Schallplatten digitalisieren?

danke für deine antwort!

Du normalisierst das aufgenomme auf -0.7, um welchen billigwandlern zu helfen? In welcher Komponente?

Mit der Pegelüberprüfung vor der Aufnahme (bevor ich alles von Beginn starte und durchaufen lasse) meine ich natürlich, dass ich die Nadel iwo auf die Mitte eines Songs lege und von dort (bisher) ein paar Sekunden aufnehme, um mir Anhand der Wellenform so uuuungefähr den Aussteuerung anschauenn zu können- nur scheint mir diese Methode etwas wie Kaffesatzlesen. Deswegen würde ich selbiges (Song ab Mitte paar Sekunden laufen lassen) tun, nun aber mit einem Tool, dass mir als pro-noob sagt: du hast dies und das an Pegel (noch besser: du solltest dies und das tun :D).

Ist es egal, mit welchem Tool ich die Normalisierung durchführe? Ich hatte vor Zeiten mal meine komplette MP3 Sammlung mit mp3gain auf ca. 92 dB (in den allermeisten Fällen) runtergeschraubt. Wenn ich einen der Songs vor der Normalisierung in audacity reingeladen habe, schien die Wellenform oke zu sein- mp3gain meldete anschließend aber des öfteren ein Clipping- is das normal?

edit:

kann mir eigentlich wer die Skala bei Audacity erklären: diese geht (die Y Axis) von 1 bis -1 -> was ist das für einen Einheit (wenn es überhaupt eine ist)? Kann ich bei Audacity sehen, was ich für einen Spitzenpegel hab ( in dB)?
 
Du normalisierst das aufgenomme auf -0.7, um welchen billigwandlern zu helfen? In welcher Komponente?

Damit meinte ich die Wandler in allen möglichen CD-Playern, die zum Teil noch aus dem vorigen Jahrtausend stammen, z.B. auch Discmans...
Ich hatte das mal von einem Kollegen gesagt bekommen und das der Einfachheit halber so übernommen, ohne es zu testen oder gar zu überprüfen.
 
Auch eine MP3-Komprimierung kann noch leichte Overshoots produzieren, drum ist es immer ratsam, Wave-Dateien (oder FLAC) nicht ganz auf 0dB fullscale zu normalisieren. -0,7dB scheint mir da ein vernünftiger Wert, ich habe auch schon -0,3dB in dem Zusammenhang (MP3) gelesen, aber der Unterschied macht das Kraut auch nimmer fett.

Banjo
 
So, ich habe morgen endlich die Möglichkeit, eine Platte zu digitalisieren.
Ein Freund, der Musikwissenschaft studiert, hat für mich organisiert, dass ich bei ihm am Institut das machen kann.

Ich war schon kurz vor Ort, es gibt dort einen Plattenspieler und Vorverstärker von Thorens, so weit ich nach kurzem googeln sehe, scheinen die eher hochwertige Produkte herzustellen?
Der Verstärker hatte jedenfalls statt Ausgänge für Boxen nur einen Line-Out, daher denke ich dass das nur ein Vorverstärker ist, obwohl er neben Phono auch Eingänge für Tape, CD etc. hatte. Von diesem Line-Out sollte ich ohne Probleme in die Eingänge meines Cakewalk UA-25 EX Interface (Laptop + Interface nehme ich mit) gehen können, denke ich mal.

Jetzt stellen sich für mich noch zwei Fragen:

1.) Hat es einen Sinn, die Platte in 24 Bit aufzunehmen, oder sollte ich gleich 16 Bit wählen?
Ich werde sie nachher auf CD brennen, aber auch auf Festplatte archivieren; eventuell auch in mp3 konvertieren.

2.) Wieviel Headroom sollte ich bei der Aussteuerung lassen? Können die eventuell auftretenden, typischen Knackser zu Übersteuerungen führen, oder sind diese im Pegel eher schwach?
 
1.) Hat es einen Sinn, die Platte in 24 Bit aufzunehmen, oder sollte ich gleich 16 Bit wählen?
Ich werde sie nachher auf CD brennen, aber auch auf Festplatte archivieren; eventuell auch in mp3 konvertieren.
24 bit ist aus zwei Gründen Dummpfug. Erstens hat as Zielformat CD nur 16 und dir bringt die ganze zusätzliche Dynamik nix, und zweitens ist für das bisschen Dynamik die eine Schallplatte bietet 16 bit schon Overkill.
Andererseits kostet 24 bit ja auch nix - aber bringen tut es erstmal wenig.

