Tremar
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Ein dicker Fish..?
Harley Benton Agufish Custom Signature BT PB

Ein Bild, das schöne Wort „B-Stock“ und das Konto im Plus – nur das hat es gebraucht und ich wurde (endlich!) Besitzer einer Baritongitarre. Einer Harley Benton Agufish Baritone, um genau zu sein. Nun bin ich alles andere, als jemand, der die extreme Tiefe sucht! Chugging, Djent und all das Growl‑Zeugs kann ich nicht ausstehen.
Singende Leads, glockige Cleans, sphärische Effekte – das ist eher mein Ding. Oder eben „klassisch“: Rock und Hardrock. Blues „nur“ als Einfluss; so richtig gepackt hat er mich ganz selten. Und wenn, dann eigentlich immer mit Gary Moore und/oder B. B. King an den Saiten.
Den Künstler Hunter „Agufish“ Engel, um dessen Signature‑Modell es sich hier handelt, kenne ich dementsprechend auch nur ganz oberflächlich. Asche auf mein Haupt! Hunter ist allerdings großer Fan der PRS‑Mensur (25“, 635mm), seine „eigentliche“ Signature ist also die kürzere Standardversion. Aber auch die Baritone trägt seinen Künstlernamen – und da hören die Gemeinsamkeiten natürlich bei Weitem nicht auf!
Im Gegenteil findet man außer der Mensur eigentlich gar keine Unterschiede. Das „Triple‑A“ findet sich nicht in der Beschreibung der Eschendecke bei der Baritone – that’s it. Ob da wirklich ein Unterschied ist, weiß ich nicht. Es geht hier ohnehin nicht um Bling‑Bling à la PRS Ten‑Top: „Purple Sandblasted“ ist ein Finish, das man auch nicht überall liest!
Ansonsten sind die Specs der beiden Modelle identisch:
1. Physische Präsenz (Mensur & Handling)
Das Erste, was auffällt, ist natürlich die Länge. Mit der 28-Zoll-Mensur (711 mm) ist sie zwar ein deutlicheres Statement als die 26,5 oder 27 Zoll anderer Baritones. Die GRETSCH G5260 z. B. wartet aber mit satten 29,75“ auf – das ist shortscale bass territory!
Nicht ZU extrem, also. Absolut als Gitarre spielbar, wenn natürlich auch „chunky“. Die Saitenspannung war mir bei Werksstimmung deutlich(!) zu wenig. Allerdings habe ich da noch nicht gemerkt, dass mein „Vorkoster“ (war ja ein B‑Stock) die Saiten bereits getauscht hatte. Es sind 12-56er drauf. Damit „geht“ Standard B (was für das Echtzeit‑Transponieren im Kopf echte Vorteile hat), ich spiele sie aber in Standard C. Gefällt mir am besten und derzeit spiele ich mit niemandem in Standard E zusammen.
Während man bei der 25“-Version ab Standard D (oder Drop C) abwärts vermutlich auf Brückenseilen spielen müsste (was dann wieder eine Nachbearbeitung des Sattels erfordert), hat man auf geräumigen 28“ dieses Problem natürlich nicht, bzw. viel weniger. Kunststück; dafür ist sie gebaut. In den unteren Bünden braucht man allerdings schon sowohl „Stretch“ als auch Kraft – die Abstände sind weit…
2. Hardware
Die Baritone nutzt die gleiche Tune-O-Matic Bridge, wie die Standard‑Version. Vereinzelt habe ich schon Abweichendes gelesen; warum, erschließt sich mir nicht. Viele Baritons für die harten und tiefen Gangarten setzen allerdings auf Hipshot-style. MIR ist die Tune‑O‑Matic lieber und vertrauter unter dem Handballen.
Die Stimmstabilität ist dank der wirklich guten Locking Tuner und des TUSQ‑Sattels über jeden Zweifel erhaben – solange man es mit der Stimmung nicht „untertreibt“! Mit 12‑56 würde ich persönlich nicht unter Standard B gehen.
Explizit erwähnen möchte ich auch das Gurtsystem. Es sind proprietäre Lockstraps dabei, die in gebürstetem Chrom natürlich optisch perfekt passen, aber vor allem eben auch top funktionieren.
