Literatur um Aussprache zu verbessern

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BLA_BLA_BLA
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Hallo!

Es gibt ja hier ein Thema über Gesangsliteratur. Hat jemand von euch Vocalisten auch Ahnung von genauer Aussprache, also deutliches reden?

Das hat ja eigentlich nichts direkt mit Gesang zu tun, aber ich denke einige Gemeinsamkeiten, und da ich nirgends im Internet fündig wurde, hab ich mich entschlossen, hier zu schreiben.

Ich hab früher ein wenig genuschelt und wollte mir das abgewöhnen. Also hab ich begonnen jeden Tag ein paar Artikel aus einer Zeitung und ein paar Zeilen aus einem richtigen Buch zu lesen. Außerdem hab ich ein paar Zungenbrecher geübt.

Allergdings komm ich inzischen nicht mehr voran. Ok, das Nuschen ist kein Problem mehr, aber ich möchte meine Aussprache noch weiter verbessern, weil mir das Spaß macht und einfach im Leben weiterhilft (egal ob Freizeit oder Beruf, wenn du gibt reden kannst, bist du im Vorteil)

Was kann man noch tun?
 
Eigenschaft
 
N'Abend,

der Ausspracheübeklassiker ist der Korken im Mund und DANN etwas sagen/lesen, so dass man es versteht. Und net ausspucken, weil du dich kaputtlachst! :D Die "Kauleistenmuskulatur" merkt sich die zwangsweise etwas übertriebene Artikulation, wenn man das regelmäßig macht.

(Und man hat immer eine gute Ausrede, um eine Flasche Wein zu köppen. *pfeif*)
 
Das hab ich auch schon öfters gelesen, aber lauter unterschiedlicher Versionen:
Manche schreiben, man soll ein Hindernis auf die Zunge legen, andere die Zunge muss umbedingt beweglich bleiben. Kann irgendjemand bestätigen, dass diese Methode etwas nützt und wie man sie nun genau machen soll?
 
Hallo,
ich selbst singe zwar nicht, aber was deutliche Aussprache betrifft hätte ich einen Tipp:

Beschäftige dich (auch wenn es etwas trocken ist) mal damit, wie die Laute überhaupt produziert werden, was zB. dafür verantwortlich ist, dass ein t nach einem t klingt, was der Unterschied zwischen b und p ist und soweiter.

Sinnvoll ist es evtl. auch, sich mit der Lautschrift (IPA) auseinander zusetzen. Abgesehen davon, dass dir das beim erlernen von Fremdsprachen hilft, hat sie nämlich den Vorteil, dass die Symbole sozusagen dadurch definiert sind, was da in Mund, Kehlkopf & co so gerade passiert.

Ich denke, wenn man sich das vergegenwärtigt, kann man ganz gezielt an der eigenen Aussprache feilen. Ich fand das zumindest sehr nützlich.
Das wäre mein Tipp als Nicht-Sänger ;)

Edit:Bzgl. Literatur:
Schau mal, ob du evtl. schon mit den Wikipedia Artikeln auskommst:

http://de.wikipedia.org/wiki/Artikulation_(Linguistik)
http://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Phonetisches_Alphabet
 
Huhu,

öhm... also ich klemm mir so einen Korken zwischen die Zähne und schwätze los, aber eben mit dem Ziel, dass man mich trotz Korken versteht.

Letztens gab es diesen Tipp auch nochmal von einer Kommunikationstrainerin bei einem Seminar auf der Arbeit.

Ich mache das nicht regelmäßig bzw. wenn man die Flasche Wein, die ich freitags mit meinem Holden wegschlabbere als regelmäßig bezeichnen möchte, dann schon. :redface: Ob nun gerade das mir geholfen hat, weiß ich nicht. Im Wesentlichen ist es glaube ich so, dass du durch dieses Sprechhindernis auch für die Lautbildung ansich sensibilisiert wirst, also z. B. was passiert in/mit Mund/Rachen/Kehlkopf, wenn ich ein -a- bilde.

Und dann gibt es noch die beiden sängerische Binsenweisheiten, die ich von meiner Lehrerin auch öfters mal höre:
1. beim Singen Mund weit aufmachen
2. als Folge von 1.: beim Singen schön Aussehen, ist Nebensache
 
Hast du irgendetwas, womit du dich aufnehmen kannst? Der einfachste Recorder ist schon eine große Hilfe beim Verbessern der Aussprache. Die Apparatur sollte aber incl. Mic und Lautsprecher (Hifi-Anlage zu Hause) so beschaffen sein, daß sie Umlaute richtig wiedergibt.
Nach der Aufnahme hörst du dir jedes Wort an und entscheidest, ob das T ein T ist, ob das A in Richtung O tendiert und so weiter. Der obengenannte Tip mit der Lautschrift kann dir sehr gut weiterhelfen, denn er gibt dir den Maßstab vor, wie der Laut "offiziell" beschaffen ist.
Das ständige Aufnehmen hat auch weitergehende Vorteile, denn es hilft, Dialektreste aus deen Gesangstexten zu entfernen und es bewirkt einen Gewöhnungseffekt an die "fremde" eigene Stimme
 
Der Klassiker:

Egon Aderhold

Sprecherziehung des Schauspielers

Grundlagen und Methoden
6. Auflage

Das Lehrbuch ist das Ergebnis langjähriger praktischer Erfahrungen und umfangreicher wissenschaftlicher Studien. Es bietet Grundlagen und Methoden einer speziell für Schauspieler entwickelten Sprecherziehung.

