CITES - Palisander & Co. - Habt Ihr Quittungen mit Seriennummern von Euren Gitarren?

von Corkonian, 14.10.16.

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  1. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.16   #1
    Weil, wenn nicht, dann könntet Ihr jetzt Schwierigkeiten bei der Ein- und Ausreise mit Euren Instrumenten bekommen.
    Die CITES hat nämlich gerade ALLE Palisanderarten auf den Index gesetzt. Vorher war es ja nur der Rio-Palisander, aber weil wohl Schmuggler Rio als anderen Palisander (auch und vor allem Ostindischer Palisander) deklariert haben, wird jetzt der Sack zu gemacht.
    Alle Palisander brauchen eine CITES Dokumentation.
    Ich befürchte mal, dass so mancher Hersteller/Importeur da nicht mehr helfen kann, weil der Laden durch sooo viele Haende gegangen ist, oder weil halt gar keine Dokumentation über die verbauten Hölzer mehr vorliegt. Und ja, die CITES möchte, dass die Mengen Gramm genau(!) deklariert werden.

    Neben Palisander jeglicher Art - der jetzt vollständig reguliert ist - denkt man bei der CITES auch laut darüber nach Mahagoni und Ebenholz staerker zu regulieren.

    Naja, wirklich treffen wird es wohl eher die kleineren und die selbständigen Gitarrenbauer. Meine Binh haben keine Seriennummern und die Binh hat auch keine Doku über sein Holz. Also kommen die jetzt nicht mehr legal von der Insel 'runter....

    Quelle: http://acousticguitar.com/will-new-...ns-have-implications-for-acoustic-guitarists/
    https://www.theguardian.com/environ...-summit-cracks-down-on-illegal-rosewood-trade
     
  2. Bass Fan

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    Erstellt: 14.10.16   #2
  3. Disgracer

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    Erstellt: 14.10.16   #3
    Hm, es steht zumindest in beiden Links sowas wie
    Aber was gut sein kann ist, dass es in Zukunft ein wenig teurer wird an Palisander zu kommen. Wobei ich nicht einschätzen kann, inwiefern da die Gitarrenindustrie stark oder weniger stark betroffen ist...
    Ich denke mal die meisten kleineren Gitarrenbauer haben sowieso einen Großteil ihrer Hölzer eingelagert um die zu trocknen, die sind vielleicht gar nicht so betroffen. Zumindest die nächsten Jahre/Jahrzehnte.

    Ansonsten denke ich, sind Gitarren ohne Seriennummern wohl eher eine seltene Ausnahme. Zumindest sämtliche deutschen Gitarrenbauer die ich besucht hab, nummerieren ihre Gitarren durch und haben zumindest Büchern in denen Baudatum, Hölzer etc nachvollziehbar sind.
    Auf meinen Rechnungen sind zumindest auch die Hölzer angegeben, Grammzahlen natürlich nicht, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das rückwirkend Pflicht wird..
     
  4. Corkonian

    Corkonian Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.16   #4
    Die Annahmen, dass reisende Musiker mit Gitarren nicht beeinträchtigt werden, kann ich schonmal gleich ad acta legen. Jeder Palisander ist jetzt so wie Rio geschützt. Also keine Ein- und Ausreise und kein Handel über Ländergrenzen hinweg ohne ein CITES Zertifikat. Ich hoffe nur, dass der Bestandsschutz nicht auf die Daten der originalen Regulierung von Rio Palisander gelegt wird, dann ist wirklich die Sh!ce am dampfen.
    Wenn der Bestandsschutz auf ein brauchbareres Datum gelegt wird, dann haben Altbesitzer hoffentlich weniger Probleme...
    Rein rechtlich müßte dann auch jeder (neuen) Gitarre ein CITES Zertifikat über die verwendeten Hölzer und die Menge derselben beiliegen. Ohne dieses Zertifikat wäre internationales Reisen nicht möglich. Es gibt da auch keine Mengeneinschränkung. Wer also eine Yamaha FG730S hat, deren Zargen und Boden aus mit Palisanderfurnier beklebten Sperrholz bestehen ist genauso dran wie jemand mit einer vollmassiven Gitarre.
     
  5. Disgracer

    Disgracer A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 14.10.16   #5
    Worauf stützt du das?
    Auf der offiziellen CITES-Seite gibt es noch keine endgültigen Formulierungen darüber, wie genau das nun gehandhabt wird und alle verlinkten Quellen erwähnen ausdrücklich, dass reisende Musiker nicht sonderlich betroffen sein sollen..
     
  6. Corkonian

    Corkonian Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.16   #6
    Die Aussage ist, dass wegen der Falschdeklaration von Rio als "andere" Palisander, jetzt alle Palisander genau wie Rio reguliert werden.
    Dementsprechend werden also CITES Zertifikate fuer alle Palisander benoetigt.
    Die einzige Variable ist nur noch, wie bislang nicht betroffener Altbesitz legalisiert wird.
    Nach original Rio - dann brennt die Luft - oder nach arbitrarischen anderen Daten. Nicht wirklich besser, aber weniger kritisch fuer die meisten von uns.
    Ich bin Betroffener, ich hbe sogar eine Rio-Palisander Gitarre, die ich wegen des privaten Exportes aus den USA nach Irland nicht mehr legalisiert bekomme. Diese Gitarre kann legal nicht mehr aus Irland exportiert werden, da es keine Zertifikate dafuer gibt.
     
