Defekte Kabel reparieren oder entsorgen?

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Mal ne Frage in die Runde: Wie handhabt ihr das, wenn euch ein defektes Kabel unterkommt? Greift ihr zum Lötkolben oder schmeißt ihr die Kabel in den Müll?

Beim Gig letzte Woche hatten wir bei einigen Kabeln Ausfälle, eines war sogar nagelneu, aber offensichtlich schlampig verlötet, was man gleich nach dem Aufschrauben des Steckers erkennen konnte. Ich pack mir die Kabel dann immer gleich zur Seite und repariere sie umgehend, meistens am nächsten Tag spätestens in der kommenden Woche. Früher hatten wir in solche Kabel immer einen Knoten gemacht, zur Seite gelegt, wo sie sich dann irgendwann mal in größerer Menge in irgendwelchen Kisten wiedergefunden haben, was dazu führte, dass sie dann doch länger herumlagen
Der Techniker, den wir für den Gig engagiert hatten, meinte, dass er solche Kabel immer direkt entsorgt, weil ihm der Aufwand zu groß ist, und er den Kosten/Nutzen-Faktor berücksichtigen muss.
Wenn ich an unsere Anfangszeiten zurückdenke, wurden Kabel früher immer repariert, mussten auch, weil gezählt und es im Grunde kein Ersatzkabel gab. Bei Kabelbruch, wurde dann ein Kabel auch mal halbiert, und immer weiter gekürzt, bis mir irgendwann jemand den Trick mit der Autobatterie gezeigt hat, um die defekte Stelle im Kabel zu lokalisieren. So einen Aufwand betreibe ich heute auch nicht mehr. Aber wenn es offensichtlich nur um einen defekten Stecker oder eine Lötstelle geht, ist sowas in wenigen Minuten gerichtet.
Ich persönlich bin ja für Nachhaltigkeit.
 
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Als Hausmusiker mit Taschengeldbudget versuche ich zu erhalten was zu erhalten ist. Allerdings suche ich den Lötkolben nicht für nur eine Lötstelle, sofern nicht dringend benötigt. Aber wenn sich bissel was angesammelt hat dann wird auch mal ein Stündchen repariert. Wobei sich das im wesentlichen auf Kabel bezieht. Geräte schraube ich eher nicht auf, da ich von Elektronik sowieso keine Ahnung habe.
 
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Hi,
ich mach das genauso wie Du, wenn ich ein defektes Kabel identifiziere, ziehe ich es sofort aus dem Verkehr und repariere es.
Zu Anfang meiner Bandzeiten kam das öfter vor, aber seit ich Neutrik-Stecker benutze, halten diese quasi ewig. Bei neuen Kabel hatte ich glücklicherweise noch keine Ausfälle.
Der Techniker, den wir für den Gig engagiert hatten, meinte, dass er solche Kabel immer direkt entsorgt, weil ihm der Aufwand zu groß ist, und er den Kosten/Nutzen-Faktor berücksichtigen muss.
Natürlich, wenn man seine "Arbeitszeit" dagegenrechnet ist es vermutlich wirtschaftlicher die Kabel bis zu einem gewissen Wiederbeschaffungswert nicht zu reparieren, sondern gleich zu entsorgen oder zu verschenken.
Aber diese Denke ist mir als Hobbymusiker fremd, zumal unsere Gagen auch nicht gerade in den Himmel wachsen :ROFLMAO:
Außerdem macht es mir Spaß auch ab und zu den Lötkolben zu bewegen.
Trick mit der Autobatterie
Du machst mich neugierig, das sagt mir jetzt gar nichts. Ich lerne aber immer wieder gerne dazu.
Beste Grüße
 
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Ich schau mir die defekten Kabel an, wenn es sich (wie meist) um eine defekte Lötstelle handelt, dann repariere ich es, wenn nicht, dann werden die heute meist entsorgt. Das betrifft bei mir aber nur die Audio Kabel (XLR, Klinke in der Regel, einzeln oder Mulitcore). Digitale Kabel wie USB und kurze Cat Kabel reapariere ich nicht.
bis mir irgendwann jemand den Trick mit der Autobatterie gezeigt hat
Wie geht der denn?
 
