wieviel muss ich für eine brauchbare gebrauchte Konzertgitarre ausgeben?

  • Ersteller milamber
  • Erstellt am
Puh, Konzertgitarre ist für mich als E-Gitarrist immer so ein nicht aufzulösender Konflikt:
  • Soll sie livetauglich sein? Dann eher was mit schmalem Body und natürlich Tonabnehmer, ggf. mit Cutaway. Klingt aber akustisch gespielt nicht so schön voll und rund wie eine "klassische" Klassikgitarre. Ich hab aus dem Grund vor Jahren meine Musima verkauft - war ein tolles Bühnen-Instrument, aber hautpsächlich hab ich sie zu Hause gespielt und da konnte sie mit der No-Name Klassikgitarre des Schwiegervaters nicht mithalten.
  • Willst Du wirklich Klassik spielen oder willst Du sie spielen ähnlich wie eine Western- oder E-Gitarre? Da fällt dann auch noch die Halsbreite ins Gewicht - bei klassischen Gitarren ist das nochmal eine ganz andere Hausnummer als bei Western- oder E-Gitarren und der Wechsel zwischen den Gitarren könnte ggf. schwer fallen - ausprobieren....
Bei mir steht dieses Jahr auch ein Kauf einer Nylon-Gitarre an. Nach meinen Erfahrungen mit der Musima wird es jetzt ein eher klassisch orientiertes Modell - will heißen volle Korpustiefe, breites bzw. breiteres Griffbrett aber dennoch ein Tonabnehmersystem.

Bei den Herstellern könnte Duke ggf. interessant sein - die bieten von klassischer Nylonseiten-Gitarre bis "Crossover" alles an. Unser Sohn hat sich nach Weihnachten eine Duke-Westerngitarre gekauft. Hab von dem Hersteller noch nie was gehört, aber in der 700-900 Euro Klasse war das die best klingende Gitarre die da im Laden hing. Klassikgitarren gehen bei 479 Euro los hab ich gerade gesehen.
 
Grund: Korpusbreite durch Korpustiefe ersetzt
ja, ich spiele klassische Stücke und nein, ich will keine neue und nicht auf die Bühne :)

bzgl. des Kaufes … bitte korrigiert mich wenn ich etwas falsch annehme:
  1. typische mittlere Saitenlage liegt bei etwa 4mm unter der dicken E-Saite. Spielraum nach unten sollte vorhanden sein.
  2. für die Einstellbarkeit sollte beim Steg noch genug Puffer nach unten sein falls die Saitenlage nicht optimal ist.
  3. der neck bow ist genau so wie bei Steel String, also etwa ein (dickeres) Blatt Papier in der Mitte wenn man im 1ten und … 19ten(?) Bund greift. Natürlich kein Bananenhals, es gibt ja kein truss rod.
  4. Sattelhöhe sollte vermutlich genau so wie bei einer steel string sein, richtig?
  5. keine Risse
  6. andere kosmetische Macken sind mir erstmal egal.

Ich werde mir noch eine (~50 Jahre) alte Suzuki, made in Japan für deutlich günstiger als die Valdez anschauen. Laut meiner Recherche hat sie auch eine massive Zederndecke. Es ist ein Instrument der mittleren Preisklasse, und für den Preis sehr interessant.
 
Da @milamber auch von der E-Gitarre kommt und mir aus seinen Posts nicht ganz klar war wofür er die Konzertgitarre einsetzen will - ja, da war mir dieser Hinweis auf "livetauglich" wichtig. Ich hab ja auch klar gesagt "für mich als E-Gitarrist".
Präzise ausgedrückt hätte es wohl noch heißen müssen "livetauglich für eine Pop/Rockband" oder so ähnlich....

Und so manchem Western- oder E-Gitarrenspieler der überlegt auf Konzertgitarre zu wechseln mag auch die Info über die Halsbreite wichtig sein. Kann ja auch sein dass hier irgendwann jemand noch über die Suchfunktion drüber stolpert. Ich hab grad mal kurz bei Session in den Filtermöglichkeiten geschaut: Zur Sattelbreite gibt's dort Sage und Schreibe 11 Auswahlmöglichkeiten zwischen 43 und 60mm.
 
eine Duke-Westerngitarre gekauft. Hab von dem Hersteller noch nie was gehört
Duke ist quasi die China-Sparte von Hanika. Also Gitarren die in China produziert werden und dann bei Hanika nochmal "optimiert" werden.
Ich hab ein paar angespielt die fand ich gut und ein paar, die fand ich weniger gut... wie bei quasi allen Herstellern..

typische mittlere Saitenlage liegt bei etwa 4mm unter der dicken E-Saite.
Holy Flitzebogen, das wäre mir viel zu hoch.
Unter 3mm find ich okay, 2,5 find ich angenehmer.
Kommt aber auch ein wenig auf die Spielweise an und wie rabiat man mit den Dingern umgeht.

für die Einstellbarkeit sollte beim Steg noch genug Puffer nach unten sein falls die Saitenlage nicht optimal ist.
Ich würde generell nach Gitarren gucken, wo man nicht mehr viel einstellen muss.
Bei Klassikgitarren ist das Potential da sehr begrenzt.

Wenn die ordentlich repariert sind, ist das bei einer halbwegs hochwertigen Gitarre eigentlich kaum ein Problem.
Wichtiger ist, dass kein Neck-Reset ansteht.
 