Zum Headroom: Wenn das Knacksen lauter sein sollte als die Musik hast du eh ein Problem. ;)
Ich würde es einfach so aussteuern wie beim normalen Aufnehmen dass die lautesten Stellen noch einen leichten Headroom haben. Gerade bei der Schallplatte ist das ja sehr planbar.
 
Zum Headroom: Wenn das Knacksen lauter sein sollte als die Musik hast du eh ein Problem. ;)

Je nach Zustand der Platte kann das schon mal vorkommen, sollte aber eher die Ausnahme bilden.

Ich habe bei der Nachbearbeitung halbwegs gute Erfahrungen mit dem (kostenpflichtigen) Declicker/Decracker von Samplitude gemacht, allerdings kann man den vergessen, wenn Trompeten dabei sind, z.B. beim Jazz :eek:

Oft habe ich auch die ganz bösen Knackser manuell herausgeschnitten und dann das PlugIn nur sehr sanft eingestellt, das muß man am Material halt ausprobieren.
Ich habe später dann begonnen, die Platten mit einer speziellen Flüssigkeit zu reinigen, das ist zwar ein bißchen mehr Arbeit, aber ich denke, das lohnt sich (s.o.) :)
Bevor ich mir aber jemals wieder die Arbeit mache, google ich immer erst, ob es die Platte inzwischen auch als CD zu kaufen gibt ;).
 
So, es ist vollbracht, die Platte ist erstmal im Kasten. Klingt schon mal erstaunlich gut, wesentlich besser als ich erwartet habe.
Da es ja auch nicht schadet, habe ich trotzdem mit 24 Bit aufgenommen.

Jetzt geht es ans Restaurieren.

Ich habe bei der Nachbearbeitung halbwegs gute Erfahrungen mit dem (kostenpflichtigen) Declicker/Decracker von Samplitude gemacht, allerdings kann man den vergessen, wenn Trompeten dabei sind, z.B. beim Jazz :eek:

Es ist nicht nur eine Trompete dabei, sondern auch eine Posaune und eine Tuba :)
Es ist eine Ragtime-Platte.

Ich habe das Album übrigens auch auf Musikkasette (über 20 Jahre alt), sollte ich das auch probieren zu digitalisieren, oder bekomme ich von der Platte sowieso ein besseres Ergebnis?
 
Naja, bei der Kasette hast Du dann "nur" das Rauschen (wenn die Aufnahme nicht eh von Schallplatte aufgenommen wurde ;)). Vielleicht hilft das beim Restaurieren etwas. Gibt es die Scheiben denn nicht als CD ? Ich nehme mal an, dass es die nicht gibt, denn sonst kann man sich das ja sparen :D
 
Ok, bei Ragtime mit Blechblasinstrumenten kann ich mein Declick/Decrackle-PlugIn vergessen...

Ist die MC eine Kaufkassette? Hast Du ein passables Abspielgerät?
Wenn Du 2x mit ja antworten kannst, würde ich die Digitalisierung der Kassette durchaus als Alternative in Betracht ziehen :).

Und die eigentlich wichtigste Frage (auch wenn ich mich und Pars_ival wiederhole):

Bist Du ganz sicher, daß es diese Aufnahme nicht auf CD zu kaufen gibt?
 
Ja, die Platte gibt es definitiv nicht auf CD. Habe schon recherchiert und mich auch bei Bandmitgliedern erkundigt.

Die Kassette ist eine Kaufkassette, allerdings von 1984. Ich habe ein Denon Kassettendeck, hat so ca. 250 Euro gekostet.

Ich habe mal izotope RX2 ausprobiert, die PlugIns DeClicker und DeCrackler.
Die Systembelastung ist bei denen so hoch, dass es mir unmöglich ist, vorzuhören und in Echzeit Einstellungen zu machen.
Daher habe ich einfach beide PlugIns in Cubase insertiert, bei beiden das Preset für Vinyl gewählt, und mal von einem Track einen Mixdown gemacht.
Die Kiste hat denke ich mehr als doppelt so lang gerechnet als das Stück lang ist.

Das Ergebnis ist erstaunlich gut. Es bleibt so ein generelles analoges Grundrauschen erhalten (kriegt man das auch noch irgendwie weg?), aber die Knackser sind fast völlig weg.
Allerdings habe ich das bis jetzt nur bei einem Stück probiert, wo nur ein Piano zu hören ist, da dort auch die Knackser besser zu hören sind.
 