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Ich löte defekte Lötstellen nach bzw. neu ... Kabelbrüche i-wo auf ein paar Metern zu suchen, habe ich mir abgewöhnt.
Spätestens seit ich mal ein Lieblingskabel immer wieder um ein Stück gekürzt habe und den Fehler im Endeffekt doch nicht gefunden habe ;)
 
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Moin,
Ich schau mir die defekten Kabel an, wenn es sich (wie meist) um eine defekte Lötstelle handelt, dann repariere ich es, wenn nicht, dann werden die heute meist entsorgt. Das betrifft bei mir aber nur die Audio Kabel (XLR, Klinke in der Regel, einzeln oder Mulitcore). Digitale Kabel wie USB und kurze Cat Kabel reapariere ich nicht.
genauso mache ich das auch. In der Regel auch zeitnah und nicht "gesammelt". Zumindest ein kurzer "prüfender Blick" kommt immer drauf, denn einfach ungesehen entsorgen geht mir irgendwie gegen den Strich - vor allem aus dem Nachhaltigkeitsgedanken heraus.
 
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Ja, entweder reparieren (löten) oder entsorgen.
 
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Da ich den allergrößten Teil meiner Kabel ohnehin selber konfektioniert habe und bei Bedarf nach wie vor selbst zusammen löte, vor allem spezielle Adapter und unübliche Längen, repariere ich sie normalerweise auch wenn es da mal einen Defekt gibt.
Was bisher aber nur sehr selten der Fall war (vielleicht, weil ich sie selber zusammen löte?).

Nachhaltigkeit ist mir auch ein großes Anliegen, und die Pflege und Wartung des Equipments (im Rahmen der eigenen Möglichkeiten) gehört für mich zu einem professionellen Umgang einfach dazu.
 
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Das mit der Autobatterie hat mir mein Physiklehrer in der Schule vor über 40 Jahren gezeigt. Da ging es um ein Klinken-Kabel, wo die Stecker und die Lötstellen definitiv in Ordnung waren, also irgendwo ein Kabelbruch sein musste. Er hat das dann an eine Autobatterie angeschlossen, Tip und Masse, und das Kabel hat dann nach kurzer Zeit an einer Stelle angefangen zu schmoren.
Geräte schraube ich eher nicht auf, da ich von Elektronik sowieso keine Ahnung habe.
Geräte ist ne andere Geschichte, die gebe ich auch lieber weg. Nur manchmal lohnt es sich nicht, weil die Kosten für Reparaturen doch teilweise schon ganz schön hoch sind, wenn man überhaupt jemanden findet, der so etwas kann.
Defekte Buchsen hab ich schon mal selber getauscht, wo bei ich bei meinem X32 ganz schön geschwitzt hab, bei dem bei zwei XLR-Buchsen die Verriegelungen defekt waren. Aber da wollte von den mir bekannten Werkstätten im Umkreis niemand rangehen und einschicken wollte ich nicht. Hab's am Ende dann hinbekommen.
Ich finde es immer wieder gut, dass ich noch zu der Generation gehöre, die mit Lötkolben umzugehen aufgewachsen sind. Und ich handhabe das ähnlich wie @LoboMix , dass ich viele Kabel nach Bedarf und Länge konfektioniere, auch häufig mal Patchpanel für meine Racks anfertige.
 
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Volle Zustimmung zum Beitrag von @LoboMix - exakt so ist es bei mir auch :great:.
 
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Der Trick mit der Autobatterie ist ja schon ein bisschen krass :ROFLMAO: Geht aber auch nur, wenn das Kabel einen Schluß hat und nicht bei einer Unterbrechung, von den entstehenden Gasen mal ganz abgesehen. Hast Du den Trick mal selbst erfolgreich angewendet ?
 
Der Trick mit der Autobatterie ist ja schon ein bisschen krass
In der Tat, wer mal einen Test mit einem Kupferdraht an einer Autobatterie gemacht hat, wo man mit dem Draht die Kontakte kurzgeschlossen hat, weiß für´s Leben was Ampere bedeuten. Dünne Kabel verdampfen dabei regelrecht! Auffindbar wären mit der Methode aber tatsächlich nur Stellen, wo der Bruch einen Kurzschluss erzeugt, bei einer Unterbrechung passiert mit der Methode gar nichts.

