Der Mod im Stratpelz | Shou-Sugi-Ban

toomanyguitars
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Yeay NGD! oder zumindestens so was ähnliches ;)

Nachdem ich das Paket aus den Krallen der Nachbarn befreit hatte (JK, danke fürs Annehmen ;)) konnte ich endlich mit dem Auspacken beginnen.
Erste positive Überraschung: Der Kit Karton war schonmal offen und wurde mit neuem Klebeband über das vorhandene wieder zugeklebt - offenbar hat eventuell ein netter Mensch bei Thomann geschaut, dass auch alles ordnungsgemäß ist.
Auch ist die Aufteilung in 3 kleine Kartons, welche den großen perfekt ausfüllen wirklich schick - es sind die kleinen Dinge ;)

Nun aber zum wichtigen - dem Inhalt

1. Der Hals


Der Hals ist gerade und der Halsstab funktioniert problemlos - Erleichterung stellt sich ein, schonmal nichts schlimmes ^^


auch das Roseacer Griffbrett sieht gut aus, etwas interessant und mMn nicht nach palisander aber auf keinen Fall schlecht. Vom Gefühl her irgendwo zwischen Palisander und unlackiertem Ahorn, also um besonders genau und wissenschaftlich zu sein: ungefähr mittelrauh ;).
Besonders positiv überrascht war ich von den Bünden: keine scharfen Kanten! Das ist in der Preisklasse echt super! Natürlich werde ich da trotzdem noch ein bisschen was runden und rollen, aber das geht ja fast immer ;) Auch, soweit das der erste Überblick mit meinem hochprofessionellen Führerschein-Fretrocker erkennen lässt nur ein minimal hoher Bund (der 21. ), sonst top - damit kann man leben. Auch der Sattel war nur mit einem Tropfen Sekundenkleber befestigt (wie es sein sollte) und ließ sich einfach mit einer Zange herausziehen, das ist sehr angenehm.

Der Ahornhals selbst ist ebenfalls wirklich schön und der Ahorn hat eine tolle Maserung. Das Profil ist ein mittdeldickes (da sind wir wieder bei den akkuraten Beschreibungen ;)) C und fühlt sich angenehm an. Für mich persönlich könnte es noch ein Stück dicker sein, aber ich denke es ist ein guter Mittelweg.
Das Finish bzw. der Sealer bzw. was auch immer da drauf ist fühlt sich sehr gut an, schön matt und schnell, quasi wie man es möchte. Ich denke das könnte man fast so lassen - mal schauen!


Die Kopfplatte ist ein schönes großes Paddle, aus dem man sich nach Gusto eine Kopfplatte der Wahl machen kann. Als ich die doch großzügige Breite sah, war ich kurz verlockt da eine MM Style 4/2 Kopfplatte draus zu machen, aber unser Plan war ja klassisch Strat, also lassen wir das.


Auch hier wieder eine wirklich schöne Maserung, das sieht fertig bestimmt toll aus, überlege noch ob da irgendein Schriftzug drauf kommt, man könnte die schöne Maserung aber eigentlich auch für sich sprechen lassen.


2. Der Body

Der Korpus besteht aus 5 (? zumindest soweit ich das gerade beurteilen kann) Stücken, welche teilweise sehr sehr unterschiedlich farbig und gemasert sind, teilweise sind dort tiefe Poren, welche nicht richtig versiegelt sind und an einigen Stellen finden sich klebrige Flecken (Leim? Filler? keine Ahnung...).
Er ist offenbar "frisch" aus der CNC in die Verpackung gekommen und hat sehr sehr viele Grate an allen Ecken, aber da ich um eine einigermaßen ordentliche Oberfläche zu bekommen da eh viel dran schleifen werden muss, fällt das schon fast nicht mehr ins Gewicht. Die unterschiedlichen Farben und Maserungen werden - hoffentlich - nach meinem Shou-Sugi-Ban Finish nicht mehr zu erkennen sein, man könnte sagen: Gut, dass ich ihn eh anzünden wollte ;)

Das Einzige, was mich gerade ein bisschen stört, ist dass die 6 Bohrungen für die Trem Schrauben absolut nicht in einer Linie sind, da werde ich wohl füllen und neu bohren müssen - naja was solls.

Die Konturen sind schick, Bellycut und Armcarve sind vorhanden, dafür :great:. Die Halsverbindung (oder was auch immer das richtige deutsche Wort für "Heeljoint" ist, ich freue mich über Hinweise ;)) ist klassisch k(l)otzig, aber daran kann man ja etwas ändern. Das mindeste wird sein, die äußerste Ecke abzutragen und die zugehörige Kante abzurunden, aber wahrscheinlich werde ich sogar eine Schräge einfeilen und die beiden Halssschrauben auf der Treble Seite durch kürzere ersetzen.

3. Hardware und Elektronik

Ich muss sagen, hier habe ich mich nicht lang aufgehalten, da das meiste davon wahrscheinlich eh nicht verwendet wird. Der Switch und die Tuner scheinen absolut unverwendbar, der Rest.. so naja. Wie die Pickups klingen wird sich zeigen.
Positiv überrascht war ich hier vom Pickguard.


Das Schlagbrett passt sich super an die Konturen an, ist stabil und gut verarbeitet und sogar dreilagig. Das könnte man ja durchaus verwenden ;)


Wie geht es jetzt weiter?

Über Ostern steht erstmal der obligatorische Familienbesuch an, also außer Teile suchen und bestellen wird bis dahin nicht mehr viel passieren. Ab nächster Woche geht es dann richtig los, also erst Kopfplatte formen, Konturen feilen / raspeln und Korpus grob schleifen, dann anzünden und dann weitersehen ;) Als fauler Student in den Semesterferien ist auch viel Zeit richtig ranzuklotzen.

Bis dahin

LG Alex
 
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Nachdem ich mir zu Ostern offenbar einen grippalen Infekt eingefangen habe, habe ich erstmal mit den leichteren und körperlich nicht all zu anstrengenden (außer einem Akkubohrer, einem Staubsauger und einem billigst Dremel Imitat passiert bei mir alles von Hand) Arbeiten angefangen

Aufgrund der erschreckenden Bilder aus dem LP Bau Thread war nun meine erste Sorge ob alles einigermaßen gerade und in einer Linie ist, also habe ich das ganze einmal probehalber mit 2 Saiten zusammengebaut.
Da das Schlagbrett dazu ebenfalls montiert werden sollte um zu schauen ob alles einigermaßen gerade ist und sich dieses ohne die ganze Elektronik, die eh zum größten Teil raus fliegt deutlich leichter einbauen lässt, habe ich als erstes den mittleren Pickup (welcher fürs erste bleiben darf - mal schauen wie es klingt, er ist ja in der angestrebten Schaltung eh nie allein tätig) abgelötet und den Rest abgebaut, dann konnte auch der Neck Pickup, welcher schon angekommen ist mit rein.


Als nächstes hieß es zusammenbauen und da zeigten sich die ersten kleineren Probleme.
Dass die Trem Schrauben Bohrungen schief sind hatte ich ja bereits beim Unboxing festgestellt, jdeoch sind auch die Bohrungen für die Pickguard Schrauben offenbar im Halbschlaf entstanden - so richtig passt das nicht:


Naja, wenn man sie alle gleichmäßig Stück für Stück reinschraubt, geht es trotzdem, jedoch zeigen sich da neue Baustellen. Zum einen ist der Übergang zum Trem schief (gut, das kann auch an den Bohrungen desselben liegen)


und zum anderen ragt das Pickguard in die Halstasche - was nun?


da ich zu feige war das Ganze einfach direkt abzufeilen, beschloss ich für den Probeversuch ersteinmal die Pickguard Schrauben zu lockern, den Hals einzuschrauben und sie dann wieder anzuziehen - was erstaunlicherweise sogar funktioniert hat (yikes :D).
Dann noch schnell 2 Mechaniken in die Kopfplatte und 2 Saiten aufgezogen (in der Zeit, die es mich gekostet hat die mitgelieferten Setup-ausprobier-Schrott-Saiten zu entwirren, hätte ich wahrscheinlich lernen können, wie Saiten hergestellt werden, die erforderlichen Dinge besorgen und selbst welche herstellen, aber egal...)
Da stellte sich erstmal Erleichterung ein - es scheint alles zu passen


Hier zeigt sich übrigens, dass mein erster Eindruck richtig war, der 21. Bund ist minimal hoch, sonst ist alles i.O., die Griffbrettkanten fühlen sich recht eckig an, aber dagegen kann man ja etwas tun ;)

Über dem lil 59 könnten die Saiten weiter auseinander sein (ist aber momentan eine kleine, rein optische Sache), aber das wird sich wahrscheinlich mit einem neuen Sattel geben, denn der mitgelieferte hat ein m.M.n. zu geringes String Spacing für die Breite des Griffbretts:


Schiebt man die Saiten ein wenig auseinander sieht man, wie das aussehen könnte:


Soweit so gut, also erstmal wieder alles auseinander bauen.
Beim Demontieren fielen mir wieder die schiefen Trem Löcher auf, also was solls, ein hochprofessionelles falsche-Bohrlöcher-Verschlussstäbchen, was definitiv nicht zum Herstellen von Grillspießen gedacht ist und ein wenig Titebond später waren sie alle zu.



