Akustikgitarren/-album aufnehmen - kompliziert?

von noslash, 14.07.19.

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  1. noslash

    noslash Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.07.19   #1
    Hallo liebe Recordingprofis!

    Mich würde einmal interessieren (weil ich eben gerne mal auch Akustikaufnahmen machen würde), so als E-Gitarrenmensch :-D, wie "schwierig" sind denn eigentlich Akustiksongsaufnahmen? Ich habe da ja schon fast "Schauergeschichten" gehört, dass das ziemlich mühsam ist im Vergleich zu E-Gitarren, man denke nur an die Nebengeräusche durch das Greifen... Irgendwie für mich alles nachvollziehbar... und dann denke ich mir aber wieder: Moment, das kann es ja nicht sein, immerhin ist das Gespann Gesang/Akustikgitarre ja sehr sehr verbreitet und seit Jahrzehnten bei den Menschen beliebt - das kann ja nicht so schwer sein, gute Aufnahmen zu bekommen

    Was ich herausgefunden habe, man nimmt anscheinend gerne mit Mikro auf, selbst wenn die Gitarre einen Tonabnehmer hat. Und irgendwo (hier?) habe ich auch gelesen, dass die Greifgeräusche halt auch dazugehören.

    Und dann sehe ich mir die Planet Rock Akustik Sessions an und denke mir "ja genau so würde ich das haben wollen, idealerweise mit Nylon*"
    Und das klingt für mich alles sehr leiwand und scheint mir auch so "einfach" zu sein. Ein Mikro vor die Gitarre, anscheinend auch noch den Tonabnehmer dazugemischt (Annahme weil die Kabel aus den Gitarren raushängen) - und fertig ist die Akustikgeschichte...
    Ja/Nein??
    Ein paar Beispiele aus dem Planet Rock die mich beeindrucken und so wie ich das auch in meinen Kopf "höre"
    Monster Truck:

    Raveneye:


    Slash:

    (wo man auch schön hie und da Greifgeräusche hört - was mich sehr freut, weil ich a. als nicht störend empfinde und wenn b. auch beim Slash sowas zu hören ist...)

    Rodrigo Y Gabriela erspare ich uns, das ist ein ganz anderer Planet ;-)

    (* Ich habe eine relativ teure Yamaha Nylongitarre, deshalb)
     
  2. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.07.19   #2
    Hallo,
    ja, im Grunde ist es so einfach: ein Mikrofon vor die Gitarren, wer möchte noch den Piezo aufnehmen und ein Mikrofon für Stimme.

    Der Teufel steckt - wie so oft - im Detail. Und der aus meiner Sicht größte Teufel dabei, ist der Raum, in dem das Ganze statt finden soll (und die Erfahrungen in Sachen Aufnahme allgemein).
     
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  3. Vinterland

    Vinterland Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.07.19   #3
    Hallo noslash
    Ja, das stimmt.
    Die Abnahme mit Mikro klingt immer noch am besten und richtig gut wird es, wenn man die Akustik Gitarre mit zwei Mikros abnimmt.

    Allerdings ist dabei, wie @mjmueller schon geschrieben hat, der Raum ein wichtiger Aspekt.
    Wenn du aber schon einen gut ausgestatteten bzw möblierten Raum hast, wo keine kahlen Wände vorhanden sind, könnte das schon eventuell ausreichen.

    Man KANN dann als weitere Variante noch den Tonabnehmer der Gitarre dazu aufnehmen und später leicht dazumischen.

    Die Position der Mikros ist allerdings eine sehr experimentelle Sache, die etwas Geduld erfordert.

    Die für mich beste Mikro Position habe
    ich vor längerer Zeit in diesem Video entdeckt ...



    Das erste Mikrofon ganz klassisch in Höhe des zwölften Bund und das zweite Mik in etwa der gleichen Höhe aber oberhalb der Zarge und dabei etwas nach unten geneigt
    (Grob beschrieben).
    Die genaue Position müsstest du aus dem Video entnehmen.

    Mit dieser Variante hab ich die bis jetzt besten Aufnahmen gemacht.

    Beide Miks werden auf zwei getrennte Monospuren aufgenommen die später dann ganz leicht ins Panorama gelegt werden.
    Aber nicht volle Pulle ins Panorama legen, da dies meiner Meinung nach für eine Akustik Gitarre etwas unnatürlich klingt.

    Ist wahrscheinlich aber auch wieder Geschmackssache.
     