Hallo,

Du _könntest_ das letzte Rauschen auch noch 'rausfiltern, wenn Du ein Plugin hast, mit dem Du ein Rauschprofil aufzeichnen kannst... Moment mal, Izotope sollte das doch auch können?
Ob es ratsam ist, auch das letzte Grundrauschen noch wegzufiltern, steht auf einem anderen Blatt, das mußt Du probieren. Die Gefahr besteht, daß dann die Restaufnahme wirklich matt klingt. Da würde ich lieber ein klein wenig Rauschen übriglassen.

Viele Grüße
Klaus
 
Ich kenne ja nur das etwas ältere Sam7 (und ein bißchen MS17), aber leichtes Rauschen bekomme ich mit dem Dehisser ganz gut leiser, ganz weg eher nicht.

Gegen die "Mattigkeit" des Ergebnisses hilft manchmal ganz gut ein leichter, nicht zu langer Hall, hab ich festgestellt ;)
 
Nun auch ein paar Zeilen von mir:

Von meinem Plattenspieler (Dual 721 - für den ich auch verschiedene Tonabnehmersysteme habe) gehts in meinen Hifi-Amp, von dem nur der sehr hochwertige phono-Preamp benutzt wird, weil ich ja vom rec-out in meinen RME-Wandler gehe. Der digitalisiert sehr fein. Das digital-Signal geht per Koax-Kabel in mein schon älteres m-audio FW410-Interface, das über firewire am PC hängt.
Da meine LP's recht gt sind, kann ich mir das Entrauschen/Entknistern sparen; einzelne Staubkörnchen -gaaanz seltene Einzel-Knackser- werden ggf. manuell entfernt.
Mit dem 4-fach parametrischen EQ wird steilflankig bei ca. 30Hz evtl. Rumpeln unterdrückt , -Klangkorrektur bei Bedarf und mit dem Peak-Master oder ggf. auch abschließend Normalisieren wird der Pegel auf 0dB gebracht.
Software ist seit kurzem Wavelab 7 LE - das reicht hier vollkommen. Auch Wavelab 4 (uralt) reicht hier und ermöglicht komfortables non-destruktives Arbeiten.
Digitalisiert wird bei guten LP's mit 24Bit/48kHz, das bringt noch etwas Klanggewinn bei der Bearbeitung mit Wavelab. Beim Brennen auf CD wird dann automatisch auf 16Bit gewandelt.

Zugegeben, meine Gerätchen sind nicht billig, v.a. Plattenspieler und System waren damals schon nicht billig und würden aktuell schon ordentlich kosten, aber der Klang guter LP's digitalisiert ist eben auch überdurchschnittlich - man glaubt nicht, welches Klangpotential gute LP's haben.

Für Details: PM

Grüße

Norbert
 
Für das Rauschen müsste bei iZotope das Plug-In DeNoiser zuständig sein, nehme ich mal an?
Aber vielleicht belasse ich es auch dabei, es hält sich wirklich ziemlich im Rahmen, und ist v.a. eher nur über Kopfhörer deutlich hörbar.
V.a., wenn das wie ihr sagt deutlich Klangqualität kostet.

Sollte ich vor oder nach der Bearbeitung normalisieren, oder ist das egal? Sollte ich überhaupt normalisieren?

@ Peter

Echt, du legst einen Hall auf die ganze Summe?
Und inwiefern kann das gegen die Mattigkeit helfen? Wird da nicht normalerweise ein Exciter, Vitalizer oder dergleichen verwendet, um den Klang etwas aufzufrischen?

@ Norbert

Wenn du so gutes Equipment hast, wieso digitalisierst du dann deine Platten überhaupt, anstatt sie direkt anzuhören? Oder nur zu Archivzwecken?
Mich würde das ganz ehrlich interessieren, wie so ein guter Vinyl-rip klingt.
Hast du vielleicht eine bekannte Aufnahme, wo die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ich sie auch in meiner Musiksammlung habe, und könntest sie zu Demonstrationszwecken hochladen? Ich wäre sehr gespannt, ob sie den direkten Vergleich mit rein digitalem Material standhält.

Heute ist Champions League, da könnte ich ja währendessen meinen Laptop rechnen lassen (DeClicker + DeCrackler).
In einer Halbzeit sollte sich je eine Seite der Platte ausgehen :D

Falls Interesse besteht, könnte ich dann auch einen Titel vom Ergebnis hochladen... meinem Vater macht's sicher nichts aus.
 
