modus (wie der Name schon sagt) nutze ich fast nur bei der Band.

Bei den neueren Cubase-Versionen sind glaube ich Patchname-Skripts für den JV-1080 dabei. Wie man die benutzt steht im Handbuch-Abschnitt "Verwenden von MIDI-Geräten".

Damit ist der Bank und Programmwechsel jedenfalls einfacher, weil bei den neuren Geräten ja mehr als 128 Sounds verwaltet werden müssen, daher braucht man neben den 128 ProgrammChnge-Befehlen noch weitere (BankSelect-Befehle), wobei man sich der Kategorien LSB (least significant bit) und MSB (most significant bit) bedient, um die - je nach installierten JV-Zusatzboards - weit über 1000 Einzelsounds ansteuern zu können.

Das Patchname-Skript kann man in einem Editor ganz einfach ändern, so dass auch eigene Sounds bennnat und angesteuert werden können.

Falls das Skript nicht dabei ist, auf dhoop.de sind etliche kostenlos herunterzuladen.

Und nimm eines, dass nach Sound-Kategorien und nicht nach Patchbänken sortiert ist, denn Du willst ja nach verschiedenen Soundkategorien auswählen.

Jetzt müsste man die Skripts nur noch irgendwie in die Mediabay integrieren können, aber das weiß ich auch - noch- nicht.
 
Vielen Dank für eure Hilfe.
Ich werde es mir die Tage nochmal ansehen.
 
Jetzt die Antworten: Wenn es stockt, ist die Anzahl der Spuren eventuell zu hoch für die Leistung deines Rechners. Evtl. läuft auch nebenher ein anderer Prozess, der zuviel Last erzeugt. Geht die Auslastung wirklich auf 100 %, wenn du in Cubase die Spuren abspielst? (s. Taskmanager).

Nein, geht sie nicht. Mein Rechner ist 1,5 Jahre alt und ich habe mir den extra etwas "kraftvoller" zusammen gestellt u.a. mit 4 Kernen und 8GB RAM. Das gleiche Problem habe ich manchmal auch, wenn ich nur eine Spur verwende. Nachdem ich Cubase dann neu starte, funktioniert es meistens wieder.

Wenn leere WAVs aufgenommen werden, ist dein Audioeingang nicht richtig konfiguriert bzw. kommt erst gar nichts dort an. Zeigt denn der Monitor bzw. die Aussteuerungsanzeige in Cubase überhaupt ein Signal an? Das kannst du schon vor der Aufnahme testen.

Mixer, Transportspur und die Spur selbst zeigen Signale an. Im Mixer wird beim Master allerdings nichts angezeigt. In den Soundeinstellungen von Windows (Mixer) zeigt er mir im Eingang das Midi-Interface an, welches beim Abspielen auch Signale erhält. Wenn ich nun Audio-Mixdown in Cubase starte, höre ich zwar die Töne der Spur im "Schnelldurchlauf" aber ich kann sie nachwievor nicht in der WAV-Datei hören.

@unifaun: Danke für den Tipp mit den Patchname-Skripts. Ich habe es mir unter Cubase installiert.
 

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