Wer einen Testgenerator und ein Oszilloskop sein eigen nennt (für die Wartung und Kontrolle von Equipment habe ich so etwas), der kann damit eine Bruchstelle, aber auch eine Stelle mit Kurzschluss, völlig gefahrlos ausmessen.
In dem folgenden kurzen Video wird das sehr anschaulich gezeigt (direkt am Anfang, es geht hier zwar um die Ermittlung der Länge eines Kabels, aber da sowohl eine Unterbrechung als auch ein Kurzschluss für diese Messung dasselbe darstellen wie das Ende des Kabels, taugt diese Methode auch für das Ermitteln der Bruchstelle).
Am Ende dieses Videos wird zusätzlich gezeigt, wie mit einem Spektrumanalyser so eine Messung sogar millimetergenau gemacht werden kann (wobei man dazu natürlich erst mal einen Spektrumanalyser besitzen muss).


View: https://www.youtube.com/watch?v=SB_WPUhd2TY
 
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Der Techniker, den wir für den Gig engagiert hatten, meinte, dass er solche Kabel immer direkt entsorgt, weil ihm der Aufwand zu groß ist, und er den Kosten/Nutzen-Faktor berücksichtigen muss.

Das hängt dann natürlich vom Wert des Kabels und Stundensatz des Technikers ab.

Abseits von ganz billigen Gelumpe (was sich grundsätzlich mit dem Vorhandensein eines Technikers beisst) dürfte aber das Nachlöten der Steckerverbindung aber fast immer wirtschaftlich sein.

Wie lange braucht man da, wenn man geübt ist? Ich würde sagen, ich schaffe das bei einem Kabel in 10 Minuten (Lötkolben aufbauen, Unterlage bereitlegen, Stecker testen und dann löten). Habe ich dafür eine Werkbank oder mache ich mehrere Kabel am Stück schaffe ich es locker in 5 Minuten pro Stecker (gut zugänglicher Standard Kram wie Klinke, XLR etc.).

Neben der Wirtschaftlichkeit finde ich auch den ökologischen Faktor dabei nicht unwichtig. Das Zeug kostet Ressourcen und sollte nicht einfach entsorgt werden, wenn man es mit geringen Aufwand reparieren kann. Dann bitte lieber sammeln und verschenken.

Ich versuche jedenfalls alles erst einmal zu reparieren und mache mir nur bei sehr aufwendigen Projekten Gedanken über die Wirtschaftlichkeit. Wenn ich ein Kabel in 5-10 Minuten reparieren kann mache ich das und höre dabei Musik... das ist dann gefühlt eher entspannend als Arbeit. Sieht man als hauptberuflicher Techniker zu Recht anders.
 
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Zwei Arten von Kabel: billig Zeug - repariere ich der Nachhaltigkeit wegen es sei denn es ist eines von denen das offensichtlich Taubenkot statt Lötzinn hat.
(gut, ich übertreibe ein wenig)

Gute Kabel: da sind immer gute Stecker dran (Neutrik oder besser) und .. ich weiß nicht, wann da zum letztenmal was kaputt ging. Ich meine, ich hab wahrscheinlich 200kg Kabel.. und die guten gehen nicht kaputt, trotz Bühnenterror. Vielleicht hatte ich nur Glück. Aber natürlich werden die repariert.
 
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Wenn man das nötige Messequipment hat, kann man natürlich per TDR Messung (Time Domain Reflectometer - nichts anderes wird in dem Video oben gezeigt) die Störstelle lokalisieren. Ist natürlich Aufwand (ich mache sowas beruflich, aber eher im HF Bereich und da auch mehr, um den Impedanzverlauf in Setups zu kontrollieren)

Man kann aber auch einfach ein Signal drüber laufen lassen und das Kabel knicken, um eine Störstelle zu finden, sofern sie nicht permanent ist.
Fehlerquellen der Wahscheinlichkeit nach
  • Im Stecker, Zugentlastung gelöst, Draht gebrochen oder blanker Draht macht Kurzschluss => Stecker aufschrauben, visuelle Kontrollle, Reparieren
  • Nahe beim Stecker durch Knicken am Kabelausgang, meist innerhalb der ersten 10 cm=> findet man durch Bewegen des Kabels => kürzen, neu anlöten
  • Mittendrin => häufig sieht man eine Quetschstelle, dort auftrennen und 2 kurze Kabel draus machen. Wenn nicht identifizierbar => entsorgen
  • Kabel knistert oder macht Geräusche bei Bewegung => Hopfen und Malz verloren, Kabel entsorgen
defekte und auch verdächtige Kabel werden beim Gig aussortiert und direkt danach behandelt.
Ich hab schon viele Kabel repariert, meist allerdings welche von anderen oder welche in Einrichtungen, bei denen die von technisch unbedarften Personen vergewaltigt wurden. Da kann man viel sehen. Meist durch unsachgemäßes Ziehen, oder Aufwickeln.

Nette Fehler gibt es auch in Buchsen durch Verwendung von Adaptern, die den Stecker verlängern und damit den Hebel vergrößern. Daher halte ich ncihts von solch starren Adaptern und verwende in der Regel kurze Kabel mit den entsprechendne Steckern auf jeder Seite. Eine ausgebrochene Buchse in einem teuren Gerät ist kein Spaß.
 
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Nette Fehler gibt es auch in Buchsen durch Verwendung von Adaptern, die den Stecker verlängern und damit den Hebel vergrößern. Daher halte ich ncihts von solch starren Adaptern und verwende in der Regel kurze Kabel mit den entsprechendne Steckern auf jeder Seite
Seh ich genauso.
 
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Da die Fragestellung bezüglich Masse an Gehäuse des Steckers in einen anderen Thread ausgelagert wurde, habe ich den Teil der Antwort, der sich darauf bezigen hat, auch da hin kopiert und hier entfernt

Für die Moderation
mfk0815


Zwecks Reparatur:
Da muss ein Betrieb halt Kostenaufwand der kostenersparnis entgegenstellen und da kann ich mir schon vorstellen, dass sich sowas je nachdem was für ein Kabel das ist nicht rentiert.


Ich repariere mein Zeug, bin aber auch nicht mehr so der lumpensammler wie früher, alles unterhalb von cordial CMK hau ich auch einfach weg, wobei ich davon auch fast Nix mehr hab
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das Internet ist eher der Meinung, dass die Masse des Gehäuses nicht zu verbinden ist.
Bin da bei der Meinung des I-Net.
Habe bis auf ein paar Ausnahmen meine Kabel selbst konfektioniert.
Wenn ein Kabel defekt sein sollte dann versuche auch Ich das Kabel zu reparieren.
Kann mich aber nicht erinnern das ein von mir angefertigtes Kabel in den letzten 20 Jahren kaputt gegangen ist.
Setze aber auch vornehmlich Neutrik Stecker und deren Derivate ein.
Selbst Kabel die Ich vor Jahren mit Neutrik Stecker versehen habe die nicht gelötet werden mussten sonder über die sogenannte Schneid Klemmtechnik verfügten funktionieren noch tadellos.
Habe diese Stecker von Neutrik damals über Farnell eingekauft scheint sich aber nicht durchgesetzt zu haben(warscheinlich Preis) denn Ich finde die nicht mehr,wäre aber eine Alternative für die,die nicht löten wollen oder können.
Was Ich noch suche ist ein Anbieter der beschriftete Kabelmarken mit Wunschbeschriftung anbietet,sollte Jemand da einen Link haben her damit.
Ich möchte Besitzer (VAGP und Kabelnummer) auf der Kabelmarke haben.
Macht sich am besten wenn man im Kabelgewirr eine Nummer auf beiden Seiten hat um zu verfolgen welches Kabel geht wohin.
 
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Kann mich aber nicht erinnern das ein von mir angefertigtes Kabel in den letzten 20 Jahren kaputt gegangen ist.
Ich habe im Proberaum sogar noch Kabel aus 1982 im Einsatz, Klotz mit Neutrik-Stecker (damals noch mit den kleinen Schrauben). Wenn man das Zeug gut behandelt wird es auch nicht kaputt.
 
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Selbes hier. Wir hatten in der "PA-Kabelkiste des Grauens" Haufenweise Klotz mit Neutriks und ich hab mich viele Jahre gefragt, wann die mal kaputtgehen.. bis ich die Frage vergessen hatte. Und wir reden von Bühnen, wo Kabeln schlimme Dinge angetan werden.
 

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