Wie haben die so gut gemixt????

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paulbala
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Hallo - bin neu hier im Forum, da ich verzweifelt nacht einer Antwort suche:))

Unser Problem:
Wir sind eine Freichristliche Kirche aus Österreich und wollen unseren Livestream massiv verbessern. Da wir eine Band und jeden Sonntag 6-8 Vocals ist das ganze Mixing doch schwieriger als gedacht :)
- Sänger sind leider nicht die allerbesten
- Saal ist akustisch gesehen noch sehr schlecht
- Vocals benützen Sennheiser G4 EW 865-S
- Nord Stage 4, E-Gitarre Stereo, Akustische Gitarre, Drums, Bass

Wir wollen zu aller erst die Vocals besser klingen lassen

Momentan: Vocals viel zu weit hinten im Stereobild, beim Versuch sie klarer zu mischen wird sehr schnell unangenehm und kratzt, wir wollen die Stimmen transparent haben und einfach ,,in front of your face''.

Wir kennen eine Kirche aus Rumänien, die momentan in Sachen Livestream Qualität einer der besten sind. Die haben vor kurzem live ein Lied gesungen (Vocal + Piano) und wir waren erstaunt wie gut das klingt.... von dem Mixing-Engineer hört man leider nicht viel, außer ,,over eq + over compression - clean low mids - platz schaffen für Instrumente im Vocal - platz schaffen für Vocals in Instrumenten''.

Also versuchten wir es, aber die Probleme sind dieselben:))
Stimme zu weit hinten, einfach verschwommen, sobald man Reverb auf Vocals schweben die Stimmen, sie kratzen trotz De-Ess.


Vielleicht kann einer ja das Video analysieren und kann uns zu einem ähnlichen Ergebnis bringen:))

Danke und SG Pauli
 
Ihr würdet ein besseres Feedback bekommen, wenn ihr eure eigenen Ergebnisse beispielhaft zeigt. Dann könnte man sagen: Dies und das. Es macht nicht so viel Sinn, eine gute Aufnahme zu präsentieren - davon gibt es durchaus viele (ist das, was man heute so kennt aus den Medien).

Was heißt denn 6-8 Vocals? Meinst du 6-8 Leadsänger/innen? Klingt unwahrscheinlich.

Die Tipps sind gut, aber sie richten sich nicht nur an den Toningenieur, sondern auch ans Arrangement ("Platz schaffen für..."). Ihr braucht gutes Arrangement, gute Musiker, guten Ton.
 
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Danke für deine Antwort und deine Ideen

ja ich werde versuchen ein Beispiel von uns hier hoch zu laden

6-8 Vocals: 2-4 Lead , rest Backingvocals
 
Als allererstes musst du für den Livestream nen komplett anderen Mix fahren als du ihn für die Übertragung im Saal brauchst. Angefangen beim EQ, aber auch den Effekten, ggf. auch Dynamics. Auch Lautstärkeverhältnisse sind anders, weil im Livestream der Direktschall wegfällt, vor allem Drumset und Amps.
Wir streamen in unserem Verein auch regelmäßig Veranstaltungen wie z.B. Open Stages, und haben dank Digitalpult da mittlerweile die nötigen Optionen.
 
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Habe die Infos bekommen, dass diese Kirche den Sound vom Saal direkt ins Livestream schickt ohne jegliche anderen eq Bearbeitungen. Der Saal ist akustisch gesehen wirklich top, alles wurde von Profis behandelt - man ist praktisch in einem Studio-Raum.

Die Frage aber die offen bleibt: Wie kann man eine Stimme live so gut mischen? Hat der Saal einen großen Einfluss darauf?
 
Mikrofonieren ist komplex. Kirche ist akustisch schwierig, das macht es... noch schwieriger. Live Mischen ist komplex. Aufnahmen mischen ist noch komplexer. Und ich verrate ein Geheimnis: per Ferndiagnose wird das NIE klappen. Noch ein Geheimnis: Youtube Videos sind nicht hilfreich. Nicht. Es geht darum wie in eurer Situation vor Ort von jemand, der/die/das dort ist und das hört, was ihr hört, Entscheidungen getroffen werden. Alles andere wäre wie mit einem Stadtplan von Gelsenkirchen in Neuoberursel den Bahnhof zu suchen. Ihr braucht Hilfe von jemand, was sich mit dem Thema gut auskennt - also das beruflich macht. Bei euch. Dort.
 