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  4. Basselch

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    Erstellt: 14.07.19   #4
    Hallo, noslash,

    ...wenn Du einen gutklingenden (...aber wirklich!) Raum hast, kannst Du so eine Singer-/Songwriter-Geschichte mit zwei Kleinmembranern in einem der üblichen Stereomikrofonieverfahren aufnehmen, auch hier gilt: Ausprobieren - es gibt einige Möglichkeiten zur Mikrofonanordnung: AB, XY, ORTF, DIN, EBS... ;) Klassische Sachen hab' ich auch schon mit AB in einer Kapelle gut hinbekommen.
    Ansonsten haben meine Vorredner das Wichtigste schon gesagt ;)
    Vielleicht noch eine kleine Ergänzung: Erlaubt ist, was Dir gut klingt. Ob das jetzt ein Kleinmembran- oder Großmembrankondensator ist (oder mehrere...), ist "Jacke wie Hose". Beides geht!

    Viele Grüße
    Klaus
     
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  5. noslash

    noslash Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.19   #5
    Hey at all! Vielen Dank für euren Input! Das beruhigt schon mal ungemein, dass hier auch nur mit Wasser gekocht wird... bzw. um beim Kochen zu bleiben, wir uns nicht in die Molekularküche begeben. (*)
    Und o.k., die Soundfindung bei einem abzunehmenden Amp dauert ja auch ein wenig.
    Und nachdem ich eh nicht an Homerecording denke, wird auch der Raum hoffentlich nicht negativ ins Gewicht fallen (wobei vielleicht meine Wohnung gar nicht mal so schlecht klingt :-D )

    (*) (hach ich wollte schon immer mal mein bei Kitchen Impossible antrainiertes Kochwissen anbringen ;-) )
     
  6. SlowGin

    SlowGin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.19   #6
    Eine akustische Gitarre aufzunehmen erfordert ein bisschen Erfahrung/Ausprobieren (Abstände/Position, Spielweise, gute Mikros, einen passenden Raum, Interface und auch eine geeignete (sehr leise!) DAW zur Nachbearbeitung. (zumindestwenn sie im selben Raum steht) Allein die Nummer mit der DAW kann sehr zeitintensiv sein. Interne Pickups kann man ja ersteinmal mit aufnehmen und dann später im Mix entscheiden ob das dem gewünschten Sound zuträglich ist.

    Auch eine kleine unvorsichtige Bewegung und das Geräusch einer auf Stoff reibenden Jeans kann einen da schon ganz fürchterlich nerven. Eine saubere Spieltechnik mit einem Minimum an Nebengeräuschen ist auch ganz hilfreich. Von allen anderen Störquellen will ich gar nicht reden. Hupende Autos, Kirchenglocken, vorbeifahrende Mopds, bellende Hunde, spielende Kinder, die Türklingel, das Telefon, oder einfach nur etwas, was im eigenen Raum vibriert, klappert oder mitschwingt. Das kann schon sehr nerven. ;-)

    Wenn es so richtig gut werden soll, dann würde ich persönlich sicher eher in einem Studio aufnehmen wollen.
    Das habe ich in meinem kleinen "Home-Studio" weitestgehend aufgegeben. ;-)

    Um Ideen in einer "brauchbaren Qualität" als Demo aufzunehmen, gibt es hingegen einige gute (einfache) Helferlein.
    Für solche Sachen habe ich ein kleines Apggee Interface + iPad, oder z.B. auch mein kabelloses iZotope SPIRE.
     
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  7. noslash

    noslash Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.19   #7
    dann werden wir wohl in Zukunft doch auch mit der Akustikgitarre üben :-D


    klar, ich bin auch immer von einem Studio ausgegangen... oder wie ich es immer nenne "im Radio gespielt werden können"-Qualität
     
  8. hack_meck

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    Erstellt: 18.07.19   #8
    Vielleicht findest du im Thread zum Besuch im Studio des Chefredakteur der Akustik Gitarre Zeitung noch ein wenig Info und Anregung ...

    Berichterstattung ab hier: #122

    Gruß
    Martin
     
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  9. OldRocker

    OldRocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.19   #9
    Hey,

    ...ich nehme Akustikgitarren sehr gerne mit zwei Großmembranmikrofonen auf (Rode NT2a). Die stelle ich übereinander, das obere verkehrtrum (Kopf an Kopf) und verdrehe sie gegeneinander ca. 45Grad. Das ganze ca. 25cm vor der Gitarre zwischen Schalloch und Steg-nachher wird das Signal rechts/links gepannt.

    Das ergibt einen sehr dichten und nahen großen Klang, der sich sehr gut für feine Lines, Pickings mit vielen Klangfarben und flirrenden Obertönen eignet.
    Bei dieser Mikrofonierung hört man die Klangqualität/Charakter der Gitarre sehr gut heraus.

    Für härter angeschlagene Strumming Sachen ist die schon beschriebene klassische Mikrofonierung eher geeignet-oder man muss halt mehr komprimieren.

    Gruss,
    Bernie
     
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