Geschenktes Akkordeon - was tun?

siebass
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moin, akkordeons und die mit ihnen entstehende musik, haben mich immer fasziniert, waren, oder sind, mir aber zu kompliziert. das mit den knöpfen, und dann diese ganze mechanik, einfach irre.
aber es war immer klar, mit akkordeon fange ich gar nicht erst an!
aber gleichzeitig habe ich gedacht, wenn mir mal jemand eines schenken würde ... würde ich nicht nein sagen ;).
und so wurde ich vor ein paar tagen gefragt ob ich mit einem akkordeon etwas anfangen könne - was ich demzufolge natürlich bejahte.
als wir dann in den keller gingen und ich die kiste sah, bekam ich erst einmal einen schrecken. au weia dachte ich, was wird da drinnen sein? ein spielbereites instrument hätte ich mir natürlich gewünscht wohl wissend, daß das ziemlich unwahrscheinlich ist:

2026-01-19_16-16-48_x_klein.jpg


hat es auch lange reisen hinter sich gebracht:

2026-01-19_16-17-45_x_klein.jpg


der vater meiner bekannten lebte seit 1930 in Montevideo, ist aber 1936 anläßlich der olympiade nach berlin gekommen.
bei dieser gelegenheit bekam er dieses akkordeon geschenkt und hat es zurück mit nach Montevideo genommen.
1956 machten es dann die reise zurück nach deutschland und verblieb nach dem tode des erstbesitzers, der es wohl fleißig gespielt hat, bei seiner tochter, meiner bekannten.

und nun ist es bei mir und ich frage mich: was mache ich damit?
alle möglichkeiten zwischen restaurieren lassen und bewerbung bei bares für rares sind gegeben.

was meint ihr?

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Hab keine Ahnung von Akkordeons ... aber ich finde, deins schaut klasse aus :)
 
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An die Wand nageln und sich am Shabby Chic erfreuen, wenn man auf so etwas steht ;). Eine fachgerechte Instandsetzung in einen spielfähigen Zustand wäre ein finanzielles Fass ohne Boden; zudem ist man mit so einem Modell spieltechnisch sowieso sehr eingeschränkt.
 
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Eine Verwendung zum Musizieren sehe ich da auch nicht. Trotzdem finde ich schon den Koffer optisch toll, wenn man die Geschichte und die Personen dazu kennt.
 
nee, selbst wenn nicht mehr spielbereit, den weg würde ich für ein instrument nicht gehen wollen.
ab wann ist ein instrument gestorben? da eröffnen sich für mich ganz aktuell fragen, puhh, damit hab' ich jetzt nicht gerechnet.
 
[...]
ab wann ist ein instrument gestorben? [...]
für mich bemißt sich der Tod eines Handzuginstruments an folgendem: wenn die Stimmen und/oder die Stimmstöcke irreversibel beschädigt sind. Aber ich gehe von besonders qualitativen oder außergewöhnlich erhaltenswerten Fabrikaten aus.
Stimmen sind gewöhnlich irreversibel beschädigt wenn:
-Stark oxidierte Zungen vorliegen,
-Zungenbrüche vorzuweisen sind
-Stimmen durch vielzählige (od. insb. unfachmännische) Stimmversuche im Profil ruiniert sind. (Insb. unter Einsatz von hochdrehzahligen Rotationsschleifern)
-Bei Zinkstimmen: Aufblühen (sog. "Zinkpest") der alten Gusslegierungen. Zumeist bei Vorkriegsmodellen.
-Wenn sich mehrere Zungen in der Nietverbindung lösen ("losvibrieren"). Tritt wahrscheinlicher bei mangelhafter Vernietung in der Produktion mit der Zeit auf.
-Sonstige gröbere Schäden durch mechanische Einwirkung

Stimmstöcke sind irreversibel beschädigt:
-Risse welche zu merklichen Undichtigkeiten führen
-Ausbrüche
-Sonstige Schäden durch unfachmännische Reparaturen oder mechanische Einwirkung.

Ansonsten greift wahrscheinlich die Analogie des wirtschaftlichen Totalschadens im KFZ-Bereich. D.h. wenn der Aufwand der Instandsetzung den resultierenden Wert übersteigt, dann kann man entweder entsorgen oder restteilverwertung betreiben..
Hängt wie bei älteren Autos stark an der Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
Wobei es auf viele Faktoren ankommt: Gibt es Ersatzteile (Benutzung von Standardteilen)? Besonders wenn es sich um unübliche Sonderkonstruktionen handelt wo man nicht so leicht Ersatz bekommt für die einzelnen Teile kann zB. ein defekter Balg aufwändiger instandsetzen zu sein als wenn es ihn einfach als Katalogware zu bestellen und auszutauschen gibt.
 
ab wann ist ein instrument gestorben?
Wenn die Tonerzeugung nachhaltig, heißt irreparabel, nicht mehr möglich ist.
Um das zu beurteilen müßte man hineinsehen und die Innereien begutachten.
Das Entscheidende für die Wiederherstellbarkeit der Bespielbarkeit ist der Zustand der Stimmzungen.
Ich besitze selbst mehrere gut bespielbare Instrumente die nach ihrem äußeren Zustand hier im Forum als "wegwerfbar"
beurteilt würden und benutze sie fast täglich.
Falls du weiterhin interessiert bist einfach mal die Innereien fotografieren(Nahaufnahmen aus allen Richtungen).
 
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bemißt sich der Tod eines Handzuginstruments an folgendem: wenn die Stimmen und/oder die Stimmstöcke irreversibel beschädigt sind.

bei so alten Teilen gibts immer zwei Todesarten:

technischer Tod - Instrument Balg verfault Ersatz gibts nicht mehr, Gehäuse irreparabel gerissen , Teile fehlen die nicht mehr ersetzbar sind...

und

wirtschaftlicher Tod - wenn die Instandsetzungskosten den Wert des instrumentes bei weitem übersteigt und in keinem Verhältnis zum Instrument selber mehr steht.


Bei dem Instrument oben fehlen auf jeden Fall schon mal Bedienknöpfe im Diskant...wird vermutlich nicht das einzige bleiben, was nicht mehr vollständig ode rin Ordnung ist. Es bleibt also hier nicht nur bei "wieder flott machen" sondern es müssen schon Teile vermutlich nachgefertigt oder mit viel Glück aus irgendwelchen Altbestädnen ergänzt werden... Das Instrument ist also per se schon mal nahe am "technischen Tod"

Das Instrument an sich ist allerdings ein einfaches Instrument - also auch wiederhergestellt ohne allzugroßen Wert. Aber es muss von Grund auf einmal komplett überholt werden. Und das bedeutet viele Stunden für den Instrumentenbauer... und viele Stunden = viel Geld!
Von daher bin ich mit absolut sicher, das die Instandsetzungskosten den späteren Gesamtwert bei weitem übersteigt.

Somit würde eine Instandsetzung nur dann Sinn machen, wenn man persönliche Erinnerungen damit verbindet die einem das viele Geld wert sein lässt um das wieder in spielbaren Zustand zu bringen... ist das nicht der Fall, dann ists ein wirtschaftlicher Totalschaden!

Ich persönlich würde das genau in dem Zustand aufbewahren wie hier gezeigt, zusammen mit dem interessanten Koffer und der Geschichte drum rum und mich dran freuen.... und zum spielen mir was "moderneres" suchern , was ziemlich sicher deutlich günstiger in überholtem Zustand beim Fachmann zu bekommen ist als was dieses Instrument zum wieder spielbar herrichten kosten würde. ... und mit dem restlichen nicht ausgegebenen Geld mit der Familie essen gehen und einen Toast auf den ursprünglichen Besitzer ausbringen! ...da haben vermutlich alle mehr davon
 
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wenn man persönliche Erinnerungen damit verbindet
das tue ich ja nicht. ist zwar eine interessante geschichte, die aber mit mir nichts zu tun hat.
dennoch, hier noch die ersten innanaufnahmen (gesund sieht das ja nun wirklich nicht aus):

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Es ist halt auch die Frage, was Du damit am Ende machen willst, wenn es denn repariert sein würde.

Ich kann jetzt nur aus meiner Sicht sprechen - die musikalischen Möglichkeiten eines solchen Instruments sind wirklich begrenzt. Vermutlich ist es relativ leicht, daher gut zu transportieren gewesen, und man kann ein gewisses übersichtliches Repertioire damit spielen. Wie der Klang ist, kann ich nicht beurteilen, aber vermutlich auch nicht Weltklasse.

Wenn das für Dich trotzdem interessant wäre, damit zu musizieren, und der "Kultfaktor" eine Rolle spielt, dann könnte man es machen. Vorstellbar wäre das für mich zB. bei einem Konzert im zweiten Teil oder bei der Zugabe herauszuholen, erzählen, dass es mit einer Auswandererfamilie 1859 nach Montevideo und über verschlungene Wege wieder zurück gewandert ist, und dann ein Stück darauf zu spielen, was zu dieser Geschichte passt - eine argentinische Volksmelodie, ein schwermütiges Seefahrerlied, irgendsowas. Das könnte als Gesamtkonzept passen, und dann könnte man da auch mal 300 oder so (?) investieren.

Die Fotos lassen mich allerdings zweifeln, ob das in dem Rahmen noch technisch machbar ist ...

Ansonsten Familienmuseum oder Kleinanzeigen. Wegwerfen tut mir immer sehr leid, aber ist am Ende die letzte Option.
Den Koffer würde ich wahrscheinlich noch irgendwie aufheben, weil ich den so romantisch finde, oder zumindest den Teil mit dem Henkel und den Aufklebern zu einem Kunstobjekt verarbeiten ...

Falls Du es wegwirfst, kannst Du ja nochmal ein paar Fotos machen und hier reinstellen und vielleicht noch was erzählen, was Du von dem Instrument weißt. Dann ist es zumindest solange es das Forum gibt noch bewahrt. Vielleicht kann dann auch jemand die Fotos für ein Plakat oder ähnliches benutzen - das wäre doch schön, dann hat es wenigstens virtuell noch ein zweites Leben.
 
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Probier doch erstmal aus ob/welche Töne dem Teil noch zu entlocken sind. Vielleicht bereitet das ja bereits ausreichend Freude.
 
Verbrennen ist ja wohl völlig bescheuert und sicher auch umweltschädlich. Auch wenn das Teil nicht mehr spielbar ist, hat es eine Geschichte und ist immer noch als eine tolle Dekoration geeignet. Wir haben diverse Kneipen bei uns, die dir sogar Geld dafür zahlen würden.
Mein Bruder hatte mal eine Kneipe, die hieß Bassgeige. Und das Hauptdekoteil war der alte Kontrabass meines Vaters. aber auch viele andere alte Instrumente hingen dort an den Wänden. Finde ich urgemütlich für eine Musikkneipe.
 
Ich erkenne auf den Bildern nur etwas Flugrost auf den unlackierten Bassklappen aber umgebendes Holz sauber und nur zwei fehlende Knöpfe.
Der Balg wirkt optisch passabel.
Hast du mal versucht damit Töne zu machen?
Es ist eine diatonische Clubharmonika aus der man sehr leicht harmonische Geräusche rausholen kann.
Du kannst auch mehrere Knöpfe einer Reihe gleichzeitig drücken und den Schräggriff probieren.
Das macht Spaß.
Links wenige Bässe und rechts im Diskant ähnlich wie zwei Mundharmonikas nur mit Knöpfen.
Vorgelagert ein paar zusätliche Hilfstöne.
Womöglich ist es innen noch gut genug erhalten.
Manchmal wundert man sich was bei so alten Quetschen noch geht.
Die Gehäusehälften sind mit je 4 Balgnägeln gehalten.
Wenn du die ziehst kannst du die Gehäusehälften abnehmen.
Dann kann man den Zustand der Stimmstöcke beurteilen.
 
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