Holy Flitzebogen, das wäre mir viel zu hoch.
Unter 3mm find ich okay, 2,5 find ich angenehmer.
Kommt aber auch ein wenig auf die Spielweise an und wie rabiat man mit den Dingern umgeht.


Ich würde generell nach Gitarren gucken, wo man nicht mehr viel einstellen muss.
Bei Klassikgitarren ist das Potential da sehr begrenzt.


Wenn die ordentlich repariert sind, ist das bei einer halbwegs hochwertigen Gitarre eigentlich kaum ein Problem.
Wichtiger ist, dass kein Neck-Reset ansteht.

wir reden hier über Konzertgitarren :)

Eine perfekt eingestellte Konzertgitarre und dann noch möglichst günstig … ist vielleicht ein wenig unrealistisch ;).


wie auch immer … die Suzuki ist eine sehr interessante Gitarre. Komischerweise ist der Sattel zu niedrig und sie schnarrt schon im ersten Bund :D. Ich wollte sie also eigentlich nicht. Aber da ich sie dann für einen 20er bekam, habe ich sie doch mitgenommen. Ich kann sie für einen überschaubaren Betrag und mit ein wenig Arbeit wieder fit machen. Ich kann den Sattel durchaus selber auswechseln. Der Hals ist absolut gerade und genug Reserven für eine niedrige Saitenlage hat sie auch. Und sie hat eine massive Zederndecke. Für eine 50 Jahre alte Gitarre aus Japan ist das also alles gut.

Es war ein wenig so ein "ich habe Mitgefühl mit dieser Gitarre und möchte sie wieder restaurieren, weil sie es verdient hat und es wert ist" Ding :D.

Am Ende der Woche schaue ich mir aber die Valdez an.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Die Suzuki wird dir auch auf Dauer gefallen. Das sind ordentliche Instrumente, wir hatten neulich erst auf einem Workshop wieder eine aus den 70s dabei. Mit einem neuen Sattel wirst du viel Spaß daran haben.
Ich habe mir neulich eine alte mexikanische Velazquez mit einigen leichten Schäden für einen 10er mitgenommen, für Reha, Kindergarten und Lagerfeuer. Die darf auch bleiben.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
das denke ich auch.
Aber das wird eher so ein Projekt, welches ich nicht gleich morgen angehen werde. Daher schaue ich mich weiter um und hoffe, dass die Valdez gut ist.

IMG_4764.jpeg
 
nicht gleich morgen
... dann bietet sich ggf. die Schnell-Pfusche an: Sattel auffüttern mit Mischung aus Sekundenkleber und Mehl
Habe ich noch nicht gemacht, wurde in diversen Foren aber schon beschrieben.
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
Oder noch schneller Pfusch, falls der Sattel für alle Seiten zu niedrig ist: Sattel raus und einem Streifen Furnierholz oder Karton drunter klemmen.
 
Wirst du bei einer klassischen bei der tiefen E-Saite nur sehr selten finden. Ich kenne keine.
Find ich nicht so selten.. Ich hab zwei..
Die eine ist eine Meistergitarre und die andere hat mich 350€ gekostet..
Beide so direkt aus dem Laden
Aber auch meine mittelklasse-Hanika hat unter 3mm. Da hab ich allerdings ein bisschen nachgeholfen.
Muss man einfach mehr Anspielen gehen. Ich hab mit Sicherheit Dutzende Gitarren mit solcher Saitenlage gespielt, aber ich hab auch sicherlich ein paar Hundert Klassikgitarren in der Hand gehabt.
Wenn man aber ernsthaft klassische Literatur spielen möchte, wo es auch mal Richtung 12 Bund und darüber hinaus geht, sind 4mm schon extrem anstrengend und dann geht auch die Intonation irgendwann flöten. Das muss man dann schon mögen oder für die zusätzliche Dynamik in Kauf nehmen.
 
ja, aber das kann man doch nicht so pauschalisieren. Es hängt von vielen Faktoren ab. String tension, Spielweise bzw. Anschlag, Genre (Flamenco oder Klassik), etc. Ich habe die 4mm nur so als groben Ausgangswert genommen. Ein Steg ist schnell runtergeschliffen … so lange es dafür eben die Reserve gibt. Und darauf achte ich.

Zumal 1mm am Steg ein Veränderung von 0,5mm am 12 Bund bedeutet.

btw, die Suzuki hat jetzt um die 3,5mm und noch Puffer um tiefer zu gehen.
 
ja, aber das kann man doch nicht so pauschalisieren.
Korrekt.
Deswegen schrieb ich auch immer: "wäre MIR zu hoch" und "kommt auf die Spielweise an" und kann man "für die zusätzliche Dynamik in Kauf nehmen".
Letztlich ist das Geschmacksache/Gewöhnungssache, aber ich glaube viele Leute bevorzugen eher flache Saitenlage, gerade wenn man, wie du, von der E-Gitarre kommt.
Und wie oben gesagt empfinde ich sub-3mm nicht als sonderlich außergewöhnlich.

Flamenco ist wieder ne komplett andere Geschichte, weil sich da schon die Gitarren an sich unterscheiden. Hier ist auch weniger die Saitenlage relevant, als die Abstand der Saite von der Gitarrendecke aufgrund der vielen perkussiven Techniken. Der ist im Normalfall deutlich geringer als bei Konzertgitarren.
 

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben