Saitenlage, Winkel, Bridge-Höhe an B.C. Rich Warlock beurteilen/überarbeiten

LeGravier
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Moin allerseits,

für einen Bekannten soll ich eine B.C. Rich Warlock ein bißchen hübsch anmalen.
Nun habe ich die Gitarre hier und bin eigentlich überrascht, daß das Ding ganz ordentlich Krach macht und sich auch sonst ganz gut anfühlt. Die Gitarre soll ein blutiger Anfänger (Metal-Fan) zum Einstieg geschenkt bekommen.

Was mir aufgefallen ist, ist daß die Brücke extrem hochgeschraubt wurde, dementsprechend auch der hintere Humbucker. Das sieht irgendwie echt krank aus (siehe Bild).

1768927784672.jpg


Man sieht auch, daß der Winkel, in dem der Hals angeschraubt wurde, dafür verantwortlich ist. Ich habe das mal gegoogelt und einige Berichte darüber gefunden, daß der Winkel bei älteren Modellen werksseitig durch einen Chim in diese Richtung verändert wurde. Die mir vorliegende Gitarre hat keinen Chim drin. Ich nehme mal an, daß die schräge Halstasche eine Veränderung in der Herstellung ist, die dem Chim folgte.

Jetzt meine Frage:

Warum wurden der Chim und auch die (spätere) schräge Halstasche überhaupt montiert? Hat das irgendeinen tieferen Sinn?
Ich würde ja zum Äußersten (dem Fräser) greifen und die Halstasche begradigen, aber irgendetwas hat sich ja wohl jemand dabei gedacht. Nicht daß ich nachher einen Chim einfügen muß, weil er notwendiger war, als ich erwartet habe. Jemand eine Idee? ... oder sogar Wissen?
 
Mal abgesehen vom Halswinkel: Stell als erste Aktion mal die Vibratogrundplatte parallel zum Body ein, womit die Saiten ein Stück herunter kommen. Alles weitere sollte bei korrekter Position des Vibratos als Baseline passieren.
Ein Shim kann den Halswinkel ja auch so verändern, dass die Saiten an der Bridge tiefer kommen - scheint mir hier nach dem einen Bild zu urteilen sinnvoll.
 
Das ist eine Wrap-around-Bridge, kein Vibrato.
 
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Ich denke an den angeschrägten Pickuprahmen kann man erkennen, dass die Gitarre mit einem Halswinkel absichtlich so konzipiert ist. IdR haben das ja Gitarren mit höheren Brücken wie Tune-o-matics wie Les Paul etc...

Bei den CST24 von Harley Benton habe ich mal gehört hat die Tremolovariante hätte keinen angewinkelten Hals, die Version mit Wrap-around jedoch schon. Ich spekuliere jetzt mal und denke evtl sind diese Wrap Arounds so massiv/dick, dass man die garnicht so flach einstellen könnte(?) oder weil die durch den Saitenzug so schräg steht sollte Platz drunter sein. ..
 
Für mich sieht das so aus als ob der Hals nicht tief genug in der Halstasche sitzt. Da wäre tiefer fräsen wohl gut, wenn da nicht irgendwas rein gelegt wurde.
 
Bei Wraparound bedeutet jeder Millimeter höher mehr Hebel, d. h. brutalst mehr Seitenkräfte, die das Ganze selbst bei dünnen Saiten wegziehen.

Oft zu sehen, aber noch nie so extrem......sah wirklich nach Vibrato aus............flacheste Option empfohlen---gutes Gelingen
 
Ich meine, dass die höchsten Bünde, die man kaufen kann 1,5mm hoch sind. Damit wäre die Saitenlage bei der in Post #1 gezeigten Gitarre am 24. Bund ca. 4,5mm und am 12. Bund dann wohl noch so um die 3mm. Jeder mm Saitenlage, den Du am 12. Bund runterschraubst, setzt die Brücke um 2mm tiefer. Versuch deshalb einfach mal die Saitenlage auf eine normale Höhe (sagen wir mal 1,8mm am 12. Bund) einzustellen. Die Brücke wird dann schon wieder besser aussehen.

Auch die Inserts für die Studs des Wrap Around Stegs scheinen mir etwas aus dem Holz des Bodies gehoben zu sein. Schau das auch noch einmal nach. Ziehe die ggf. dann ganz aus dem Holz, feuchte das Holz an, damit sich die Holzfasern in den Löchern wieder aufrichten, und lass das dann trocknen. Klebe die Buchsen dann mit wenig CA-Kleber wieder ein.
 
oder sogar Wissen?

Denke schon.

Ich spekuliere jetzt mal und denke evtl sind diese Wrap Arounds so massiv/dick, dass man die garnicht so flach einstellen könnte(?) oder weil die durch den Saitenzug so schräg steht sollte Platz drunter sein. ..

Der Halswinkel muss halt so eingestellt werden dass die bridge möglichst nah an der Decke ist damit die studs / Stehbolzen nicht so weit hervorstehen und damit unnötig starke Hebelkräfte auf die Einschlaghülsen wirken lassen.