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Habe die Infos bekommen, dass diese Kirche den Sound vom Saal direkt ins Livestream schickt ohne jegliche anderen eq Bearbeitungen.
Du meinst, dass der Sound von Mikrofonen kommt, die im Saal platziert wurden? Sorry, das glaube ich nicht. Sowohl der Piano Sound, als auch das Mikrosignal kommen direkt vom Pult. Kann ja sein, dass aufgrund einer qualitiativ hochwertigen und gut eingemessener PA man da vom EQ nicht viel anpassen musste, aber hier geht es nur um Piano und einem Sänger. Du sprichst von mehreren Sängern bzw. einem Chor, der eh schwierig abzunehmen ist, sofern nicht jeder ein eigenes Mikrofon in die Hand bekommt, zusätzlich Gitarren und Drumset, wo dann noch ein Direktschall in's Spiel kommt, sofern man keine Silent Stage, also mit E-Drum und Modellern direkt in's Pult und In-Ear anstatt Monitoren fährt. Da kommst Du um einen separaten Mix für den Livestream nicht herum, wenn Du ein optimales Ergebnis willst..
 
Womit ICH momentan rumexperimentiere (als Nicht-Profi) ist Folgendes: Ich nehme mit einem Digitalmischpult (hier Allen&Heath QU16) unsere Bandproben als Multitrack-Recording, bei uns 15 Kanäle insgesamt, "post Gain" auf. D.h. die REINEN Signale der Mikros und Instrumente in der Umgebung, in der sie gespielt werden. Diese "reinen" Recording-Spuren spiele ich dann "in Ruhe" und teils mit Kopfhörer in das Mischpult bei Gelegenheit zurück und probiere dann an den einzelnen Kanaleinstellungen solange rum, bis das Ergbnis für mich zufriedenstellend ist, da ich in der "Hektik" der Bandprobe oder des Auftritts mit meiner geringen Erfahrung da nicht schnell genug eine suffiziente Veränderung hinbekomme. In der Ruhe der Nachbearbeitung schaue ich mir dann die Kanäle an und verusche einige "Mixing-Regeln" nachträglich anzuwenden und dann am Pult zu speichern für die nächste Live-Situation (Vocals z.b. im Bereich ca. 300 Hz absenken, um den sogenannten "Matsch" zu entfernen, evtl. bei 2-4kHz etwas anheben, Höhen ab 8 kHz anheben... so als Möglichkeiten... Auch für die Instrumente gibt es Empfehlungen, wie und wo die EQ-mäßig angepasst werden sollten im Bandkontext. Genauso kann man dann die Kompression nachträglich bearbeiten usw. usw.). Das gibt mir die Ruhe, nachträglich da viel rumzuprobieren und so zu lernen und das dann auch in der Livesituation immer besser und schneller anwenden zu können. Chat GPT hat mir da tatsächlich auch gut geholfen, denn man kann dort relativ gute Antworten bekommen zu Einstellungen für Vocals usw., als Basis und von dort aus dann selber probieren und hören... Die Ruhe der Nachbearbeitung von "rohen" Multitrackaufnahmen hilft mir für den Anfang sehr, um UNSERE Band vom Klang her zu verstehen und zu bearbeiten... Das mal so als Idee... aber dafür braucht es halt einen Multitrack-Digitalmixer mit Recordingmöglichkeit und wiederum Einarbeitung in diese Thematik... LG, Frank
 
Du meinst, dass der Sound von Mikrofonen kommt, die im Saal platziert wurden? Sorry, das glaube ich nicht. Sowohl der Piano Sound, als auch das Mikrosignal kommen direkt vom Pult. Kann ja sein, dass aufgrund einer qualitiativ hochwertigen und gut eingemessener PA man da vom EQ nicht viel anpassen musste, aber hier geht es nur um Piano und einem Sänger. Du sprichst von mehreren Sängern bzw. einem Chor, der eh schwierig abzunehmen ist, sofern nicht jeder ein eigenes Mikrofon in die Hand bekommt, zusätzlich Gitarren und Drumset, wo dann noch ein Direktschall in's Spiel kommt, sofern man keine Silent Stage, also mit E-Drum und Modellern direkt in's Pult und In-Ear anstatt Monitoren fährt. Da kommst Du um einen separaten Mix für den Livestream nicht herum, wenn Du ein optimales Ergebnis willst..
Also der Sound im Livestream kommt direkt vom FOH Pult - nicht von ambience Mikrofonen die im Saal aufgestellt wurden.