  7. hack_meck

    hack_meck MB Lounge & Co. Moderator HFU

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    Erstellt: 14.10.16   #7
    Thomann hat 612 Strat-Bauform Gitarren mit Palisander Griffbrett im Program - und sicher jeweils mehrere davon im Lager ... davon soweit mir bekannt keine einzige mit Rio.

    Es gibt also wirklich genug Gründe, warum eine für alle brauchbare Regelung gefunden werden muss und wird. Und diese Regelung sollte man vielleicht erst mal abwarten. Eines ist aber sicher klar - für keine der oben angesprochenen Gitarren bei Thomann existiert ein Cites Zertifikat.

    Ich habe eine solche ... FGN Rohkorpus von Siggi Braun fertig gebaut. Da gab es nur 5 Prototypen und von diesen hat keine eine Seriennummer.

    Gruß
    Martin
     
  8. Disgracer

    Disgracer A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 14.10.16   #8
    Aber das ist ja für uns Gitarrenbesitzer das einzig Interessante..
    Ob da demnächst Instrumentenverkäufer Zertifikate mitgeben müssen, ist mir als Privatperson ja erstmal egal, das werden die schon im großen Maßstab regeln, denn das betrifft ja zig tausende Gitarren, dafür wird es also Regelungen geben (müssen).
    Für mich ist doch nur wesentlich: "Was mache ich z.B. als privater Verkäufer, wenn ich meine Gitarre in 10 Jahren vllt verscherbeln will? Muss ich mich da jetzt um ein Zertifikat kümmern, auch wenn es nur ostindischer Palisander ist? Und wenn ja, wo krieg ich das her und welche Unterlagen brauch ich dafür?"
    Ich hab ja z.B. noch ne 15 Jahre alte Hanika mit Palisander, da steht auf der Rechnung auch nur "Hanika 58 PC".. theoretisch könnte man nachvollziehen was das für Hölzer sind, aber in einer Zollkontrolle könnte ich das mit den mir vorhandenen Papieren nicht beweisen. Muss ich jetzt also Hanika anschreiben und mir das nochmal i-wie schriftlich geben lassen? Dürfen die das überhaupt? etc. Das sind für mich die interessanten Fragen, aber solange nix Offizielles veröffentlich wird, braucht man da mMn noch keine Panik machen.
    Inoffizielle Quellen sprechen davon, dass die Verfahren für Besitz etc vereinfacht werden, aber ob das nun stimmt und wenn ja wie..? Abwarten..

    @hack_meck: Deswegen schrieb ich ja "seltene Ausnahmen" und nicht "gibt es nicht".
    Bei "alle Palisander Arten" betrifft die Regelung ja zig Millionen Gitarren. Alles was ein Palisandergriffbrett hat, bis selbst hin zu meiner Lakewood, die Palisander als Knöpfe an den Mechaniken hat..
    Sicher gibt es ein paar Prototypen und Dutzende handgebaute Gitarren von kleinen Gitarrenschmieden ohne Seriennummer, aber das sind ja im Vergleich nur sehr wenige.. und in vielen Fällen sicher noch über persönlichen Kontakt irgendwie regelbar, dass man zumindest einen Schrieb mit Baudatum etc bekommt..
     
  9. Corkonian

    Corkonian Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.12.16   #9
    Ich habe mal die Kollegen vom irischen und US-Zoll gefragt und folgende Antworten erhalten:

    Die Iren waren locker und haben gesagt, daß reisende Musikanten sie nicht wirklich interessieren. Man geht davon aus, daß die Instrumente, die eingeführt werden, auch wieder ausgeführt werden. Probleme könnte es allenfalls nur bei Diebstahl geben.
    Handelsware hingegen wird strikt kontrolliert. Was durch den Zoll geht (also KEINE EU-Waren, die gehen NICHT durch den Zoll!) muß auch sauber deklariert sein. Wenn es nicht so ist, wird es halt den Vorschriften nach behandelt - was meist (mindestens versuchter) Schmuggel heißt und meist mit einem Gerichtsprozess und der Zerstörung der Handelsware endet.

    Die US-Zollbehörden am Flughafen Shannon (mein Aus- und Einfuhrflughafen) waren weniger kommunikativ. Hier war deutlich ein Anfangsverdacht zu spüren, als ob man nach Lücken im System suchen würde. Die Aussage war, daß man strikt nach CITES handeln würde. Wenn ein CITES Zertifikat erforderlich sei, will man auch eins sehen, egal ob als reisender Musikant oder für Handelsware, egal ob für Altbesitz oder Neuware. Es sei nicht deren Problem zu eruieren, wann eine Gitarre gebaut wurde. Wenn das Material auf der CITES Liste steht, muß ich als Im-/Exporteur die notwendigen Dokumente beibringen.

    ... es bleibt spannend.
     
  10. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

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    Erstellt: 22.12.16   #10
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