Dissonante, aggressive Tonleitern für Death/Trashmetal

Evili
Evili
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Heyho!

Vorerst, entschuldigung, falls ich mit diesem Thread einen alten Käse anschneide.

Ich möchte von der Äolischen Tonleiter auf was schärferes, dissonanteres umsteigen.

Die Äolische ist natürlich für melodiöse Sachen genial, aber ich brauche zum Songschreiben für meine Band sowie zum jammen was stärkeres. Evtl etwas shredderkompatibles ;) Was allerdings nicht heisst, dass ich ein kopfloser Tempofreak bin. Ich bin momentan eh mehr im Rhythmus aktiv.

Habe man was von Diminished-Skalen gehört. Ist die was?
Viele Künstler wie Chuck Schuldinger hatten ja auch eigene geschrieben, aber dafür bin ich zu faul

PS:Falls es jemand interessiert, ich spiele normalerweise auf Standard Tuning, immer öfters mit Drop-D (ja ich weiss, die Stimmung ist verhasst ^^)

Danke!

Stay metal
 
Eigenschaft
 
Welche Skalen/Modi kennst Du denn schon? Erst mal eine Standortermittlung, da kann Dir viel effizienter geholfen werden.

Vermutlich wird's aber neben Diminished/vermindert noch in Richtung Harmonisch-Moll, Halbton-Ganzton (bzw. umgekehrt) und Ganzton-Ganzton gehen.
 
Welche Skalen/Modi kennst Du denn schon? Erst mal eine Standortermittlung, da kann Dir viel effizienter geholfen werden.

Vermutlich wird's aber neben Diminished/vermindert noch in Richtung Harmonisch-Moll, Halbton-Ganzton (bzw. umgekehrt) und Ganzton-Ganzton gehen.

Bin erst mit den 5 Pentatonik-Lagen und der Äolischen (mit den 6 folgenden Lagen, Lydisch, Mixolydisch usw, weisste ja) wirklich vertraut, das heisst ich kenn sie auswendig und kann damit ohne einschränkungen solieren, improvisieren und Rythmus machen.
 
Puuh... ;-)
Also, die "5 Pentatonik-Lagen" werte ich mal als: "Ja, Pentatonik kann ich." "Hörst" Du es, dass Pentatonik, je nachdem, zu welchem Grundton Du die Penta-Skalen spielst, mal eine Dur- und mal eine Moll-Tonalität erzeugt?

Die "Äolische Position" in diversen Lagen spielen zu können, impliziert, dass Dir die 7 Kirchentonleiter-Modi ebenfalls bekannt sind, vielleicht nicht bewusst.

Lerne am besten die Abfolge von Äolisch - Lokrisch - Ionisch - Dorisch - Phrygisch - Lydisch - Mixolydisch - Äolisch. Dann solltest Du Dir bewusst machen, welche dieser Stufen jeweils in einem Dur- und Moll-System welche Funktion einnehmen. Dies lässt sich vielleicht mit Arpeggien leichter vermitteln. Ist Dir klar, dass z.B. die C-Dur- und A-Moll-Skala identische Töne beinhaltet? Bzw. kannst Du "auf Zuruf" zu einem bestimmten Grundton die entspr. diatonische Dur-, Moll-, pentatonische Dur- und Moll-Skala spielen? Da kommt man fast nicht drumherum, auch als Speed-Shredder nicht.

Sehr sinnvoll hierbei ist es, entweder zu gerne auch langweilig anmutenden Jam-Tracks auf immer einem Grundton die einzelnen gelernten Positionen bzw. eigentlich Kirchentonleitern bzw. Modi anzuwenden, damit man auch sieht (bzw. hört), inwiefern sich diese unterscheiden. Dann wird es bei Dir in 2 von 7 Fällen "Klick" machen bzw. Du erkennst dann gleich, dass es sich dann um "reines Dur" und "reines Moll" handelt. Und der Rest? Den darf man auch anwenden.

Hast Du Playback-Tracks oder kannst Du Dir was in E- und A-Unendlich aufnehmen? Darüber lässt sich prima jammen bzw. die gelernten Skalen "abfeuern".

Welche Lehrwerke/Bücher etc. kennst/hast Du? Mir hat Peter Fischers "Rock Guitar Secrets" sehr viel geholfen.

Zu Playalongs: Hey, im Web gibt es natürlich auch welche. Bernd Kiltz war auf seiner Webseite so freundlich ;-)
http://www.guitarsolos.de/play-alongs-rock-metal.html
Es lassen sich auch noch andere Playalongs in E und A, jeweils in verschiedenen Tempi anklicken.

Über diesen E-Playalong "darf" man ja auch bei doppeltem Tempo solieren ;-)
http://www.guitarsolos.de/67.html?&L=0
 
Probier mal eine Ganztonskala mit nur 7 Tönen aus. Die klingt definitiv dissonant, aggressiv und ist für Thrash wunderbar geeignet. Allerdings ist der Umgang damit mit Vorsicht zu geniessen. Man kann kaum die Skala linear spielen, d. h. die Töne in der Reihenfolge wie sie auf dem Griffbrett liegen, wenn es sich nach etwas mit Hand und Fuss anhören soll.

Ich habe darauf schon mal das Riffing und Solo zu einem Song aufgebaut.
 
Danke für die Hilfe!

Werde mal die Ganztonskala ausprobieren. Melde mich dann.

@ Arky: Ich meine die Kirchentonleiter. Ich war allerdings verwirrt, ich meinte das Wort "Kirchentonleiter" ist ein Wort ausm Volksmund ;) Aber ich beherrsche sie, wie die Pentatonik.
 
Evili,
ich verstehe Dich doch richtig, dass Du mit Dur und Moll in Verbindung mit verschiedenen Grundtönen einigermaßen sicher umgehst? Also bei Bedarf z.B. G-Dur quer übers Griffbrett spielen kannst? (Was nicht wirklich schwer ist, denn Notenmaterial G-Dur = E-Moll, und in E toben sich Gitarristen doch gerne aus, oder?)

Jetzt könnte ich Dir noch ein paar Tonleitern empfehlen bzw. manche davon findest Du so nicht in Lehrbüchern, weil sie von bestimmten Gitarristen stammen, die diese "Systeme" selbst entwickelt haben.

Aber zuvor kann ich Dir noch wärmstens empfehlen, das gelernte Material auch "schön wirr" zu kombinieren. Hast Du schon mal versucht, die Dur- und Moll-Pentatonik gezielt zu kombinieren? Das Ergebnis geht dann in Richtung Paul Gilbert, Joey Tafolla - oder Jeff Waters/Annihilator, und diese "Mix-Pentatonik"-Läufe lassen sich dann für Rhythmus und Soli gleichermaßen einsetzen.

Kennst Du Rusty Cooley? Schau mal auf YouTube, Rusty ist ein brutaler Shredder und greift anatomisch bedingt Fingersätze, die z.B. für mich teilweise schlicht unmöglich sind (oder nur nach einer Operation). Auf einer seiner Lehr-DVDs exerziert er für die linke Hand alle möglichen Legato-Patterns durch, die dann strikt eingehalten werden - also alle Saiten rauf, runter und in diversen Lagen. Diese Patterns haben alle ihre "Klangfarben" und die meisten davon bilden natürlich harmonisch sinnvolle Systeme, wenn man die Patterns bei Saitenwechseln entsprechend abändert. Behält man sie stur bei, ergeben sich exotisch angehauchte Sounds.

Z.B. Pattern (Bundangaben) 1-4-5 über alle Saiten, oder triolisch über E6-A5-D4, dann A5-D4-G3 usw. Das ist zwar auf den ersten Blick "blödes" Skalenmaterial, aber es schult den Bewegungsapparat und kräftigt die Muskulatur der Greifhand - was ja auch irgendwann mal auf dem Lehrplan stehen sollte -, aber diese einzelnen Griffmuster sind je nach anderem Skalenmaterial eben sinnvolle Komponenten, die man dann auch sofort wiedererkennt.

Viele coole und frisch wirkende Skalen stellen auch nur "normale" Tonleitern dar, bei denen bestimmte Töne/Intervalle weggelassen werden. Nehmen wir mal die Ganzton-Halbton-Skala (oder umgekehrt). Michael Romeo (Symphony X) spielt ganz gerne den Fingersatz 1-3-4 (Bundangaben; diesen Fingersatz "proportional" beibehalten) über mehrere Saiten, wobei er aber beim Wechsel auf eine höhere Saite dann einen Bund höher greift.

Bsp:
D4------------------4-6-7- usw.
A5----------3-5-6---------
E6---2-4-5----------------

Klingt doch schon recht frisch, obwohl hier "nur" die GT-HT- bzw. HT-GT-Skala zugrunde liegt, bei der einfach bestimmte Zwischentöne weggelassen werden. Beim Greifen ist natürlich noch auf das Terz-Intervall zwischen G3 und h2 zu achten bzw. hier liegen die Patterns 2 Bünde auseinander.

Weiteres Beispiel derselben Skala, aber mit anderem weggelassenem Ton:
D4------------------4-5-8- usw.
A5----------3-4-7---------
E6---2-3-6----------------

Das stretcht schon mehr... Dieses Pattern spielt Michael Romeo auch gerne mit Tapping, also dann die höchste Note pro Saite mit der rechten Hand tappen. Nebenbei gehen diese Skalen schon eher in die "dissonante, aggressive" Richtung!

Es kommt nicht so darauf an, sich strikt an bestimmte Skalen zu halten. "Kreativer Umgang" ist schon eher der Schlüssel zum klanglichen Orgasmus. Außerdem solltest Du einfach mal frei von jeglichen Zwängen versuchen auf Dein Gehör zu achten und einfach auch mal Dinge zu entwickeln, die Dir gefallen. Bastel doch auch mal ein paar eigene Skalen! Die brauchst Du dann nicht oktavweise rauf und runter zu spielen. "Eigene" Skalen erhältst Du auch schon, wenn Du bestehende Skalen modifizierst.

John Petrucci z.B. nimmt dieselben Dir bekannten 7 diatonischen Modi und füllt diese einfach auf jeder Saite mit einem zusätzlichen Ton auf. Anstelle 3 Noten pro Saite sind das dann 4. "Chromatische Auffüllung" nennt sich das dann. Vorteil: Klingt wieder anders/interessant und dadurch werden die Patterns von triolisch auf 16tel umgemünzt, der Abschlag kann dann auf jeder Saite beibehalten werden. Manchmal braucht man nur Kleinigkeiten, um bestehende (und bewährte) Systeme "aufzufrischen". Alles, was ich bisher geschrieben habe, ist _nicht_ auf meinem Mist gewachsen. Einfach nur Augen auf und guck' Dich mal um, was es alles für Ideen gibt unter den vielen (bekannten) Gitarristen.
 
Nabend allerseits!!!

Ich benutz am liebsten eigendlich den lokrischen bzw den phrygischen modus:

Lokrisch: 1 2 - 3 - 4 - 5 6 - 7 - (8)
Phrygisch: 1 2 - 3 - 4 5 - 6 - 7 - (8)

Wobei mir das oft zu langweilig is und ich dann ma son n bissl ausbreche.(für die modifikationen gibt bestimmt namen, die mir aber großteils unbekannt und auch relativ egal sind.)

Beispiele:

1 2 - 3 4 - 5 - 6 - 7 - (8)

1 2 - - 3 4 - 5 6 - 7 - (8)

Oder was ganz andres mit 9 tönen(sehr geil für thrash):

1 2 - 3 4 - 5 6 - 7 8 - (9):twisted:

Man kann aber auch einfach ma immer n paar töne einbauen wenns einem grade passt:D



Rot = Töne der Grundtonleiter
Grau = Zusätzliche Töne gegen die Langeweile^^

Bei dem standart E A D G B E - tuning entspricht die grundtonart E-Lokrisch(C-Dur/A-Moll)

mfg: Der freundliche nachwuchs gitarrist aus ihrem nachbarkeller!!! :great:
 
Boah, vielen vielen Dank für diese Hilfe, Arky und Sjaoere Malodesi!! Joah, bin nun besser aufgeklärt ^^ Bin eh gerade mit nem Bandkollegen dran ne 9-Ton-Tonleiter zu entwickeln.

Ich werde nochmals eure Posts genauer durchlesen, bin gerade erst von der Arbeit heimgekommen und bin noch ein bisschen pläh.. aber danke, jedenfalls!
 
Danke Arky,

Deine Bericht ist es Wert sich genauer und in Ruhe durchzulesen - ich weiss zwar genau was Du sagst, leider kann ich es nocht nicht so sicher auf der Gitarre umsetzten!
 
Es kommt nicht so darauf an, sich strikt an bestimmte Skalen zu halten. "Kreativer Umgang"

Wohl wahr. Ich schmeiß' mal zur Ergänzung ein -hoffentlich - nachvollziehbares Beispiel aus meiner Sammlung in die Runde. Tonart ist E.

# bis 0:08 HM5 - also Harmonisch Moll 5. Modus (= Harmonisch Moll a-Dur). Hieraus sind allerdings nur diejenigen Töne genommen, die im Abstand von kleinen Terzen liegen (ergibt dann die verminderte/diminished Leiter).

# bis 0:14 folgt ein Mix, der sich eindeutiger Skalenzuordnung entzieht. Man müsste/könnte aolisch, HM5, mixolydisch und Bluenote b5 zuordnen - aber das ist wenig nützlich, weil es aus Erfahrung beim Spielen und persönlichem Geschmack verschmilzt und nicht aus einem Skalendenken resultiert.

# bis 0:22 folgt eindeutig HM5 mit einem kleinen motivischen Abschluss.

# danach Quartenintervalle, die chromatisch abwärts laufen und sich deshalb einer eindeutigen "Skalendefinition" entziehen - außer dass man irgendwie von Chromatik sprechen kann. Der Gitarrist hat es in diesem Moment eben konsequent so gemacht, weil er es empfunden hat und schräg drauf war.

MP3 0,5 MB

Was ich damit sagen möchte: zig verschiedene Skalen spielen wird einen auf andere Gedanken bringen. Letztlich aber hängt es immer davon ab, was man davon klanglich und emotional verinnerlicht, in sein Musikgefühl einbrennt und in immer neuen kreativen Verbindungen im richtigen Moment und im richtigen Song abruft. Bloßes Ableiern von angelernten Vokabeln, Formen und grammatisch richtigen Sätzen gibt ja auch keinen Schriftsteller.

Mein Beispiel soll und kann in dem Zusammenhang auch nicht das Nonplsuultra darstellen, sondern nur nachvollziehbar machen, wie es funktionieren kann. Jeder tickt halt anders :)
 
Wohl wahr. Ich schmeiß' mal zur Ergänzung ein -hoffentlich - nachvollziehbares Beispiel aus meiner Sammlung in die Runde. Tonart ist E.

# bis 0:08 HM5 - also Harmonisch Moll 5. Modus (= Harmonisch Moll a-Dur). Hieraus sind allerdings nur diejenigen Töne genommen, die im Abstand von kleinen Terzen liegen (ergibt dann die verminderte/diminished Leiter).

# bis 0:14 folgt ein Mix, der sich eindeutiger Skalenzuordnung entzieht. Man müsste/könnte aolisch, HM5, mixolydisch und Bluenote b5 zuordnen - aber das ist wenig nützlich, weil es aus Erfahrung beim Spielen und persönlichem Geschmack verschmilzt und nicht aus einem Skalendenken resultiert.

# bis 0:22 folgt eindeutig HM5 mit einem kleinen motivischen Abschluss.

# danach Quartenintervalle, die chromatisch abwärts laufen und sich deshalb einer eindeutigen "Skalendefinition" entziehen - außer dass man irgendwie von Chromatik sprechen kann. Der Gitarrist hat es in diesem Moment eben konsequent so gemacht, weil er es empfunden hat und schräg drauf war.

MP3 0,5 MB

Was ich damit sagen möchte: zig verschiedene Skalen spielen wird einen auf andere Gedanken bringen. Letztlich aber hängt es immer davon ab, was man davon klanglich und emotional verinnerlicht, in sein Musikgefühl einbrennt und in immer neuen kreativen Verbindungen im richtigen Moment und im richtigen Song abruft. Bloßes Ableiern von angelernten Vokabeln, Formen und grammatisch richtigen Sätzen gibt ja auch keinen Schriftsteller.

Mein Beispiel soll und kann in dem Zusammenhang auch nicht das Nonplsuultra darstellen, sondern nur nachvollziehbar machen, wie es funktionieren kann. Jeder tickt halt anders :)
Cooles Beispiel!
 
Ich muss grad nochma was in den Raum werfen, nur damit keine Missverständnisse entstehen, ich hab in meinem kompletten Kommentar oben Lokrisch und Phrygisch vertauscht, also alles im Kopf umtauschen, bitte.^^

sry, Marv!
 
sehr zu empfehlen find ich vorallem mixolydisch b9 b13.... oder wie die amis sagen: "phrygian dominant".. das ist quasi einfach phrygisch mit ner großen terz :D
(müsste der 5. Mode von Harmonisch Moll sein :D)


Edit: hmpf sry, das hat hans_3 ja schon geschrieben -.-
 

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