Wir haben auf unserer Stage nur 2 Floor Monitore - jeder hat sein Mikrofon - wir haben e-Drums - Instrumentisten haben alle In-Ears.
 
zu einem ähnlichen Ergebnis bringen
...was mir auf Anhieb auffällt: der Sänger (bei den Rumänen ...? das Video) hat relativ saubere Mikrophonarbeit zu bieten (Abstand/Winkel zu Dynamik ...) Die Vorteile, die das bringt, sind nach meiner (recht begrenzten) Erfahrung nur sehr schwierig in der Nachbearbeitung zu simulieren, wenn sie fehlen ... (ansonsten finde ich die dynamische Abbildung jetzt auch nicht so wunderschön ... das Piano dröhnt da schon sehr rum für meinen Geschmack und meine Abhöre)
 
Hallo Frank - danke für deine Antwort!
Das haben wir tatsächlich auch so gemacht - alle 32 Spuren vom X32 in Cubase rein (Rohsignale) und dann versucht die Band und Stimmen bestmöglich zu mixen.

Hier wäre ein Video mit der ganzen Band und Stimmen von dieser Kirche. Für mich klingt das wahnsinnig gut. Alles ist irgendwie so nah dran, man hört Reverbs, aber die Stimme bleibt trotzdem irgendwie da.

Mir ist alles bewusst, dass es auf den Sänger, die Band, die Akustik alles drum und dran abhängt - aber ich dachte vielleicht kann einer mit Erfahrung mir erzählen was man mit over equing und over compression meint. Viel Eq mit breiten Bändern oder schmalen Bändern? Viele Kompressoren mit wenig GainReduction?

Anbei das Video
 
der Sänger (bei den Rumänen ...? das Video) hat relativ saubere Mikrophonarbeit zu bieten (Abstand/Winkel zu Dynamik ...)
Definitiv! Er hat Stimme, kann singen, weiß mit dem Mikrofon umzugehen - beste Voraussetzungen, die das natürlich auch begünstigen.
 
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...was mir auf Anhieb auffällt: der Sänger (bei den Rumänen ...? das Video) hat relativ saubere Mikrophonarbeit zu bieten (Abstand/Winkel zu Dynamik ...) Die Vorteile, die das bringt, sind nach meiner (recht begrenzten) Erfahrung nur sehr schwierig in der Nachbearbeitung zu simulieren, wenn sie fehlen ... (ansonsten finde ich die dynamische Abbildung jetzt auch nicht so wunderschön ... das Piano dröhnt da schon sehr rum für meinen Geschmack und meine Abhöre)
Das ist mir auch schon aufgefallen - Mikrofonplatzierung wird sicherlich entscheiden sein... frequenzen, raumanteil, etc..
 