@ Reflex, habe Dir PM geschrieben

@ all, auch wenns OT ist:
Ich digitalisiere nur LP's (meist nicht mehr neue Dixie/BigBand-LP's und Raritäten die es nie auf CD gibt/gab) um sie nicht nur im Wohnzimmer zu hören.
Dem Vergleich mit direkt auf CD gebrannten Stücken neuerer Produktion kann die LP natürlich ncht standhalten -prinzipbedingt durch minimale Nadelschleifgeräusche und kaum zu vermeidende Unsauberkeiten im Hochtonbereich - es ist eben doch eine mechanische Abtastung.
Allerdings war vor ca. 20 und mehr Jahren die Technik noch nicht so hoch entwickelt (Dynamik und Hochtonauflösung) so daß damals auch die LP's nicht so gut waren wie sie heute theoretisch wären. Insgesamt war damals aber der Abstand LP zu CD ncht so groß und z.B. eine DireStraits-Aufnahme kam auch als LP schon wirklich gut.
Und: nicht zu vergessen der musikalische Aspekt: die Musik, für die ich mich damals und noch heute interessiere (bin ja auch nicht mehr der Jüngste) und selbst spiele , wurde schon auch von sehr guten Bands und Orchstern aufgenommen.
 
@ Peter

Echt, du legst einen Hall auf die ganze Summe?
Und inwiefern kann das gegen die Mattigkeit helfen? Wird da nicht normalerweise ein Exciter, Vitalizer oder dergleichen verwendet, um den Klang etwas aufzufrischen?

Ähm, ja, Exciter, Vitalicer etc. hab ich nicht, aber mit einem ganz leichten, kurzen und dezenten Hall hab ich gute Erfahrungen gemacht, warum auch immer :nix:.
Er muß so dezent sein, daß man ihn nicht oder höchstens kaum heraushören kann, sonst ist er zu stark eingestellt. Das mache ich, indem ich eine zweite Spur des Materials mit 100% Hall trackbounce und diese dann im Mixer langsam dazumische...

Wenn ich in Samplitude die Noice-Reduction zu stark einstelle, entstehen Artefakte am Nutzsignal. Diese glättet der Hall etwas (aber nur, wenn sie nicht gar zu stark sind).

@ Norbert: eigentlich fände ich es schade, wenn Ihr allgemein interessierende und interessante Probleme per PN löst :redface: ...
 
Interessant, muss ich mal probieren.
Am besten wohl einen "Room"-Algorithmus, nehme ich an? Mit welcher Reverb-Time?

Ja, ich hab schon Norbert geschrieben wie und wo er ein Beispiel hochladen könnte, damit hier alle was davon haben.

Ich werde mal die iZotope DeClicker und DeCrackler durchrechnen lassen, und dann einen Track hochladen, ob ihr meint dass man da noch was machen sollte/könnte.
 
Oder anders: lad mal eine Rohfassung hoch ;).

Zum Hall: ja, eher Raum, 1,5 bis allerhöchstens 2 Sekunden, ich weiß es nicht mehr genau, weil es schon eine Weile her ist, als ich das gemacht habe...
 
So, hier gibt es endlich mal was auf die Ohren :)
Mich interessiert besonders eure Meinung, ob man da jetzt nocht etwas klanglich tun sollte/könnte, oder es lieber belassen wie es ist.
Die Aufnahme ist übrigens von 1984.

Ich habe als erstes mal DC-Offset entfernt, danach auf -0,7 dB normalisiert.

Hier ist mal die mit iZotope DeClicker und DeCrackler bearbeitete Fassung, auf 16 Bit gedithert.
Da meine Upload-Geschwindigkeit ziemlich langsam ist, muß es hier mal als mp3 320 kBit/s reichen.

http://www.box.net/shared/0lb9vhczc2

Was die Entfernung von Clicks anbelangt, ist das Ergebnis meiner Meinung nach hervorragend.
Allerdings scheint es so zu sein, dass leichte Verzerrungen hinzu gekommen sind, v.a. an Stellen wo die Bläser laut spielen, z.B. bei 0:36.
Ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbilde, daher wäre es super wenn ihr mal gegenhört, am besten mit guten Kopfhörern/Monitoren.
Vom Dithering kann das nicht kommen, oder?

Hier ist die unbearbeitete Version:

http://www.box.net/shared/ubzsky0bgv

Mein Vater spielt übrigens die Violine.
Falls jemandem diese Art Musik gefällt, kann ich gerne dann das ganze Album auf einen File-Hoster hochladen.
 

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