Gitarrenlack - abschleifen und neu finishen. Wo?

  • Ersteller carangg
  • Erstellt am
carangg
carangg
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
30.05.24
Registriert
28.02.09
Beiträge
445
Kekse
3.693
Hi.
Ich habe eine eigentlich sehr geile alte PRS die ich eigentlich komplett(!) refinishen lassen müsste. Mit eingeleimten Hals, gewölbter Decke und gebeiztem Top kommen da viele arbeits-erschwerende Faktorten zusammen.

Angefragt habe ich bei Bassart (und die machen Spitzenarbeit) aber die haben erstmal keine Zeit.
Und bei Kraushaar habe ich gefragt aber die Kommunikation da ist so unerfreulich wirr und stockend, dass ich da nicht weiterkomme. Keine Ahnung. Ich möchte damit nichts gegen die Leute oder ihre Arbeit gesagt haben aber ich schaffe es trotzdem irgendwie nicht, dort Kunde zu werden. Habe ich noch nie erlebt. Schade aber nun ja. Ist jetzt so. Müssen wir nicht diskutieren.

Ab da wird es aber mit de Auswahl eng, weil besonders das Abschleifen eine doofe Arbeit ist, für die mir selber Werkzeug und Erfahrung (und Nerven und Zeit) fehlt und was aber auch viele Lackierbetriebe nicht machen möchten. Kaum dass ich einen Betrieb finde, steht da, sie nehmen nur mehr oder weniger bereits lackierfertige Teile.

Wer kennt noch Werkstätten, die die Arbeit insgesamt übernehmen könnten?

Mit Dank!
 
Ich hatte vor dreieinhalb Jahren eine ähnliche Aufgabenstellung und habe mich etwas umgehört. Damals ging's um das Refinish eines Ibanez RG Korpus. Walter Kraushaar hat den Auftrag abgelehnt mit der Begründung, dass er in Folge einer schweren Operation aus der ersten Linie zurückgetreten sei und vor allen Dingen keine Lackierungen oder Reparaturen mehr mache. Bei Siggi Braun war die Auslastung zu hoch, verbunden mit einer langen Wartezeit, und so landete ich bei Flo Lüttke (Unicut Guitars), der den Job dann ganz hervorragend erledigt hat. Ein anderer Forenkollege ist bei solchen Anlässen Stammkunde bei Manuel Ali (MA Guitars) geworden, den könntest Du auch kontaktieren.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Danke.

Walter geht es wieder besser, er lackiert wieder und wir waren kurz in Kontakt, er war prinzipiell bereit und eigentlich könnte es längst losgehen aber ich höre von ihm einfach nichts mehr. Wie gesagt: keine Ahnung. Schade.
Daniel Schippers habe ich auch angefragt vorgestern aber noch keine Antwort.

Die anderen beiden Adressen probiere ich mal. Vielen Dank.
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
Frag mal bei MGH Guitars an. Soweit ich weiß, bietet er sowas auch an.
 
  • Interessant
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Vorab: Wenn es eine wirklich richtig alte PRS ist, sagen wir aus den 80ern, würde ich es mir überlegen, ob ich sie wirklich refinishe, da davon der recht hohe Sammlerwert beeinträchtigt wird. Das gilt aber wirklich in erster Linie nur für die Jahrgänge bis ca. 1989 oder Sondermodelle (Signature, Artist usw.)

Ansonsten gibt es noch eine sehr teure, aber erstklassige Alternative, die Neulackierung bei PRS selbst. Insbesondere Chris Andrews, derzeit bei PRS GB, macht das unfassbar gut, allerdings lag man da schon vor einigen Jahren bei ca. 1000 €, dazu habe ich einen eigenen Thread im PRS-Sub:

 
Zuletzt bearbeitet:
  • Interessant
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Ansonsten gibt es noch eine sehr teure, aber erstklassige Alternative, die Neulackierung bei PRS selbst. Insbesondere Chris Andrews, derzeit bei PRS GB, macht das unfassbar gut, allerdings lag man da schon vor einigen Jahren bei ca. 1000 €, dazu habe ich einen eigenen Thread im PRS-Sub:
Hi.
Meine ist von 2002, also nicht unbedingt ein Sammlerstück. Das Problem ist ja ein altes PRS-Dilemma beginnt auch erst mit den Jahrgängen ca. 1998 und endet ca. 2012.