3. Pickups Die Roswell Seraphim/Flanker Kombi
Der "Seraphim" Custom Wound am Steg liefert eine beeindruckende Klarheit. Die Mitten sind präsent genug, um sich durchzusetzen, ohne zu sägen. In Kombination mit der langen Mensur entsteht ein fast perkussiver Attack, der mir sehr gut gefällt.
Der Neck‑PU (Flanker Ceramic/Alnico) bietet warme Cleans und singende Leads. Fast glockig im Sound und schon bei 12‑56 potent genug, um nahe ans Booming zu geraten. Lässt sich aber über die Höheneinstellung (und notfalls natürlich per EQ) prima kontrollieren.
Grundsätzlich vermute ich, dass die PUs in der Baritone-Konfiguration besser funktionieren als in der Standard-Gitarre, weil die längere Mensur ein sauberes Schwingungsverhalten erzwingt, ohne dass die Saiten so dick werden müssen, dass sie ihre Brillanz verlieren. Auf dem kürzeren Brett werden dieselben Pickups wahrscheinlich milder und mittiger wirken. Ein "Mumpfen" ist bei der Baritone mit 12‑56 in Standard C jedenfalls kaum bis gar nicht vorhanden.
Wer kompromisslosen High-Gain-Modern-Metal-Sound sucht, wird aber wohl sehr bald über ein Upgrade nachdenken. Auch wenn die Roswells IMHO einen verdammt guten Job machen! Klar, definiert, keinerlei Störgeräusche – ich bin begeistert, ehrlich gesagt!
Durch die Coil-Split-Funktion (Push/Pull) ist die Kombi außerdem klanglich sehr flexibel und liefert auch absolut brauchbare bis sogar sehr gute "Twang"-Sounds.
4. "Aura" und Verarbeitung
Das Roasted Maple Finish des Halses ist haptisch top. Es fühlt sich trocken und schnell an, nie klebrig. Die Edelstahlbünde sind ein Feature, das ich bei der Baritone doppelt schätze, da der Druck auf die Saiten bei meiner „Betriebsweise“ tendenziell eher etwas höher ist. Herkömmliche Bünde würden vermutlich deutlich schneller verschleißen.
Die Verarbeitung ist überall gut bis herausragend. Minimale Unsauberkeiten, bzw. Farbeinläufe am Binding, die Pickuprahmen sind etwas „flexy“, die E‑Fächer mit flimsigem Plastik abgedeckt. Aber alles, worauf es ankommt – super! Und für den Preis sensationell.
Dank Weight Relief ist dieser Fish zwar groooooooß, aber doch eher ein Leichtgewicht. Unter 3,4kg für eine Baritone..? Meine Hagstrom DeLuxe aus der ersten Serie (China) wiegt in Gibson Mensur ein Kilo mehr! Und meine HB CST-24T P90 Ocean Flame ebenfalls. Chapeau!
5. Bespielbarkeit
Das Halsprofil wird als "Smooth U" beschrieben. Es ist natürlich deutlich kräftiger als ein Ibanez‑Wizard‑Hals, aber trotz der langen Mensur, zumindest gefühlt, nicht fetter als ein 50s Gibson‑Profil. Der Hals‑Korpus‑Übergang ist ergonomisch ausgeformt, was den Zugang zu den hohen Bünden (im Vergleich zu etwa einer klassischen Les Paul) massiv erleichtert.
Fazit: Eine wirklich „große“ Gitarre
Die Agufish Baritone bietet Specs, für die man bei großen Marken mindestens das Doppelte zahlt - und ist dabei keine kompromisslose Metal-Maschine. Im Gegenteil! „Meine“ Musik funktioniert darauf hervorragend und wenn ich ganz ehrlich bin, ist sie auch nach den ersten Honeymoon‑Tagen noch meine derzeitige Lieblingsgitarre. Mit einigem Abstand! Ich finde einfach keinen Fehler an dem Ding.
Sie erzwingt durch ihre 28 Zoll zwar eine gewisse Disziplin beim Greifen, belohnt einen aber mit einer Definition im tiefen Frequenzbereich, die kürzer mensurierte Gitarren nur schwer liefern können. Und bei mir ganz persönlich kommt eben dazu, dass ich jetzt (endlich..?) eine Gitarre spiele, die ergonomisch dem entspricht, was Leo (5‘9“) mit der Strat in der Hand hatte. Oder Lester (5‘6“) mit der LP. Oder Steve Stein (5‘2“) mit einer Mustang!
Wenn ich drei Highlights benennen sollte, dann vielleicht diese:
Und „Lowlights“? Hhmmhh… Aufgrund des langen Halses und des gewichtsreduzierten Korpus hat sie eine leichte Tendenz zur Kopflastigkeit. Nicht so arg, wie bei der berüchtigten SG, aber schon spürbar. Mit einem breiten Ledergurt, oder entsprechenden „Schulterpolstern“ ist das aber gut in den Griff zu bekommen.
Also; werde ich etwas ändern? Ja. Hab‘ ich sogar schon! Die Potiknobs mit Gummiring sind zwar praktisch – und qualitativ auch in Ordnung. Aber sie gefielen mir nicht. Ich brauchte mehr gebürstetes Metall und habe sie daher gegen schwarze reflector knobs getauscht.
Außerdem denke ich über eine Schaller STM nach (in Satin Pearl, das „könnte“ passen…) und über einen anderen Sattel; a) in Schwarz, weil das Griffbrett kein Binding hat und b) mit etwas weiterem Stringspacing. Letzterem Ziel würde ggf. auch die STM dienen. Bei der ist die Beiß- äh, Kaufhemmung allerdings etwas größer, denn sie ist teuer und optisch ist „passt beinahe“ für mich meist schlimmer, als „passt offensichtlich nicht“.
Ansonsten? Nein, wird nix geändert! Die PUs gefallen mir super, die Mechaniken und Straplocks auch, die ganze Elektrik arbeitet fehlerlos, bisher… Alles gut. Sehr gut sogar! Eigentlich Bombe. Kapitaler Fang! Petri Dank.
Harley Benton Agufish Custom Signature BT PB
Ein Bild, das schöne Wort „B-Stock“ und das Konto im Plus – nur das hat es gebraucht und ich wurde (endlich!) Besitzer einer Baritongitarre. Einer Harley Benton Agufish Baritone, um genau zu sein. Nun bin ich alles andere, als jemand, der die extreme Tiefe sucht! Chugging, Djent und all das Growl‑Zeugs kann ich nicht ausstehen.
Singende Leads, glockige Cleans, sphärische Effekte – das ist eher mein Ding. Oder eben „klassisch“: Rock und Hardrock. Blues „nur“ als Einfluss; so richtig gepackt hat er mich ganz selten. Und wenn, dann eigentlich immer mit Gary Moore und/oder B. B. King an den Saiten.
Den Künstler Hunter „Agufish“ Engel, um dessen Signature‑Modell es sich hier handelt, kenne ich dementsprechend auch nur ganz oberflächlich. Asche auf mein Haupt! Hunter ist allerdings großer Fan der PRS‑Mensur (25“, 635mm), seine „eigentliche“ Signature ist also die kürzere Standardversion. Aber auch die Baritone trägt seinen Künstlernamen – und da hören die Gemeinsamkeiten natürlich bei Weitem nicht auf!
Im Gegenteil findet man außer der Mensur eigentlich gar keine Unterschiede. Das „Triple‑A“ findet sich nicht in der Beschreibung der Eschendecke bei der Baritone – that’s it. Ob da wirklich ein Unterschied ist, weiß ich nicht. Es geht hier ohnehin nicht um Bling‑Bling à la PRS Ten‑Top: „Purple Sandblasted“ ist ein Finish, das man auch nicht überall liest!
Ansonsten sind die Specs der beiden Modelle identisch:
- Modell: Hunter "Agufish" Engel Signature
- Korpus: Nyatoh gewichtsreduziert
- Decke: Esche gewölbt
- Hals: eingeleimt, canadian roasted maple
- Griffbrett: Makassar Ebenholz
- Seitenmarkierungen: fluoreszierend
- Sattel: Graph Tech TUSQ XL
- Halsprofil: Smooth U
- Sattelbreite: 43 mm
- Griffbrettradius: 305 mm (12")
- Bünde: 22 Blacksmith Extra Jumbo Edelstahl
- Tonabnehmer: Roswell "Seraphim" Custom Wound Alnico V (Steg) und Alnico Ceramic Flanker (Hals) Humbucker
- Regler: 2x Volume, 2x Tone mit PP für Coil Split
- Switch: 3-Wege
- Bridge: WSC Tune-O-Matic Steg
- Mechaniken: Jinho HB JN-03L Locking
- Hardware: Chrom gebürstet
- Werksbesaitung: DR Strings Dragon Skin coated Bariton .013 - .062
- Stimmung ab Werk: Standard A
- Finish: Purple Sandblasted
1. Physische Präsenz (Mensur & Handling)
Das Erste, was auffällt, ist natürlich die Länge. Mit der 28-Zoll-Mensur (711 mm) ist sie zwar ein deutlicheres Statement als die 26,5 oder 27 Zoll anderer Baritones. Die GRETSCH G5260 z. B. wartet aber mit satten 29,75“ auf – das ist shortscale bass territory!
Nicht ZU extrem, also. Absolut als Gitarre spielbar, wenn natürlich auch „chunky“. Die Saitenspannung war mir bei Werksstimmung deutlich(!) zu wenig. Allerdings habe ich da noch nicht gemerkt, dass mein „Vorkoster“ (war ja ein B‑Stock) die Saiten bereits getauscht hatte. Es sind 12-56er drauf. Damit „geht“ Standard B (was für das Echtzeit‑Transponieren im Kopf echte Vorteile hat), ich spiele sie aber in Standard C. Gefällt mir am besten und derzeit spiele ich mit niemandem in Standard E zusammen.
Während man bei der 25“-Version ab Standard D (oder Drop C) abwärts vermutlich auf Brückenseilen spielen müsste (was dann wieder eine Nachbearbeitung des Sattels erfordert), hat man auf geräumigen 28“ dieses Problem natürlich nicht, bzw. viel weniger. Kunststück; dafür ist sie gebaut. In den unteren Bünden braucht man allerdings schon sowohl „Stretch“ als auch Kraft – die Abstände sind weit…
2. Hardware
Die Baritone nutzt die gleiche Tune-O-Matic Bridge, wie die Standard‑Version. Vereinzelt habe ich schon Abweichendes gelesen; warum, erschließt sich mir nicht. Viele Baritons für die harten und tiefen Gangarten setzen allerdings auf Hipshot-style. MIR ist die Tune‑O‑Matic lieber und vertrauter unter dem Handballen.
Die Stimmstabilität ist dank der wirklich guten Locking Tuner und des TUSQ‑Sattels über jeden Zweifel erhaben – solange man es mit der Stimmung nicht „untertreibt“! Mit 12‑56 würde ich persönlich nicht unter Standard B gehen.
Explizit erwähnen möchte ich auch das Gurtsystem. Es sind proprietäre Lockstraps dabei, die in gebürstetem Chrom natürlich optisch perfekt passen, aber vor allem eben auch top funktionieren.
3. Pickups Die Roswell Seraphim/Flanker Kombi
Der "Seraphim" Custom Wound am Steg liefert eine beeindruckende Klarheit. Die Mitten sind präsent genug, um sich durchzusetzen, ohne zu sägen. In Kombination mit der langen Mensur entsteht ein fast perkussiver Attack, der mir sehr gut gefällt.
Der Neck‑PU (Flanker Ceramic/Alnico) bietet warme Cleans und singende Leads. Fast glockig im Sound und schon bei 12‑56 potent genug, um nahe ans Booming zu geraten. Lässt sich aber über die Höheneinstellung (und notfalls natürlich per EQ) prima kontrollieren.
Grundsätzlich vermute ich, dass die PUs in der Baritone-Konfiguration besser funktionieren als in der Standard-Gitarre, weil die längere Mensur ein sauberes Schwingungsverhalten erzwingt, ohne dass die Saiten so dick werden müssen, dass sie ihre Brillanz verlieren. Auf dem kürzeren Brett werden dieselben Pickups wahrscheinlich milder und mittiger wirken. Ein "Mumpfen" ist bei der Baritone mit 12‑56 in Standard C jedenfalls kaum bis gar nicht vorhanden.
Wer kompromisslosen High-Gain-Modern-Metal-Sound sucht, wird aber wohl sehr bald über ein Upgrade nachdenken. Auch wenn die Roswells IMHO einen verdammt guten Job machen! Klar, definiert, keinerlei Störgeräusche – ich bin begeistert, ehrlich gesagt!
Durch die Coil-Split-Funktion (Push/Pull) ist die Kombi außerdem klanglich sehr flexibel und liefert auch absolut brauchbare bis sogar sehr gute "Twang"-Sounds.
4. "Aura" und Verarbeitung
Das Roasted Maple Finish des Halses ist haptisch top. Es fühlt sich trocken und schnell an, nie klebrig. Die Edelstahlbünde sind ein Feature, das ich bei der Baritone doppelt schätze, da der Druck auf die Saiten bei meiner „Betriebsweise“ tendenziell eher etwas höher ist. Herkömmliche Bünde würden vermutlich deutlich schneller verschleißen.
Die Verarbeitung ist überall gut bis herausragend. Minimale Unsauberkeiten, bzw. Farbeinläufe am Binding, die Pickuprahmen sind etwas „flexy“, die E‑Fächer mit flimsigem Plastik abgedeckt. Aber alles, worauf es ankommt – super! Und für den Preis sensationell.
Dank Weight Relief ist dieser Fish zwar groooooooß, aber doch eher ein Leichtgewicht. Unter 3,4kg für eine Baritone..? Meine Hagstrom DeLuxe aus der ersten Serie (China) wiegt in Gibson Mensur ein Kilo mehr! Und meine HB CST-24T P90 Ocean Flame ebenfalls. Chapeau!
5. Bespielbarkeit
Das Halsprofil wird als "Smooth U" beschrieben. Es ist natürlich deutlich kräftiger als ein Ibanez‑Wizard‑Hals, aber trotz der langen Mensur, zumindest gefühlt, nicht fetter als ein 50s Gibson‑Profil. Der Hals‑Korpus‑Übergang ist ergonomisch ausgeformt, was den Zugang zu den hohen Bünden (im Vergleich zu etwa einer klassischen Les Paul) massiv erleichtert.
Fazit: Eine wirklich „große“ Gitarre
Die Agufish Baritone bietet Specs, für die man bei großen Marken mindestens das Doppelte zahlt - und ist dabei keine kompromisslose Metal-Maschine. Im Gegenteil! „Meine“ Musik funktioniert darauf hervorragend und wenn ich ganz ehrlich bin, ist sie auch nach den ersten Honeymoon‑Tagen noch meine derzeitige Lieblingsgitarre. Mit einigem Abstand! Ich finde einfach keinen Fehler an dem Ding.
Sie erzwingt durch ihre 28 Zoll zwar eine gewisse Disziplin beim Greifen, belohnt einen aber mit einer Definition im tiefen Frequenzbereich, die kürzer mensurierte Gitarren nur schwer liefern können. Und bei mir ganz persönlich kommt eben dazu, dass ich jetzt (endlich..?) eine Gitarre spiele, die ergonomisch dem entspricht, was Leo (5‘9“) mit der Strat in der Hand hatte. Oder Lester (5‘6“) mit der LP. Oder Steve Stein (5‘2“) mit einer Mustang!
Wenn ich drei Highlights benennen sollte, dann vielleicht diese:
- Edelstahlbünde, Hardware & Straplocks
- Verarbeitung & Ergonomie
- Schalter, PUs & Potis
Und „Lowlights“? Hhmmhh… Aufgrund des langen Halses und des gewichtsreduzierten Korpus hat sie eine leichte Tendenz zur Kopflastigkeit. Nicht so arg, wie bei der berüchtigten SG, aber schon spürbar. Mit einem breiten Ledergurt, oder entsprechenden „Schulterpolstern“ ist das aber gut in den Griff zu bekommen.
Also; werde ich etwas ändern? Ja. Hab‘ ich sogar schon! Die Potiknobs mit Gummiring sind zwar praktisch – und qualitativ auch in Ordnung. Aber sie gefielen mir nicht. Ich brauchte mehr gebürstetes Metall und habe sie daher gegen schwarze reflector knobs getauscht.
Außerdem denke ich über eine Schaller STM nach (in Satin Pearl, das „könnte“ passen…) und über einen anderen Sattel; a) in Schwarz, weil das Griffbrett kein Binding hat und b) mit etwas weiterem Stringspacing. Letzterem Ziel würde ggf. auch die STM dienen. Bei der ist die Beiß- äh, Kaufhemmung allerdings etwas größer, denn sie ist teuer und optisch ist „passt beinahe“ für mich meist schlimmer, als „passt offensichtlich nicht“.
Ansonsten? Nein, wird nix geändert! Die PUs gefallen mir super, die Mechaniken und Straplocks auch, die ganze Elektrik arbeitet fehlerlos, bisher… Alles gut. Sehr gut sogar! Eigentlich Bombe. Kapitaler Fang! Petri Dank.