"eq-ing" lässt sich besser googeln :)
Dabei geht es darum, dass eine Frequenzauswahl vorgenommen wird, die den natürlichen Höreindruck von einem Ereignis zu sehr verfremdet. Das dürfte tendenziel bei zu schmalen Bändern eher passieren als bei breiteren. Wenn ich das richtig verstehe, geht es ja beim EQ-ing darum, Frequenzüberschneidungen zu eliminieren und jedem Instrument einen slot zuzuweisen, in dem es sich vorrangig bewegt. (auffällig beim zweiten Video: die Becken sind da maximal runtergefahren ... schon etwas fies, aber pragmatisch vereinfacht) Wird diese Auswahl zu krass und rigide abgrenzend vorgenommen, leiden die Einzelereignisse.
Anders gesagt: das Arrangement bildet letztlich die Grundlage, auf der dann nur noch eine leichte verfeinerte Trennungsarbeit vorgenommen werden darf. Ist das Arrangement schon platzraubend angelegt, hilft auch EQ-ing nicht mehr wirklich, schon gar nicht bei natürlichen Klangereignissen, die auf ein wiedererkennbares Klangspektrum angewiesen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Reverb/Hall ist auch noch ein wichtiges Thema!!! Wenn man im Mixer evtl. noch zusätzlichen Hall zum örtlichen (unvermeidbaren) Kirchenhall reigeben würde, dann verschwindet alles immer weiter "nach hinten". Die Aufnahme oben klingt "recht hallig", finde ich. Deswegen kriegen Lead-Vocals ggf. ein deutlich längeres Pre-Delay (ms, bis der Hall einsetzt, dadurch klareres "Antönen" und späteres nachhallen und evtl. kürzeres Delay (Länge der Hallfahne), um die Stimme eher nach vorne zu holen und der Hall sollte auch EQ-beschnitten werden (Low-Cut zumindest, evtl. auch High-Cut). Bei viel natürlichem Hall dann garkeinen extra Hall dazugeben natürlich.
... nur so als Idee...
Und Nordstage klingt, wenn der Pianist das so wie ein echtes Klavir klingen lässt (wozu wir Pianisten gerne neigen :) ), immer recht dominant. Da muss unbedingt EQ-mäßig "Luft" geschaffen werden, Lowcut 200 Hz, evtl. Mitten etwas raus (Platz für Vocals), etwas Brillianz nach Gefühl durch Anhebbung der Höhen. Das klingt dann alleine manchmal etwas "seltsam", aber im Kontext zusammen mit den Stimmen und evtl. andere Instrumenten hilft das den Stimmen sehr. Mein Nordstage ist für den Bandmix immer eher so EQ-ed, dass es den anderen nix reindudelt... gut, wir haben auch Bass und Gitarren und Vocals, da kommt eh viel Fülle auf die Bühne, da schadet Ausdünnung des Pianos nichts...
 
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"eq-ing" lässt sich besser googeln :)
Dabei geht es darum, dass eine Frequenzauswahl vorgenommen wird, die den natürlichen Höreindruck von einem Ereignis zu sehr verfremdet. Das dürfte tendenziel bei zu schmalen Bändern eher passieren als bei breiteren. Wenn ich das richtig verstehe, geht es ja beim EQ-ing darum, Frequenzüberschneidungen zu eliminieren und jedem Instrument einen slot zuzuweisen, in dem es sich vorrangig bewegt. (auffällig beim zweiten Video: die Becken sind da maximal runtergefahren ... schon etwas fies, aber pragmatisch vereinfacht) Wird diese Auswahl zu krass und rigide abgrenzend vorgenommen, leiden die Einzelereignisse.
Anders gesagt: das Arrangement bildet letztlich die Grundlage, auf der dann nur noch eine leichte verfeinerte Trennungsarbeit vorgenommen werden darf. Ist das Arrangement schon platzraubend angelegt, hilft auch EQ-ing nicht mehr wirklich, schon gar nicht bei natürlichen Klangereignissen, die auf ein wiedererkennbares Klangspektrum angewiesen sind.
das stimmt:)

Ich dachte unter over eq-ing versteht man breite Bänder die viel schneiden - aber dadurch wird die Stimme ja schnell dünn oder?
 
Die Frage aber die offen bleibt: Wie kann man eine Stimme live so gut mischen?
in dem man wirklich weiß was man tut. vor allem im zweiten Video scheint es so zu sein, dass man dort nicht gewürfelt hat und wer die niedrigste Augenzahl hatte, musste das Pult bedienen. Die dürften schon viel Erfahrung haben.
Also 1) der Raum und die Akteure sind schon mal gut 80% der Miete. Ich habe vor Weihnachten ein Band bei ihrer Weihnachtstour begleitet. Band immer die selbe, Technik auch, nur eben die Kirche verschieden. In Fohnsdorf war ich schon von Anfang an begeistert, wie gut die Akustik da drin war und dann eine Woche später, in Feldbach, war es eine ganz andere Baustelle. Extrem langer Raumhall, verschiedene Frequenzen mit Raummoden. Das ganze war wirklich nicht einfach und da hatte man einiges zu tun um es schon mal im Raum brauchbar zum klingen zu bringen.

und 2) es muss da schon ein guter Techniker ran, damit es so klingt. Das kann man aber nicht in ein, zwei Absätzen erklären. Damit das geht muss man sich schon eine Zeit lang damit beschäftigt haben.
Aber wie schon erwähnt, wirklich Tipps kann man nicht geben, wenn nicht zumindest auf dem Tisch liegt, wie es jetzt ist. Bisher haben wir nur gehört wie es für dich sein soll, das reicht aber nicht.
Denn wie gesagt, um das aus den Videos zu erreichen, müssen alle halt schon ganz gut wissen, was zu tun ist und wie das gehen kann.
Aber es hilft dir nix, wenn man sagt, ok die Instrumente müssen gut klingen, das Arrangement muss passen, die Stimmen müssen gut gesungen sein inkl gute Mikrofontechnik, der Raum muss gut barbeitet sein und die Techniker müssen den Job verstehen.
aber dadurch wird die Stimme ja schnell dünn oder?
Wenn man das gemacht hat, dann hat man was falsch gemacht. BTW, noch ein Tipp. Wie eine einzelne Spur, ein einzelner Kanal, für sich klingt ist für den Gesamtsound nicht sooo wichtig. Wichtig ist wie alle gemeinsam klingen. Viele machen den Fehler, dass sie Signal für Signal versuchen zu "optimieren" und wenn dann alle Signale gemeinsam verwendet werden, klingt es Suboptimal, um es vorsichtig auszudrücken.
 
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Reverb/Hall ist auch noch ein wichtiges Thema!!! Wenn man im Mixer evtl. noch zusätzlichen Hall zum örtlichen (unvermeidbaren) Kirchenhall reigeben würde, dann verschwindet alles immer weiter "nach hinten". Die Aufnahme oben klingt "recht hallig", finde ich. Deswegen kriegen Lead-Vocals ggf. ein deutlich längeres Pre-Delay (ms, bis der Hall einsetzt, dadurch klareres "Antönen" und späteres nachhallen und evtl. kürzeres Delay (Länge der Hallfahne), um die Stimme eher nach vorne zu holen und der Hall sollte auch EQ-beschnitten werden (Low-Cut zumindest, evtl. auch High-Cut). Bei viel natürlichem Hall dann garkeinen extra Hall dazugeben natürlich.
... nur so als Idee...
Und Nordstage klingt, wenn der Pianist das so wie ein echtes Klavir klingen lässt (wozu wir Pianisten gerne neigen :) ), immer recht dominant. Da muss unbedingt EQ-mäßig "Luft" geschaffen werden, Lowcut 200 Hz, evtl. Mitten etwas raus (Platz für Vocals), etwas Brillianz nach Gefühl durch Anhebbung der Höhen. Das klingt dann alleine manchmal etwas "seltsam", aber im Kontext zusammen mit den Stimmen und evtl. andere Instrumenten hilft das den Stimmen sehr. Mein Nordstage ist für den Bandmix immer eher so EQ-ed, dass es den anderen nix reindudelt... gut, wir haben auch Bass und Gitarren und Vocals, da kommt eh viel Fülle auf die Bühne, da schadet Ausdünnung des Pianos nichts...
wichtig zu erwähnen ist, dass unsere Kirche nicht den Hall hat, wie ein traditionelle katholische Kirche. Wir haben in einigen Ecken Flatterechos, bisschen Hall - ob das aber so entscheidend ist für das Frequenzbild..? Der Sänger singt ja im besten Fall direkt ins Mic, da wird wenig Hall aufgenommen.. klar, paar Sachen hört man im Hintergrund, ist ja live..


Genauso ist deren Kirche, alle Wände sind komplett mit Holzspanplatten versehen - da gibts kein Hall, ein Echo, nichts. Das mit dem Pre-Delay werde ich mir notieren;)
 
over eq-ing versteht man breite Bänder die viel schneiden - aber dadurch wird die Stimme ja schnell dünn oder?

Ich bin mir nicht sicher, ob hier nicht ein Sprachbarrieren-Thema vorliegt.

Das der Techniker explizit zu over eqing und Kompression (also ausdrücklich zu viel) rät, erscheint mir fernliegend.

Wahrscheinlich meint er eher: Ich erreiche den Sound über den Einsatz von EQ und Kompression.
 
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in dem man wirklich weiß was man tut. vor allem im zweiten Video scheint es so zu sein, dass man dort nicht gewürfelt hat und wer die niedrigste Augenzahl hatte, musste das Pult bedienen. Die dürften schon viel Erfahrung haben.
Also 1) der Raum und die Akteure sind schon mal gut 80% der Miete. Ich habe vor Weihnachten ein Band bei ihrer Weihnachtstour begleitet. Band immer die selbe, Technik auch, nur eben die Kirche verschieden. In Fohnsdorf war ich schon von Anfang an begeistert, wie gut die Akustik da drin war und dann eine Woche später, in Feldbach, war es eine ganz andere Baustelle. Extrem langer Raumhall, verschiedene Frequenzen mit Raummoden. Das ganze war wirklich nicht einfach und da hatte man einiges zu tun um es schon mal im Raum brauchbar zum klingen zu bringen.

und 2) es muss da schon ein guter Techniker ran, damit es so klingt. Das kann man aber nicht in ein, zwei Absätzen erklären. Damit das geht muss man sich schon eine Zeit lang damit beschäftigt haben.
Aber wie schon erwähnt, wirklich Tipps kann man nicht geben, wenn nicht zumindest auf dem Tisch liegt, wie es jetzt ist. Bisher haben wir nur gehört wie es für dich sein soll, das reicht aber nicht.
Denn wie gesagt, um das aus den Videos zu erreichen, müssen alle halt schon ganz gut wissen, was zu tun ist und wie das gehen kann.
Aber es hilft dir nix, wenn man sagt, ok die Instrumente müssen gut klingen, das Arrangement muss passen, die Stimmen müssen gut gesungen sein inkl gute Mikrofontechnik, der Raum muss gut barbeitet sein und die Techniker müssen den Job verstehen.

Wenn man das gemacht hat, dann hat man was falsch gemacht. BTW, noch ein Tipp. Wie eine einzelne Spur, ein einzelner Kanal, für sich klingt ist für den Gesamtsound nicht sooo wichtig. Wichtig ist wie alle gemeinsam klingen. Viele machen den Fehler, dass sie Signal für Signal versuchen zu "optimieren" und wenn dann alle Signale gemeinsam verwendet werden, klingt es Suboptimal, um es vorsichtig auszudrücken.
Danke für deine Antwort!

Wie gesagt, versuche heute noch ein Beispiel von uns hier zu posten. Und ja, nochmals, mir ist alles bewusst, dass eine Fernanalyse nicht funktionieren wird. Mir ist es wirklich nur darum gegangen, ob jemand schon viel Erfahrung hat, und mir sagen kann, ob bei der Stimme vielleicht mehrere Equalizer im Einsatz waren, wie man es schafft mit Klavier und Stimme ein so breites Spektrum erreichen kann, usw. Alles andere muss man ja dann entweder selber probieren oder einen Profi suchen.

Aber mit euren Antworten merke ich, dass die Quelle eigentlich am wichtigsten ist. Ich kann noch so gute Technik haben, wenn die Stimme einfach doof klingt, wenn der Sänger den Mikroabstand dauernd ändert (das ärgert meinen Kompressor hehe), wenn die Band nicht ein gutes Arrangement hat, etc.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ich bin mir nicht sicher, ob hier nicht ein Sprachbarrieren-Thema vorliegt.

Das der Techniker explizit zu over eqing und Kompression (also ausdrücklich zu viel) rät, erscheint mir fernliegend.

Wahrscheinlich meint er eher: Ich erreiche den Sound über den Einsatz von EQ und Kompression.
Hier die 1zu1 Übersetzung vom Tontechniker dieser Kirche aus Rumänien (mit Google):

,,Hallo.
Kurz gesagt: Ich setze EQ und Kompression sehr aggressiv ein. Andererseits schaffe ich Raum für die Stimmen im EQ der Instrumenten, und die Instrumente schaffen Raum für den EQ der Stimmen. Ich bearbeite die Low Mids der Stimmen so sauber wie möglich, achte aber darauf, die nervige Höhen zu erzeugen. Die Gefahr besteht darin, dass die Mikrofone immer am Limit arbeiten und zu pfeifen beginnen, aber dieses Risiko nehme ich in Kauf.''
 

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