PRS hatte ich schon angeschrieben und in der Tat machen die das aber mit Versand und Einfuhrabgaben (nicht auf die Gitarre aber auf den Wert der Reparatur) kommt das auf ca. 1400 Euro. Das ist schon ein markanter Preis, den jemand in Deutschland genauso hinkriegt und dann muss ich auch nichts über Landesgrenzen schicken.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ja, verstehe ich gut, zumal man für 1400€ mit etwas Glück schon eine gebrauchte CE aus USA-Fertigung bekommen kann.
 
...bei Kraushaar habe ich gefragt aber die Kommunikation da ist so unerfreulich wirr und stockend, dass ich da nicht weiterkomme. Keine Ahnung. Ich möchte damit nichts gegen die Leute oder ihre Arbeit gesagt haben aber ich schaffe es trotzdem irgendwie nicht, dort Kunde zu werden. Habe ich noch nie erlebt. Schade aber nun ja. Ist jetzt so. Müssen wir nicht diskutieren...
Hallo, Deine Aussage verwundert mich doch - schließlich lackiert Walter schon seit Jahren meine Gitarren, nachdem "mein" Lackierer Benthaus aufgehört hat. Ich hatte mit Walter noch nie Probleme. Dann hatte er einen Herzinfarkt, der ihn ziemlich runtergeholt hat - kann ich verstehen, hatte ich doch das gleiche Problem. Bei ihm kamen aber noch einige Nachwirkungen dazu, außerdem haben ihn in der Zeit seine Gesellen verlassen, so dass er mir ziemlich demotiviert und unentschlossen vorkam. Habe mit ihm länger gesprochen, und inzwischen hat er wieder einen Helfer und auch wieder "Bock".
Ich habe in der Zeit als Walter nicht "verfügbar" war, mehrere andere Lackierer ausprobiert. Entweder waren sie viel zu teuer, zu schlecht oder beides. Einer in Braunschweig hat mir eine LP versaut, und konnte nur mit RA die Gitare abgeschliffen zurück bekommen.. Ein Anderer wolte plötzlich nicht mehr, ohne Angabe der Gründe, oder hatten keine Kapazitäten frei....
 
Grund: Vollzitat reduziert
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich würde mich bei solchen Arbeiten von dem Gedanken lösen dass nur Gitarrenbauer Hand an deine Gitarre legen können und dürfen. Der Body ist ein in der Oberfläche bearbeitetes " Holzbauteil". Bei der Oberflächenbearbeitung haben echte! Tischlereien mit ihren Spezis (so einer bin ich) immer mehr Erfahrung als jeder Gitarrenbauer. Das ist neben der Ausbildung einfach der Menge und Diversität der einzelnen Projekte geschuldet. Frage bei der Innung deines Landkreises nach wen sie empfehlen können. Oder fahre einfach mal ein paar Betriebe ab.
 
  • Wow
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich habe 1997 nach dem Abi angefangen zu lernen. Für die Zulassung zur Gesellenprüfung war bei mir, zu der Zeit ,ein 80 stündiger Oberflächenlehrgang bei der Berufsgenossenschaft Pflicht. Das zeigt ansatzweise die Bedeutung der Oberflächenbearbeitung in meinem Handwerk.
Jedes Möbel, Tür, Fenster, Treppenstufen etc erfährt über Zuschnitt, biegen, Verbindungen, fügen, verleimen, furnieren, fräsen, Intarsien etc am Ende eine Oberflächenbearbeitung. Die ist Teil des Handwerks Tischler - Schreiner. Das bleibt normalerweise in den Betrieben. Ob klar, gebeizt,gebürstet, gestrahlt, deckend, porig, matt, Hochglanz, gekalkt in verschiedenen farben, lädiert, gebleicht...., alles was man sich vorstellen kann. Das ist zumindest bei mir so und unserer Klientel geschuldet in gehobener Qualität. Das sind eben nicht 25 stück 400x400 Holz pro Jahr sondern eben viel mehr. Lehrgänge zu Schellack, Restauration oder Lackherstellern gibt es natürlich auch.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 5 Benutzer
Na, ich denke @Bassturmator stört sich an dem „echte! Tischlereien“
Ich z.B. habe während meiner Tischlerazubizeit gelernt aus billigstem Schälfurnier „traumhafte“ Oberflächen zu zaubern, bin ich deswegen ein „echter! Tischler“ ? 🤷‍♂️ Die meisten sind doch froh, wenn sie ihre Möbel sauber lackiert bekommen, trotz Oberflächenlehrgängen etc. Und nicht umsonst gibt’s eine Maler- und Lackiererausbildung.
 
Ja , natürlich gibt es Maler und Lackierer. Mit "echt" meine Betriebe die das Handwerk vollumfänglich betreiben.
 
Nach meiner Erfahrung gibt es die nicht.

Die die hochwertige Möbel in Einzelanfertigung bauen werden nicht parallel Fenster einbauen und Einbauküchen anpassen und umgekehrt.

Ich selbst habe recht viel Erfahrung was das Lackierhandwerk anbelangt, habe aber trotzdem einen gewissen Respekt vor den Oberflächen die PRS erzielt...

Sonst hätte ich ja auch gleich meine eigenen Dienste anbieten können.

*
 
Doch, die gibt es. Ich erarbeite und erlebe das mit jedem Arbeitstag aufs neue. In meiner näheren Umgebung(100km+) gibt es vielleicht noch 1-2 Betriebe die das Handwerk komplett betreiben. Denen geht es, bis auf den eklatanten Personalmangel, gut. Wir arbeiten ausschließlich für Stammkunden und Architekten. Werbung gibt es keine und können uns vor Aufträgen kaum retten.
Tischlerei ist sehr vielfältig und die Unterscheidung Bau- Möbeltischler existiert seit Ende der 90" nicht mehr. In meinem Lehrvertrag stand noch Möbeltischler. Wenn ich mich als Junggeselle, gut 25 Jahre zurück, bewerten müsste wäre das gerade noch im Bereich ausreichend. Ich wusste und konnte so vieles nicht! Es sind Erfahrung, Beharrlichkeit und Muße die das Handwerk ausmachen. Das Tag für Tag.
Wir reden vom Entlacken und neuen lackieren einer E- Gitarre. Das kann eine echte Tischlerei!
 
In meiner näheren Umgebung(100km+) gibt es vielleicht noch 1-2 Betriebe die das Handwerk komplett betreiben
Das sind nicht viele und solche „Allrounder“ sind sehr, sehr dünn gesät. Und davon ist die Hälfte nicht annähernd in der Lage, diesem Anspruch auch gerecht zu werden.
Wir arbeiten ausschließlich für Stammkunden und Architekten
Ich arbeite mittlerweile seit 30 Jahren als Architekt und ich habe schon zuviel, Entschuldigung, Scheiße von solchen angeblichen „Allroundern“ erlebt.
Es sind Erfahrung, Beharrlichkeit und Muße die das Handwerk ausmachen. Das Tag für Tag.
Da hast Du völlig Recht, aber gerade die Beharrlichkeit und Muße haben viele aus den unterschiedlichsten Gründen nicht. Dafür kann man ihnen oft nicht mal Vorwürfe machen, der äußere Zwang Geld verdienen zu müssen für Gehälter, Mieten, Maschinen, Fahrzeuge ist schnell größer als der Anspruch , den wohl alle Handwerker in irgendeiner Form an sich selbst haben.
Was passiert denn, wenn irgendein „Stammkunde“ mit fadenscheiniger Begründung die oft zu recht hohe Rechnung einfach erst nach wiederholter Mahnung bezahlt oder ein Architekt die Rechnung länger liegen lässt oder auch mal drastisch kürzt, weil „gute“ Architekten ja nur im Sinne ihres Auftraggebers handeln. Und ja, solche und andere „Anliegen“ wurden nicht nur einmal an mich herangetragen.
Und deswegen mag ich solche Bezeichnungen wie „echte“ Tischlereien nicht. Das gilt btw für alle „echten“ Berufe.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Bitte denkt an das Thema des Threads - und das war vermutlich weniger auf Diskussionen über die "Handwerkerschaft als solche" angelegt worden (was anderenfalls sofort als E-Git-Sub-OT gelöscht worden wäre) ;).

LG Lenny (für die Moderation)
 

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben