Unsym. Kopfhörerausgang mit DI Box Symmetrieren? (Kabelgebunden über 10 Meter)

  • Ersteller poison_doc
  • Erstellt am
poison_doc
poison_doc
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
12.12.21
Registriert
05.06.05
Beiträge
131
Kekse
537
Ort
Dresden
Hallo,

ich bin gerade dabei auf InEar umzusteigen.

Vorgeschichte:
Da ich live oft sehr unzufrieden mit dem MonitorSound vom FOH bin, möchte ich mir ab jetzt meinen individuellen Mix machen, will hauptsächlich Lautsträkeverhältnis zwischen FOH Summe und eigenem Instrument selbst (nach-)regeln können. Da ich als Gitarrist eh am Kabel hänge möchte ich ein kabelgebundenes InEar-System. Elacin-Otoplastiken werden diese Woche angefertigt, damit die Dinger auch gescheit sitzen...

Frage:
An meinem Sub-Mixer für meinen individuellen Mix habe ich einen unsymmetrischen Kopfhörerausgang. Da die Kabellänge zum Kopfhörer mit 8-10 Meter ziemlich lang ist (kürzer ist nicht möglich) überlege ich, ob ich das Signal (in mono) nicht einfach mit einer DI-Box symmetrieren kann, um die Störungen gering zu halten. Von der DI Box würde ich dann symmetrisch zu den Kopfhörern gehen und dort z.B. den linken Kopfhörerkanal mit dem "normalen" Signal und den rechten mit dem invertierten Signal laufen lassen.

1. Funktioniert das so überhaupt oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler?
2. Das mit linker Kopfhörer "normales" Signal und rechter Kopfhörer invertieres Signal sollte doch eigentlich kein Problem sein, oder?
3. Komme ich so noch ohne einen Kopfhörerverstärker aus oder wird die (passive) DI Box zuviel Signal wegnehmen?
4. Wenn ich doch einen Kopfhörerverstärker benötige, wo sollte ich den dann zwischenschalten, damit die Symmetrierung erhalten bleibt? Theoretisch müsste doch nach der DI Box ein normaler Stereo-KHV als "Symmetrischer-Mono-KHV" missbraucht werden können, oder kann ich den KHV auch einfach vor die DI Box stecken?

Freue mich auf eure Antworten und Anregungen!

Vielen Dank schonmal!
 
Eigenschaft
 
Ohne es böse zu meinen: die idee ist kompletter unfug... aber so richtig :D

sorry ;)

2. Das mit linker Kopfhörer "normales" Signal und rechter Kopfhörer invertieres Signal sollte doch eigentlich kein Problem sein, oder?

hihi nur mal so als test: setz dich mal vor deinen heimhifianlage und dreh mal "+" und "-" an einer box... und hör dann mal mittig sitzend....
kopfschmerzen vorprogrammiert! das rafft das hirn einfach nicht!....

also: lassen!

abgesehen davon dass der witz an symmetrie der ist, dass die signale am ende wieder zusammengeführt werden, was du nicht tust, und somit die störungen immernoch drin sind...

bei 8-10 meter kabelweg sehe ich da im übrigen keine riesen probleme ehrlich gesagt...
ich würde einen recht hochohmigen ohrhörer mit geringem wirkungsgrad verwenden und dann entsprechend pultseitig laut machen....
das sollte eigentlich echt keine probleme machen.

wie gesagt: deine symmetrieidee kann so nicht funktionieren (kann sie schon aber dann mit doppelaufwand (symmetrieren am pult, desymmetrieren "am körper", aber der aufwand ist imho erstmal unsinnig)
 
Oh man, danke! Jetzt muss ich grad erstmal kurz über mich selbst lachen :)

Klar muss ich das Signal vorher wieder zusammenführen, da hatte ich grad wohl Tomaten in den entsprechenden Gehirnwindungen, also vielen Dank für den Hinweis :)
Hm, am Körper desymmetrieren ist dann natürlich schon wieder so ne Sache... Da gibts nicht zufällig ne kleine handliche Lösung für, am besten im Bodypack-Format? Kann die Signale ja nicht einfach so zusammenführen, zumindest nicht wenn ich noch was hören will...

Ansonsten empfiehlst du mir eher auf Symmetrierung zu verzichten, seh ich das richtig?
Ich konnte es unsymmetrisch nämlich leider noch nicht testen, dachte mir aber, da ja wegen Monobetrieb eh noch ne Leitung im Kabel frei ist, dass Symmetrierung bei der Strecke nicht schaden kann... Manche schreien ja schließlich schon rum, wenn man bei 5 Metern noch unsymmetrisch fährt ;)

Bei 10 Metern halten sich die Störungen also eher noch in Grenzen?

Edit: Achso, meine Ohrhörer haben übrigens 16Ohm...
 
Moin,

wenn du aus dem Kopfhörerausgang rausgehst, brauchst du keinen Kopfhörerverstärker mehr. Der sitzt ja im Pult. ;)
Eventuell könnte es aber nützlich sein, noch irgendeinen passiven Lautstärkesteller für alle Fälle dazwischenzusetzen. Gibts bestimmt irgendwo fertig, ansonsten lässt sich das im Prinzip mit einem Poti und zwei Anschlussbuchsen auch bauen.

Damit sind wir beim entscheidenden Punkt: Du gehst direkt mit einem fertig verstärkten Signal aus dem Pult raus. Da kann nix mehr so einstreuen, dass du das irgendwie wahrnehmen würdest. Pack dir mal In-Ears rein, ohne vorn was anzustecken, und stell dich ins stille Kämmerlein. Brummt da was? Nee. :D

Wenn du dagegen ein Klinkekabel "offen" an nen Gitarrenamp steckst, brummts da natürlich, denn das Signal wird ja noch verstärkt. Prinzip verstanden? :)


Gruß Stephan
 
Cool, vielen Dank euch beiden!
Klingt logisch!
Dann lass ich den ganzen Quatsch nämlich und mach mir gleichzeitig das Leben leichter...
 
bin ich der einzige der 50€ für 2 buchsen und n standardpoti in blechkiste recht teuer findet?
 
Darüber kann man streiten, denn beltpack mit solider Klammer will auch erst mal gebastelt sein, so daß ich bezweifle, mit einem qualitativ ebenbürtigen Eigenbau deutlich billiger hinzukommen...
 
bin ich der einzige der 50€ für 2 buchsen und n standardpoti in blechkiste recht teuer findet?

Nein, bist du nicht :)

Das Fisher-Amps Bodypack hab ich vor ein paar Tagen auch gesehen. 20 Euro wärs mir ja noch wert, da man da offensichtlich was bühnentaugliches bekommt, aber das ist auch schon Obergrenze.

Das Fisher-Amps-Ding hat mich jedenfalls auch auf die Idee mit der Symmetrierung gebracht.
Da ich mir das Bodypack eh selbst zusammenbastle, bin ich ja auch bei der Verkabelung flexibel.
Habe noch ein paar neue (leere) Astmaspray-Hülsen übrig, in die ich dann die Stecker einbauen möchte.

So in etwa sehen die aus:
astma.jpg


Aus Platzgründen kommen dann zwei von denen nebeneinander.
Von unten kommt das Signal vom Mischpult rein (XLR, oder große Klinke mit Sicherung) und oben entnehme ich es dann mit Miniklinke.

Habe da jetzt noch eine andere Idee bekommen:
Da ich ja das mit der Symmetrie jetzt lasse kann ich ja wieder Stereo verwenden.
Da habe ich jetzt die Idee, dass ich bis zum Bodypack Stereo fahre: auf dem linken Kanal z.B. FOH Summe und auf dem rechten Kanal eigenes Instrument.
Am Bodypack selbst habe ich dann zwei Potis mit denen ich die Lautstärke von links und rechts getrennt regeln kann. Danach führe ich das Signal zusammen und bekomme es Mono auf den Kopfhörer.
So könnte ich den Mix ggf. am Körper nachregeln, z.B. falls die FOH Summe während des Konzerts hochgefahren wird. Das wäre natürlich das non-plus-ultra :)

Nur was für Potis verwenden die Hersteller von z.B. so einem Lautstärkeregler hier und wie werden sie geschaltet?

