Thema Klangeinstellungen an (kleinen) Musikanlagen daheim?

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Fusselchen
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Es gibt da noch eine Sache, die mich schon immer interessiert hat.

Ich habe daheim mittlerweile die fünfte Kleinanlage mit CD/Radio, etc. in 28 Jahren. Ich war schon immer Einer derer, die die "mittleren" Werksteinstellungen nie mochten.
Ich habe immer stur "Treble/Höhe" kräftig nach Oben geschraubt, um einen klaren Klang zu haben und keine dumpfe Soße. Ansonsten gab es für mich so gut wie nie Was extra zu verstellen. Ich war immer zufrieden.

Schon bei meiner ersten Kleinanlage von SEG gab es separat Treble, Middle, und Bass, noch mit Schiebereglern.

Und schon seit damals frage ich mich, warum man neben dem Üblichen überhaupt noch "Middle" oder in manchen Fällen sogar noch "Width/Tiefe" verstellen sollte. Es klingt für mich weder in die eine noch in die andere Richtung besser bzw. überhaupt "gut".

Also wozu das Ganze?
Meine aktuelle Panasonic Kleinanlage hat nur noch Bass und Treble als Grundparameter. Und damit ist doch Alles bestens.

Bei meinen Eltern gibt es seit Jahren das hochpreisige Roberts 67 mit Internetradio. Das bietet aber Klangeinstellung für alle vier obigen Parameter. Ich habe bisher nur wieder Treble hochgeschraubt, mit den anderen Parametern bin ich wieder in Mittelstellung zufrieden. Obwohl mich der Klang trotzdem nicht so richtig überzeugt. Vor allem im Vergleich zu meiner ehemaligen Sony Kleinanlage mit S-Master Klang! :p

Aber von Euch haben bestimmt Einige noch viel länger Erfahrung und vielleicht sogar Tips?? :biggrinB:
 
Ich höre Alles immer am liebsten in Neutralstellung an, d.h. ich brauche keine Klangregelung.
 
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Man muss auf das Gesamtsystem schauen:
  • UKW Radio wird auch heute immer noch nahe am HiFi-Standard sein, Kurzwelle sicher nicht
  • Verstärker wird da auch nur wenig machen (s.u.)
  • Lautsprecher sind ein Schwachpunkt ...
  • ... ebenso der Raum ...
  • ... ebenso die eigenen Ohren
  • und zum EQ komme ich gleich.
Lautsprecher über den gesamten Hörbereich (s.u.) gleichmäßig klingen zu lassen, ist praktisch nahezu unmöglich. Billige und in den Abmaßen kleine Systeme haben das Versagen fest eingebaut. Vereinfacht hat der Frequenzgang, gemessen vor der Membran, erhebliche Dellen (in beide Richtungen).

Der Raum ist auch ein Resonanzsystem, Stichwort Raummoden. Kann man sich auch wieder vereinfacht vorstellen wie ein Frequenzgang von der Membran hin zum Ohr mit Dellen, die zudem auch noch vom Aufenthaltsort der Ohren abhängen: erlebte Phasenunterschiede.

Die Ohren, also das eigene Hörempfinden, sind alles andere als ein ideales System. Hörgewohnheiten gehen hier mit ein, zum Alter hin hört man immer weniger, insbesondere Höhen. Schon wieder ein verdellter Frequenzgang, auch wenn hier diese Analogie nur sinnbildhaft richtig sein kann.

Nun wird der Gesamtfrequenzgang alles andere als eine idealiiserter sein, wie man ihn von HiFi her kennt: Anstieg, flach, Abfall. Nix da.

Nun der EQ. Was baut man denn in so ein Systemchen ein? Womit müsste es fertig werden, soweit EQ die Höreffekte überhaupt ausgleichen kann? Und dann hat man sie halt, die beiden "ökonomischen" Varianten:
  • nur Tiefen und Höhen, bei irgendwelchen willkürlichen Grenzfrequenzen
  • zusätzlich ein Mitten-Bandpass, mit irgendeiner willkürlichen Resonanzfrequenz und fixer Bandbreite
  • die Unterschiede von Geräteklassen geht dann eher in Richtung "verwischt" (man muss es ja allen Käufern Recht machen, Tendenz "Spielzeug")
Und was müsst man haben? Eher so etwas wie im Bild unten: eine feingranulare Abstimmung für L und R.

Übrigens, echte Audio-Master, wie etwa Bob Katz, haben so geschulte Ohren und entsprechend hochwertige Ausrüstung, dass sie (nach eigenen Angaben) das halbe dB Unterschied erhören können. Und ja, auch ungeschulte Ohren werden mit so einem Geräte- und Raumpark unglaubliche Dinge heraushören können. Aber auch nur dann :cool:
1654438508892.png
 
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Ich bin auf diesem Gebiet wahrscheinlich nicht mehr ganz auf dem Laufenden, aber früher hatten viele im Auto noch einen Equalizer eingebaut, mit einem Haufen Reglern. Heute ist das bei manchen Radios noch als Voreinstellung vorhanden, aber Equalizer gibt es wohl nicht mehr viele. Die damaligen Besitzer "regelten" die Geräte auf die gleiche Weise: Mehr Bässe, mehr Höhen!
Das kann man sich eigentlich sparen, aber einige Leute wollen einfach mehr Selbstbestimmung haben!
Bei High-End-Geräten ist das genau anders herum, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Der MIttelweg ist in diesem Fall sicher nicht der Schlechteste!
 
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Idealerweise sollte man überhaupt nicht nachregeln.

Aber erstens gibt's einfach Signalketten, die schlicht und ergreifend nicht gut sind. Da wird man nachregeln müssen. Bei Billo-Anlagen betrifft das eben am ehesten die Höhen.

Zweitens gibt's auch gewisse national-kulturelle Präferenzen. Der Brite hat gern untenrum wenig, aber sehr viel Höhen. Der Deutsche hat lieber die "Badewanne": Bässe und Höhen voll auf, Mitten raus.

Und drittens gibt's das wiederum für gewisse Genres. Im Hip Hop und in EDM-Stilrichtungen ist die "Badewanne" auch üblich: tiefe, phätte Wummerbässe und möglichst laut und scharf zischelnde Höhen. Das ist heutzutage noch extremer, wo große Teile einer ganzen Generation Musik nur noch über den/die eingebauten Lautsprecher ihres Smartphone hören, die natürlich nicht den Frequenzgang einer Referenzabhöre oder einer High-End-Stereoanlage haben (siehe erstens).


Martman
 
Sehe ich such so.
Habe mir mal eine weiter oben angesiedelte HiFi-Anlage geholt (und es nie bereut), die gar keine Eingriffsmöglichkeit hat. Hab mich drauf eingelassen (braucht ein bisschen Umgewöhnungszeit) und es funzt super.

Wo so Eingriffsmöglichkeiten vorhanden sind, kann man sie nach subjektiven Vorlieben nutzen wie man will. Zumal man je nach Raum, Genre und Anlage etc. eh die Grenzen ausloten muss: ab wann fängt's an zu dröhnen, zu wummern, schwammig zu werden und ab wann klirrt und scheppert es und ab welcher Lautstärke beschweren sich Hund, Katze, Wellensittich, Mitwohnende und Nachbarn?

Da wüsste ich jetzt keine allgemeine Empfehlung zu geben.

x-Riff
 
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