Henschel

ISBN 3-89487-004-4

und dazu das Übungsbuch:

Sprecherzieherisches Übungsbuch

14. Auflage

Als das Buch zum ersten Mal erschien, fand es sehr schnell Zuspruch sowohl bei Schauspielern und Sprechpädagogen als auch bei Laienspielern und -sprechern. Für die vorliegende Auflage konnten die Autoren ihre Erfahrungen, gewonnen an den Theatern in Berlin und Leipzig, nutzen und die Übungen den Bedürfnissen der Praxis entsprechend erweitern und verbessern. Sie wollen kein Übungsbuch bieten, das irgendeiner »Schule« verpflichtet ist, sondern stützen sich auf eine wissenschaftlich begründete Sprecherziehung, die Stimmverluste und Sprachschädigung ausschließt. Sie legen mit diesem Buch Ergebnisse vor, die auf den Erfahrungen einer neuen sprecherzieherischen Methodik beruhen. Die Übungen im Einzelnen dienen der Stimmbildung sowie der Artikulation und Sprechgeläufigkeit. Sie sind nach Schwierigkeitsgraden geordnet.

Henschel

ISBN 3-89487-035-4
 
Hey danke für die Tipps.

Also dann werd ich das mal mit dem Korken einige Zeit ausprobieren.

Auf das mit der Lautschrift bin ich auch noch nicht gekommen, das bringt mir vorallem auch noch den Vorteil mit den Sprachen, wie ihr schon geschrieben habt, also kanns nie schaden. Danke für den Tipp :great:

Mich aufnehmen hab ich bis jetzt nur selten gemacht, weil ich mich so komisch anhör ^^
aber vielleicht sollt ich das auch ab und zu mal machen. Das blöde ist, das ich mich nur am Computer aufnehmen kann und ich mach eigentlich fast nie was daran, dann muss ich immer die Alte Kiste anschmeißen, aber warscheinlich lohnt sichs, um ein Gefühl für meine Stimme zu kriegen.

Hast du die Bücher auch gelesen artcore? Na die sind recht günstig, da werd ich warscheinlich mal eins testen.
 
Die Übung mit dem Korken eignet sich nicht fürs tägliche üben, weil der Korken dann so zugesabbert ist, dass ich den nicht mehr hernehmen will. Und ich kann ja nicht jeden Tag nen Weil aufmachen.
 
"Mich aufnehmen hab ich bis jetzt nur selten gemacht, weil ich mich so komisch anhör ^^
aber vielleicht sollt ich das auch ab und zu mal machen."
Mach es nicht ab und zu, sondern füge das Aufnehmen in dein tägliches Übungsprogramm ein. Dann wirst du auch irgendwann deine Stimme ganz neutral, ohne den Widerwillen am Anfang hören können.
Jeder findet seine eigene Stimme am Anfang unheimlich mies!
Aber du hast ja die Möglichkeit, alles, was dir nicht gefällt, Buchstabe für Buchstabe zu korrigieren.
 
Aber deswegen kann ich doch die Probleme nicht umbedingt lösen bloß weil ich sie hör, oder?

Ich mein wenn sich meine Stimme gepresst anhört, was soll ich dann zB tun?

Aber ich werds mal ne Zeit probieren, dann schreib ich meine Ergebnisse.
 
Aber deswegen kann ich doch die Probleme nicht umbedingt lösen bloß weil ich sie hör, oder?
Jein :) Ich nehm mich ganz gerne auf; grad am Rechner - ich mach das, aha, das hoert sich so an, ich mach das, aha, das hoert sich so an. Am Rechner haste ja schnell was wiedergegeben.
Ich mein wenn sich meine Stimme gepresst anhört, was soll ich dann zB tun?
Gucken, dass Du offen bist und Druck rausnimmst :)
Das hat aber imho weniger mit Aussprache zu tun.
Uebrigens, mein Chorleiter meint bei bestimmten Konsonanten(kombis) oft, das wichtigeste am K (z.B. von Kyrie) ist das h... ;)
Aber ich werds mal ne Zeit probieren, dann schreib ich meine Ergebnisse.
Gute Idee :)
 
Deshalb üb ich ja nur einmal die Woche. :D:D

Nee, Scherz beiseite. Du kannst auch irgendwas abspülbares nehmen, Löffel oder so. Hauptsache du musst um ein Hindernis drumherum artikulieren.
 
Der Korken ist schon besser, weil er auch nicht so leicht zu Verletzungen führt, außerdem kann man ihn abspülen!

Den Aderhold habe ich nur zum Teil gelesen, da ich Regisseur und kein Schauspieler bin. Allerdings arbeitet mein Sprecherzieher, mit dem ich kooperiere, - und der ist einer der Besten in Deutschland - mit dem Aderhold. Die Resultate sprechen wortwörtlich für sich!

Es lebe die Arbeitsteilung - man kann ja nicht alles können!

Es gibt natürlich noch den "kleinen Hey". Aber der ist imho überholt.

Und dann gibt es auch noch viel Schrott aus dem Coachingbereich. Jede Nulpe darf sich ja Rhetoriktrainer etc. nennen!

Edit by IcePrincess: Ich habe die beiden Bücher mal in den Literaturthread kopiert.
 
Ich hab jetzt ne Lösung für den Korken gefunden: Einfach die Finger in den Mund stecken :) Lassen sich leicht abspülen und man kann das Hindernis sogar nach Belieben verschweren.

Ok jetzt bin ich erstmal versorgt, ich meld mich in ein paar Wochen wieder.

Danke an alle :great:
 

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