Ansatzaufbau für Posaune nach Facialisparese

von oggimatt, 12.06.07.

  1. oggimatt

    oggimatt HCA Posaune HCA

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    Erstellt: 12.06.07   #1
    Tach auch,

    nachdem ich mich im März beim letzten Glatteis mit dem Rad auf die Klappe gelegt habe und meine Lippe mehrfach genäht werden musste, habe ich mir noch vor 4 Wochen eine Facialisparese links (Gesichtsmuskellähmung) zugelegt, weil es doppelt halt besser hält.:mad:
    Die Lähmung klingt nun im Rahmen der Therapie ab (gottseidank) und ich habe heute wieder meine ersten Töne auf der Kanne gespielt, die Lippen blieben dicht und ich war auch wieder aktiv in der Bigbandprobe.
    g1 geht wohl, aber die Höhe ist halt hin.
    Da ich die nächsten 12 Tage Urlaub habe, will ich mal ansatztechnisch ranklotzen.
    Meine Frage in die Runde ist, ob irgendjemand schon ähnliche Erfahrung gemacht hat und ob jemand vielleicht Ideen zu einem Probeplan hätte?
    Mit Literatur bin ich ganz gut versorgt (Remington, van Lier, etc.).
    Die Frage ist halt, welche Übung, wann und wielange.
    Vor dem Unfall habe ich ungefähr 1 1/2 bis 2 Stunden am Tag Ansatzübungen gemacht.
    Wie geagt, ich habe Urlaub, will mich aber jetzt zügigst wieder ansatztechnisch hochkämpfen. Das c2 sollte ich als Ziel (Fernziel) dann schon wieder regelmäßig spielen können.
    Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar.
    Bis denn

    Matt

    P.S.: Tonbildung versteht sich von selbst. Da mein Ton aktuell auch ganz passabel ist, denke ich, daß das schon wieder wird.
     
  2. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.06.07   #2
    Hi Oggimatt!
    Du willst also mit Gewalt wieder den alten Ansatz erreichen? Ich nehme an, daß Du recht jung bist, da funktioniert das wahrscheinlich auch. Sei aber trotzdem ein wenig vorsichtig und achte auf die Erholzeiten. Spiel mal fga - fga so oft hintereinander wie du locker kannst und mach 30 s Pause und dann weiter. Wenn die Erholzeit von 30 s zu kurz ist, dann solltest du wirklich vorsichtig sein. Dann ist noch keine Power da. Für alt gediente Posaunisten weiß man, daß die Erholzeit mit wachsender Ansatzpower (Embouchure) sehr kurz wird. Du kannst Deinen Erfolg an dieser Zeit messen. Wenn Du merkst, daß du sauer gespielt bist, aufhören und nach ca 5 Minuten nur noch bequeme tiefe Sachen spielen. Willst Du aber mit dem Kopf durch die Wand , dann spiele immer nur drei Tage hintereinander und dann ein Tag Pause, wo Du das Instrument wirklich im Koffer läßt. Kein Ton!
    Und gute Besserung und nicht mehr bei Glatteis Radfahren.
     
  3. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 12.06.07   #3
    Um Dir zu sagen, ob ich schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht habe, müsste ich medizinisch mehr über die Lähmung wissen.
    Was hat die Lähmung genau ausgelöst? Ist der Nerv dauerhaft geschädigt? (Ich hoffe nicht!)
    Wenn ja wo und wodurch genau?

    Ich kann ja mal meine Erfahrungen posten. Die allerdings sind bedingt durch MS. Die Leitfähigkeit der Nerven ist durch die Zerstörung des Myelins gestört und muss durch die Umgebungsnerven abgefangen werden. Ich gehöre zu den Glücklichen, bei denen es das "Wunder" der Re-Myelinisierung gibt. Aber das... dauert.

    Ich lebe seit Jahren mit einem teil-gelähmten rechten Bein das immer noch gerne von Schüben "durchgeschüttelt" wird. Außerdem hat mein linkes Auge einen Stich.
    Was ich festgestellt habe ist, dass 95% der Beweglichkeit und der Kontrolle so ein bis zwei Wochen nach dem Schub wieder da sind. Die nächsten drei Wochen bringen noch mal 4% oder so. Der Rest allerdings ist hinübersch.

    Das ist nicht wirklich ein Problem, aber je diffiziler die Aufgabe ist, die Du Dir stellst, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du umdenken musst.
    Beispiel hier: Normal laufen ging. Tanzen? War etwas schwieriger. Balancieren? Ist echt mühsam. Das musste ich quasi neu lernen und es wird mich immer mehr bewusste Konzentration kosten als früher.
     
  4. oggimatt

    oggimatt Threadersteller HCA Posaune HCA

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    Erstellt: 12.06.07   #4
    Ich hoffe doch, daß sich meine linke Gesichtsseite wieder komplett regeneriert.
    Die Ursache der Parese ist unklar, wird es auch wohl bleiben.
    Da wird auch nicht näher nachgeforscht.
    Wenn es nicht mehr wieder auftritt, ist ja alles gut.
    Die erste Übesession lief heute etwas holprig, ich werde erstmal wieder schauen, eine vernünftige Flexibilität im Normalbereich zu bekommen, das Powertraining für die Höhe kommt dann.
    Ich bin halt froh, letztes Jahr meinen Ansatz auf eher druckarmes Blasen umgestellt zu haben.
    Mit Bindeübungen war heute auch schon ein bb 1 drin. Nach 3 Monaten Zwangspause denke ich, das war ganz ok.
    Bis denne

    Matt
     
  5. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 13.06.07   #5
    Es wäre vermutlich nicht falsch, mal einen Musikermediziner zu kontaktieren. Immerhin geht es um den ganz speziellen Einsatz bestimmter Muskelgruppen, die differenziert kontrolliert werden müssen. Ob es jemanden in deiner Nähe gibt, kann dir die Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin e.V. sagen.

    Harald
     
  6. oggimatt

    oggimatt Threadersteller HCA Posaune HCA

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    Erstellt: 15.06.07   #6
    Hallo HaraldS,

    danke für den Tip. Ich mache erstmal mit Akkupunktur weiter. Zusammen mit dem schulmedizinischen Cortison hat das viel gebracht.
    Die linke Gesichtsseite ist noch ein klein wenig schwächer als die rechte, es wird aber besser.
    Ich hatte gestern auch wieder Unterricht und will jetzt erstmal ein wenig die Flexibilität verbessern, Höhe kommt später, wenn sich mein Körper auf das neue Spielgefühl eingestellt hat.
    Bis denn
    Matt
     
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