Gestern lag Boondock 2 (in der 'Langfassung') im Kasten, also abends dann Sofa, Freundin, Cola, Film und keine großen Erwartungen.
Kutzes Fazit: Storymäßig ein etwas lauer Aufguss des ersten Teils, gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf Teil 1, die einen zwar schmunzeln ließen, aber gleichzeitig auch ein wenig die Ideenlosigkeit des Films vor Augen führten. Special Agent Eunice Bloom kann natürlich Paul Smecker in keinster Weise das Wasser reichen (Smecker hat - meine Meinung - Teil 1 eh erst zu dem gemacht, was er ist), das sei ihr verziehen, der gute Rächer - Azubi Romeo ist ebenfalls kein Ersatz für den von uns gegangenen Rocco.
Es gab übertrieben viel verbalen Geschlechtsverkehr (nicht witzig, eher übertrieben und zwanghaft überdreht), dafür fehlte den Ballereien dann die in Teil 1 so geliebte letzte Konsequenz und auch die Genialität der Rekonstruktion und Auflösung durch Agent Bloom (wie gesagt, Smecker schwebt da permanent drüber...), stellenweise lieblos inszeniert. Szenen wie "die Katze", also diese Whow Momente, fehlen ebenfalls völlig. Was dem Film ebenfalls komplett abgeht, ist der religiöse Aspekt, der Racheengel Faktor, Gottes gerechte Strafe, es geht hier eher um 'banal irdisches' Troubleshooting, was dem Sequel ebenfalls den Charme kostet.
Hört sich schlimm an, ist es aber nicht. Lässt man Teil 1 mal außen vor, dann ist Boondock 2 immer noch ein wirklich guter Rächer-Streifen, der einfach nur im Schatten des übermächtigen Originals steht.
Ein Film, den man schauen kann, nicht schauen muß.
Mal ganz in Kürze....