Noch ein bisschen glatt geschliffen und gut ists fürs erste, geschliffen wird der gesamte Korpus eh noch.

Bevor ich jedoch daran denke hier irgendetwas ordentlich zu schleifen, kommt endlich meine nagelneue Raspel in Betrieb.
Eine meiner Ideen war ja (passend zur Devise klassisches Design, maximale Performace), ein schickes "contoured heeljoint" zu erzeugen. Dazu habe ich mich daran orientiert, was Warmoth anbietet. Dort gibt es die Möglichkeit gegen Aufpreis eine angeschrägte Halsaufnahme und ein bisschen mehr Cutaway auf der Rückseite des Korpus zu bekommen. Der Hals wird dann auf der bearbeiteten Seite mit 2 kürzeren Schrauben als auf der Basseite fixiert.
Als erstes habe ich also die mitgelieferten Schrauben ausgemessen (5*45) und mir überlegt, was die nächstkleinere Größe, die ich bekomen würde wäre (5*40) und mir eine grobe Orientierung aufgezeichnet um eine Schräge genau so zu raspeln, dass die Löcher auf der Treble Seite 5mm tiefer sitzen.


und dann habe ich einfach mal drauf los geraspelt


als ich mit dem groben Raspeln einigermaßen zufrieden war, kam das Dremel Imitat mit einem Schleifpapier-Ring-Gedöns-Bit zum Einsatz


und zu guter Letzt habe ich das ganze mit einer runden Schlüsselfeile und 80er Schleifpapier grob geglättet


Wie am gesamten restlichen Korpus wird auch hier eine Menge schleifen notwendig sein, aber nicht mehr heute, ich brauche erstmal einen Tee ^^

To be continued.. ;)

LG Alex
 
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So, nachdem mein leichter grippaler Infekt sich dann doch als echte Grippe entpuppte und mich eine ganze Weile lahm gelegt hat, musste ich jetzt das schöne Wetter nutzen um wieder einigermaßen den Anschluss zu finden, vor allem nachdem ich die ganze Zeit während ich außer Gefecht war die tollen Fortschritte der anderen Bastler hier verfolgen konnte juckte es mir auch wirklich in den Fingern.
Diese überschießende Motivation habe ich auch direkt genutzt um mit den ekligsten Arbeiten anzufangen:

1. Mit Handsäge und Raspel grob die Kopfplatte formen

Darauf hatte ich wirklich gar keine Lust . Von meinem ersten Bauprojekt einer Tele mit Decke und Boden aus kanadischen Felsahorn wusste ich schon, dass Ahorn ein sehr hartes Holz ist und habe so zwischenzeitlich wirklich darüber nachgedacht eine Stichsäge nur für die Kopfplatte zu kaufen.
Aber es muss ja auch irgendwie so gehen. Also als erstes Kopfplattenform ausdrucken und aufzeichnen


Als vorläufiges Erfolgserlebnis und um beurteilen zu können, wie die Form am Ende aussieht erstmal den zu entfernenden Teil schraffieren - das sieht doch schonmal ganz gut aus.
Dann ging es ans Werk, ohne jegliche Erfahrung und mit dem Sägeblatt, was ich noch rumliegen hatte (und sich leider als Metallsägeblatt herausstellte - naja egal) in Opas alter Bügelsäge dachte ich mir es sei am sinnvollsten einfach schräge Stücke aus dem Paddel zu sägen und mich so stückchenweise anzunähren



Mithilfe der Raspel ging es dann auch einigermaßen die gewünschte Form anzunähren, wobei im Vordergrund stand möglichst nah an die gewünschte Form zu kommen, da Ahorn von Hand schleifen wirklich keinen Spaß macht.

So fielen Stück für Stück kleine Ecken aus der Kopfplatte



, bis ich zufrieden genug war um für den Rest die Raspel zu bemühen



Und schließlich das vorläufige Ergebnis (a.k.a. der Punkt nach 3,5h an dem ich keine Lust mehr hatte und beschlossen habe feineres Raspeln und schleifen auf später zu verschieben)


Für ein abschließendes Erfolgserlebnis habe ich dann noch schnell den Sattel eingepasst, nach der Höhe schaue ich, wenn alles andere fertig ist und Saiten auf der Gitarre sind, dann werden auch die Ecken abschließend verrundet, obwohl das (kudos Graphtech) schon relativ gut aussieht.


Während ich an der Kopfplatte herumgedoktort habe, hatte ich mir tatkräftige Unterstützung rekrutiert und die ätzende unregelmäßige klebrige Grundierung des Korpus musste daran glauben.

Hierbei taten sich ganz neue Abgründe auf, denn offenbar war der Korpus nicht nur löchrig und farblich unregelmäßig sondern auch uneben..


Naja es geht ja nichts über meditatives Handschleifen ;)

Nach sehr langer Zeit dieser erfüllenden Tätigkeit ist es jetzt aber einigermaßen annehmbar und wahrscheinlich wird das Holz vor ausgedehnteren weiteren Schleifversuchen erst einmal der Feuerprobe unterzogen ;)

Auf (jetzt wieder) produktiveres Bauen

LG

Alex
 
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@toomanyguitars , ist es bei dir ähnlich wie bei mir und das RL verhindert das Basteln oder kommst du nur nicht zum Dokumentieren?
 
Ersteres :( aber nächsten donnerstag bin ich fürs erste mit den Klausuren durch, dann wird zu Ende gebaut
bzw mache ich gerade relativ viele Kleinigkeiten und schleife immer mal wenn es die Zeit erlaubt, da kann man nicht so viel spektakuläres bei dokumentieren
 
Um hier trotz Klausuren diese und letzte Woche nicht den Eindruck aufkommen zu lassen ich mache garnichts



Nachdem ich nun von mehreren Stellen gehört haben, dass eigentlich jeder Tuner gut genug ist, wenn man ihm ein bisschen TLC zukommen lässt und Stabilität primär Sattel und Brücke sind, musste ich das mal ausprobieren
 
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Watt issene TLC? ;)
 
Achja, der AküFi ist bei mir wahrscheinlich professionsbedingt ^^ Die Abkürzung TLC hab ich mir wahrscheinlich dank Jerry Rosa (Rosa String Works - sehr zu empfehlen übrigens, tolle Videos von einem super netten und authentischen Instrumentenbauer aus Newberg, Missouri) angewöhnt, ausgesprochen heißt das tender love and care ^^ In dem Falle einarbeiten von Silikonöl in die Mechaniken und nach dem Tausch gegen Ebenholz Buttons Anziehen der Schrauben an den richtigen Punkt. Jetzt laufen sie schön weich und gleichmäßig
 
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„TLC“ ... :D ... werde ich mir merken ;)
 
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ok, dann habe ich meine Tuner auch mit TLC "verfeinert"... nur wusste ich nicht, dass "nachölen" und viel bewegen TLC genannt wird... wieder was gelernt :great:
 
ok, dann habe ich meine Tuner auch mit TLC "verfeinert"... nur wusste ich nicht, dass "nachölen" und viel bewegen TLC genannt wird... wieder was gelernt :great:
;) genau, einfach alles was keine richtige repratur in dem sinne sondern einfach pflege ist
 
So, da momentan wieder erwarten doch relativ viel Stress ist hier erstmal ein kurzer schriftlicher Fortschrittsbericht, Bilder folgen in Kürze.
Der Body ist gefinisht (Shou sugi ban + leinöl) und hat jetzt eine sehr dunkle braune stellenweise schwarze Färbung. Leider sieht man trotzdem immernoch, dass der Korpus aus unterschiedlichen Hölzern besteht, aber es ist schon deutlich dezenter.
Die Kopfplatte ist fertig und geschliffen, am Hals ist jetzt nur noch der hohe Bund und die Griffbrettkante bearbeitungsbedürftig
Die Elektronik ist fürs erste ins Pickguard montiert und die Fräsung für den Bridge Pickup etwas vergrößert, sonst hätte er nicht gepasst. Einen Schaltplan gibt es auch (der Megaswitch M ist echt super), das ganze wird dann auch noch zusammengelötet. Der Plan ist, dass am Wochenende bis spätestens Anfang nächster Woche alles fertig ist, was kein Problem sein sollte.
Bilder folgen

LG Alex
 
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So, wie versprochen hier das visuelle Material, nachdem das letztes Mal so gut geklappt hat, hier mal die gefilmten Arbeitsschritte als Timelapse:

1. Es musste der restliche Filler weg und jetzt aber flott, denn die Zeit rennt, also nichts mehr mit Handschleifen, der Dremel muss ran und da es leider kein echter sondern eine sehr schwache China Version ist, muss es halt der Akkuschrauber tun, nicht elegant - aber der Zweck heiligt die Mittel ;)



2. Jetzt konnte es losgehen, endlich ans eingemachte und das Shou Sugi Ban Finish kann umgesetzt werden. Der kleine Crème brûlée Brenner erfüllt seine Aufgabe wunderbar, einzig: man muss ihn gefühlt alle 30 Sekunden nachfüllen, naja es gibt schlimmeres.



das Ölen selbst habe ich leider nicht filmen können, da an dem Punkt der Akku meiner Kamera ausstieg, aber ist erst eine sehr schnell trocknende Grundierung (50% Leinölfirnis 50% Terpentinersatz) und dann eine zweite Schicht (2/3 Leinöl 1/3 Terpentinersatz) auf das Instrument gekommen. Damit ist es versigelt und färbt nicht mehr alles schwarz, fühlt sich jedoch noch schön nach Holz an und vermittelt sehr gut das rohe verbrannte Feeling.

Dann ging es ans Löten, dank vorher gezeichnetem Schaltplan und "Was-Wo-Ran-Tabelle" ging das ganze relativ einfach, natürlich erfordert die Schaltung mit dem Megaswitch M eine recht komplizierte Kabelführung mit vielen vielen Lötstellen, aber dafür gibt es jetzt auch eine relativ einzigartige Kombination:

Fall a) Push-Pull Poti unten - Stratotele Schaltung

  1. Bridge Singlecoil
  2. Bridge SC + Middle SC
  3. Bridge SC + Neck SC
  4. Neck SC + Middle SC
  5. Neck SC
Bis auf P3 also eine relatvi normale Strat Schaltung, getreu dem Motto klassische Strat mit modernen Optionen. (Die Option anstelle des mittleren SCs den eh niemand alleine benutzt eine Tele Mittelposition zu haben)


Fall b) Push-Pull Poti oben - LesPaul-o-caster Schaltung
  1. Bridge Humbucker
  2. Bridge Humbucker + Middle SC
  3. Bridge HB + Neck HB
  4. Neck humbucker + Middle SC
  5. Neck Humbucker
Hier also eine klassische Les Paul Schaltung mit 2 ganz interessanten Zwischenpostionen, welche ungewöhnliche Klänge zaubern können.

Dazu gibt es 2 Volume Potis, das erste regelt den Neck HB, das zweite den Bridge HB und einen Master Tone Poti.

Hier ein kurzer Zusammenschnitt von dem Gefummele, es sieht sehr unprofessionell aus - liegt vielleicht daran: das ist es auch ^^. Aber es funktioniert alles, also von daher :juhuu:



Tja dann blieb ja nicht mehr viel anderes zu tun, als zusammenzubauen, dsa ging auch alles, vorm Halsschrauben anziehen noch die Halsplatte mit Schraubzwingen zwangsweise an die neue Form der Halsaufnahme gepresst und dann alles festgezogen - funktioniert prima! Also ab zum Setup jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen... oder?

Tja, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich weiß nicht ob es an dem Kit, der Formänderung durch Feuer und Öl oder der neuen Brücke liegt. Auf jeden Fall steht der Hals so in der Tasche, dass die Saitenlage viel zu niedrig ist und ich die Brücke überhaupt nicht gut genug geschraubt bekomme um alles Schnarren zu beseitigen.
Was nun? Ein Anti-Shim?
Naja ziemlich genau das habe ich gemacht, mit etwas 150 Papier erstmal sicherstellen, dass die Halstasche keine Unebenheiten hat und dann habe ich in den Halsfuß eine Schräge geschliffen. Stück für Stück mit immer wieder nachschauen ob es reicht und schlussendlich ist alles gut :hail:

Dann steht dem finalen Setup nichts mehr im Wege. Die Saitenlage ist flach und bei meienr Anschlagstechnik absolut schnarrfrei - dass das auf so einem günstigen Instrument überhaupt geht - Respekt!
Der Trem liegt für maximales Sustain und gut Stimmstabilität auf und siehe da, die gesamte Gitarre ist top resonant und hält sogar bei Divebombversuchen die Stimmung - erstaunlich!
Um sie anzustöpseln ist es ein bisschen spät. Die Demo nehme ich auf, wenn ich morgen Mittag aus der Uni komme (Freitags ab 1..) dann sollte ich auch gutes Licht haben.
Bis dahin erstmal ein paar provisorische Fotos bei schlechtem Licht:









 
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