Er hat ihn wohl ganz entfernt.

Der shim der im Video zu sehen ist musste unabhängig vom Halswinkel dringend entfernt werden weil die Platzierung völlig falsch war und so auf Dauer der Halsfuß verbogen wäre.

Auch die Inserts für die Studs des Wrap Around Stegs scheinen mir etwas aus dem Holz des Bodies gehoben zu sein.

Sieht für mich nicht so aus. Der Winkel der Stehbolzen passt in etwa zum Gewindespiel und ich denke dass wenn man den Halswinkel korrigiert, die Brücke so weiter verwendet werden könnte.

Die bridge im Video dürfte über 100,- € gekostet haben...

*
 
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Im Bild stehen die Inserts so ca. 2mm aus dem Holz raus. Bei allen meinen Gitarren (okokok alles Strats) sind diese Gewindehülsen eben mit dem Body-Holz.
 
Kann ich so nicht erkennen, aber da wären wohl einfach bessere Fotos erforderlich um das besser beurteilen zu können.

Natürlich sollten die Hülsen möglichst bündig sein.

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Bei metrischen Schrauben geht auch die Verwendung von U-oder Karosseriescheiben M8. Meine jetzige Silent-Tele kam mit unvollständiger Brücke an.
Die Scheiben gäbe es auch in ganz dünn, wenn die Höhe einmal stimmt, fest und gut. Den sep. "Saitenhalter" hatte ich erst später montiert.......
Steg Silent-Tele.jpg
 
Die Hülsen sitzen schon voll auf. Da ist auch nichts rausgezogen. Das Ganze war wohl um gute 5 mm rausgedreht. Ich werde mal sehen, daß ich die Halstasche etwas nachfräse. Vielleicht nicht gleich auf einen 0°-Winkel. Aktuell sind es ca. 4° (schwer zu messen), also werde ich mal in etwa 2° ausprobieren.,.. Das wird noch interessant, dafür eine Fräserführung zu basteln.
 
Ich habe zum nachfräsen der Halstasche zuerst ein "Negativ" aus Parkett-Resten (Schiffsboden, 20cam breit) angefertigt, wo der Hals genau reinpasst. (manchmal sind beim Austauschhals die Verrundungen anders...)
Das habe ich dann in die bereits vorhandenen Pickguard-löcher (Strat-Style) verschraubt. Ansonsten eben andere Löcher suchen (Pickup-Rahmen)
Geht ja nur ums Verhindern des Verrutschens während des Fräsvorganges.
Hier kannst Du unter die Negativ-Schablone einfach ein Shim (Bierdeckel, Furnierstreifen, etc. auf der Bridgeseite unterlegen, und schon hast Du deine schräge Auflage. Dauert halt 15 Minuten für das Negativ...
Viel Erfolg
Gruß Dirk

Edit sagt noch: Um grundsätzlich vorher zu schauen, ob Du damit hinkommst, kannst Du ja provisorisch ein Shim auf die Vorderkante )Richtung Kopfplatte...) bringen und den Hals wieder einbauen. (klar ist das dann 1mm höher, als gewünscht - aber die grobe Richtung lässt sich ja damit schon bestimmen.) Das wäre zumindest ohne Probleme wieder Reversibel.

Auch habe ich schon mal Furnierstreifen in die Halstasche passend ein geleimt. (Wenn der Austauschhals schon mal dünner war, oder die Halstasche zu tief gefräst war. )
Manche werksseitigen Fräsungen von Billig-Importen haben in der Halstasche allerdings nicht wirklich eine plane Auflagefläche...
 
Grund: Text ergänzt
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Ich habe deinen Rat beherzigt und erst einmal die Saitenlage mit Hilfe von Unterlegscheiben ausprobiert. Ich war gelinde gesagt überrascht.

Saitenlage.jpg


Beim Original (oben) berührt das Lineal bei Auflage in der Sattelkerbe der E-Saite nicht die Brücke.
Ich habe dann Unterlegscheiben mit einer Dicke von 1,5 mm unter die vorderen Verschraubungen des Halses und unter die Halterungen der Brücke gelegt und bei Auflage des Lineals auf der Sattelkerbe und der Brücke ist reichlich Luft am 24ten Bund. Einen so großen Unterschied hatte ich nicht erwartet.

Halstasche.jpg


Ich habe dann die Halstasche vermessen (Maße siehe oben). Ich werde also die Tiefe der Halstasche hinten erst einmal um ca. 0,7 mm absenken und dann nochmal messen.
Dazu werde ich wohl eine Schablone aus Laminat basteln. Die muß nicht einmal supergenau sein, da ich einen 13 mm Fräser habe, der dann die Halstasche und nur unten die Schablone abfährt.

Fräser Halstasche.jpg


Mal schauen, ob ich geeignetes Laminat finde... irgendwo hab ich noch was... *grübel*
 

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