Stereo Lautstärkeregler *klick*

Meine Kopfhörer haben 16 Ohm.
Kann ich dann einfach 2 logarithmische Potis mit ca. 200Ohm nehmen um etwa ne Dämpfung von -10 bis -20dB zu bekommen?
Was mache ich mit der Masse der Potis? Habe im Bodypack ja garkeine Masse liegen... Kann ich den dritten Anschluss des jeweiligen Potis einfach frei lassen?!
Spricht irgendwas gegen Reihenschaltung der Potis? Habe mal gehört, dass Reihenschaltung bei hoher Dämpfung den Frequenzgang ungünstig beeinflussen soll.. Kann das jemand bestätigen?
Lieber Parallelschaltung? Aber auch hier wieder die Frage, was mach ich mit der Masse?

Hmm, also dieser Gedanke reizt mich schon sehr. Am Bodypack nochmal zwei Signale mobil zusammenmischen zu können...

Kann mir da jemand weiterhelfen?
Oder wenigstens nochmal sagen, dass das alles eh nicht funktioniert, wie ich mir das wieder vorstelle? ;)

Danke!
 
Mal abgesehen von der anderen Sache, gehen wir das Problem doch mal von der Wurzel her an:

Da ich live oft sehr unzufrieden mit dem MonitorSound vom FOH bin, möchte ich mir ab jetzt meinen individuellen Mix machen, will hauptsächlich Lautsträkeverhältnis zwischen FOH Summe und eigenem Instrument selbst (nach-)regeln können.

Was stört Dich denn am Monitorsound? Da gibt es ja durchaus einige Möglichkeiten mit passenden Lösungen:
- Genereller Bühnenpegel zu hoch? --> Band leiser werden lassen geht nicht? --> In-Ear
- Monitorsound auf Grund schlechter Monitore mies? --> Bessere Monitore oder IEM
- Bühnensound schon ohne Monitor mies? --> An der Band(aufstellung) und Arrangements arbeiten :)
- Monitormix schlecht? --> Mal abgesehen von schlechten Tonleuten (gibt es leider auch) liegt das sehr häufig am Musiker selbst.
Oft genug kommt es vor, dass unklare, sehr schwammige (oder garkeine) Angaben zum Monitormix gemacht werden. Auf Nachfrage heißt es meistens nur "ich hör mich nicht". Geht man dann auf die Bühne und hört sich das an während die Band spielt, stellt man oft fest, dass gerade Vocals extrem fett sind, aber z.B. ein Gitarrenamp dem Sänger genau auf's Ohr zielt. Oder ein Sänger schlicht und ergreifend flüstert statt zu singen.
Diese Probleme lassen sich nur sehr bedingt mit IEM abstellen, denn jemand der nicht klar sagen kann was er wie auf dem Monitor braucht, wird das auch selbst am IEM-Mixer nicht hingebogen kriegen.

Vieles davon passt auf Dich als Gitarrist natürlich nicht, trotzdem solltest Du erstmal schauen, wo das Problem wirklich liegt. Nicht, dass Du nachher enttäuscht bist.
 
die monosummierung halte ich für.... gelinde gesagt riskant würde ich erstmal nicht machen....
damit kannst du wenn du pech hast n de-facto kurzschluss erzeugen was der HP-amp im pult gar nicht dankt....

ich versteh den aufwand nicht: warum überhaupt beltpack?!?!
die 2 schritte zum "einmaligen" einstellen am kleinen pult sollte doch machbar sein
 
ich versteh den aufwand nicht: warum überhaupt beltpack?!?!
die 2 schritte zum "einmaligen" einstellen am kleinen pult sollte doch machbar sein


Einstellungsprobleme (mal abgesehen von Leuten, die "more-me" am Körper realisieren können wollen...) sind sicher nicht ausschlaggebend für einen beltpack. Hauptproblem ist nach meinem Dafürhalten, eine bühnentaugliche Lösung für die Drecks-Miniklinke der Ohrhörer zu bekommen. Ich kenne 3,5er Kabel-Klinkenbuchsen nur in den beiden Varianten "locker mit Wackelkontakt" und "lässt den Stecker nur unter Selbstauflösung wieder los"... ;):D

Was man braucht, ist eine solide Verbindung mit Zugentlastung am Körper und da bietet sich ein beltpack nun mal an.


domg
 
Was stört Dich denn am Monitorsound? Da gibt es ja durchaus einige Möglichkeiten mit passenden Lösungen:
- Genereller Bühnenpegel zu hoch? --> Band leiser werden lassen geht nicht? --> In-Ear
- Monitorsound auf Grund schlechter Monitore mies? --> Bessere Monitore oder IEM
- Bühnensound schon ohne Monitor mies? --> An der Band(aufstellung) und Arrangements arbeiten :)
- Monitormix schlecht? --> Mal abgesehen von schlechten Tonleuten (gibt es leider auch) liegt das sehr häufig am Musiker selbst.

Das Hauptproblem ist, dass es mit dem Monitorsound, je nach Location, immer so ein Glücksspiel ist.
Denn mit der Location ändern sich schlagartig viele Faktoren: Bühnengröße (und damit Anordnung der Technik), vorhandene Monitore, Anzahl der Monitore, Mischer (wenn kein eigener mitgebracht wird)...

Immer wieder fängt man an sich den Umständen anzupassen, was ja auch bis zu einem gewissen Grad kein Problem ist. Dies ist halt oft mit viel Aufwand verbunden bis dann alle "zufrieden" sind.

Was ich besonders ärgerlich finde, ist, dass man ewig lang nen Soundcheck macht und oft haben die Einstellungen beim Konzert dann wenig damit zu tun, was während des Soundchecks eingestellt wurde. Ist natürlich nicht immer der Fall, aber gibt's schon hin und wieder mal.
Da find ich es leichter/sicherer, wenn ich vom Mischer die FOH Summe abgreife und meine Gitarre (evtl. zusätzlich noch ein Atmo.Mic) individuell dazumische und mich vom Matsch auf der Bühne abschotte. Das ist meiner Meinung nach schneller getan und führt zu einer höheren Zufriedenheit.

Kurz zu den 4 Punkten:
- Bühnenpegel zu hoch: Auf kleinen Bühnen meiner Meinung nach schon, einige Mischer haben aber angeblich zu wenig Mic-Signal von den Amps, weshalb wir nicht leiser "dürfen". Auf größeren Bühnen in der Regel kein Problem.
- Schlechte Monitore: Monitore werden meist vom Veranstalter organisiert, von daher haben wir da wenig Einfluss drauf. Klar kann man bestimmte Monitore im StageRider fordern, aber ich glaub ehrlich gesagt nicht, dass dadurch alle Probleme gelöst wären.
- Bühnensound schon ohne Monitor mies: Optimal ist er definitiv nicht. Problem ist halt, dass man sich oft umarrangieren muss, je nach dem wie groß die Bühne ist. Bei kleineren Bühnen wollen viele Mischer, dass die Gitarrenamps von links und rechts zur Mitte der Bühne zeigen, damit von den Amps nichts ins Publikum einstreut. Nachvollziehbar auf jeden Fall, aber nicht dienlich für guten Bühnensound.
- Monitormix schlecht: Oft ist er gut, oft schlecht. Im StageRider haben wir für jeden einzelnen Monitor Preferrenzen notiert. Halt "In order of importance". Vielleicht sollten wir es nochmal auf deutsch danebenschreiben und all unsere Probleme sind gelöst ;)

Ich halte es halt insgesamt für besser, wenn ich meinen Mix selbst in der Hand habe. Wenn ich dann mit dem Monitorsound unzufrieden bin, bin ich selbst schuld. Ich erhoffe mir halt, dass ich durch InEar insgesamt nen konstanteren / reproduzierbareren Bühnensound bekomme und das einzige worauf ich angewiesen bin die FOH Summe ist. Den Rest regel ich dann selbst.


EDE-WOLF schrieb:
die monosummierung halte ich für.... gelinde gesagt riskant würde ich erstmal nicht machen....
damit kannst du wenn du pech hast n de-facto kurzschluss erzeugen was der HP-amp im pult gar nicht dankt....

ich versteh den aufwand nicht: warum überhaupt beltpack?!?!
die 2 schritte zum "einmaligen" einstellen am kleinen pult sollte doch machbar sein

Beltpack, damit ich mein Kopfhörerkabel irgendwo sicher anschließen kann. Wenn ich auf's Kabel trete soll der Zug vor dem Kopfhörer abgefangen werden, damit dem nichts passiert. Außerdem rastet XLR so schön ein, es würde also nichtmals der Stecker rausgezogen.
Und da also eh so ein Ding an meinem Gurt hängt wär der Aufwand ja nicht mehr so groß noch schnell ein/zwei Potis mit reinzusetzen.

Habe mich aber mittlerweile vom Gedanken der Monosummierung verabschiedet, also wenn nur noch ein Poti für die Gesamtlautstärke des Kopfhörers am Beltpack, oder wenigstens nen Mute-Schalter. Ich schätze so oft werd ich da nichts nachregeln müssen und dann muss ich eben die paar Schritte zum Mixer gehen, ist auch nicht so wild. Zumal ich eh nach jedem Song nen Schluck trinken gehe und das tu ich genau neben dem Pult :redface:, von daher sollte ich mich mal lieber nicht so anstellen... Aber man wird ja noch träumen dürfen :)


[Ups... ganz schön lang geworden... Sorry]
 
Immer wieder fängt man an sich den Umständen anzupassen

Das wird Dir auch mit IEM nicht erspart bleiben. Ok, _Dein_ Monitor(-dreck) fällt für die restliche Band weg, die Bühnenakustik ändert sich aber trotzdem gravierend mit der Location. Insbesondere bei akustischen Drums und Gitarren kann das ziemlich nerven.


Was ich besonders ärgerlich finde, ist, dass man ewig lang nen Soundcheck macht und oft haben die Einstellungen beim Konzert dann wenig damit zu tun, was während des Soundchecks eingestellt wurde.

Das ist aber kein Problem des Monitorings an sich, sondern eher dem Umstand geschuldet, dass eine leere Location einfach anders klingt als eine volle. Und oft leider auch dem, dass die geschätzten Mitmusiker im Eifer des Gefechts dann doch einfach mehr Gas geben.
Ein weiterer kritischer Punkt: Nicht immer erwischt man zum Soundcheck einen für das komplette Programm repräsentativen Song. Ich lasse grundsätzlich erstmal eine ruhigere Nummer anspielen, um die generellen Tendenzen abschätzen zu können. Dazu kommt aber auch mindest eine der lautesten Nummern im Programm, um festzustellen ob auch dann noch alles in Ordnung ist.
Ein Mindestmaß an Disziplin und eine auch im lauten Fall an sich noch gut klingende Band (schon nur aus der Backline!), machen das (Monitor-)Leben einfacher.


Da find ich es leichter/sicherer, wenn ich vom Mischer die FOH Summe abgreife und meine Gitarre (evtl. zusätzlich noch ein Atmo.Mic) individuell dazumische und mich vom Matsch auf der Bühne abschotte. Das ist meiner Meinung nach schneller getan und führt zu einer höheren Zufriedenheit.

Wenn Du von Matsch auf der Bühne schreibst, möchte ich mal davon ausgehen, dass da seitens der Band noch deutliches Optimierungspotenzial besteht.
Neulich hatte ich wieder eine Kapelle, die etwa 45 Minuten soundchecken musste, um das halbwegs erträglich hin zu kriegen. Danach war es auf der Bühne immernoch chaotisch und laut, in der Front musste ich gegen diesen Müll anmischen.
Dann kam der Support auf die Bühne (9 Mann inkl. Gebläse), kurzer Line-Check mangels Zeit (die war ja für den Headliner draufgegangen) und abfahren. Monitor auf Handzeichen während der ersten Nummer und trotz relativ hohem Bühnenpegel ein sauberer, angenehmer Mix. Keine Klagen über Monitoring, alles toll.


Kurz zu den 4 Punkten:
- Bühnenpegel zu hoch: Auf kleinen Bühnen meiner Meinung nach schon, einige Mischer haben aber angeblich zu wenig Mic-Signal von den Amps, weshalb wir nicht leiser "dürfen".

Nicht ganz unberechtigt. Wenn die Amps _zu_ leise sind, bekommt man eben haufenweise Dreck (vor allem von den Drums) über die Mikros auf die Front. Auch eher kontraproduktiv.
Da solltet Ihr auf jeden Fall mal schauen, dass Ihr allein aus der Backline einen anständigen Bühnensound gezaubert bekommt. Mit der Aufstellung experimentieren, an Arrangements feilen, so dass sich zwei Instrumente im gleichen Frequenzbereich funktional nicht in die Quere kommen.
Ich kenne durchaus Bands, die brachial laute Bühnen fahren, dabei aber dermaßen aufgeräumt klingen, dass es eine wahre Freude ist, für die zu arbeiten. U.a. eben eine Frage des Arrangements.

Generell finde ich es schwieriger, einen _guten_ und zufriedenstellenden IEM-Mix zu schrauben, als selbst in miesen Locations FoH zu mischen. Das Problem ist praktisch das gleiche wie bei konventionellem Monitoring, nur verschärft:
Funktional _und_ schön geht in den allermeisten Fällen nicht oder nur mit massivem Aufwand (eigener Monitormann, Atmo-Mikros, bestmögliche Hörer, alle Musiker mit IEM...).

Hinzu kommt:
- Wenn nicht alle IEM haben, ist die Bühne immernoch dreckig von (schlechtem) Monitorsound
- Viele Musiker verlieren mit IEM die Kontrolle über ihre Dynamik im Bandgefüge. Entweder haben sie sich selbst brüllend laut im Ohr und hören nicht mehr ob/dass jemand anders im gleichen funktionalen Bereich unterwegs ist oder ein Solo spielt. Darunter leidet leider auch oft das Timing.
Alternativ ist der Gesamtmix so laut, dass eh keine Differenzierung mehr möglich ist. Damit spielt man dann ständig mit Vollgas, weil man den Eindruck hat, im Mix unterzugehen. Zusätzlich geht dabei gerne mal die Intonation drauf (gerade bei Gitarristen und Sängern kritisch).
- Egal wie groß die Hütte/Bühne ist: Du mußt bei IEM fast zwingend _alles_ mikrofonieren. D.h. selbst wenn Du die Signale eigentlich nicht brauchst, weil die Becken im Raum eh schon viel zu laut sind: Im IEM brauchst Du sie. Zumindest die HiHat wird diesbezüglich oft unterschätzt.

Nach meinen Erfahrungen mit einigen von mir betreuten Bands und IEM ist ein Saalmix als Grundlage eine brauchbare Basis für den IEM-Mix. Mehr nicht. Eventuell sind die Overheads vorne garnicht an, dafür ist der Gesang im Mix sacklaut, weil er eben gegen die Bühne ankommen muß, Effekte treten im Ohrhörer stärker hervor als über die PA, etc.
Will man das gut und befriedigend machen, braucht man eigentlich fast zwingend ein eigenes Monitorpult...



Bei kleineren Bühnen wollen viele Mischer, dass die Gitarrenamps von links und rechts zur Mitte der Bühne zeigen, damit von den Amps nichts ins Publikum einstreut. Nachvollziehbar auf jeden Fall, aber nicht dienlich für guten Bühnensound.

Das sehe ich anders - und zwar nicht nur auf kleinen Bühnen. In meinen Augen (besser Ohren) ist es immer erstrebenswert, bereits aus der Backline einen durchsichtigen und funktionalen Bühnensound zu fabrizieren, bei dem bereits ohne Monitor jeder das von sich und den anderen mitbekommt, was er zum Funktionieren in der Band braucht.

D.h. man stellt den Bassisten auf Seite der HiHat neben den Trommler (Timing!), dreht den Bassamp so, dass die Rythmusgruppe davon etwas mitbekommt (also Trommler, Bassist und zumindest ein Gitarrist). Außerdem stellt man den Amp so ein, dass er vielleicht nicht unbedingt tollstens klingt, sich aber ohne nervig zu werden durchsetzt und etwa gleich laut ist wie die akustische Bassdrum bzw. Snare.
Die Gitarrenamps stellt man dann so hin, dass man vor allem erstmal mitbekommt, was man da spielt ohne den/die Sänger wegzubrüllen. Auch sollten Trommler und Bassist (und auch der zweite Gitarrist) davon genügend mitbekommen.
U.u. kommt man auf kleinen Bühnen nicht umhin, seinen Amp auf die gegenüberliegende Bühnenseite zu stellen, wenn man sich ansonsten damit die Kniekehlen beschallen würde...
Wenn das so weit ist, kommen die Tasten dazu (per Monitor). Da muß jeder klare Ansagen machen können, wieviel er davon (und von Gesang, A-Gitarren etc.) braucht, um zu funktionieren.


- Monitormix schlecht: Oft ist er gut, oft schlecht. Im StageRider haben wir für jeden einzelnen Monitor Preferrenzen notiert. Halt "In order of importance". Vielleicht sollten wir es nochmal auf deutsch danebenschreiben und all unsere Probleme sind gelöst ;)

Ihr müsst vor allem genau wissen, was Ihr zum Funktionieren wirklich braucht. Als Sänger brauche ich z.B. eine Ahnung, was der Keyboarder macht, weil von dort teilweise meine Einsätze kommen. Trotzdem brauche ich die Tasten nicht brüllend laut und brilliant im Monitor, sondern lediglich eine (klare) Idee, was da grade passiert.


Ich halte es halt insgesamt für besser, wenn ich meinen Mix selbst in der Hand habe. Wenn ich dann mit dem Monitorsound unzufrieden bin, bin ich selbst schuld. Ich erhoffe mir halt, dass ich durch InEar insgesamt nen konstanteren / reproduzierbareren Bühnensound bekomme und das einzige worauf ich angewiesen bin die FOH Summe ist. Den Rest regel ich dann selbst.

Wenn Du mischen kannst und willst - ok. Immerhin darfst Du dann niemanden blöde von der Seite anmachen, weil Dein Monitor (mal wieder) mies war. Ich weigere mich mittlerweile, in der eigenen Band den Mix für unsere IEMler (mit) zu machen. Gibt eh nur Gezeter weil es zumindest einer Sängerin vollkommen an Beurteilungsvermögen für einen funktionalen Monitormix fehlt. Da werden dann Bassdrum und Snare voll reingeschoben und sich nachher darüber beschwert, dass die Vocals pumpen (weil der Limiter am Beltpack dauerhaft runterregelt...).

Was die Konstanz angeht: Du wirst leider wie alle anderen die das bisher probiert haben feststellen, dass der Saalsound eben alles andere als konstant ist. Andere Location, andere PA, anderes Pult, anderer Tonmann, andere Mikrofone und schon sieht die Welt ganz anders aus. Und obwohl Du beim großen Open Air letzte Woche einen phantastischen Monitorsound hattest, will das heute im kleinen Club alles so garnicht klingen...



[Ups... ganz schön lang geworden... Sorry]

Same here. Wenn es der Sache dient, sehe ich dabei aber kein Problem. Ich kann schnell lesen und schreiben :)
 
Vielen Dank für die ausführliche Antwort, Raumklang!
Ich will mich jetzt mal nicht zu sehr im Detail verlieren, da die Würfel bezüglich "ob-überhaupt-InEar" schon gefallen sind.

Natürlich kann es zusätzlich nicht schaden, den Bühnensound noch etwas aufzuräumen.
Was wir live zum Beispiel bisher noch nicht getestet haben ist, die Gitarrenamps auf die gegenüberliegende Seite zu stellen, wenn's ne kleinere Bühne ist.
Darin seh ich noch Potenzial. Denke das werden wir demnächst mal testen und wahrscheinlich direkt beibehalten, denn festgestellt haben wir es oft genug, dass man vom anderem Amp mehr abbekommt als vom eigenen.
Das dürfte also schonmal was bringen.

Die InEar-Geschichte werd ich allerdings zusätzlich angehen, denn ich sehe für mich nach wie vor einige Vorteile darin.
Unser Schlagzeuger benutzt z.B. auch InEar um seine Bassdrums abzuhören, hat zusätzlich aber auch noch Monitore da stehen.
Auch bei ihm gibts die Überlegung komplett auf InEar umzusteigen, da bei seiner anderen Band eh alles über InEar läuft und er damit sehr zufrieden ist.
Mit der anderen Band hätten wir für alle Fälle also auch schon die richtigen Ansprechpartner, wenn's doch noch Probleme gibt.
Die verwenden allerdings wireless, deswegen hatte ich am Threadanfang wegen kabelgebunden über mehrere Meter gefragt, was mir lieber wäre - ich hänge eh mit meiner Gitarre am Kabel.

Naja soviel erstmal dazu.

Mal kurz Off-Topic:
Ich war mal so frei und hab ein wenig in deinen Links gestöbert, Raumklang :)
Was hast du gegen Mackie-Pulte?
Und ich hab gesehen du warst/bist bei "Wetten dass" beteiligt? Dann hast du mich ja sogar schonmal gemischt! :)
Gute Arbeit, weitermachen!
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben